Versucht die AfD, die Klimafrage zu instrumentalisieren?

Gastbeitrag von Sorgenboy

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Was gerade passiert.

Die CDU zerfleischt sich. Jedes Mal, wenn die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer an ein Mikrophon tritt, verliert die Partei Prozente. AKK will Klarnamen im Netz haben, damit „man weiß, mit wem man es zu tun hat.“

Dass ihre Partei es mit Klarnamen eigentlich nicht so hat – zum Beispiel wenn es um Schwarzgeld geht, ist egal.

Julia Klöckner, die Bundeslandwirtschaftsministerin, macht unverhohlen Werbung für Nestlé. Und kommt damit durch.

Philipp Amthor, die Nachwuchshoffnung, versucht sich mit ganz YouTube und Twitter anzulegen. Klappt nicht.

Paul Zimiak, der Generalsekretär, hackt auf Greta Thunberg rum.

Rezo, mittlerweile der bekannteste YouTuber Deutschlands, hat ein Zerstörungsvideo produziert. Auch wenn man meinen kann, dass er die Partei zerstört, macht er es nicht – die Partei erledigt das ganz allein.

Die Grünen gehen derweil durch die Decke, weil die Partei seit Jahren konsequent auf Umweltthemen setzt.
Und den Jungen ist die Umwelt nicht egal. Im Gegenteil. Sie wachen auf, gehen für das Klima auf die Straße, legen sich mit den Alten, Etablierten an, gehen in Talkshows, prangern den Konsumrausch an, verachten Autos, sie wissen, dass ein Verhaltenswandel nötig ist.

Die Bewegung ist nötig und beachtlich und wird die Gesellschaft nachhaltig verändern.



Die AfD merkt das natürlich auch.

Momentan halten sich die Brunnenvergifter, abgesehen vom chronischen Grünen-Bashing mit Provokationen zurück.

Taktik.

Und leider gar nicht mal so doof.

Das Zerstören der Altparteien wird schön den anderen überlassen. Die AfD lehnt sich zurück, spielt über Bande und überlässt das den Usern, den Twitterern, den YouTubern. Und natürlich der Starrköpfigkeit und den verkrusteten Strukturen der „Altparteien“.

Ganz nebenbei werden grüne Themen gespielt.

Schön subtil, damit die Mitliker und AfD-Bots nicht überfordert sind, während sie im Schrebergarten sitzen und sich ein paar bunte Nackensteaks von Lidl reinpfeifen.

Die AfD postet hier mal eine Biene zu Pfingsten, da mal die herzzerreißende Geschichte einer Schildkröte oder den Tipp, doch mal wieder „in die Natur zu gehen.“
Noch vor ein paar Tagen hätte es geheißen: „Wenn Sie Pfingsten vor die Tür gehen, passen Sie auf Messermänner auf!!!1!!11!“

Als nächstes wird die Partei sich mehr und mehr in Richtung Klima öffnen.
Vielleicht mit eigenen Studien, vielleicht nur stückweise, aber es wird spürbar sein. Denn die Partei hat spätestens nach der Aussage von Annegret Kramp-Karrenbauer, dass „Die Klimadebatte die Gesellschaft spalten wird wie damals die Flüchtlingskrise.“ verstanden, was sie machen muss.

Deutschland hat begriffen, dass das Thema Flüchtlingskrise keine FlüchtlingsKRISE mehr ist – sondern ein Thema, mit dem Deutschland derzeit umzugehen lernt. Deutschland hat auch begriffen dass das Klima weder Grenzen noch Hautfarben noch einen sozialen Status kennt. Sondern uns alle angeht.

Die Partei, die noch vor ein paar Monaten behauptet hat, dass „der Klimawandel eine dreckige Lüge ist“, die Partei, deren stellvertretende Fraktionsvorsitzende „die Sonne verklagen will“ (Quelle), wird versuchen, auf den Klimazug aufzuspringen. Damit es den deutschen Kartoffeln gut geht.
Und damit sie sich langsam an die Macht schummeln können.

Genau das passiert gerade.

Und ich finde, alle sollten wissen, dass sogar ein abgestorbener Ast diese billige Strategie durchschauen kann und dass die Partei für das Klima (und auch für die Demokratie) ungefähr so sinnvoll ist wie eine Tonne Agent Orange als Düngemittel.

Lasst das nicht zu!

#beimschummelnerwischt

Was gerade passiert.Die CDU zerfleischt sich. Jedes Mal, wenn die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer an ein…

Gepostet von Sorgenboy am Montag, 10. Juni 2019

Autor: Sorgenboy (Hier zum Beitrag) Artikelbild: pixabay.com, CC0

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