Robert Habeck, lassen Sie uns nicht mit der Account-Armee im Internet alleine!

Lieber Robert Habeck,

ich kann Ihren Rückzug aus den sozialen Medien Twitter und Facebook total nachvollziehen. Wenn ich mich nicht täglich dort gegen die Vergiftung unserer Gesellschaft einsetzen würde, hätte ich meinen Account schon längst gelöscht. Facebook verkommt immer mehr zu einer Propagandamaschine, deren Plattform die Facebook-Seiten der reichweitenstarken Medien wie BILD oder sogar das ZDF ist.

Desinformationen, Aufrufe zu Gewalt, aufhetzende Kommentare. All das steht dort in großen Teilen unreguliert. Damit meine ich nicht die Einschränkung der freien Meinung, um Gottes Willen. Mir persönlich fehlen aber die Klarstellungen der Lügen und der Verdrehungen. Das Rückführen zum Thema, die Aufforderung zur Unterlassung und das Sanktionieren von Beleidigungen und Beschimpfungen. Das sollte eine Aufgabe der Social-Media Redaktionen sein. Eigentlich.



Uns fehlt der Widerstand gegen Rechts in Social Media

Aber auch das Gegengewicht fehlt mir immer öfter. Kommentatoren ziehen sich zurück, weil sie keine Lust mehr haben, sich von Mehrfach- und Fake-Profilen auslachen oder beschimpfen lassen zu müssen. Der Holocaust wird immer öfter relativiert, die Pogrome klein geredet. Die Sprache ändert sich in einer Form, die ich nie für möglich gehalten hätte. All das wird mitten in die Gesellschaft getragen.
Der Kampf gegen diese Windmühlen scheint angesichts der Account-Armeen aussichtslos zu sein.

Eine Politik, die Haltung zeigt, ist selten geworden. Ich glaube, ein Erfolgsfaktor, der Sie zu einem neuen Hoffnungsträger in allen Teilen der Gesellschaft macht und gleichzeitig den Rechtspopulisten den Schweiß auf die Stirn treibt, ist Ihre Bodenhaftung. Und dass Sie sich nicht von Parolen und dem Ausloten der sprachlichen Grenzen treiben lassen. Außer zweimal. Da ist es mit Ihnen durchgegangen.

Es ist daher einerseits nur konsequent, dass sie Facebook und Twitter verlassen.

Sie begingen Fehler, aus denen Sie Ihre Schlussfolgerungen ableiten.

Anderseits: Sie werden nun nicht mehr miterleben, wogegen es in den nächsten Monaten anzutreten gilt, wenn die Landtagswahlen näher rücken. Die Narrative und Desinformationen stehen bereit. Und das haben Sie eventuell schon bei den angewandten Frames von Amberg und Bottrop registriert.

Was aber viel schlimmer ist: Sie lassen diejenigen alleine, die sich tagtäglich gegen die Vergiftung der Gesellschaft engagieren und die sich an Menschen wie Ihnen orientieren. Ich finde, Haltung wahren heißt auch, für Fehler einzustehen, sich zu entschuldigen, dem Gegenüber die Hand reichen und weiterzumachen.

Sie sind großer Handball-Fan. Das weiß ich. Handball, so schrieb Sophie Passmann, mache charakterstark, ist „maximalbrutale Direktdemokratie, fordert dafür aber von den Schwachen Fleiß und von den Starken Bescheidenheit. Das, was Handball einem beibringen kann, ist also heute so wichtig wie nie. […] die Einsicht, dass jeder in jeder Sekunde unerlässlich für das Funktionieren des großen Ganzen ist.“ (Quelle)

Wenn Sie nun das Spielfeld verlassen, wird das große Facebook-Ganze ein wenig aus den Fugen geraten. Schade.

Herzliche Grüße, Alex Urban.

Artikelbild: Raimond SpekkingCC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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SOHO Minden, Amberg, Bottrop: So extrem sind rechte Verdrehungen & Verharmlosungen

Das Facebook-Jahr hörte auf, wie das neue nun beginnt: Mit Verdrehungen und breit angelegter Verharmlosung.

Drei Beispiele innerhalb von einer Woche.

1. Beispiel: Das SOHO Minden postet am 24.12. ein Foto. Auf dem Foto ist eine Tafel zu sehen, auf der steht: „Wenn Sie AfD wählen, dann trinken Sie Ihr Bier bitte woanders. Sie fühlen sich diskriminiert? Dann wissen Sie endlich mal wie das ist.“

Das SOHO Minden erlebt daraufhin einen Shitstorm, der mittlerweile fast 3.000 Hass-Kommentare enthält. Der Post wurde über 3.300 Mal geteilt. Darunter in sehr vielen rechten Facebook-Gruppen.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob die Idee gut ist, Menschen auf Grund Ihrer politischen Einstellung, die man rein äußerlich eh nicht überprüfen kann, auszuschließen. Meiner Meinung nach wollte der Wirt ein Zeichen gegen die häufig diskriminierenden und rassistischen Kommentare einiger AfD-Politiker oder ihrer Facebook-Anhänger setzen. Wie gesagt, kann man diskutieren.

