Ich habe den AfD-Werbespot zur Brandenburg-Wahl geschaut, damit ihr das nicht müsst

Der AfD Werbespot für brandenburg analysiert

Ich habe mir die Mühe gemacht und den Wahlwerbespot der AfD zur Landtagswahl in Brandenburg geschaut – eines vorweg: Es ist kein cineastisches Meisterwerk, dafür aber immerhin ein Meisterwerk in Sachen Propaganda. Der etwa einminütige Clip beginnt mit harmonischer Musik und einen Flug über ein (vermutlich in Brandenburg liegendes) Gewässer. Dazu ertönt folgendes Satz von einer – wie soll es auch anders sein – männlichen Stimme: „Brandenburg ist unsere Heimat. Mit seiner Landschaft, seinen Städten und seinen Menschen.“

Der Zuschauer bekommt eine Stadt zu sehen und anschließend per Timelapse beschleunigte Fußgänger in einer Fußgängerzone. In fetten, weißen Buchstaben wird das Wort „HEIMAT“ eingeblendet. Wer die AfD kennt, weiß, dass „unsere“ in „unsere Heimat“ selbstverständlich „Biodeutsche“ und keine Ausländer, Journalisten oder „links-grüne Gutmenschen“ meint. Weiter im Clip: Plötzlich ist es vorbei mit der Harmonie.



Brandenburg vor dem Untergang?

Die Fußgängerzone wird in dunkles Licht getaucht und der Sprecher verkündet mit unheilvoller Stimme: „Doch diese Heimat droht zu verschwinden. Ganze Regionen sterben aus und verfallen. Busse fahren nicht mehr. Ärzte verschwinden“. Dabei wird in fetten, weißen Buchstaben „VERFALL“ eingeblendet und die harmonische Musik weicht plötzlich schneller und chaotischer. Es folgt die Nahaufnahme einer rostigen Kette, die vor einem verlassenen Fabrikgebäude baumelt.

Anschließend wird eine mit Unkraut bewachsene vermeintliche Bushaltestelle, inklusive Bank und schmutzigem Schild, gezeigt. Dann noch ein Zahnarzt, der (erneut im Zeitraffer) eine Patientin behandelt, ehe es dunkel wird und beide die Praxis verlassen, nachdem der Zahnarzt die Vorhänge zugezogen hat. An dieser Stelle spielen die Macher des Clips auf ein verbreitetes Narrativ im Rechtsextremismus an.

Dieses besagt, Deutschland, oder in diesem Fall Brandenburg, stehe vor dem Untergang. Der gesprochene Text, gepaart mit der chaotische Musik und der sich verdunkelnden Stadt, mögen diesen Eindruck unterstützen, die Bilder enttarnen die apokalyptischen Weißsagungen jedoch als starke Übertreibung, die ein Bedrohungsszenario erschaffen und Ängste schüren soll.

Hübsche Frauen und Angst

Weiter heißt es im Clip: „Wir wollen die Infrastruktur stärken – Mit vernünftiger Verkehrsanbindung und Internetausbau.“ Dabei wird ein Bus aus der Vogelperspektive gezeigt, der zwischen Feldern fährt. Das Schlagwort „INFRASTRUKTUR AUSBAU“ erscheint, die Musik ist angenehm dynamisch. Die nächste Szene zeigt eine junge, äußerst attraktive Frau im Bus, während sie sich leicht lächelnd einen Kopfhörer ins Ohr steckt. Hübsche Frauen ziehen immer bei der hauptsächlich männlichen Wählerschaft, das wissen natürlich auch die Macher des Clips.

Ein erneuter Schnitt. Dieses Mal auf eine leere Spielplatzschaukel. Der Sprecher verkündet: „Junge Familien sind wachsendem Druck ausgesetzt. Kinder werden zum Armutsrisiko.“ Erneut in fetten, weißen Buchstaben erscheint „ARMUTSRISIKO“ auf dem Bildschirm. Hierdurch sollen natürlich Zukunftsängste geschürt und ein zusätzliches Bedrohungsszenario geschaffen werden. Als nächstes bekommt der Zuschauer eine Holzoberfläche zu sehen, über der sich offensichtlich ein Mann und eine Frau die Hände reichen.

Familie – nur für deutsche

Anschließend kommt eine deutlich kleine Hand dazu. Diese Szene symbolisiert das eingeschränkte Verständnis des Wortes „Familie“, zu der nach den Vorstellungen der intoleranten Rechtsextremisten immer Mann, Frau und möglichst viele Kinder gehören. Dazu heißt es: „Wir stehen zur traditionellen Familie. Mit einem Familiendarlehen von 25.000€ wollen wir allen den Kinderwunsch ermöglichen“. In fetten, weißen Großbuchstaben wird „25.000€ FAMIELIENDARLEHEN“ eingeblendet.

Mit „allen“ sind in diesem Fall natürlich nur alle „Deutschen“ gemeint. Das ergibt sich aus dem Parteiprogramm der AfD Brandenburg unter „7. Willkommenskultur für Kinder“. Der Begriff „Wunschkind“ bekommt hierbei eine völlig neue Bedeutung und sollte zu „Jackpotkind“ umgewandelt werden. Der Sprecher verkündet weiter: „Die Altparteien haben unsere Heimat einer unkontrollierten Einwanderung ausgesetzt, die unsere Art zu leben gefährdet.“

Angstmache vor den bösen ausländern

Es ist der Oberkörper einer Frau zu erkennen und deren Hand, womit sie nach einer Dose Pfefferspray greift, welche sie sich in die Manteltasche steckt, bevor sie die Wohnung verlässt. „SICHERHEIT“ erscheint in der Bildmitte und wird durch ein „UN“ zu „UNSICHERHEIT“ ergänzt. Die Musik wird wieder dramatischer. Zwar wird sexualisierte Gewalt an Frauen hier nicht explizit mit Einwanderung in Verbindung gebracht, aber doch wird eine solche Verbindung unmissverständlich angedeutet.

Auch hierin ist ein beliebtes Narrativ des Rechtsextremismus zu erkennen, in dem Einwanderer zu potentiellen Sexualstraftätern gemacht werden. „SCHLUSS MIT GELDLEISTUNGEN“ erscheint in fetten, weißen Buchstaben auf dem Bildschirm und eine große Gruppe ausländisch aussehender Menschen gehen durch das Bild. Dann erscheint ein startendes Flugzeug und erneut in fetten, weißen Buchstaben ist “ABSCHIEBUNGEN“ zu lesen.

Während der beiden Szenen sagt der Sprecher: „Schluss mit den Geldleistungen für Asylbewerber und endlich konsequente Abschiebungen von illegalen und Kriminellen.“ Auch diese Szenen dienen der Erzeugung eines Bedrohungsszenario durch Zuwanderer. Außerdem wird erneut das Narrativ des „kriminellen Asylbewerbers“ bedient.

Verzerrte realität und propaganda mit emotionen

In der letzten Szene tritt Andreas Kalbitz mit seiner, an Himmler erinnernden Brille, ins Bild und bringt sich, wie es sich für einen rechtsextremene Populisten gehört, gegen das „politische Establishment“ in Stellung, indem der ehemalige Soldat befiehlt:

„Sorgen sie dafür, dass nicht unsere Heimat, sondern die Macht der Altparteien schwindet. Wählen sie am ersten September mit beiden Stimmen AfD!“ Insgesamt zeichnet das Wahlwerbespot der AfD ein düsteres Bild, eines angeblich kurz vor dem Zerfall stehenden, durch Ausländer und „den Altparteien“ geschundenen Brandenburgs, welches nur durch die Wahl von Rechtsextremisten gerettet werden könne.

Dass in Brandenburg gerade einmal 6% der Bürger einen Migrationshintergrund haben und sexualisierte Gewalt ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt, welches in den meisten Fällen von Familienmitgliedern oder Bekannten des Opfers begangen wird, bleibt im Video unerwähnt. Ebenso werden wirtschaftliche Zukunftsängste aus dem Zusammenhang der ungerechten Vermögensverteilung gerissen und implizit in Zusammenhang mit Migration gebracht. Der Wahlwerbespot bedient also gängige Rechtsextreme Narrative, schafft Bedrohungsszenarien und vermittelt somit ein stark verzerrtes Bild der Realität. Er leistet, was Propaganda leisten muss.

Gastbeitrag von „Nazifresser“, hier auf Twitter. Artikelbild: Screenshot facebook.com

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




I’ve had enough! My answer to all you Greta haters

I’ve had enough! GRETA!

For weeks now I have been reading comments under the reports about the movement „Fridays For Future“ started by Greta Thunberg. All this time I have been trying to argue moderately and reasonably with everybody. But since a couple of days I see with increasing horror, how more and more Greta-haters come out in my circle of friends. How they share fake pictures and fake reports. How they get angry every time her name is mentioned. How they suddenly turn them from adult, educated, reasonable people into a drooling mob, and show their contempt for this girl and her movement in the comment ections and on their timelines. I’ve been sitting here for hours brooding. Up to this day I was patient and tolerant, but NOW IT’S ENOUGH!!

You out there, who needs to steal, edit and share images of a 16-year-old girl so you can insult her, who sees no problem in violating personal rights and spreading fake news and inciting hatred against a teenager. A teenager whose only crime is to worry about the future! Aren’t you ashamed? Do YOU have children?



I don’t care about your lifestyle!

How about you use your brain for a moment and ask yourself how you would feel if they did the same with photos of your children? Honestly: if Greta were my daughter, I would kick your ass so hard that you could fly climate-neutral to Timbuktu.

You, I personally don’t care if you continue to indulge in the religion of the schnitzel worshippers. I don’t mind you eating half a pig every day, that doesn’t bother me. Buy your cheap meat in the supermarket and enjoy it. I literally don’t give a fuck.

I also really don’t care if you personally like to go on holiday umpteen times a year. Whether you like to go on cruise ships. Whether there’s an SUV in your garage rihgt now or whether there are two. You do you. You can burn old tires in your front yard or pour concrete on everything so that it always looks neat and tidy and the neighbors have nothing to complain about. It’s your life, isn’t it? Your front garden. Your concrete desert.

I don’t care about your lifestyle. I neither want to convince you nor persuade you. I don’t want to take away from you or forbid anything. If you think that your bliss hangs on plastic bags, straws and disposable crockery: for all I care, become happy with it.

Buy a new car, a new mobile phone, an even bigger TV or whatever else you need to live every year. It’s nice that you can afford it – let it crash. Capitalism lives on consumption, baby.

But here is what i care about

But please shut up, please just shut up, if other people have recognized the seriousness of the situation and decide for themselves they cannot continue living like that. Just hold your fingers still, be happy that you are (still) well and that you can live in a frenzy without worry.

What I care about: the future of my 5 children, my two grandchildren, my still unborn great-grandchildren. What I care about: The future of my country, and this planet.

What I care about is when my 10-year-old daughter stands in front of me and says: „Mom, I’m really afraid of what the world will look like in 10 years. You fucked it up, you fucked it up thoroughly“ and I have to shamefully admit to her that she is right. We’ve turned this world into one big mess. Always further, faster, better, more.

What I care about: the children in Asia, Africa and Latin America who sort thorugh our garbage, who live on dumps in India, who sort electrical waste with their bare hands and die of toxic fumes while burning plastic from metal.

