Nach Gewaltwünschen: Adrian T. erstattet Anzeige gegen hetzende AfD-Fans

| 13. Februar 2020

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Anzeige gegen Hetzer unter AfD-Posts

Kurz nach dem Skandal in Thüringen, bei welchem CDU und FDP gemeinsam mit den Faschisten der AfD Kemmerich für kurze Zeit zum Ministerpräsidenten wählten, gab es bundesweit und in allen demokratischen Parteien Empörung. Es wurden viele Demonstrationen aus Protest veranstaltet, viele Tausende beteiligten sich daran. Auch in Nürnberg.

In Nürnberg organisierte der bereits politisch engagierte 14-jährige Adrian T. einen Protest gegen die Wahl in Thüringen. Sein Engagement war für einige Medien der Anlass zur Berichterstattung. “Die Wahl-Ergebnisse in Thüringen machen den Siebtklässler so wütend, dass er spontan eine Demo organisiert hat”, berichtet der BR (Quelle).

Hetze unter AfD-Beiträgen und in AfD-nahen Gruppen

Wie wir gestern berichteten, entdeckte die Recherchegruppe DieInsider Beiträge in AfD-nahen Gruppen und von AfD-Politiker*innen, die den Bericht über Adrian T. teilten. Die Kommentarspalten enthielten entsetztlichen Hass gegen den 14-jährigen. Man wünschte ihm Gewalt, drohte Gewalt an und beleidigte den jungen Aktivisten.

Screenshot via DieInsider

Viele weitere Belege mit Ursprung der teils öffentlichen Beiträge teilten DieInsider:

Vor einigen Wochen wurde die #Umweltsau durch das Dorf getrieben. „Patrioten“ mahnten die „Instrumentalisierung von…

Gepostet von DieInsider am Dienstag, 11. Februar 2020

Adrian T. erstattet Anzeige

Wie uns Adrian T. erklärte, habe er nach dieser Hetze einen Anwalt eingeschaltet. Er bestätigte uns, dass er gegen die Hassbeiträge und Beleidigungen unter den unmoderierten AfD-Beiträgen bei der Polizei Anzeige erstatten werde.

Es bleibt zu hoffen, dass derartiger Hass, noch dazu gegen einen 14-jährigen, nicht unbestraft bleibt. Ein gutes Anzeichen ist, dass heute der rechtsextreme Blogger wegen Lügen und Beleidigungen über Renate Künast zu 10.000€ Strafe verurteilt wurde. Auch der Büroleiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm musste 3000 Euro bezahlen (Quelle).

Insbesondere die AfD-Funktionäre müssen sich der Verantwortung stellen, wie sie mit so einem Hass unter ihren Beiträgen und in ihren Gruppen umgehen. Bisher werden diese Hetz-Beiträge nicht moderiert – kritische und sachliche Kommentatoren jedoch regelmäßig geblockt. So eine Hetze ist nämlich keine Ausnahme, sondern die Regel, wie wir und DieInsider regelmäßig berichten.

Zum Thema:

Gewaltwünsche: So widerlich hetzen AfD-Anhänger gegen 14-jährigen!



Artikelbild: Screenshot ard.de / Screenshots DieInsider

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