Unterlassungserklärung: Höcke muss gegen Grönemeyer klein beigeben

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Höcke unterliegt grönemeyer

Nicht erst seit kurzem ist Herbert Grönemeyer ein beliebtes Hassobjekt bei Rechtsextremen. Grönemeyer spricht sich schon seit Jahren gegen Rassismus und Hetze aus. Um ihn zu diskreditieren verbreiten sie deshalb verschiedenste Lügen – so geschehen am 29. August durch Faschist und AfD-Spitzenkandidat für die Thüringer Landtagswahl Björn Höcke.

Gerichtlich bestätigt: Man darf Höcke als „Faschist“ bezeichnen

Höcke twitterte: „Herbert Grönemeyer flüchtete aus dem „bunten“ Bochum und vor dem Finanzamt“. Ziel dieser Lügen ist natürlich, so zu tun, als sei Grönemeyer ein Heuchler und würde nicht in eben jener offenen Gesellschaft leben wollen, für die er einsteht – weil diese angeblich nicht lebenswerter sei als die rassistische Vision von AfD und Co. Zusätzlich dazu soll unterstellt werden, dass auch Grönemeyer Steuerflucht begehen würde, was ebenfalls zur Weltanschauung der Rechtsextremen passt – Denn Grönemeyer würde in dieser Darstellung nicht einmal für die angeblich negativen „Folgen“ seiner Forderungen „zahlen“.



Höcke muss unterlassungserklärung unterzeichnen

Nun hat die Anwaltskanzlei Grönemeyers den Faschisten gezwungen, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Höcke musste zugeben, dass er gelogen hatte. Sollte er diese Lügen noch einmal wiederholen, drohe ihm eine Strafe.

Die Fakten: Grönemeyer lebt seit über zehn Jahren wieder in Deutschland. Auch zahlt er hier seine Steuern, tatsächlich hat er damit auch nie aufgehört, wie er erst letztes Jahr in einem Interview erklärt hat. Auch WELT-Chefredakteur Ulf Poschardt verbreitete diese Lüge anlässlich eines Pseudo-Skandals, den rechte Medien und Politiker entfachten.

Screenshot via BILDBlog

Die Kollegen von BILDBlog haben den Fall genauer zerlegt, wie Poschardt zunächst die Lüge verbreitete, sich dann über die Kritik daran lustig machte, um anschließend ebenfalls kleinlaut eine Richtigstellung zu veröffentlichen. Sie erklären übrigens auch, warum Grönemeyer wirklich weggezogen war:

„Es gab mehrere Gründe. Wir zogen hin, als meine Frau schon sehr krank war und Angst hatte, dass die deutsche Presse das rauskriegt. Zudem wollten wir, dass unsere Kinder groß werden können ohne die Last des Namens. Für mich selbst war es auch gut. Man vergisst zuweilen, wer man ist. Im Ausland muss man sich ohne jedwede Vorteile behaupten. Das ist für den Charakter ganz gut.“ – Grönemeyer (Quelle)

Grönemeyer zog also nicht wegen der deutschen Steuern, sondern wegen der deutschen Presse weg. Wer mag es ihm verübeln, wenn auch sie (s. BILD) solche Lügen über ihn verbreitet? Dennoch ist es gut zu sehen, dass auch Faschisten wie Höcke sich manchmal der Wahrheit beugen müssen.

Argumentationshilfe: So einfach beweist du, dass Höcke ein Faschist ist

Artikelbild: Screenshot twitter.com / Grönemeyer: taniavolobueva, shutterstock.com / Höcke: knipsdesign, shutterstock.com,

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