Was man nicht diskutieren kann, sind die Kommentare unter dem Post. Häufigster Tenor: Der AfDler ist der neue Jude. Es wird ernsthaft gefragt, wie lange es noch dauert, bis Menschen in Anlehnung an den Judenstern einen blauen Stern tragen sollen. Das ist nicht nur ein hanebüchener Vergleich, er ist auch an Widerwärtigkeit nicht zu übertreffen. Die Juden wurden auf Grund ihrer Religion enteignet, gejagt und systematisch und zudem staatlich gefördert industriell ermordet. Allein die Gleichsetzung des einen mit dem anderen ist eine nicht zu akzeptierende Verharmlosung der Novemberpogrome und des Holocausts.



Warum machen Menschen so etwas?

Sehen die „Verteidiger der christlichen Werte“ nicht die Ironie, wenn sie ausgerechnet an Weihnachten Heinrich Bedford-Strohm für seine Kritik an den Kommentaren auf AfD-Facebook-Seiten, auf denen „ein Ausmaß von Menschenverachtung und sozialer, aber auch menschlicher Kälte zum Ausdruck [kommt], das schon Sorgen macht.“  Bedford-Strohm und auch der Papst warben für Nächstenliebe und Barmherzigkeit, für Frieden und Brüderlichkeit. Dafür werden sie angegangen?

Das zweite und das dritte Beispiel können wir zusammenfassend darstellen, weil sich beide Ereignisse zeitlich überschneiden.

Am 29.12. verprügeln vier junge angetrunkene Asylbewerber aus Afghanistan, Syrien und dem Iran im Amberg wahllos Passanten. Die 17- bis 19-jährigen verletzten dabei 12 Menschen. Während man in den Facebook-Kommentaren zu Chemnitz tagelang stritt, ob nun „Hetzjagden“ stattfanden, beurteilen sowohl Herr Wendt und als auch viele Accounts die Situation in Amberg recht zügig und sind sich sicher, dass sich nun wirklich um eine „Hetzjagd“ handelte. Rainer Wendt kannte auch schon die Motivation der vier: „Es ist eine tiefe Verachtung für unseren Staat und für die Menschen, die bei uns leben.“ Bitte was?

Am 31.12. fuhr ein 50-jähriger Deutscher mit seinem Auto in Bottrop eine Menschengruppe, offenbar mit dem Ziel, Ausländer zu töten. Menschen aus Syrien und Afghanistan wurden zum Teil schwer verletzt. Eine Frau schwebte in Lebensgefahr. Er agierte ohne Netzwerk, sei psychisch krank. Laut NRW-Innenminister Herbert Reul mache der Mann „Ausländer für alles verantwortlich“. Man stelle sich nur die Reaktionen in den sozialen Medien vor, wenn das ein islamistischer Anschlag gewesen wäre.

Stattdessen: „Aber Amberg…“

Oder gar: „Wird auch mal Zeit, dass der Spieß umgedreht wird.“ (Gesehen bei der Bild, die das unkommentiert stehen lässt.)

Screenshot facebook.com

Es ist nur zu vermuten, dass sich der Mann aus seiner Echokammer dazu berufen fühlte, zu handeln. Irgendwo muss er ja die Erkenntnis gewonnen haben, dass „Ausländer für alles verantwortlich“ seien. Am „interessantesten“ äußert sich Herr Meuthen dazu: Im Grunde konnte der Mann aus Bottrop gar nicht anders handeln, da die Bundesregierung Täter wie die aus Amberg ins Land gelassen hat.

So redet man einen Anschlag klein. Vermutlich aus Gründen.

Die Süddeutsche schreibt dazu: „Diese Entpolitisierung rechter Gewalt – und die Amokfahrt des Mannes aus Bottrop war eine politisch motivierte Tat – ist aber alles andere als ein Einzelfall. Die Bundesregierung selber teilte im Juni mit, seit dem 3. Oktober 1990 seien 76 Menschen durch rechte Gewalttäter ums Leben gekommen, andere Berechnungen gehen von mehr als 150 aus.“

Und weiter: „Und selbst, wenn die rechtsextremen Motive der Gewalt offenbar sind, erscheint sie in der Öffentlichkeit in eigentümlicher Weise in ihrer Unausrottbarkeit vertraut. Die Gewalt der Fremden dagegen bricht brutal ins Vertraute ein; sie besetzt die Angsträume des Landes. Es hätte sich ja auch die Amberger Tat entpolitisieren lassen: Junge Männer im Suff benehmen sich am Neujahrstag krass daneben. Zu Recht ist das nicht passiert. Zu Recht verbindet sich mit den Prügelattacken die Frage, wie der Staat, die Gemeinschaft mit Asylsuchenden umzugehen hat, die gewalttätig werden – wobei die Abschieberegelungen mittlerweile scharf sind wie nie und sich kaum ein Gewalttäter von ihnen abschrecken lässt.“ (Quelle)

Man darf gespannt sein, wie die rechte Blase reagiert, wenn vier deutsche angetrunkene Jugendliche wahllos Menschen verprügeln, während ein Islamist ein Auto in eine Menschengruppe steuert.