What I care about is that the polar caps melt so quickly that you can observe them with the naked eye. The result: meters of snow in Australia, floods in North America. People are already losing their homes due to rising sea levels, animal species are losing their habitat and are dying out by the hundreds.

Garbage instead of ice

What I care about is that whole countries and seas are drowning in the garbage we leave behind. In 50 years hardly anybody will remember me. Most of the garbage I have produced in the last 50 years of my life will still lie in the pampas and rot. A shopping bag floats in the sea for 10 to 20 years until it is completely crushed, a Styrofoam cup needs 50 years to crumble. A PET bottle only disintegrates within 450 years, a fishing line within 600 years. But hey, what the heck, right? Then it’s no longer our problem.

What I care about is when majestic fish like the manta rays sail through the ocean and fill their bellies with garbage. I don’t care because it breaks my heart. This is also true for sea turtles, whales, seabirds of all kinds who die miserably on our plastic waste.

Plastic waste

What I don’t care about is if at some point in the not too distant future there won’t be a single place left to travel to because we’ve poisoned, contaminated, obstructed and littered everything.

What I care about is that global warming is causing ever greater damage, which you can already see if you’re not completely blind. The Arctic has been burning for months. In Siberia, almost 3 million hectares of ancient forest have been burned. In Borneo, primeval forests burn and so do the orangutans who live in them.

What I care about is our forests are dying. Our songbirds die. Our insects are dying.

UN report One million species threatened with extinction

  • 85 percent of the wetlands have already been destroyed
  • Since the late 19th century about half of all coral reefs have disappeared.
  • Nine percent of all livestock breeds are extinct
  • Between 1980 and 2000, 100 million hectares of tropical rainforest were cleared – another 32 million hectares between 2010 and 2015 alone.
  • 23 percent of the planet’s land area is considered ecologically degraded and can no longer be used.
  • Loss of pollinator insects threatens food production worth $235-577 billion per year
  • The destruction of coastal areas such as mangrove forests endangers the livelihoods of up to 300 million people.
  • The anthropogenic heating of the earth alone could eradicate around five percent of the species if the threshold of two degrees Celsius global temperature increase were to be exceeded.
  • The global rate of species extinction is at least ten to hundreds times higher than the average for the past ten million years, and it is growing. We sacrifice everything we need to live for even more consumption: Water, air, nature, environment. We destroy everything. The most important thing seems to be able to buy cheap pork at any time.

You don’t have to be interested in any of this

It may leave you cold. You don’t have to change anything, mate, do not restrict yourself. Freedom, baby: you can do what you want. But one thing you should finally stop doing: Bitch about Greta, about Fridays For Future, about how the threatening climate catastrophe is not real because you don’t want it to be.

You want everything to stay the same for you? Okay. Then at least shut the fuck up when others do something to save your planet. Do yourself and us a favour: don’t waste our time, don’t consume resources for your superfluous copy & paste comments, your fake news, your baseless accusations, spare our nerves. Enjoy your life and just shut up! Is that so hard to understand?

The rest of us will think about how to stop this madness. We will collect and recycle garbage, we will demonstrate for the end of coal mining. We will go out on Fridays with our children, we will shop locally, regionally and seasonally. We will do without plastic packaging, we will try vegetarian sausages and consume meat – if at all – only rarely and consciously. We will no longer buy crap from Amazon, we will fly less often on holiday and ride more bicycles. We will put our houses into energy-saving mode and stop throwing out our cigarettes out on the street. We will fight for more public transport and install insect hotels. And teach children about sustainable living and we will plant trees for them.

So you don’t have to do anything, buddy. Just be quiet. Turn off the Internet and live your life, if you don’t have anything substantial to say. Thank you.

Text: Grit Maroske (Original in German)/Translation: Bert Preiss/Thomas Laschyk, Picture: Daniele COSSU, shutterstock.com

German version:

Mir reicht’s! Eine Abrechnung mit den Greta-Hassern

If you want to tip our work check out ePayPal. Follow us for more content like this (in german) on Facebook or Twitter




Mir reicht’s! Eine Abrechnung mit den Greta-Hassern

mir reichts! greta!

Seit Wochen lese ich jetzt Kommentare unter den Berichten über die von Greta Thunberg ins Leben gerufene Bewegung “Fridays For Future”. Seit Wochen versuche ich, maßvoll und vernünftig zu argumentieren. Seit Tagen sehe ich mit zunehmendem Entsetzen, wie sich auch in meinem Freundeskreis hier immer mehr Greta-Hasser outen, wie sie Fakebildchen und Fakeberichte teilen, wie sie sich echauffieren, wie sie sich plötzlich von erwachsenen, gebildeten, vernünftigen Leuten in einen geifernden Mob verwandeln, der seine Verachtung für dieses Mädchen und ihre Bewegung in die Kommentarspalten und auf die Timeline rotzt. Seit Stunden sitze ich hier und grüble – bis heute war ich geduldig und tolerant, aber JETZT REICHTS!!!

Du da draußen, der du es nötig hast, Bilder von 16-jährigen Mädchen zu klauen, zu verfremden und ungefragt tausendfach zu teilen, der du kein Problem darin siehst, Persönlichkeitsrechte zu verletzen und Falschmeldungen zu verbreiten und Hass gegen einen Teenager zu schüren, dessen einziges Verbrechen es ist, sich Sorgen um die Zukunft zu machen: Schämst du dich eigentlich gar nicht? Hast DU Kinder?



Dein Lifestyle ist mir egal!

Wie wäre es, wenn du mal einen Moment dein Resthirn nutzt und dich fragst wie du es fändest, wenn man dasselbe mit Fotos deiner Kinder machte? Ganz ehrlich: wäre Greta meine Tochter, würde ich dir dafür so in den Arsch treten, dass du klimaneutral bis Timbuktu fliegen könntest.

Du, mir persönlich ist es völlig egal, ob du weiter der Religion der Schnitzelanbeter frönst. Von mir aus iss jeden Tag ein halbes Schwein, das stört mich nicht. Kauf dein Billigfleisch im Supermarkt und genieße es. Mir buchstäblich Wurscht.

Es interessiert mich auch nicht wirklich, ob du persönlich gern -zigmal im Jahr in den Urlaub fliegst. Ob du gern auf Kreuzfahrtschiffen fährst. Ob in deiner Garage nun ein SUV steht oder ob es zwei sind. Ich gönn dir das.

Von mir aus kannst du in deinem Vorgarten Altreifen verbrennen oder alles schön sauber zubetonieren, damit es immer schön ordentlich aussieht und die Nachbarn nichts zu meckern haben. Ist doch dein Leben. Dein Vorgarten. Deine Betonwüste.

Dein Lifestyle ist mir egal. Ich will dich weder überzeugen noch überreden. Ich will dir nichts wegnehmen oder verbieten. Wenn du glaubst, deine Glückseligkeit hängt an Plastetüten, Strohhalmen und Einweggeschirr: von mir aus werde glücklich damit, behäng dich damit und freu dich.

Kauf dir von mir aus jedes Jahr ein neues Auto, ein neues Handy, einen noch größeren Fernseher oder was du sonst zum Leben brauchst. Schön, dass du es dir leisten kannst – lass krachen. Kapitalismus lebt von Konsum, Baby.

Dann verändern wir die welt eben ohne dich

Aber halte doch bitte, bitte einfach die Klappe, wenn andere Leute den Ernst der Lage erkannt haben und für sich persönlich entscheiden: ein WEITER SO geht nicht.

Halte einfach die Finger still, freu dich dass es dir (noch) gut geht und du in Saus und Braus leben kannst ohne auf etwas zu verzichten.

Was mir nicht egal ist: die Zukunft meiner 5 Kinder, meiner zwei Enkelkinder, meiner noch ungeborenen Urenkel. Was mir nicht egal ist: Die Zukunft dieses Landes, dieses Planeten.

Was mir nicht egal ist: wenn meine 10-jährige Tochter vor mir steht und sagt: “Mama, ich habe echt Angst, wie die Welt in 10 Jahren aussieht. Ihr habt es verkackt, aber gründlich!” und ich ihr beschämt zugestehen muss, dass sie Recht damit hat. Wir haben aus dieser Welt einen einzigen Sauhaufen gemacht. Immer weiter, schneller, besser, mehr.

Was mir nicht egal ist: die Kinder, die in Asien, in Afrika und Lateinamerika in unserem MÜLL wühlen, die in Indien auf Müllkippen leben und mit bloßen Händen Elektroschrott sortieren und an den giftigen Dämpfen verrecken, während sie Plaste vom Metall brennen.

Was mir nicht egal ist: dass die Polkappen schmelzen, so schnell, dass man es mit bloßem Auge beobachten kann. Die Folge: meterhoher Schnee in Australien, Überschwemmungen in Nordamerika, Menschen verlieren schon jetzt dort ihre Heimat durch den ansteigenden Meeresspiegel, Tierarten verlieren ihren Lebensraum und sterben aus.

Müllberge statt Eisberge

Was mir nicht egal ist: Ganze Länder und Meere versinken im Müll, den wir hinterlassen. In 50 Jahren wird sich kaum noch ein Mensch an mich erinnern. Der Müll, den ich in den letzten 50 Jahren meines Lebens produziert habe, wird dann größtenteils immer noch in der Pampa liegen und verrotten. Eine Einkaufstüte schwimmt 10 bis 20 Jahre lang im Meer, bis sie vollständig zerrieben ist, ein Styroporbecher braucht 50 Jahre, um zu zerbröseln. Eine PET-Flasche zerfällt erst innerhalb von 450 Jahren, eine Angelschnur in 600 Jahren. Aber hey, was soll´s, nicht wahr? Ist ja dann nicht mehr unser Problem.

Was mir nicht egal ist: wenn majestätische Fische wie die Mantarochen durch den Ozean segeln und sich die Bäuche mit Müll füllen. Das ist mir nicht egal, denn es bricht mir das Herz. Das gilt auch für Seeschildkröten, Wale, Seevögel aller Art, die jämmerlich an unserem Plastikdreck verrecken.

Plastikmüll

Was mir nicht egal ist: wenn es irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft keinen einzigen Ort mehr geben wird, den man noch bereisen kann, weil wir alles vergiftet, verseucht, verbaut und vermüllt haben.

Was mir nicht egal ist: dass die globale Erwärmung zu immer größeren Schäden führt, die man jetzt schon sehen kann, wenn man nicht ganz blind ist. Die Arktis brennt seit Monaten. In Sibirien sind fast 3 Millionen Hektar uralter Wald verbrannt. In Borneo verbrennen Urwälder und ja – leider auch die in ihnen lebenden Orang Utans.

Was mir nicht egal ist: Unsere Wälder sterben. Unsere Singvögel sterben. Unsere Insekten sterben.

