Fake! AfD hetzt mit gefälschtem Bild gegen Berliner Bürgermeister

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AfD teilt wieder fake news

Die AfD mag viele Dinge nicht, darunter auch den Bürgermeister Berlins, Michael Müller. Unter anderem, weil dieser zur #AfDWegbassen-Demo am 27. Mai 2018, zu welcher er beziehungsweise sein offizieller Account twitterte: „Zehntausende in #Berlin heute auf der Straße, vor dem #BrandenburgerTor und auf dem Wasser. Was für ein eindrucksvolles Signal für Demokratie und #Freiheit, gegen Rassismus und menschenfeindliche Hetze.“

Die AfD verklagte ihn daraufhin, weil sie sich dadurch in der Chancengleichheit beschränkt gesehen habe. Doch der Verfassungsgerichtshof wies die Klage zurück. Müller habe im Tweet die AfD nicht genannt und auch nichts anderes gesagt, als das, was in der Verfassung stehe (Quelle). In anderen Worten: Gegen Rassismus und menschenfeindliche Hetze darf man sich äußern, selbst wenn das der AfD nicht gefällt.



Die „Rache“ mit gefälschtem Bild

Jetzt hat der AfD Kreisverband Dahme-Spreewald ein inzwischen wieder gelöschtes Bild verbreitet, das dem Bürgermeister Unsinn in den Mund legt. Sie teilten ein Bild, auf welchem Müller ein Schild mit der Aufschrift: „Kältebus rettet leben! 0178/5235838“ hochhält, was durch eine schlechte Fotomontage zu „Alle nach #Berlin“ verändert wurde. Hier der Screenshot:

Screenshot facebook.com

Hier der Original-Tweet des Berliner Bürgermeisters:

Müller hat inzwischen die Staatsanwaltschaft eingeschaltet (Quelle).

Billige Propaganda

Das Zitat, das unterstellen soll, der Berliner Bürgermeister wolle alle im Mittelmeer Ertrinkenden aufnehmen – und dass das etwas Schlechtes sei -. sagt jedoch mehr über die AfD aus als über Müller. Nicht nur zeigt die AfD damit, was sie davon hält, dass man versucht, Obdachlose vor dem Erfrieren zu retten. Auch dass das Retten von Menschenleben im Mittelmeer etwas Empörenswertes sei. Die Versuche, Menschen vor dem Ertrinken oder Erfrieren zu Retten werden beide instrumentalisiert.

Es spricht nicht für die Partei und ihre Gleichgesinnten, dass sie vermeintliche Doppelmoral oder ins Groteske verzerrte Aussagen ihren Gegner*innen in den Mund legen muss. Findet sie etwa nicht genug echte Kritikpunkte? Es zeigt, wie wenig man der AfD vertrauen kann, wenn sie Nachrichten verbreitet. Und es zeigt auch, wie harmlos die vermeintlichen Probleme, die sie anspricht, sein müssen, wenn die AfD sich immer wieder erst die Dinge ausdenken muss, über die sie sich aufregen möchte.

Zum Thema:

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Artikelbild: Screenshot facebook.com/Danke an RBB|24

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