Artikelbild: Master1305, Shutterstock.com

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Fake-Terror-Karte: So übernehmen die Rechten die Angstmache für Islamisten

Fake-Karte

Nach dem abscheulichen, mutmaßlich terroristischen Anschlag in Strasbourg drehen die sozialen Netzwerke wieder hohl. Wir lesen das übliche Geblubber: „Die Willkommensklatscher sind schuld!“, „Bedankt euch bei der Regierung!“, „Er soll doch in Deutschland Asyl beantragen!“, „Vor 2015 gab es sowas nicht!“, „Die Terroristen tragen in naher Zukunft ein Schild, wo drauf steht #wirsindmehr!“, „Importierte Gewalt!“, und es wird sowieso immer schlimmer werden. Der UN-Migrationspakt und so. Angeblich kommen über 190.000.000 Menschen nach Deutschland. Alles horrender Unsinn.

Man könnte meinen, die Menschen wissen nicht, wohin mit ihrer Wut und brauchen das alles als Ventil. Kann ich verstehen. Ich befürchte aber, das ist zu einfach. Denn viele glauben tatsächlich, dass die Bundesregierung oder Angela Merkel oder George Soros oder alle zusammen den Untergang von Deutschland bzw. Europa planen. „Alles so gewollt“, liest man dann oft.



Angebliche „Terror-Karte des IS“ ist Quatsch

Die Recherchegruppe #dieinsider stieß in den letzten Tagen immer wieder auf eine angebliche „Terror-Karte des IS“ aus dem Jahr 2009 (!), die schon 2015 von Mimikama als „Altpapier des Kopp-Verlages“ enttarnt wurde.

Die Terror-Karte des IS für Deutschland – Altpapier des Kopp-Verlages

Allerdings wird sie immer noch in verschiedenen Facebook-Gruppen mit der Behauptung geteilt, der US-Geheimdienst CIA warne vor einem bevorstehenden Bürgerkrieg. Laut den Recherchen von CORRECTIV liegen jedenfalls keine Warnungen der CIA vor. Stand August 2018. Wer weiß schon, ob das heute noch gilt. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Ironie off.

Deutschen Sicherheitsbehörden ist keine CIA-Warnung vor Bürgerkrieg bekannt

Eine Frage, die mir irgendwie noch niemand beantworten konnte, der von einem gewollten Bürgerkrieg schwadronierte, lautet:

Wozu einen „Bürgerkrieg“ überhaupt?

Nur, weil Frau Merkel keine Kinder hat und nach Südamerika abhaut, wird sie doch nicht wollen, dass Europa in Flammen steht? Da würde ihr und dem ganzen Rest der Elite auch keine Villa Schutz bieten. Liest man ja auch immer wieder. Aber im Ernst: Bei all dem, was sich zur Zeit abspielt, dürfen wir aber eines nicht vergessen, und das teile ich bei jeder Gelegenheit:

„Die sechste Phase, beginnend 2016, sieht die „totale Konfrontation“ vor, schließt Hussein aus dem, was ihm zugetragen wurde. Unmittelbar nach Ausrufung des Kalifats werde die „islamische Armee“ die von Osama Bin Laden oft vorhergesagte „Schlacht zwischen Glauben und Unglauben“ anzetteln.“

Ich zitiere da aus einem Spiegel-Artikel über den jordanischen Journalisten Fuad Hussein, der Vordenker und Strategen der Islamisten nach ihrer langfristigen Planung befragt hat. (Hier)

Rechte helfen fleißig bei der Radikalisierungs-Spirale

Der Artikel ist aus 2005! Und ich erinnere mich, als ich den damals las, schüttelte ich lächelnd den Kopf und dachte: „Ts, Spinner!“

Ich habe mich geirrt. Nadelstichartige und gezielte Terroranschläge (Nizza, Brüssel, Paris, Berlin, London, mutmaßlich Strasbourg) säen Zwietracht und Misstrauen. Rechtspopulisten, -radikale und -extreme und Neo-Nazis springen dankbar auf den Zug auf, verstärken Zwietracht und Misstrauen. Die folgende Ausgrenzung hilft den extremistisch motivierten Rattenfängern. Und junge Menschen radikalisieren sich. Ein Teufelskreis, den die Brüder im Geiste wechselseitig befeuern. Das Dramatische ist, dass mittlerweile selbst einige Teile aus der Mitte unserer Gesellschaft dazu beitragen.

Wie kommen wir da raus? Any ideas?

Artikelbild: Alex E. Proimos, Flickr,  (CC BY 2.0), changes were made, Screenshot facebook.com

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„Mitten ins Gesicht schlagen“: Offener Brief von #ichbinhier an Anabel Schunke

Sehr geehrte Frau Schunke,

ich antworte Ihnen mal auf diesem Wege, da ich auf Ihrer Facebook-Seite seit Monaten blockiert bin, obwohl ich dort noch nie kommentiert oder irgendetwas gelikt habe.

Screenshot

Das muss man sich mal vorstellen: Sie wollen „irgendwann […] so einem aus der #ichbinhier-Fraktion mitten ins Gesicht“ schlagen und beklagen einen kurzen Absatz später, dass „die Priorität dieser Leute“ sei, „den Hass nicht gewinnen“ zu lassen. Und entlassen Ihre Follower damit in den Abend, ihnen mitzuteilen, wie wütend Sie seien. Das greifen Ihre Follower auf, die dann auch wütend sind.

Von Ihnen unkommentiert träumen dann einige davon, wieder züchtigen zu dürfen, konsequenter zu werden (was immer das auch heißt) oder im Wilden Westen zu leben (was immer daraus nun wieder folgen soll). Andere wünschen einen Emoji mit „durchgeladener Pumpgun“ oder bescheinigen den fast 46.000 Mitgliedern von #ichbinhier „krank zu sein“.