Uno-Bericht Eine Million Arten vom Aussterben bedroht

    • 85 Prozent der Feuchtgebiete sind bereits zerstört
    • Seit dem späten 19. Jahrhundert sind rund die Hälfte aller Korallenriffe verschwunden
    • Neun Prozent aller Nutztierrassen sind ausgestorben
    • Zwischen 1980 und dem Jahr 2000 wurden 100 Millionen Hektar tropischer Regenwald abgeholzt – weitere 32 Millionen Hektar allein zwischen 2010 und 2015
    • 23 Prozent der Landfläche des Planeten gelten als ökologisch heruntergewirtschaftet und können nicht mehr genutzt werden
    • Der Verlust von Bestäuberinsekten bedroht Nahrungsmittelproduktion im Wert von 235 bis 577 Milliarden Dollar pro Jahr
    • Durch die Zerstörung von Küstengebieten wie Mangrovenwäldern ist die Lebensgrundlage von bis zu 300 Millionen Menschen gefährdet
    • Allein die vom Menschen verursachte Erderhitzung könnte rund fünf Prozent der Arten auslöschen, wenn der Schwellenwert von zwei Grad Celsius globaler Temperaturerhöhung überschritten würde
    • Die globale Rate des Artensterbens ist mindestens um den Faktor zehn bis Hundert Male höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Millionen Jahre, und sie wächst. Wir opfern für noch mehr Konsum alles, was wir zum Leben brauchen: Wasser, Luft, Natur, Umwelt. Wir machen alles kaputt. Hauptsache, es gibt jederzeit billiges Schweinefleisch zu kaufen.

Das alles muss dich nicht interessieren.

Es darf dich kaltlassen. Du musst nichts ändern, Kumpel, dich nicht einschränken. Freiheit, Baby: du kannst tun und lassen was du willst.

Aber eins solltest du nicht mehr tun: deine Sülze zu Greta, zu Fridays For Future, zur drohenden Klimakatastrophe ungeniert von dir geben.

Du willst, dass für dich alles beim Alten bleibt? Okay. Dann halte wenigstens die Fresse, wenn andere etwas tun, um auch deinen Planeten zu retten. Tu dir und uns den Gefallen: verschwende nicht unsere Zeit, verbrauche für deine überflüssigen copy&paste- Kommentare keine Ressourcen, schone unsere Nerven. Genieß dein Leben und halt´s Maul. Ist das denn so schwer?

Der Rest von uns wird überlegen, wie wir diesen Wahnsinn noch aufhalten können. Wir werden Müll sammeln und recyclen, wir werden für den Kohleausstieg demonstrieren, wir werden mit unseren Kindern Freitags gemeinsam auf die Straße gehen. Wir werden lokal und regional und saisonal einkaufen, wir werden auf Plastikverpackungen verzichten. Wir werden vegetarische Wurst ausprobieren und Fleisch – wenn überhaupt – nur noch selten und bewusst konsumieren.

Wir werden keinen Mist mehr bei Amazon kaufen, wir werden seltener in den Urlaub fliegen und mehr Fahrrad fahren. Wir werden unsere Häuser in den Energiesparmodus bringen und keine Kippen mehr auf die Straße werfen. Wir werden für mehr ÖPNV kämpfen und Insektenhotels aufhängen und Kindern etwas über nachhaltiges Leben beibringen und Bäume für sie pflanzen.

Du musst also gar nichts tun, Kumpel. Sei einfach nur still. Mach das Internet aus und leb dein Leben. Danke.

Text: Grit Maroske (Original) Artikelbild:Daniele COSSU, shutterstock.com

Zum Thema:

4 Gründe, warum Greta Thunberg deinen Hass verdient hat!

English version:

I’ve had enough! My answer to all you Greta haters

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Forderung von Linnemann – Ich hätte ohne Grundschule nicht Deutsch gelernt

Wird Zeit, dass Papa euch wieder was aus seiner Kindheit erzählt.

Ich bin 1977 nach Deutschland gekommen, konnte natürlich kein Wort Deutsch und einen Kindergarten habe ich auch nie besucht.

Als euch eure Mama die heiße Milch lauwarm gepustet und die Rinde vom Brot geschnitten hat, habe ich in der Türkei mit meinem älteren Bruder auf der Straße Sachen verkauft, Metall für einen Händler gesammelt oder für eine Schachtel Kippen Einkäufe für stationierte Soldaten erledigt. Ich war da vielleicht fünf oder sechs Jahre alt.

Angekommen in Deutschland ging es gleich in die erste Klasse und da war nichts mit Förderunterricht oder Sprachkurs. Ein Tisch, ein Stuhl, ein Stift und ein Stück Papier und jetzt lerne.



Wenn du spielen wolltest, gab es fast nur deutsche Kinder in der Schule oder in der Nachbarschaft.
Wenn du fernsehen wolltest, gab es nur deutsche Sender.

Wenn du was vom Einkaufsladen kaufen wolltest, ging das auch nur auf Deutsch. Das mit dem Lernen der Sprache ging dann so schnell, dass ich mich kaum erinnere, sie mal nicht gesprochen zu haben.

Das Falscheste ist (da seht ihr, wie gut mein Deutsch inzwischen ist), Migrantenkinder von der Grundschule fernzuhalten, wie es ein depperter Politiker fordert. Sie auszugrenzen und ihnen deutlich machen, dass sie nicht dazugehören. Da erreicht man nur das Gegenteil. Wie gut sollen sie die Sprache lernen, wenn in einem speziellen Förderunterricht nur arabische Kinder sitzen?

Also rein in die deutschen Grundschulen. In die Sportvereine. In die Kinder- und Jugendzentren. Lesen, singen, sprechen und erzählen.

Je mehr sie mit dem Deutschen in Kontakt kommen, desto schneller lernen sie und integrieren sich.

Sahin Karanlik

Dazu eine weitere, sehr lesenswerte, Geschichte zu dem Thema von Stephan Anpalagan:

Ich halte mich mit Offenbarungen aus meinem Privatleben üblicherweise sehr zurück. Folgendes möchte ich aber…

Gepostet von Stephan Anpalagan am Montag, 5. August 2019

Artikelbild: Sahin Karanlik

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter

 




Nach Frankfurt versanken die Kommentarspalten in rassistische Barbarei

Es war wirklich kein schöner Tag gestern.

Musste ich doch mal wieder meine wöchentliche Reise aus NRW nach München antreten. Nicht, dass ich mir das nicht selber ausgesucht hätte, aber gestern war vieles anders. Am Morgen wurden ein Kind und seine Mutter im Frankfurter Bahnhof ad hoc und ohne Vorwarnung Opfer eines Verbrechens, welches meine Vorstellungskraft an den Rand der Leistungsfähigkeit treibt.

Ich frage mich, eigentlich wie so oft bei schlimmen Verbrechen: „Wie kann so etwas passieren, was muss in einem Menschen vorgehen, der sowas tut?“. Die Justiz wird versuchen, dies bestmöglich aufklären. Für alle Beteiligten und Opfer ist dies üblicherweise leider nur ein schwacher Trost und die Strafe nie hart genug. So stieg ich in meinen ICE, holte mir etwas Reiseproviant, startete meine Technik, öffnete meinen Laptop und alles war noch schlimmer als sonst. Hasskommentare, soweit das Auge reichte.



Selbstjustiz, Hass, Rassismus

Aufrufe zur Selbstjustiz, zur sofortigen Schließung aller Grenzen, animierte Galgen. Selbst Menschen, die ich bisher als rational zivilisiert eingeschätzt hatte schrieben: „Jetzt reicht es mir auch“ und polterten los. Polterten los gegen die „Einwanderungspolitik Angela Merkels“, gegen andere Kulturen, die „hier nicht her gehören“, für sofortige Ausweisungen und für die Wiedereinführung der Todesstrafe in Deutschland.

Ja, ich war ob der Tat (eine ähnliche gab es ja vor wenigen Tagen erst in NRW) ebenso schockiert und niedergeschlagen. Wie leben in einem, wie es auch insbesondere Pegida und AfD gerne erwähnen, „christlichen Abendland“. Können wir bitte das „christlich“ streichen und durch „barbarisch“ ersetzen, wie es schon länger für einige Repräsentanten der „christlichen“ Parteien nötig wäre?

Der Lynchmob in den Kommentarspalten

Als ich Ende der 80er in der Schule die NS-Zeit durch genommen habe, dachte ich, dass wir eine moderne aufgeklärte Gesellschaft mit ein paar verwirrten Neonazis wären, die aber in manchen Städten, wie meiner Heimatstadt, schlichtweg nicht mehr vorhanden waren. Dann kam die Wiedervereinigung, dann kam das Internet und seitdem das Internet aus der Nerd-Ecke herauskam, spätestens mit Facebook, merkte ich, dass ich mich mächtig getäuscht habe, welches altertümliche Gedankengut in den Köpfen, welche Urinstinkte teilweise noch in den Menschen sind.

Ich sah gestern den Lynchmob quasi bildlich vor mir. Mit Fackeln und Mistgabeln, bereit den „Feind“ aus dem Dorf zu vertreiben. Spätestens seit Pegida und der AfD ist es wohl soweit. Menschenleben zählen wieder, also wenn es „die richtigen Menschen“ sind. Wehe, du bist jedoch niemand „von uns“, bist anders oder kommst gar aus einem anderen Kulturkreis. Dann vergessen wir einmal kurz unsere christlichen mitfühlenden Werte, unsere Sozialisierung, unser Wertesystem der Demokratie und Justitia.

Wir trauern zwar um das Opfer, aber haben eigentlich gar keine Zeit dafür, da wir blutige Rache wollen. Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen und nehmen das Heft endlich wieder selber in die Hand. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wir geben erst Ruhe, wenn Blut fließt. Haltet ein! ist es wirklich das, was ihr wollt? An alle die, die noch klar denken können: Wir sind in einer entscheidenden Phase und noch habt ihr die Wahl.

LEben wir denn im Mittelalter?

Wollt ihr Teil einer mittelalterlich verrohten Gesellschaft sein? Wollt ihr die Fackeln anzünden und euren Urinstinkten der frühen Vorzeit – der Angst vor dem Fremden – freien Lauf lassen? Oder wollt ihr den Unterschied ausmachen? Lokale Facebookgruppen eskalieren seit gestern, das Braune und der Hass triefen nur so. Gemäßigte konstruktive Kritik wird niedergebügelt.

Man ist „für sie oder gegen sie“, teilweise halten noch Admins, Moderatoren und User dagegen, teilweise ist quasi schon das 4. Reich mit Pogromen in Planung. Ich weiß, dass Taubenschach unglaublich anstrengend ist. Ich weiß, dass wir alle nur begrenzte Kapazitäten und Ressourcen haben. Aber tut mir bitte einen Gefallen, haltet dagegen, wenn ihr noch einen Rest Anstand habt. Eure Kinder und/oder Umfeld werden es euch irgendwann danken.

Wir dürfen die Stimmung im Land nicht dem Mob überlassen

Heute bin ich ein besorgter Bürger – aber ein richtiger, nicht einer, der diesen Titel als Legitimation für Hetze jeglicher Art nimmt. Mittlerweile ist mein Zug am Frankfurter Bahnhof vorbei, es bleibt das Gefühl einer unvorstellbaren Trauer, Tragik, einer Hilflosigkeit. Und die Hoffnung auf lückenlose Aufklärung, auf Prävention.

