Fake: „Mission Lifeline“ wirbt NICHT für Ehen mit Flüchtlingen

Analyse

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Völliger Unsinn

In einschlägigen Medien wird weiter Stimmung gegen private Seenotretter gemacht. Horst Seehofer hat sich dergestalt geäußert, dass das Schiff der Dresdner „Mission Lifeline“ gar beschlagnahmt werden soll. Während sie es sind, die als letzte noch Schiffbrüchige im Mittelmeer retten, werden sie aktiv von der Bundesregierung daran behindert, wie der Verein Seehofer in einem offenen Brief vorwirft (Hier).

„Sie sagen, wir sollen zur Rechenschaft gezogen werden, doch wir erwarten, dass auch Sie endlich Rechenschaft ablegen. Wir stehen Rede und Antwort, gerne auch vor Gericht. Aber welcher Straftatbestand soll uns vorgeworfen werden? Ist es Ihrer Meinung nach ein Verbrechen, Menschen aus Lebensgefahr zu retten? Ist es ein Verbrechen, das Völkerrecht zu achten? Sollten wir die Menschen nach Libyen bringen und damit eine Straftat begehen?“

Wie Seenotrettung wirklich aussieht haben wir hier erklärt:

Ich war selbst an Seenotrettung beteiligt – Glaubt nicht diesen 6 Lügen der Rechten



Unterstellungen an Mission Lifeline

Es fing alles zunächst mit diesem Tweet der „Mission Lifeline“ an:

Aus diesem Tweet machte die „Bild“, „Welt“ und die „Kronen Zeitung“ die Unterstellung, der Verein „werbe für Ehen mit Flüchtlingen“. Der Verein stellt klar: Das ist eindeutig kein Aufruf, das sei eine böswillige Interpretation. Über die Liebe und Ehe wollte man eigentlich zu Spenden aufrufen.

Ein Sprecher betonte, die Formulierung sei „im Grunde streng christlich“ gemeint gewesen: „Wir finden die Institution der Ehe wirklich wichtig.“ Ab jetzt werde man aber „alles dreimal gegenlesen und noch eindeutiger formulieren“.

Verein wehrt sich juristisch

Der „BILD“-Artikel behauptet des Weiteren auch, Kapitän Claus-Peter Reisch stehe derzeit in Malta wegen des „Vorwurfs der Schleuserei vor Gericht“. Das ist ebenfalls falsch, denn ihm wird dort eigentlich vorgeworfen, dass er sein Schiff fehlerhaft registriert habe. Reisch hält das für eine absichtliche Behinderung der Arbeit der Seenotretter aus politischen Motiven und hält sich für unschuldig (Quelle). Gegen die Falschbehauptungen wehrt sich der Verein jetzt juristisch, so der Sprecher Axel Steier auf Anfrage der epd.

Danke an Ben Hoffmann. Artikelbild: Screenshot BILD.de

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