„Ich hasse [sic!] jede Art von Gewalt, dennoch [sic!] wünsche [sic!] ich mir immer öfters [sic!], dass diese Leute die Nächsten sind!“



Frau Schunke, mal ehrlich: Was sollen denn solche Kommentare?

Sie meinen, dass ein #ichbinhier-Kommentar, wie der oben zitierte, „Jaja, […] den Familien, die um ihre Angehörigen trauern, sicher helfen“ wird. Sie implizieren damit, zu wissen, was Angehörige fühlen oder wie deren Haltung ist. Was sagen Sie dann dazu:

 

Screenshot sz.de

oder zu diesem Statement:

Screenshot www.badische-zeitung.de

Sie haben nicht das alleinige Recht darauf gepachtet, berechtigt Kritik zu üben

Ich möchte einmal höflich darauf hinweisen: Sie haben nicht das alleinige Recht darauf gepachtet, berechtigt Kritik zu üben. Auch viele Mitglieder von #ichbinhier kritisieren. Und alle Mitglieder trauern um die Opfer, verabscheuen solche Taten und sind schockiert. Berechtigte Kritik ist aber differenziert und nicht einseitig.

Nicht „der Islam“ ist Schuld an den Verbrechen, sondern die Typen, die solche Verbrechen begehen. Ich bin mir nicht sicher, ob Ihnen bewusst ist, was eine Vorverurteilung und Pauschalisierung für Folgen haben kann. Ich sehe aber Tag für Tag diese Folgen in den Facebook-Kommentarspalten. Stereotype, Sippenhaft und rassistische Bewertungen. Und ich sehe auch, was solche Posts wie Ihrer bewirken. Einige Beispiele habe ich ja oben angeführt.

Wenn ich Ihren Post mal im Umkehrschluss betrachte:

Hass soll also gewinnen können. Was folgt daraus?

Und wie hilft das den Familien?

Wir können echt über Vieles reden und diskutieren: Asylrecht, Strafrecht, die Integration, politische Strömungen innerhalb des Islam, Religionen im Allgemeinen, kulturelle Identität. Aber erstens müsste ich dann nicht mehr blockiert sein, zweitens müssten Sie Ihren Followern den Schaum vom Mund wischen und drittens auch mal einen anderen Standpunkt zulassen. Wozu führt denn der Hass gegen und die Ausgrenzung von z.B. Muslimen?

Vermutlich zu einer gesteigerten Gefahr der Radikalisierung. Wie kann man dem vorbeugen? Nicht ausgrenzen. Zumindest kann man das Risiko minimieren. Mir ist klar, dass Sie die Meinung vertreten, dass diese Menschen aus dem anderen Kulturbereich nicht willig seien, sich zu integrieren. Millionen Gegenbeispiele. Allein in Deutschland.

Aber um auf das Thema zurückzukommen: Nein, #ichbinhier wird nicht von Frau Merkel zum Essen eingeladen, nicht von der Regierung unterstützt (das bestätigt sogar eine kleine Anfrage der AfD).

Es werden intern auch keinerlei inhaltliche Vorgaben gemacht. Wenn das so wäre, gäbe es längst entlarvende Screenshots unserer Maulwürfe.

Alle Menschen haben Angst vor Terror

Eventuell sollten Sie mal ein Schritt zurücktreten, mal eine andere Perspektive einnehmen, um zu erkennen, dass ALLE Menschen Angst vor Terror haben, dass alle Menschen Täter verabscheuen und der Opfer gedenken.

Sie sind doch immer auf der Suche nach der Wahrheit bzw. Sie und Ihre Follower werfen anderen vor, die Realität nicht zu kennen. Ich weiß jetzt nicht, was Sie so von Gandhi halten, aber:

„Bei der Anwendung von Gewaltfreiheit entdeckte ich schon sehr früh, dass die Wahrheitssuche es nicht erlaubt, dem Gegner Gewalt anzutun. Er muss vielmehr durch Geduld und Mitgefühl von seinem Irrtum abgebracht werden.“

In diesem Sinne, beste Grüße,

Alex Urban von #ichbinhier

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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„Ja zu weißen Männern“: So genial wird der AfD-Adventskalender parodiert

Es ist Weihnachtszeit

…und damit niemand das Fest der Liebe verpasst, wurde der Adventskalender eingeführt. Die AfD nutzt die Gelegenheit und weist auf eine „grassierende Diskriminierung“ hin. Das Opfer: Der weiße Mann. Der Berliner AfD-Funktionär Georg Pazderski erkennt „Forderungen, die auf eine bewusste Benachteiligung von weißen Männern im Wettbewerb um Arbeitsplätze, Karrierechancen, öffentliche Auftritte oder staatliche Zuwendungen hinauslaufen“.

Der Hashtag „JaZuWeißenMännern“ begleitet nun also die Vorstellung von 24 weißen Männern. Die „unser Land, unsere Zivilisation und die Entwicklung der Welt entscheidend geprägt haben“. Dass da ein Mann mit einem syrischen Vater (Steve Jobs) zu den „weißen Männern“ gezählt wird, war sicher nur ein Recherchefehler. Ob Bertolt Brecht und die vielen anderen in dem Kalender hofierten Männer diese Initiative unterstützen würden, bleibt fraglich. Leider können sie sich nicht mehr wehren. Einzig Sarrazin dürfte dem Anliegen bedingungslos zustimmen.