Auch in dem Wissen, dass wir Einzeltäter als Gesellschaft vielleicht einmal rechtzeitig erkennen können. Ja, die Chancen stehen realistisch eher mittelmäßig gut. Wie wir damit umgehen, entscheiden allerdings wir selbst ganz alleine. Die Steinzeit ist vorbei und wenn ich mir heute ein Feuer anmachen sollte, dann im stillen Gedenken an den kleinen Jungen, sein Umfeld und alle Beteiligten am Bahnhof.

Zum Thema:

Der endgültige Beweis, dass alle Frankfurt-Hetzer nur Rassisten sind

Autor: Marcello O., Artikelbild: pixabay.com, CC0

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Ruthe zu #Schweinefleisch: Zu meiner Einschulung waren in meiner Schultüte eine Dose Würstchen

Wirklich wahr:

Zu meiner Einschulung hatte ich in meiner Schultüte keine Süßigkeiten. Nein, in meiner Tüte befand sich eine Dose Wiener Würstchen. Das war nicht die Idee meiner Eltern – sondern mein ausdrücklicher Wunsch. Ich stand einfach nicht so sehr auf Schokolade und Kekse. Stattdessen liebte (und liebe) ich es deftig. Bis heute. Mit dem Unterschied, dass ich mittlerweile seit sieben Jahren kein Fleisch mehr gegessen habe.

Wenn euch interessiert, warum ich das erzähle und wenn ihr zu diesem Thema mehr beizutragen habt als zynisch-idiotische Phrasen à la „darauf ein Steak“ und „Menschen sind Fleischfresser, Punkt“, seid ihr herzlich eingeladen, ab hier weiter zu lesen und zu kommentieren. Allen anderen empfehle ich, die Lektüre nun zu beenden und wünsche einen schönen Tag!☀️



Die Schweinefleisch-Diskussion

Ich möchte die aktuelle „Schweinefleisch“-Diskussion nutzen, um mal wieder zu erwähnen, wie einfach es ist, vegetarisch zu leben. Meine Einleitung vermittelt hoffentlich deutlich, wie sehr ich den Geschmack von Fleisch einmal geliebt habe. Für mich gab es als Kind nichts großartigeres, als den Duft von Mamas Frikadellen oder wenn Papa marinierte Steaks auf den Grill legte. Hier schreibt also jemand, der mit allen mitfühlen kann, die denken, der Absprung vom Fleischessen sei schwer. Ist er nicht.

Dazu möchte ich sagen, dass ich mindestens die letzen 20 Jahre (von denen ich 13 Jahre lang noch Fleisch aß) immer nachvollziehen konnte, wenn Leute vegetarisch lebten. Ich mag Tiere und ein Ferkel ist nicht dümmer oder weniger niedlich als ein Jack Russell Terrier. Dazu war auch in den 90ern schon bekannt, welche riesige Mengen Waldfläche ruiniert werden, um Futter für Rinder anzubauen. Übrigens wird der von Veggie-Skeptikern viel zitierte Soja-Anbau in erster Linie zur Futtergewinnung für die Tierzucht betrieben.

Ich werde hier nicht versuchen, auf Leute einzureden, die es pauschal für Unsinn halten, kein Fleisch zu essen. Die Zeit ist mir für beide Seiten zu schade. Wer die letzten 10 Jahre nicht unter einer Schlachtplatte gelebt hat, weiß, dass es nicht nur für einen selbst gesünder ist, es hilft auch unserem Planeten 

Kein Fleisch essen um das klima zu retten

Im Zuge hetzerischer Kampagnen wie jetzt gegen die zwei (!) Kitas, die kein Schweinefleisch mehr anbieten und angesichts der Frage, was wir alle täglich machen können, um gegen den Klimawandel zu arbeiten, muss man einfach feststellen: kein Fleisch mehr zu essen ist der simpelste Schritt für jede und jeden von uns, um einige Situationen auf diesem Planeten zu verbessern.

Dass unser Gehirn die Größe entwickeln konnte, Gedankengänge wie diesen zu realisieren, ist nur möglich, weil der Mensch irgendwann begonnen hat, Fleisch zu essen. Das ist mir klar. Und jetzt sind wir nun mal so schlau, erfassen zu können, dass der Zeitpunkt gekommen ist, damit am besten aufzuhören. Denn wir wissen, dass es anders möglich ist.

Mir geht es hier nicht um moralische Überlegenheit

Bei meiner persönlichen Entscheidung, ob ich jemanden mag, spielt es absolut keine Rolle, ob jemand Hackbraten isst oder nicht. Einige meiner besten Freunde essen nach wie vor Fleisch. Ich bin nicht besser, weil ich mir Hafermilch aufs Müsli kippe – mit Sicherheit gibt es hunderttausende von Menschen, die mittags gerne Schnitzel essen und trotzdem täglich viel mehr für die Gesellschaft leisten als ich. Das ist alles nicht mein Punkt.

Mir geht es drum, denen Mut zu zusprechen, die sowieso auf der Kippe zum Vegetarismus sind und denken, sie könnten das nicht durchhalten. Doch, könnt ihr! Wenn ihr auch nur drüber nachdenkt, seid ihr auch in der Lage dazu. Es ist extrem einfach, es schmeckt extrem lecker (auch deftig) und es macht pappsatt. Ob mit oder ohne Fleischersatz-Produkten, das ist erstmal Wurscht (!) und jeder sollte es für sich selbst herausfinden.

Probiert aus, traut euch ran, und wenn ihr wollt, nehmt doch nächstes mal morgens um 4 Uhr die Falafelrolle, statt dem Döner. Der schmeckt genau so geil und beugt ebenfalls einem Kater vor. Wenn ein inkonsequenter Lappen wie ich es geschafft hat, auf sein geliebtes Fleisch zu verzichten, könnt ihr das schon lange. #veggiewürstchenforschultüte

Niemand nimmt eine entscheidung weg

Text: Ralph Ruthe (Hier auf Facebook), Artikelbild: pixabay.com, CC0

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Liebe taz, was ihr zu Homöopathie schreibt, ist völliger Quatsch

Sehr geehrte Damen und Herren,

bezüglich des Kommentars Ihrer Redakteurin Anja Krüger vom 12.07. [1] muss ich eine deutliche Erwiderung formulieren:

Bereits die Überschrift und Forderung der Kommentatorin ist irreführend:

>> Wahlfreiheit muss bleiben <<

Natürlich bleibt die Wahlfreiheit der Patient*innen unbenommen, wenn Deutschland dem Beispiel von Großbritannien, Australien oder Frankreich folgt und künftig untersagt, dass gesetzliche Krankenkassen derlei „Leistungen“ erstatten oder auch nur bezuschussen. Diesen Schritt fordert nunmehr übrigens auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung. [2]

Gesundheitsexperten wie Karl Lauterbach (SPD) und kritisch-aufklärerische Ärztinnen wie Natalie Grams, die seit Jahren eine solche Novelle anmahnen, stehen dank mühevoller Arbeit und jüngster prominenter Unterstützung durch Jan Böhmermann [3] endlich nicht mehr allein auf weiter Flur der – im Gegensatz zu ihren Präparaten – durchaus wirkmächtigen Lobby der (homöopathischen) Pharma-Konzerne gegenüber.

Wer statt evidenzbasierter Medizin lieber esoterische Präparate ohne Wirksamkeitsnachweis nutzen möchte, kann dies freilich weiterhin tun! Egal ob Homöopathika, Schamanismus, heilsame Gebete, schützende Amulette oder Aura-Sprays zur „feinstofflichen“ Behandlung – alles Dinge, die Placebo-Effekte hervorrufen können, aber zu recht nicht als „Medizin“ anerkannt und folglich nicht von den Krankenkassen zu erstatten sind.



Homöopathie nur für gutverdienende?

Ihre Redakteurin Anja Krüger mutmaßt nun, dass sich bald nur noch Gutverdienende eine homöopathische Behandlung leisten könnten. Das ist nicht richtig.

Der mit homöopathischen „Medikamenten“ oft inhaltsidentische Haushaltszucker ist für unter 1€ pro Kilogramm in jedem Supermarkt erhältlich.

Wie man daraus in der heimischen Küche unter geduldigem Verdünnen und Klopfen eine vermeintliche „Arznei“ fertigt, hat Mai Thi Nguyen-Kim schon einmal für „Terra X“ erklärt. [4]

Aber selbst wenn es so wäre, dass homöopathische Präparate für einige Einkommensschichten unerschwinglich würden, sollte die ungerechtfertigte Bezuschussung wegfallen, so ist hier kein Schaden zu erkennen. Im Zweifel müssten die Hersteller dieser Präparate einfach ihre Preise senken. Das sollte kein Problem sein, haben diese Pharma-Konzerne doch meist satte Gewinnmargen von über 80% auf homöopathischen Produkten und obendrein NULL Euro an Forschungskosten. Denn sie entwickeln und prüfen ja keine neuen Wirkstoffe oder Medikamente. Sie verdünnen lediglich angebliche Wirkstoffe – meist bis unter die Nachweisbarkeitsgrenze – und behaupten einfach, die „Information“ der „Ur-Substanz“ würde im Lösungsmittel oder im zuckrigen Träger-Material fortexistieren.

Nach der gleichen Logik kann ich auch einen USB-Stick in einigen Hektolitern Salzsäure auflösen, einen Tropfen davon auf einen neuen USB-Stick träufeln und meine Kolleg*innen bitten, das nun erfolgreich „kopierte“ Datenmaterial auszulesen. Ich würde dafür wohl nur ein Kopfschütteln ernten.

Wenn ich die Rechnung für diese bescheuerte Prozedur dann noch bei der IT-Abteilung abzurechnen versuche, habe ich in etwa die gleiche intellektuelle Blutgrätsche vollzogen, wie sie die Homöopathie-Lobby derzeit mit unserem Gesundheitssystem durchexerziert.

Warum Homöopathie wirklich bezahlt wird

Anja Krüger hat zum Thema offenbar jede Recherche unterlassen. Sie schreibt:

>> Es gibt nur einzelne Kassen, die diese Medikamente freiwillig bezahlen. Sie wollen damit gezielt Menschen gewinnen, die an einer alternativmedizinischen Behandlung interessiert sind. <<

Doppelt falsch!

Zum einen ist es über die Hälfte der Krankenkassen, die bereits homöopathische Präparate erstattet. Das Phänomen ist also nicht selten oder „vereinzelt“, sondern erschreckend verbreitet. Allein die TK mit über 8 Millionen Versicherten versorgt etwa 10% der Bundesbürger*innen – und gehörte zu den ersten Kassen, die sich bereit fanden, Placebos auf Kosten der Solidargemeinschaft zu subventionieren.

Zum anderen wird dies von den Kassen getragen, um gezielt ein vergleichsweise junges und besserverdienendes Klientel anzuziehen. Das sind Menschen, die den Kassen hohe Beiträge und gleichzeitig geringe Kosten verursachen.

Egal ob TK, IKK, Barmer oder DAK: diese gesetzlichen Krankenkassen argumentieren an keiner Stelle mit einer etwaigen Wirksamkeit der Homöopathie – sie alle verweisen auf den Wettbewerb unter den Krankenkassen und dass man keine Klient*innen an die privaten Versicherer verlieren wolle. [5]

Na, wenn das des Pudels Kern ist, kann der Gesetzgeber sicher bessere Wege finden, um die gesetzlichen Krankenkassen und den Solidarpakt zu sichern.

