Diesem Unternehmer gelang ein Coup gegen Aluhut Attila Hildmann

| Bericht | 14. Juli 2020

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Reinfall für Hildmann

Erst kürzlich berichteten wir darüber, dass der Verschwörungsideologe Attila Hildmann ein gefälschtes BILD-Interview mit sich selbst veröffentlicht hatte. Als das bekannt wurde, versuchte sich der Rechtsradikale damit herauszureden, dass er nicht überprüfen würde, wem er Interviews gibt und was für Seiten er teilt (mehr dazu). Peinlich!

Attila Hildmann erwischt, wie er ein BILD-Interview mit sich gefaked hat

Nun der nächste Reinfall für Hildmann: Andreas Klein, Inhaber einer PR-Agentur aus dem rheinischen Frechen, schnappte Hildmann vor der Nase eine Webdomain weg (Quelle). Es handelt sich um die Domain „Merkels-Sklavenshop.de“.

Was wollte der Verschwörungslügner, der regelmäßig antisemitische Mythen verbreitet (mehr dazu) denn mit dieser Domain? Natürlich die eigenen Produkte verkaufen, die kein vernünftiger Mensch mehr kaufen will. In einem seiner neuesten Videos versuchte er sich an Satire: Damenbinden, Zwiebelnetze und Kaffeefilter nannte er die „neueste Generation an Schutzmasken“. Die „unglaublich sicheren Sklavenmasken“, wie er sie bezeichnete, wären ein „sicherer Schutz gegen eine Pandemie und gegen einen kommunistischen Angriff aus China“, meinte Hildmann in seinem Video, im Versuch, lustig zu sein. Verschwörungsunsinn wie immer.

Screenshot aus Hildmanns Youtube Video

Mehrfach nennt er in seinem Werbespot die angebliche Webadresse „merkels-sklavenshop.de“. Als der Unternehmer Andreas Klein darauf aufmerksam wird, handelt er schnell. Und erkundigt sich, ob die Web-Adresse bereits vergeben ist. Das Ergebnis: Hildmann hatte sich die Domain noch nicht gesichert. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich der Hetzer, der sich selbst als „ultrarechts“ bezeichnet, dort Hoodies und T-Shirts verkaufen wollte.

Das Video war wohl ein PR-Stunt, um die Gefühle und Vorbehalte gegen die Regierung zu nutzen, um damit Geld zu machen. Es hatte innerhalb von kürzester Zeit bei Youtube mehrere zehntausend Aufrufe. Dass Hildmann händeringend nach Möglichkeiten sucht, um noch Geld zu machen, haben wir hier geschildert: 

Tegut beendet jetzt auch Zusammenarbeit mit Hildmann – Fehlt nur noch Amazon

Hetz-Domain vor der Nase weggeschnappt

Andreas Klein sicherte sich also die Domain, bevor es Hildmann tat und erlaubte sich damit einen kleinen Scherz: Online fragte er nach, wohin er die Webadresse umleiten soll. Nun kommen die potentiellen Hildmann-Fans ausgerechnet auf die Seite der verhassten „Bill und Melinda Gates Stiftung“, wenn man „merkels-Sklavenshop.de“ aufruft.

So wurden bisher nach Aussage Kleins bereits mehr als 44.000 Aufrufe umgeleitet, die meisten wohl von Hildmann-Anhänger*innen. Gleichzeitig hat Andreas Klein Hildmann angeboten, die Domain für 50.000 Euro zu verkaufen. Das Geld könne man dann zumindest an Projekte gegen Rechts spenden, meint Klein. Hildmann antwortete darauf bisher nicht, genauso wenig wie auf eine Anfrage der taz (Quelle).

Warum Andreas Klein das getan hat?

„Der selbst ernannte Vegan-Koch hat sich zu einem extremen Verschwörungstheoretiker entwickelt.“ (Quelle)

Das ist richtig. Er verbreitet gefährliche Hetzgeschichten und rechtsextreme Ideologie, der die Zivilgesellschaft geschlossen entgegentreten muss. Eine großartige Aktion, eines engagierten Unternehmers.

Mehr zum Thema: 

Teile diese Anleitung, um zu verbreiten, wie man Aluhüte wie Hildmann & Co anzeigt

Und hier: 

Jetzt prüft der Staatsschutz: Wie rechtsextrem ist Attila Hildmann?

Artikelbild: Screenshot youtube.com



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