Antifaschist & Migrantensohn: Den peinlichsten Adventskalender hat die AfD



Die andere Seite der weißen Männer

Nun gibt es aber noch andere weiße Männer, und da hat die Stay behind Foundation mal 24 Süßigkeiten hinter die Türchen gesetzt. Darunter Politiker der AfD, Rechtsextreme und (Neo-)Nazis.

JA ZU WEISSEN MÄNNERN!So schallt es aus der besinnlichen Weihnachtsstube der AfD-Fraktion Abgeordnetenhaus Berlin. "…

Gepostet von Stay Behind Foundation am Sonntag, 9. Dezember 2018

Die 24 Herren stehen nicht in der Gefahr, diskriminiert zu werden. Wenn man sich ihre kurzen Biografien bzw. Beschreibungen mal durchliest, könnte durchaus der Eindruck entstehen, dass sie selbst ganz gerne andere Menschen und/oder Menschengruppen auf Grund von Hautfarbe, Religion oder Herkunft diskriminieren würden.

Auch, wenn ihre Anhänger es bestreiten oder als „Ethnopluralismus“ oder ähnliche Umschreibungen abtun: Es ist Rassismus. Und ganz offen wird auch der Bürgerkrieg nicht unbedingt als Mittel der Wahl ausgeschlossen. Im Gegenteil. Fraglich bleibt, wer den Zündlern zuerst auf den Leim geht und aus „Notwehr“ irgendeine Initiative ergreift.

Die meisten dieser weißen Männer haben tausende Follower. Ob das nun alles echte Menschen oder Mehrfach-Accounts sind, lässt sich nicht sagen. Es ist aber eine Tatsache, dass sich Menschen gruppendynamisch nicht immer kontrollieren lassen. Dieses Aufhetzen geht irgendwann schief. Gründlich. Viel „Spaß“ mit dem Kalender.

Artikelbild: Screenshot hogesatzbau.de

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AfDler beschwerte sich echt wegen „Afrikaner“ in Rügenwalder-Spot: Rücktritt!

Blanker Rassismus

Nun sitzt da also ein „Afrikaner“ in „fröhlicher Genießerrunde“ und isst unsere Wurst. Was der sich erlaubt. Und so gut integriert. Was sich die Rügenwalder Mühle erlaubt. Das stößt dem Pressesprecher des AfD-Kreisverbandes Landkreis Leipzig Horst Juhlemann bitter auf. Er schreibt dem Unternehmen eine Mail.

Und fragt darin: „Produzieren Sie bereits ausreichend HALAL-Produkte für unsere Muslime?“ Er fragt weiterhin, ob die Bundesregierung den Werbespot in Auftrag gegeben hat. Und ob George Soros, ein amerikanischer Milliardär jüdischer Herkunft und modernes Ziel antisemitischer Verschwörungen, seine finanziellen Finger im Spiel hatte.



Halbherzige Entschuldigung der AfD

Der Verband in Leipzig zeigt sich halbherzig entsetzt: Kreisverbandschef Edgar Naujok wusste von der Mail, „habe sie aber nicht gelesen. Meine Priorität liegt auf dem Parteitag am Wochenende und den Wahlen im nächsten Jahr. Nicht unbedingt darauf, was Herr Juhlemann verzapft.“ Herr Juhlemann lehnt übrigens den Austritt aus der Partei ab.

Ein Mann mittleren Alters. Ich frage mich dann immer, wie kommen solche Menschen zu solchen Posten? Sind es Opportunisten, die immer schon etwas gegen „den Afrikaner“ hatten? Und nun in einer noch recht jungen, rechtsdrehenden Partei schnell an Einfluss gewinnen, einfach, weil zu wenig Personal da war? Oder ist das Gedankengut sozusagen system- bzw. parteiimmanent?

Der Bundestagsabgeordnete Lars Herrmann kritisiert allerdings scharf: „Es ist höchst unprofessionell und untragbar. Für den Kreisverband und die AfD insgesamt ist es sehr unangenehm, wie die Partei durch derartige und andere öffentliche Entgleisungen auffällt.“ Inzwischen zog der Verband auch Konsequenzen, Juhlemann musste von seinem Posten zurücktreten. Also, warum denn nun diese Distanzierung von Juhlemann?

AfD hat Angst, vom Verfassungsschutz beobachtet zu werden

Hat es unter Umständen etwas damit zu tun, dass man jede Auffälligkeit vermeiden möchte, die dazu führen könnte vom Verfassungsschutz beobachtet zu werden? In letzter Zeit treten viele AfD-Politiker aus der Partei aus. Zuviel Rechtsruck. Man könnte nun dagegenhalten, dass dieser Rechtsruck über Monate zu beobachten ist. Aber immerhin ziehen nun manche die Konsequenzen daraus und legen den Kern der Partei weiter frei.