Medizin ist kein Placebo!

Weiter im Text:

>> Mag sein, dass die Kügelchen als Placebo wirken. Das ist bei vielen konventionellen Medikamenten aber mitunter auch nicht anders. <<

Auch das ist falsch. Alle *echten* Medikamente, die sich nicht durch einen esoterischen „Binnenkonsens“ den vermeintlichen Wirksamkeitsnachweis erschleichen, müssen unter klinischen, doppel-verblindeten Studien-Bedingungen eine spezifische Wirkung *über den Placebo-Effekt hinaus* nachweisen. Sonst gibt es keine Zulassung. [6]

Das selbe sollte freilich auch für Homöopathie und alle anderen Präparate gelten, die als „Medikamente“ gehandelt werden wollen.

>> Nicht selten müssen ÄrztInnen verschiedene Medikamente ausprobieren, bis eines dem oder der PatientIn hilft. Warum sollen darunter nicht auch homöopathische Mittel sein, vorausgesetzt, dass PatientInnen und ÄrztInnen das richtig finden? <<

Wenn meine Ärztin und ich es für richtig erachten, dass mir Lakritze gegen Kniebeschwerden hilft – zahlt das dann auch die Kasse? Nur weil zwei Menschen an die selbe Unwahrheit glauben, wird diese nicht „wahrer“.

Ja, Ärzt*innen müssen gelegentlich verschiedene Medikationen für ein Leiden ausprobieren, da Patient*innen dieses oder jenes nicht so gut vertragen könnten. Bedingung ist aber, dass es sich bei den verschriebenen Präparaten stets um *Medizin* handelt. Medizin ist das, was erwiesenermaßen wirkt. Was hingegen *keine* Wirkung nachweisen konnte, ist freilich keine Medizin und kann auch keine Alternative dazu sein.

Nebenwirkungen?

>> Von den herben Nebenwirkungen etlicher Medikamente ganz zu schweigen. Und die zumindest haben homöopathische Mittel nicht. <<

Jein. Auf der einen Seite ist es richtig, dass Dinge, die keine spezifische Wirkung haben (können), auch keine spezifischen Nebenwirkungen auslösen. Ohne Wirkstoffe keine Wirkungen. Trivial.

Auf der anderen Seite werden durch homöopathische „Behandlungen“ oft genug wirksame Therapien herausgezögert oder gar verhindert. Und das hat durchaus konkrete und schädliche Wirkungen für die Patient*innen. Besonders kritisch ist das bei jungen Eltern zu sehen, die ihren Schutzbefohlenen eine wirksame Therapie verweigern… [7]

>> Es kann nicht richtig sein, dass nur Menschen Wahlfreiheit zwischen chemischer Keule und Kügelchen haben, die nicht mit jedem Euro rechnen müssen. <<

Diese verkürzte Gegenüberstellung suggeriert falsches. Zum ersten zeichnet sie ein negatives Bild von evidenzbasierter Medizin. Als sei jedes erwiesenermaßen wirksame Präparat gleich eine vermeintlich schädliche „Chemie-Keule“. Und so, als sei Milchzucker in Kügelchen-Form mit „informationshaltiger“ Alkohollösung benetzt kein chemisches Erzeugnis.

Übrigens: Auch naturheilkundliche Präparate können – sofern ihre spezifische Wirkung erwiesen ist – zugelassen und erstattungsfähig sein. Die Homöopathie ist hingegen, auch wenn sie sich oftmals anders vermarktet, keine Naturheilkunde!

Warum nicht Zuschüsse für Salbei- und Kamillentee? Das wäre fairer, redlicher und intelligenter!

Wie wäre es außerdem, wenn die Krankenkassen wieder zweifellos wirksame gesundheitliche Unterstützungsleistungen wie die Kostenübernahme bei Brillenkauf übernehmen würden? Die Zuschüsse, die bei den Homöopathika gespart werden, sollen an anderer Stelle ruhig den Versicherten zu Gute kommen. Was nämlich wirklich nicht sein kann, ist, dass sich nur Besserverdienende so essentielle Dinge wie eine Brille oder Zahnersatz leisten können.

Wenn eine taz-Redakteurin diese basalen Leistungen von Krankenkassen *nicht* einfordert, wohl aber die Übernahme von Placebo-Präparaten, ist der Blick fürs Wesentliche & Relevante ganz offenbar nicht mehr gescheit justiert.

Homöopathie wird von der Pharmaindustrie hergestellt!

>> Skepsis gegenüber den Versprechungen der konventionellen Pharma­industrie ist mehr als berechtigt. <<

Man fragt sich manchmal, was die Homöopathie-Befürworter*innen und -apologet*innen eigentlich glauben, woher die Zuckerkügelchen stammen… Von wohlmeinenden philanthropisch motivierten Manufakturen? Von genossenschaftlich organisierten Klein-Kollektiven, die Würfelzucker zu Globuli feilen und nach Hausrezept mit Wunder-Tinktur beträufeln? Oder vielleicht doch von Pharma-Riesen, die bei einem jährlichen Milliarden-Umsatz auf dem internationalen Markt gern dabei sein wollen, vor allem, weil die Margen bei wirksamen Präparaten nie so hoch ausfallen können?

Und gibt es der Autorin vielleicht zu denken, dass ausgerechnet der Bundesverband der Arzneimittelhersteller – also das Lobby-Sprachrohr der Pharma-Industrie höchstselbst! – die Zuzahlung der Krankenkassen für Homöopathika verteidigt und vor einer Abschaffung *warnt*? [8]

Am Ende ist’s vielleicht so, dass es den Pharma-Riesen völlig Wurst ist, ob sie ihren Umsatz mit echter Medizin oder gescheit vermarkteten Placebos machen? Und man tut ihnen gar noch einen Gefallen, wenn man aus naiver Angst vor „der Chemie“ zu anderer Chemie greift, die schlicht keine Wirkstoffe enthält, aber mit kackdreister Gewinnspanne verhökert wird?

Wäre es nicht an der Zeit, die Versicherten vor solcher Abzocke zu schützen, statt diesen Geschäftszweig der Pharma-Branche noch durch ein Solidarsystem zu subventionieren?

Halten wir fest:

Der internationale wissenschaftliche Konsens besagt eindeutig, dass Homöopathika keine Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus haben. Gutachten nationaler Gesundheitsgremien kommen zu dem Schluss, dass es medizin-ethisch unverantwortlich ist, Patient*innen subventionierte Homöopathika anzudrehen. Studien ergeben außerdem, dass homöopathisch behandelte Versicherte den gesetzlichen Kassen signifikant höhere Kosten verursachen [9]. Ärzte-Vertretungen wünschen sich, dass die Kassen solche Leistungen nicht mehr tragen.

Einzig die Lobby der Pharma-Industrie verteidigt den Status quo in Deutschland, weil er ihr offenkundig zuträglich ist!

Auf welche Seite schlägt sich da eine Redakteurin, die für unabhängigen, verantwortungsvoll recherchierten Journalismus einstehen will…?

Weitere Quellen, die sich Anja Krüger vor der nächsten Einlassung zur Homöopathie in Ruhe anschauen sollte:

Informationsnetzwerk Homöopathie oder dieses kurzgesagt-Video:

Leserbrief von Falko Pietsch. der Text erschien ebenfalls zuvor beim HPD. Artikelbild: pixabay.com, CC0

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Demokraten hassen diesen Trick: So einfach wirst du ein erfolgreicher Rechtspopulist!

In 5 Schritten zum erfolgreichen Rechtspopulisten

Bist du mit deinem Leben nicht zufrieden? Hättest du gerne viel mehr Aufmerksamkeit, Geld und Macht? Suchst du nach Anerkennung, Zustimmung und Identität? Nimmst du es mit dem Grundgesetz und der Menschenwürde nicht so genau und erzählst gerne rassistische Witze? Dann wäre eine Karriere als Rechtspopulist sicherlich genau das Richtige. Im Folgenden erkläre ich dir in 5 Schritten, wie du ganz einfach selbst erfolgreich Rechtspopulist wirst.



Schritt 1: Erschaffe deine eigene Welt

Zunächst musst du deine eigene Welt erschaffen. In dieser existieren genau zwei Gruppen von Menschen: „Wir“ und „die Anderen“. Diese einfache Unterscheidung ist das Fundament deiner Weltanschauung und deines Handelns. Zu „den Wir“ zählst du alle, die zu „dem Volk“ gehören. Das sind alle „Deutschen“, wobei es dir völlig egal ist, ob jemand im Besitz eines deutschen Passes ist oder schon lange in Deutschland lebt. Deutsche sehen in deiner Welt deutsch aus und haben sich gefälligst auch so zu verhalten.

„Das deutsche Volk“ ist nach deiner Vorstellung eine homogene, moralisch reine, tugendhafte und fleißige Masse, die immer einer Meinung ist – nämlich deiner. Zu der zweiten Gruppe, „den Anderen“, zählst du alle, die nicht deiner Vorstellung von „dem Volk“ entsprechen. Zu ihnen gehören Menschen, die sich aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Geschlechts, ihrer politischen Meinung, ihres Weltbildes und so fort, von „dem deutschen Volk“ unterscheiden. Auch zählst du Wissenschaftler, Journalisten und Intellektuelle, also alle, die deiner schwarz-weißen-Weltanschauung widersprechen, zu „den Anderen“.

In deiner Welt ist kein Platz für Pluralismus. „Die Anderen“ sind dort die bösartigen, verlogenen, gewalttätigen und abstoßenden Aggressoren, die dich und dein erfundenes Volk unterdrücken, euch eure Meinung beschneiden und austauschen, also restlos vernichten, wollen. Zwischen „den Wir“ und „den Anderen“ tobt in deiner Welt ein unerbittlicher Kampf um Ressourcen, Arbeitsplätze, Geld, Frauen und Macht. Es gilt sich im Namen „des Volkes“, gegen „die Anderen“ zu wehren. Hast du deine eigene Welt erschaffen und es dir in ihr heimisch gemacht, gehst du einen Schritt weiter.

Schritt 2: Erfinde deine eigene Sprache

Als nächstes muss du deine eigene Sprache erfinden. Das ist notwendig, weil Sprache unser Denken, unsere Wahrnehmung und Handeln bestimmt. Die richtige Sprache gibt deiner Welt Stabilität. Es ist zu beachten, dass die Mitglieder deines erfundenen Volkes stets mit positiven Attributen versehen werden. Zur Erinnerung: Sie sind die moralisch reinen, tugendhaften und fleißigen Deutschen. Sie irren sich nie und haben für „das Volk“ stets das Beste im Sinn. Für Menschen, die zur Gruppe „der Anderen“ gehören, musst du dir fiese Spitznamen und Beleidigungen ausdenken.

Am besten eigenen sich hierfür Wortpaare, die Emotionen, wie Angst, Wut, Hass oder Ekel auslösen. So werden Geflüchtete zur „Flüchtlingswelle“, politische Kontrahenten „Volksverräter“, Medien zur „Lügenpresse“ und Kritiker jeder Art zu „links-grün-versifften Gutmenschen“. Du kannst unendlich viele Variationen erfinden, wichtig ist allein, dass sie griffig sind und „die anderen“ als besonders bösartig, hinterhältig, gefährlich und abstoßend darstellen. Mache diese Worte zu deinem persönlichen Mantra. Wiederhole sie immer und immer wieder, bis sie sich in dein Hirn einbrennen und zur Grundlage deines Denkens und deiner Wahrnehmung werden. Du darfst nicht mehr außerhalb der Unterscheidung zwischen „den Wir“ und „den Anderen“ denken können.

„Die Anderen“ sind in deiner Welt für alles Negative verantwortlich. Sie kontrollieren die Medien, die Politik, überhaupt die gesamte Gesellschaft. „Die Anderen“ der ganzen Welt haben sich gegen dich und dein erfundenes Volk verschworen. Du musst sie mit jeder Faser deines Körpers hassen. Du musst überzeugt sein, dass sie hinter jeder Ecke, in jedem Medienhaus, in allen Parlamenten und im eigenen Wohnzimmer auf dich lauern. Es darf kein Tag vergehen, an dem du „die Anderen“ nicht verachtest und es darf keine Nacht vergehen, in der du nicht von ihren Gräueltaten träumst. Lebst du mit deinem erfundenen Volk, in deiner erschaffenen Welt, mit deiner erfundenen Sprache, ist es Zeit, diese Welt mit echten Menschen zu bevölkern.

Schritt 3: Gründe eine Politsekte

Ist es dir mithilfe deiner erfundenen Sprache gelungen, dich von der Realität abzukapseln, brauchst du Anhänger, schließlich leben in deiner Welt bisher nur imaginäre Freunde und Feinde. Kleide dich seriös aber nicht zu seriös, schließlich möchtest du nicht zu „den anderen da oben“ gehören. Du bist ein Normalo aus dem erfunden Volk. Dies bringst du am besten mit Hemd, Jackett und Jeans zum Ausdruck. Trage keine Krawatten und wenn doch, trage Hundekrawatten.

Die wirken so drollig bodenständig, dass der ein oder andere sicher sein rechtes Auge zukneift, wenn du mal wieder „aus Versehen“ den Nationalsozialismus relativierst (mehr dazu unter „Schritt 4)“. Gehe hinaus in die echte Welt und suche nach Menschen, die enttäuscht vom Leben sind, die sich ungerecht behandelt und unterdrückt fühlen und nach einer Identität und Bestimmung suchen. Im besten Fall stehen diese Menschen bereits mit dem rechten Bein in deiner Welt. Tausche dich mit ihnen aus. Erzähle ihnen von deiner erfundenen Welt und nenne sie Realität.

Benutze hierfür deine Sprache, um ihr Denken zu manipulieren. Wiederhole deine Wortpaare und Verschwörungstheorien so oft du kannst. Auch sie dürfen nicht mehr in der Lage sein, außerhalb der Unterscheidung zwischen „Wir“ und „den Anderen“ zu denken. Redet auch über UFOs, die Mondlandung, 9/11 und anderen Verschwörungstheorien. Du wirst überrascht sein, wie glaubhaft diese plötzlich erscheinen. Schließlich haben sich alle „Anderen“ der ganzen Welt gegen dich, deine Anhänger und dein erfundenes Volk verschworen, um euch zu vernichten. Gründet eine Partei. Gebt ihr einen pfiffigen Namen und macht euch für die ganz große Bühne bereit.

Schritt 4: dominiert den Wahlkampf

Seid ihr erst einmal eine richtige Partei, mit eurer eigenen Sprache und dem erfunden Volk im Rücken, kann es so richtig losgehen. Jetzt ist als Rechtspopulist Wahlkampf angesagt. Hierbei gilt: Provokation und Wiederholung ist alles. Verbreitet eure Sprache und Weltanschauung über Social-Media (hierbei können Bots besonders hilfreich sein). Provoziert, brecht Tabus und relativiert den Nationalsozialismus. Beleidigt „die Anderen“ rassistisch und menschenverachtend.

Die Massenmedien werden berichten – auch zu ihrem Geschäft gehören Skandale, Vereinfachungen und Aufmerksamkeit (das gilt besonders für Boulevardmedien). Seid ihr zu weit gegangen, und erntet einen „Shitstorm“, umso besser. Nichts ist in dieser Phase wichtiger, als die ganz große Aufmerksamkeit. Entschuldigt euch. Relativiert. Sagt, dass ihr es nicht so gemeint habt – oder besser, dass man euch falsch verstanden hätte. Behauptet, ihr wärt auf der Maus ausgerutscht und erntet noch einen „Shitstorm“. Gelobt unter den Augen des ganzen Landes Besserung und beginnt das Prozedere von vorn. Glorifiziert „das deutsche Volk“. Berichtet von seiner moralischen Reinheit, seiner Tugendhaftigkeit und seinem Fleiß. Macht auf die Unterdrückung „des Volkes“ durch „die Anderen“ aufmerksam.

Überzeugt andere, Teil „des Volkes“ sein zu wollen. Druckt eure Sprache auf Plakate, verbreitet sie im Fernsehen, sozialen Medien und lasst die Massenmedien sie zitieren. Behauptet mit „der Stimme des Volkes“ zu sprechen und erklärt euch zum Retter von jedem, der enttäuscht vom Leben ist, sich unterdrückt oder ungerecht behandelt fühlt. Gebt ihnen eine Identität und Bestimmung. Lasst sie im Chor rufen „Wir sind das Volk!“. Heizt ihnen so richtig ein, damit sie schäumen vor Wut auf „die Anderen“. Macht immer weiter, bis auch sie nicht mehr außerhalb der Unterscheidung zwischen „den Wir“ und „den Anderen“ denken können. Macht ihnen Hoffnung, dass ihr euch zusammen gegen „die Anderen“ wehrt und „das Volk“ rettet. Lasst euch von denen, die glauben „das Volk“ zu sein, in den Bundestag wählen.

Schritt 5: Zerstört die Demokratie

Ist es euch mithilfe eurer Sprache, Provokation und falschen Versprechen gelungen, in den Bundestag einzuziehen, macht ihr weiter wie im Wahlkampf. Auch jetzt gilt: Provokation und Wiederholung ist alles. Schließlich wollt ihr noch mehr Menschen in eure schwarz-weiße Welt ziehen. Sie sollen bei den nächsten Wahlen für ihre vermeintlichen Retter stimmen. Ihr sollt ihre Waffe gegen „die bösartigen Anderen“ sein.

Boykottiert politische Debatten. Lügt, betrügt und flutet das Parlament mit Anfragen. Fakten sind für Loser aus der Realität. Ihr braucht keine Fakten. Ihr behauptet einfach, was sich richtig anfühlt und in eurer Welt Sinn ergibt. Erwischt man euch beim Lügen, vertuscht es mit weiteren Lügen. Macht man euch auf die Parallelen eurer Taktik zum Nationalsozialismus aufmerksam, verlasst ihr einfach den Sitzungssaal und nehmt die Opferrolle ein. Werft den anderen vor, sie würden die „Nazikeule“ schwingen und schlagt mit Verleumdungen zurück.

Wenn eure Wähler euch beim Wort nehmen. Und wenn sie Waffen und Leichensäcke anschaffen. Wenn sie eine Todesliste erstellen, Asylunterkünfte anzünden und Politiker ermorden, wenn sie sich auf „Tag X“ vorbereiten, an dem „die Anderen“ endlich besiegt werden, und „das Volk“ sich aus ihrem Würgegriff befreit, dann lehnt euch einfach zurück. Übernehmt keinerlei Verantwortung. Behauptet, Schuld an der Radikalisierung wären „die Anderen“. Lehnt euch zurück und wartet auf „Tag X“. Oder darauf, dass eure Politsekte verboten wird.

Gastbeitrag von „Nazifresser“, hier auf Twitter. Artikelbild: Matthias Wehnert, shutterstock.com

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Rechte Terrorpolitik und ihre Funktionsweise – Der Mord an Walter Lübcke

Was viele, so auch ich, vermuteten, ist nun eingetreten:

Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) am 2. Juni 2019 auf seiner Terrasse in Wolfhagen-Istha von einem Neonazi ermordet, durch einen Kopfschuss aus kurzer Distanz. Lübcke hinterlässt eine Ehefrau und zwei Söhne.

Am Sonntag wurde der 45-jährige Stephan E. festgenommen. Er ist dringend tatverdächtig. Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Der mutmaßliche Mörder von Walter Lübcke kann, mit Blick auf einige Vorstrafen und Ermittlungen gegen ihn seit 1989, als rechtsradikaler Intensivtäter bezeichnet werden [1]:

Schon mit 15 Jahren setzt er ein Mehrfamilienhaus im hessischen Aarbergen-Michelbach in Brand. Mit 19 sticht er auf einer öffentlichen Toilette mit einem Messer auf einen „Ausländer“ ein und verletzt ihn dabei lebensgefährlich. Mit 20 – es ist der 23.12.1993 – versucht er gar, eine Asylunterkunft mit einer selbst gebastelten Rohrbombe in die Luft zu jagen, was zum Glück nicht gelingt, weil die Bewohner*innen der Unterkunft aufmerksam sind und die Explosion verhindern. Danach wandert er für sechs Jahre in den Knast, wo er einen anderen Häftling mit einem Stuhlbein attackiert.

Nach Absitzen der Gefängnisstrafe wendet er sich sofort wieder seinen neonazistischen Netzwerken zu. Er macht Wahlkampf für die NPD, was ihm den Spitznamen „NPD-Stephan“ einbringt [2]. 2003 ist er laut Ermittlungsakte sogar an einem gemeinschaftlichen Totschlag beteiligt. Ein Video zeigt ihn bei einer Auseinandersetzung im Februar 2007 in Kassel am Rande einer DGB-Bildungsveranstaltung zu Strategien der extremen Rechten [3]. Er hält ein Transparent mit der Aufschrift „Schluss mit der Verteufelung deutscher Patrioten“. Es kommt zum Wortgefecht und dann zur Schlägerei. Am 1. Mai 2009 greift er gemeinsam mit anderen Kameraden eine DGB-Demonstration an – und erhält dafür eine Bewährungsstrafe.



Verbindungen zu Combat18

Seine Verbindungen gehen bis zu Combat18 („Kampftruppe Adolf Hitler“) [4], dem in Deutschland nicht verbotenen paramilitärischen Arm des verbotenen Blood&Honour-Netzwerks. Darüber hinaus ist Stephan E. auch Thema im hessischen NSU-Untersuchungsausschuss.

Ab 2005 geben die Ermittlungsakten dann nichts mehr her. Er kauft ein Haus, renoviert fleißig und lebt die nächsten 14 Jahre offenbar ein „unauffälliges Doppelleben“ mit seiner Ehefrau und seinen Kindern, berichtet der SPIEGEL [5]. Einer Nachbarin, die direkt neben ihm wohnt, sei nie etwas aufgefallen. Sie könne “kein einziges schlechtes Wort über ihn sagen“. Auch die Leute aus seinem Schützenverein, in dem er seit 10 Jahren aktiv ist, geben sich ahnungslos. „Das war ein ganz ruhiger, unauffälliger Typ“ sagt einer der Vorsitzenden, „der hat hier Freitag erst den Rasen gemäht“ ein anderer.