Etliche (ehemalige) Neonazis arbeiten immer noch für Bundestagsabgeordnete, interne Chats von Politikern, Kommentare in Facebook-Gruppen belegen, dass das Gedankengut Juhlemanns kein Einzelfall sind. Die Rügenwalder Mühle reagiert großartig auf all das:

Moin zusammen,vielleicht habt ihr es bereits auf unseren Social-Media-Kanälen gesehen oder in den Medien verfolgt, dass…

Gepostet von Rügenwalder Mühle am Freitag, 7. Dezember 2018

„Diese Mail hat uns zutiefst empört. Wir, die Rügenwalder Mühle, sind seit 184 Jahren ein Familienunternehmen und wir werben seit mehreren Jahren mit unseren Mitarbeitern. Da bei uns Menschen mit knapp 20 verschiedenen Nationalitäten arbeiten, ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir dies auch in unserer Werbung genauso darstellen.“

Der „Afrikaner“ ist übrigens Deutscher.

Artikelbild: Screenshot Youtube

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Freiburg: So versuchen Rechte Andersdenkende mit Lügen mundtot zu machen

Fake & Hetze nach Freiburg

In der letzten Woche berichteten wir über den Freiburger Stadtrat Sebastian Müller, der zu einer Kundgebung „gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen und gegen die Instrumentalisierung des Opfers“ aufrief. Es folgte ein Shitstorm, dem er nicht mit Herr wurde bzw. alleine nicht Herr werden konnte.
In seinem Blog (Hier) bereitet er die Ereignisse noch einmal chronologisch auf:

Es wird deutlich, dass Facebook eben nicht nur eine Ansammlung von Menschen ist, die einfach ihre Meinung schreiben. Aber der Reihe nach.



Chronologie der Ereignisse

Am Sonntag, den 14.10.2018, wird ein Mädchen in Freiburg das Opfer einer scheußlichen Gruppenvergewaltigung. Am Mittwoch (17.10.2018) veröffentlicht die Polizei eine Pressemitteilung (PM). Die zweite PM vom 26.10.2018 (15:04 Uhr) enthält dann Angaben zu den Nationalitäten der Tatverdächtigen: Sieben Syrer, ein Deutscher. Bereits um 17:33 Uhr und dann um 20:42 Uhr ruft die AfD zu einer Demonstration auf.

Tenor: „Es kann nicht sein, dass Menschen in unser Land kommen und dieses Land, seine gutmütige Gastfreundschaft und seine Mädchen missbrauchen. Wir müssen uns wehren!“ Der AfD-Politiker Stefan Räpple spricht in seinem Aufruf von „sieben polizeibekannten Syrern“. Und: „Wir haben euch gewarnt! Nazis habt ihr geschrien! Am Bahnhof habt ihr geklatscht!“ Den deutschen Tatverdächtigen verschweigt er. Und mal unter uns: Diese Häme ist einfach nervig!

Fokus nur auf die (nicht-deutschen) Täter

Die Wortwahl und die auf die Nationalität abzielende Empörung sollen die Wut letztlich gezielt in eine Richtung lenken. Das Opfer tritt dabei schon in den Hintergrund. Sebastian Müller hat da schlicht keine Lust und formuliert um 22:07 Uhr einen Aufruf, der sich explizit gegen sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen richtet. Sicher, es war eine Reaktion auf die Instrumentalisierung der Tat, allerdings ist nicht zu erkennen, dass die Demonstration gegen die AfD oder gegen Rechts gerichtet ist.

Freiburg: Rechte lügen über Demo-Aufruf eines Grünen-Politikers

Im Grunde wäre es sogar möglich gewesen, dass Anhänger und Politiker der Partei diesem Aufruf folgen. Machen sie aber nicht. Warum? Weil sie dann eines ihrer Feindbilder aufgeben müssten: Den „bösen Ausländer!“

Folgerichtig reagiert der Chefredakteur der Jungen Freiheit sowie der Blog philosophia-perennis am darauffolgenden Samstagvormittag (27.10.2018) und verdrehen den Aufruf derart: „Nach Gruppenvergewaltigung von Freiburg: Grünenpolitiker ruft zu Demo gegen Rechts auf!“, und erläutern: „Bei den Tätern handelt es sich allerdings nicht um Rechte oder AfD-Politiker, wie man aufgrund der Aktion Müllers annehmen sollte, sondern um größtenteils polizeibekannte Asylbewerber, v.a. aus Syrien.“

Weiterhin wird dort unterstellt, Müller sei „weniger über die Tat [entsetzt], sondern darüber, dass die Menschen nun endlich Konsequenzen in der Flüchtlingspolitik fordern, um weitere solcher Fälle zu verhindern.“ Damit nicht genug, auch der Austragungsort „Platz der Alten Synagoge“ sei unsensibel gewählt, „gehören doch die Juden – neben Homo- und Transsexuellen, Frauen und Ex- Muslimen – zu den Opfergruppen, die unter der mit der Immigration untrennbar verbundenen Islamisierung unseres Landes am meisten leiden.“

Nun wird es zynisch

Die Redaktion des Blogs merkt an, „Müller kommt derzeit mit dem Löschen unliebsamer Kommentare auf Facebook nicht mehr hinterher. Wir haben hier seinen Aufruf verlinkt, um unseren Text nachprüfbar zu gestalten u. bitten beim Kommentieren höflich zu bleiben!“

Man muss wissen, dass der genannte Blog eine beachtliche Reichweite hat und häufig in entsprechenden Gruppen geteilt wird. Die Verlinkung auf die Seite von Sebastian Müller, verbunden mit der indirekten Aufforderung zu kommentieren, hat dann zu dem geführt, was kommen musste: Shitstorm. Und die üblichen Gewaltphantasien ließen auch nicht lange auf sich warten. Einige Beispiele finden sich im verlinkten Blog von Müller.