Aus Morddrohungen wurde Mord

Dem Mord an Walter Lübcke gingen zahlreiche Anfeindungen und Morddrohungen voraus. Bei einer Bürgerversammlung zu einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende, auf der Rassisten aus dem PEGIDA-Umfeld auftauchten, um zu pöbeln, appellierte er an die christlichen Werte, auf denen das Zusammenleben in Deutschland beruhe.
Wortwörtlich sagte er: „Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“ Daraufhin entbrannte ein brauner Shitstorm im Netz. Eine rechtsradikale Kampagne forderte seinen Rücktritt als Regierungspräsident  von Kassel.
Lübcke dazu: „Ich wollte diese Zwischenrufer darauf hinweisen, dass in diesem Land für jeden und für jede, die diese Werte und die Konsequenzen aus unseren Werten so sehr ablehnen und verachten, die Freiheit besteht, es zu verlassen; im Gegensatz zu solchen Ländern, aus denen Menschen nach Deutschland fliehen, weil sie diese Freiheit dort nicht haben.“

Pegida

Infolgedessen bezogen sich sowohl Akif Pirincci, einer der schlimmsten faschistischen Hetzer in diesem Land, bei einer Rede bei PEGIDA in Dresden am 19. Oktober 2015 als auch pi-news, das größte antimulismisch-rassistische Hassportal im deutschsprachigen Netz, darauf. Ende 2015 wurde dort bereits die private Wohnanschrift von Lübcke veröffentlicht. Rechtsradikale fabulierten sodann darüber, da mal „vorbeizuschauen“ [6].
Im Februar 2019 wurde dann noch ein Video veröffentlicht, das die Aussagen Lübckes von 2015 enthält. In den Kommentarspalten fanden sich sogleich Aufrufe zur Ermordung des CDU-Politikers. Dieses Video wiederum wurde dann auch von keiner geringeren als Erika Steinbach mit dem Kommentar „Zunächst sollten die Asylkritiker die CDU verlassen, bevor sie ihre Heimat aufgeben!“ geteilt. Erika Steinbach war mal in der CDU, hält die NSDAP für eine „linke Partei“ [7] und ist inzwischen Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung.
In der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2019 hat dann „mal jemand vorbeigeschaut“ und Walter Lübcke, der christlich-liberale Werte in der Flüchtlingspolitik hochgehalten hat, mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe umgebracht. Hingerichtet. Aller Wahrscheinlichkeit nach der 45-jährige Stephan E., der im Jahr 2016 eine Spende an die AfD Thüringen mit dem Betreff „Gott segne euch“ getätigt haben soll [8]. Da schließt sich der tödliche Kreislauf aus gewalttätiger Sprache, die mit dem Aufkommen der AfD eine neue Dimension angenommen hat, und der konkreten Tat. Walter Lübcke wurde ermordet, weil es viele
forderten und sich einer fand, diese Tat auszuführen.

Die irreführende These vom „rechtsextremen Einzeltäter“

Nach vielen Terrorakten von extrem rechten Tätern wird schnell die These vom „Einzeltäter“ bemüht, oft einhergehend mit Framing-Spielarten vom „lonesome wolf“, dem einsamen, fast eremitisch lebenden „Durchgeknallten“ ohne jegliche soziale oder politische Kontakte, der auf eigene Faust handele. Dies war bei der Ermordung der britischen Labour-Abgeordneten Jo Cox, einem vergleichbaren politischen Mord, durch den Faschisten Thomas Mair vor genau drei Jahren genauso der Fall wie beim antisemitischen Anschlag auf die Tree-of-Life-Synagoge in Pittsburgh (USA) im Oktober 2018 oder dem Christchurch-Attentäter (NZE), der im März diesen Jahres 50 Menschen das Leben nahm.
Die Diskussion, ob ein Täter allein gehandelt habe oder noch zwei, drei andere Gesinnungskameraden an der Planung oder Durchführung beteiligt gewesen sind, mag ermittlungstechnisch und juristisch interessant sein, politisch und damit auch analytisch führt sie aber in eine fatale Irre. >Rechtsterroristen handeln immer als Teil einer Ideologie-Gemeinschaft, einer „Szene“ im Sinne einer subkulturell-identitären Entität, einer kollektiven Idee der Vernichtung der pluralistischen Demokratie und ihrer Vertreter*innen. Die Kontakte des Christchurch-Attentäters nach Europa, insbesondere nach Österreich, verdeutlichen den globalen Bezugsrahmen von Rechtsterroristen.

Der globale Faschismus

Die politische Idee vom Faschismus als „wiedergeborene“ Gesellschaft, in der die alte Ordnung nicht nur durch eine neue, totalitäre Ordnung ersetzt, sondern physisch eliminiert wird, ist kein lokal begrenztes Phänomen, sondern ein weltumspannendes. Mit anderen Worten: Es spielt keine Rolle, ob ein Täter allein oder gemeinschaftlich handelt, denn er handelt im Kontext einer globalen, politischen Ideologie, deren Anhänger*innen einen gemeinsamen Bezugsrahmen herstellen, nämlich den gemeinsamen politischen Kampf. Der vermeintliche „Einzeltäter“ ist vielmehr „einzelner Soldat“, aber zu jedem Zeitpunkt Teil einer „Armee“, einer größeren, zum Teil organisch vernetzten Bewegung.
Sie vernetzen sich im Internet, verabreden sich in Facebook-Gruppen zu gezielten hatestorms, nehmen Propaganda-Videos auf, in denen sie ihren Vernichtungswillen kundtun, oder schauen Videos anderer Gesinnungskameraden an, die sie in ihren timelines sharen. Sie besuchen sich gegenseitig bei Aufmärschen, sie verschicken Spenden, sie radikalisieren sich gemeinsam – und der vermeintliche „Einzeltäter“ wird auf diesem Erdball immer jemanden finden, in dessen Sinne er handelt, der sein „Manifest“ voller Begeisterung liest und der sein tödliches Werk abfeiert und es für „inspirierend“ hält.

Die Funktionsweise rechter Terrorpolitik

Viel wichtiger als die Diskussion um den „Einzeltäter“ ist die Analyse der Funktionsweise rechter Gewalt- und Terrorpolitik. Im Wortsinne beschreibt „Terror“ zunächst einmal die Absicht, „Angst und Schrecken“ zu verbreiten. Terror leitet sich vom französischen „terreur“ ab, was unterschiedentlich übersetzt werden kann. „La terreur“ bedeutet beispielsweise „Schreckensherrschaft“, ein Begriff, der die Phase der französischen Revolution ab 1793 beschreiben sollte. „Vivre dans la terreur“ bedeutet, „in Angst und Schrecken“ zu leben.
Es geht also nicht ausschließlich um Bomben, Explosionen oder gekaperte Flugzeuge, die in nationale Wahrzeichen gelenkt werden, sondern die Funktionsweise: Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen. Es beginnt mit aus extrem rechten Kreisen lancierten Silencing- und Doxxing-Kampagnen gegen missliebige Personen, die sich etwa offen gegen Neonazis engagieren, es endet mit konkreter Gewalt – bis hin zu solchen Mordtaten wie jener an Walter Lübcke. Der NSU wollte ganz gezielt migrantische Communities verunsichern und konnte dabei auf die Sicherheitsbehörden bauen, die ihres zur Verunsicherung beitrugen, indem sie zum Beispiel zunächst gegen die Opfer und Angehörigen ermittelten.

Rechter Terror verfolgt zwillingshafte Signale

Rechter Terror verfolgt immer zwillingshafte Signale, eines an die Adressat*innen des Terrors, die Opfer, die Angehörigen oder die, die eine gemeinsame Weltanschauung mit dem Betroffenen teilen, derentwegen sie ebenfalls im Feindbildraster der Ausübenden sind, und eines in die eigene Szene. Das erste will sagen: „Ihr seid alle irgendwann dran. Wir kriegen euch alle. Niemand wird euch beschützen.“, das zweite lässt verlautbaren: „Ich opfere mich, für die Sache, für den Kampf, ich lasse Taten sprechen, und sie wirken. Seht es euch an. Wie die halbe Bundesrepublik in Angst erstarrt. Nun folgt mir auf diesem Weg und tut es mir gleich.“
Das erste Signal will Verunsicherung, Angst und Schrecken verbreiten, Leute zum Aufgeben bringen, Menschen zum Schweigen bringen, das zweite will motivieren, ermutigen und inspirieren, so perfide diese Begrifflichkeiten an dieser Stelle auch klingen mögen. Bei den Betroffenen von rechtem Terror, sei er auch „nur“ in der vermeintlich harmlosen Spielart von virtuellen Bedrohungen bis hin zu Morddrohungen nachweisbar, funktionieren diese Signale nicht selten, weil sie eben ernstzunehmen  und lebensgefährlich sind.

„eine schwere Belastung, die dein Leben prägt“

Engagierte ziehen sich zurück, treten nicht mehr öffentlich in Erscheinung, Bürgermeister*innen treten von ihren Ämtern zurück, um ihre Familien zu schützen, einige wandern gar aus oder spielen mit dem Gedanken, es zu tun. Wie oft ist dies in den letzten Jahren geschehen? Wie viele Menschen mussten diese Erfahrungen machen? Und wie viele Betroffene sahen sich im Nachgang mit einem Staat konfrontiert, der sie entweder nicht schützen kann oder schützen will?
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es macht etwas mit dir, wenn du einen großen Galgen an deiner Haustür vorfindest, an dem ein Männchen hängt und der Schriftzug „Volksverräter“ mit deinem Namen prangt, es macht etwas mit dir, wenn alle Ermittlungsverfahren ins Leere laufen und sich die Behörden letztlich nicht einmal mehr bei dir als Betroffenem melden, es macht etwas mit dir, seit Jahren immer wieder Bedrohungen solcher Art zu erleben – und das ist nichts im Vergleich zu dem, was andere durchmachen müssen, was insbesondere nicht-weiße Menschen, vor allem in der ostdeutschen Provinz, an alltäglichen rassistischen Anfeindungen erleiden müssen, das ist mir vollumfänglich bewusst, aber es ist trotzdem, ganz subjektiv, eine schwere Belastung, die dein Leben prägt. Rechter Terror verfängt, er funktioniert, er funktioniert vor allem dann, wenn er auf begünstigende Bedingungen trifft.