Lügen säen, Hass ernten

Es ist erschreckend zu sehen, was für eine Eigendynamik aus solchen geteilten, verdrehten Beiträgen entsteht. Es ist erschreckend, wie sich hunderte Kommentare auf einen Menschen stürzen. Ihn verdrängen, beschimpfen und letztlich zur Aufgabe zwingen wollen. Sawsan Chebli kann davon auch ein Lied singen.

Rechte „empört“, weil Chebli eine Rolex trägt, das Netz schlägt zurück

Jeder, der diese Dynamik immer noch als ein Online-Problem abtut, unterschätzt die möglichen Auswirkungen. Feindbilder dienen dazu, „Notwehr“ zu legitimieren. Das Land vor „Invasionen“, „unsere Frauen und Kinder“ vor dem „bösen triebgesteuerten Araber“ (sic) zu schützen.

Wenn sie konsequent gewesen wären, dann hätten sich die Kommentatoren, Blogger und Politiker dem Aufruf von Sebastian Müller angeschlossen, anstatt heuchlerisch und grinsend, mit Daumen nach oben, zur eigenen Demonstration zu fahren:

So feiern Rechte die Gruppenvergewaltigung in Freiburg – Euer Ernst?

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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Freiburg: Rechte lügen über Demo-Aufruf eines Grünen-Politikers

Wieder Rechte Fake News

„Der Sinn von Politik ist Freiheit“ (Hannah Arendt) ist das Lieblingszitat des Freiburger Stadtrates Sebastian Müller (Junges Freiburg/Die Grünen), sagt seine Facebook-Seite. Der wiederum ruft genau dort zu einer Demonstration am Montag mit den Worten auf:

„Ich bin es leid, dass in Freiburg und anderswo immer wieder Gruppen versuchen unsere Trauer und unser Entsetzen über schreckliche Verbrechen politisch auszuschlachten. Meine Gedanken und Mitgefühl sind mit dem Opfer. Deshalb rufe ich auf am Montag gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen und gegen die Instrumentalisierung des Opfers zu demonstrieren.“



Lügen der Rechten:

Rechte Blogs und vor allem eine Vielzahl von Facebook-Gruppen machen daraus folgendes: „Grünenpolitiker ruft zur Demo gegen de AfD auf.“ Wahlweise wird behauptet, er rufe zu einer „Demo gegen Rechts auf“. Nicht verwunderlich ist daher die Masse an Kommentaren (mit entsprechend vielen Likes), die ihm vorwerfen, ein „Einzeller“ oder „unterbelichtet“ zu sein.

Ein weiterer Vorwurf lautet, er positioniert sich gegen Rechts und nicht gegen die „Messermigranten“. Das alles gerne mal verbunden mit Vergewaltigungswünschen, gerichtet an Kommentatorinnen. Ich habe das Zitat mehrmals gelesen. Ich finde da keinen Hinweis, dass die Demonstration, explizit „gegen Rechts“ oder die „gegen AfD“ gerichtet ist. Die Demonstrationsaufruf richtet sich an all jene, die sexuelle Gewalt gegen Frauen verurteilen.

Der Nachsatz sollte eigentlich ebenfalls Konsens sein:

Man instrumentalisiert so etwas nicht einseitig, um weiter Wut gegen eine Menschengruppe zu schüren. Ich beobachte solcherlei nicht in diesem Ausmaß, wenn Tatverdächtige weiß sind. Selbstverständlich sollte es sein, dass sich die Gesellschaft mit dem Opfer solidarisiert und den Rechtsstaat seine Arbeit machen lässt. Die Gesellschaft darf sich über verurteilte Täter empören, das muss sie sogar.

Es ist aber auch die Aufgabe der Gesellschaft, keine Sippenhaft oder pauschalisierenden Vorurteile gegenüber Menschengruppen zuzulassen. Was auf der Facebook-Seite von Sebastian Müller passierte, war ebenso beschämend wie der Mechanismus, der sich nach solchen Taten in Gang setzt, und der letztlich dazu führen kann, dass tatsächlich Freiheiten in Gefahr geraten.

Artikelbild: Screenshot facebook.com

So treffend rechnet Dunja Hayali mit den Freiburg-Hetzern ab

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Facebook sieht kein Problem an einer „Kopftuchverbrennung“ am 9. November

Hallo Facebook,

der 09. November war immer schon ein ereignisreicher Tag: Neben dem Fall der Mauer (1989) beginnt im Jahr 1330 die Schlacht bei Posada. Außerdem flieht der böhmische König Friedrich I. 1620 nach Breslau. 1918 beginnt die Novemberrevolution und 1729 wird der Krieg zwischen Spanien und England beendet. Weil dieser 09.11. immer so ereignisreich war, ist euch eventuell der 09.11.1938 durch die Lappen gegangen. Die Pogromnacht.

Kurz zusammenfasst: Im gesamten Deutschen Reich beginnt die Jagd auf Juden. Sie werden inhaftiert, in Konzentrationslager verschleppt, ermordet, in den Selbstmord getrieben. Ihr Eigentum wird verbrannt. Kurzum: Es war der Beginn, Deutschland „judenfrei“ zu machen. Nun finde ich zufällig eine Veranstaltung, auf Facebook, die am 09.11.2018 zur „Kopftuchverbrennung“ aufruft. Bundesweit.



Facebook löscht nach 20 stunden

Kaum Zusagen, immerhin. Aber gemeldet haben einige Facebook-Nutzer diese Veranstaltung trotzdem. Es ist zu offensichtlich, was mit diesem „Event“ gemeint ist. Eine religiöse Gruppe soll wieder mal gejagt werden. Das Kopftuch steht genau dafür symbolisch, falls noch immer jemand auf dem Schlauch steht. Und Facebook sagt: Die Veranstaltung verstößt nicht gegen die Gemeinschaftsstandards. Ich weiß nun nicht, wer das da genau geprüft hat, mehrfach, aber man muss wirklich fragen: Was soll das?!

Edit: Facebook hat reagiert und nun die Veranstaltung endlich gelöscht. Diese und weitere Erfahrungen hinsichtlich der Facebook-Gemeinschaftsstandards machen deutlich, wie sehr auch Facebook lernen muss, mit der sich ändernden Sprache umzugehen. Ich weiß aber auch, dass dort sehr gute Menschen arbeiten, die daran interessiert sind, etwas zum Positiven zu verändern.    

Artikelbild: Screenshot facebook.com

Facebook löscht Post über rassistischen Vorfall und sperrt das Opfer

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Pegida auf Demo über Moscheen: „Abreißen! Abreißen!“ – Merkt ihr noch was?

In Dresden gibt es gerade mal 3 Moscheen

Wie viele Moscheen gibt es wohl in Deutschland? Kurz recherchiert: Neben 24.500 Katholischen und 21.100 Evangelischen Kirchen gibt es ca. 2.660 sogenannte nicht klassische Moscheen und ca. 150 klassische Moscheen, die dann auch eine Kuppel oder ein Minarett haben. Die meisten Moscheen sind Räumlichkeiten, die umfunktioniert wurden.



(Quelle: statista.com)

Der Anteil von Muslimen an der Gesamtbevölkerung Sachsens beträgt ungefähr irgendwas zwischen 0,5 und 1%. Dresden hat übrigens gerade mal drei Moscheen, die islamische Gemeinde in Dresden gibt es seit den 1980er Jahren. Da hatte noch niemand protestiert. Durfte man wahrscheinlich nicht.

Brüder im Geiste – Pegida und IS

Ausschnitt aus der Rede von Wolfgang Taufkirch am 21.10.2018 bei Pegida in Dresden. Man möchte Moscheen abreißen. So sieht man gut, wie gleich sich in einigen Dingen der IS und Pegida sind. Islamisten wollen Kirchen niederreißen, Pegida möchte Moscheen abreißen und der Mob brüllt es dann auch. #nonazis #noafd #nopegida

Gepostet von Frank Stollberg am Dienstag, 23. Oktober 2018

Da aber Zahlen nunmehr kaum eine Rolle spielen, tönt der PEGIDA-Redner Wolfgang Taufkirch, dass man zunächst die „Koran-gläubigen Islamfanatiker aus dem Land schmeißen“ möchte und den Rest versucht, „einigermaßen in unsere Gesellschaft einzugliedern“. Was Herr Taufkirch dann unter „eingliedern“ versteht, erklärt er im Anschluss: „Man kann Moscheen nicht nur bauen, man kann sie auch wieder abreißen!“ Dann hätten sie (also die Spaziergänger) gewonnen.

Pegida auf Demo: „Absaufen! Absaufen!“ – Habt ihr sie noch alle?

Es scheint so, als stünden da die gleichen Menschen, die „Absaufen! Absaufen!“ skandierten, und so schallt es gleichklingend erst unsicher, dann immer lauter aus hunderten (wieviel Teilnehmer hat PEGIDA überhaupt noch?!) Kehlen in leicht sächsischem Akzent:

„Abreißen! Abreißen! Abreißen!“

Verfassungswidrige Doppelmoral

Neben dem verlassenen Boden des Grundgesetzes (beispielhaft mal Artikel 4: oder Artikel 2) springt mir eine gewisse Doppelmoral entgegen. Einerseits kritisieren sie zurecht, dass Kirchen in einigen vom Islam geprägten Staaten nicht so gerne gesehen sind. Aber andererseits plärren sie dann mitten in der „Kunst- und Kulturstadt von Weltrang“ (so Wikipedia), ein zentrales Element des Islam in Schutt und Asche legen zu wollen. Wollen sie dann nicht genau das gleiche machen? Sind das dann nicht Brüder im Geiste? Müsste man sie mal fragen.

Diese 6 Punkte beweisen, dass die AfD islamistisch ist

Ich weiß, die PEGIDA-Menschen haben Angst und man soll ihre Sorgen ernst nehmen. Sie fürchten die Islamisierung und den Moslem. Und sie werden sagen, wir sollen doch mal ins Ruhrgebiet gucken. Und sie wollen diese Zustände nicht in ihrer Heimat und ihre Identität ist in Gefahr. Und so weiter. In Deutschland leben derzeit ca. 5 bis 6 Millionen Muslime. Die „gefühlte“ Anzahl liegt ca. viermal so hoch.

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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