Was rechten Terror begünstigt

Ein Blick zurück in die 1990er-Jahre, also die Zeit der rassistischen Pogrome von Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, der Himmelfahrtskrawalle von Magdeburg, die Zeit, in der der NSU entstanden ist und Stephan E. zum ersten Mal aktiv versucht hat, Menschen umzubringen [9]:
Die herrschende Politik reagiert auf die rassistischen Eruptionen der frühen Nachwendezeit, denen eine Aufheizung der Stimmung und eine Diskursverschiebung durch politische Akteur*innen bis in die „Mitte“ sowie Medienschaffenden („Das Boot ist voll!“) vorausgegangen ist, indem sie nicht etwa nachhaltige Konzepte zur Bekämpfung von Rassismus beschließt, sondern die Betroffenen dieser Attacken und Pogrome drangsaliert. Die Betroffenen des Pogroms von Hoyerswerda werden abgeschoben. In Rostock-Lichtenhagen wird die Polizei vor allem dann aktiv und tritt in Armeestärke auf, als es Antifaschist*innen schaffen, den mordlüsternen Mob vor dem „Sonnenblumenhaus“ teilweise in die Flucht zu schlagen.
Schnell entsteht eine ganz große Koalition aus CDU, FDP und der oppositionellen SPD unter Führung von Oskar Lafontaine, die sich zusammenschließt, um das Grundgesetz beim Recht auf Asyl zu ändern. Am 26. Mai 1993 beschließt der Deutsche Bundestag den sogenannten „Asylkompromiss“, der u.a. das Drittstaatenprinzip einführt. Das im Grundgesetz bis dato aus den historischen Lehren der NS-Zeit festgehaltene, verbriefte „Grundrecht auf Asyl“ wird damit faktisch abgeschafft.
Nur drei Tage später ermordet ein Neonazi fünf Menschen bei einem Brandanschlag in Solingen – Seine Art, diesen politischen Erfolg zu „feiern“ und zu signalisieren, dass ihm das aber noch nicht reicht. Bundeskanzler Helmut Kohl lässt ausrichten, er könne leider nicht an der Gedenkveranstaltung teilnehmen. Man wollte „nicht in Beileidstourismus verfallen“.

Welle an rassistischer Gewalt

Die Welle an rassistischer Gewalt, an Mordtaten, reißt nicht ab. Seit 1990 haben Neonazis und andere Rassisten über 190 Menschen aus politischen Gründen, aus Hass, ermordet. Walter Lübcke ist die jüngste dieser Mordtaten, die in einer historischen Kontinuitätslinie steht.
Ein weiterer begünstigender Faktor neben den zum Scheitern verurteilten Versuchen, das Problem „Rassismus“ oder „Rechtsradikalismus“ durch möglichst viel Abwesenheit von „Ausländern“ etwa durch noch härtere und noch unmenschlichere Abschiebegesetze zu „lösen“ – Rassismus lässt sich nur bekämpfen, indem er a) entweder gar nicht erst entsteht, etwa durch Immunisierung schon im frühen Kindesalter durch möglichst viel Kontakt und Aufklärung (Kontakthypothese) oder, später, durch politische Bildung und die Vermeidung begünstigender, katalysierender Faktoren – ist die Verkennung eben dieser Kontinuitäten durch gesellschaftliche, aber vor allem die politischen Akteur*innen.
Wenn der SIEMENS-CEO Joe Kaeser schreibt „Das letzte Mal, dass politisch (motivierte) Morde in großem Stil passierten, kamen sie von scharf links mit der RAF“ [10], wenn die LVZ schreibt „Der Mordfall Lübcke erinnert an die RAF“ [11], wenn Bundeswirtschaftsminister Altmaier twittert „Das haben wir seit den NSU-Morden nicht mehr für möglich gehaltenen.
Es ist furchtbar und schreit nach rückhaltloser Aufkläring & Bestrafung.“ [12], dann haben wir es hier entweder mit völliger Unkenntnis zu tun, was beim Grad der Informiertheit dieser Personen unwahrscheinlich scheint, oder mit eiskalter Ignoranz. Das Problem liegt auf der Wahrnehmungsebene, und das schon seit Jahrzehnten. Das geflügelte Wort „auf dem rechten Auge blind“ war, ist und bleibt zutreffend.

Konservative Feindbildkonstruktionen

Hinzu kommt eine politische Gegnerschaft zu denen, die kontinuierlich auf die Prinzipien neonazistischer, rechtsradikaler Ideologie, Agitation und Praxis hinweisen. Antifaschistische Akteur*innen ideologisch und institutionell zu bekämpfen und an ihrem Wirken zu hindern, gehört zum Kanon konservativer Innenpolitik, selbst wenn einer der ihren durch einen Neonazi ermordet worden ist und es Antifa-Gruppen sind, die gerade die einzigen Gedenk- und Mahn-Demonstrationen anmelden.
Die ganz eigene Feindbildkonstruktion der Anhänger*innen der Extremismusdoktrin, die linkes, antifaschistisches Engagement, das Besetzen leer stehender Häuser oder das Anketten von Menschen bei Klimaschutzkämpfen mit dem Plan von Rechtsradikalen, Menschen aus Hass zu töten, gleichsetzt, vernebelt die Wahrnehmung massiv. Selbst wenn die ganze Welt dabei zuschauen kann, dass Neonazis Migrant*innen durch die Straßen von Chemnitz jagen, lässt sich der sächsische Ministerpräsident Kretschmer zur Aussage hinreißen „Es gab keinen Mob, keine Hetzjagd und keine Pogrome.“
Da kommt es nicht von ungefähr, dass er am Tag 2 nach der Festnahme von Stephan E., ebenso wie der CDU-Spitzenkandidat zur Landtagswahl in Brandenburg, Senftleben, Joachim Gauck bei seinen Einlassungen, man müsse eine „erweiterte Toleranz nach rechts“ wagen und solle die AfD nicht verteufeln, beispringt, aber kein einziges, verdammtes Wort zur Ermordung des Parteifreundes Lübcke verliert. Die ideologische Nähe zu denen, die mitverantwortlich sind für die Ermordung Lübckes, durch Worte, durch Hetzbotschaften, ist hier ganz offenbar größer als die Solidarität mit dem Ermordeten, mit seiner Familie, mit denen, die Anteil an ihrer Tragödie nehmen.
Das mag auf den ersten Blick krass klingen, in der Logik der Feindbildkonstruktion im Kontext der Diskursverschiebung der letzten Jahre entbehrt das nicht einer gewissen Logik. Immerhin gehörte Walter Lübcke durch seine christlich-humanistischen Äußerungen zum Lager der „Herrschaft des Unrechts“ (Seehofer), zu denen, die mit der Merkel’schen “Grenzöffnung“ (Friedrich Merz) einer „unkontrollierten Masseneinwanderung“ das Wort redeten oder zur „Anti-Abschiebe-Industrie“ (Dobrindt). Die ideologischen Grenzen der Grenzfanatiker sind fließend.

Staat und Nazis – Nazis im Staat

Die Recherchen der taz über Hannibals Schattenarmee [13] sowie die aktuell laufenden Ermittlungen gegen Rechtsradikale bei der Polizei in Hessen [14] und Mecklenburg-Vorpommern [15] geben Aufschluss darüber, wie sehr der organisierte Neonazismus bereits Teil der sogenannten Sicherheitsarchitektur des Staates ist, was im Übrigen eine erklärte Strategie ist. Auch hier zeigt sich der über die Grenzen des eigenen Wirkungskreises hinausgehende Bezugsrahmen, Teil einer größeren Bewegung zu sein, die sich auf den „Tag X“ vorbereitet.

Dieser Tag X versinnbildlicht autoritäre Sehnsüchte nach einem gewaltsamen Umsturz, nach einer Beseitigung der „alten Ordnung“, der ganz konkreten physischen Vernichtung von Menschen, die in der neuen Ordnung nicht mehr vorkommen sollen. Die Todeslisten, die kursieren und über deren Existenz der Staat die Betroffenen zum Teil nicht einmal mehr informiert, sind keine harmlosen Kontaktdatenbanken, keine Lappalien, sondern Ausdruck einer planmäßigen Vorbereitungsarbeit für diesen „Tag X“. Dabei ist es wichtig, zu verstehen, dass der „einzelne Soldat“ seinen ganz persönlichen Tag X haben kann, über dessen Zeitpunkt und Ablauf er individuell bestimmt.

Der Tag X für Walter Lübcke war am 02. Juni 2019 gekommen, entschied sein Mörder. Jene, die die Kommentarspalten mit ihrem Hass überfluteten, hatten diesen Tag förmlich herbeigesehnt. Und jene, die auf der Welle dieses Hasses ritten und ihres zu seiner Verbreitung beitrugen, tragen die Mitverantwortung. Sie hetzen bei PEGIDA-Demonstrationen, verbreiten ihren Hass bei Twitter, Facebook und Instagram, sie rufen in Parlamenten die “Jagdzeit” aus, schwadronieren im Duktus der Alt-Faschisten vom Wolf-Sein – oder empfangen Spenden. Mit Gottesgruß.

Gastbeitrag von Robert Fietzke, Artikelbild: pixabay.com, CC0

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter

 




Die Wahrheit hinter dem ersten CDU-Umweltminister & was die AfD damit zu tun hat

Mit Verlaub, liebe CDU:

Die über 30 Jahre zurückliegende Installation dieses Typen als margeritenumkränzte, ökologische Heldentat zu verkaufen, ist schon frech.

Aber vielleicht hat der Bastler der hübschen Social-Media-Grafik zu der Zeit ja noch gar nicht gelebt und weiß mit dem Namen „Walter Wallmann“ nichts anzufangen.

Für den Fall helfe ich gerne weiter:

Walter Wallmann gehörte als Student einer rechtsradikalen Burschenschaft an, aus der heute noch die AfD ihre Mitarbeiter rekrutiert. Und er war tatsächlich der erste „Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit“. Das aber nur für wenige Monate, denn 1987 ergab sich für ihn die Chance, Ministerpräsident von Hessen zu werden.

Und dort bewies er sogleich, dass Reaktorsicherheit nicht gerade zu seinen primären Sorgen gehörte. Im Kernkraftwerk Biblis hatte es einen ernstzunehmenden Störfall gegeben, der vom Betreiber RWE und Wallmanns Behörden lange und mit geradezu krimineller Energie vertuscht wurde. Wallmann waren anscheinend andere Dinge wichtiger. Zum Beispiel die Gartenarbeiten an seinem Privathaus, die er sich von der Staatskasse finanzieren ließ.



Ratet mal, wer Wallmans Büroleiter war…

Wallmanns langjähriger Büroleiter und Kanzleichef war übrigens *trommelwirbel*: Alexander Gauland. Ja, der jetzige Partei- und Fraktionsvorsitzende der AfD.

Wallmann und Gauland müssen ein tolles Team abgegeben haben: So haben sie versucht, einen Kirchenfachmann abzusägen und dort einen völkisch-rechtsextremen Wallmann-Kumpel zu installieren. Alexander Gauland leistete dafür sogar einen Meineid, kam damit aber davon. (Der Schriftsteller Martin Walser hat die Affäre später in seinem Schlüsselroman „Finks Krieg“ verarbeitet.)

Ganz zum Schluss ein Tipp an die PR-Leute der CDU: Wir wissen, dass Euch angesichts der immer stärker werdenden Grünen kräftig die Düse geht und Ihr krampfhaft nach so etwas wie einem grünen Profil sucht.

Dagegen spricht ja auch nichts, ganz im Gegenteil. Aber spielt nicht falsch. Die Leute sind es satt, dauernd hinters Licht geführt oder mit Lippenbekenntnissen abgespeist zu werden.

Mit Verlaub, liebe CDU: Die über 30 Jahre zurückliegende Installation dieses Typen als margeriten-umkränzte, ökologische…

Gepostet von Lorenz Meyer am Samstag, 8. Juni 2019

Text: Lorenz Meyer (Hier) Artikelbild: Screenshot twitter.com/ Andrei Korzhyts, shutterstock.com

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter