„Nicht Angela Merkel, Jesus Christus besiegt den Tod“: Dieser AfD-Antrag ist echt!

| Bericht | 25. März 2021

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Dieser AfD-Antrag ist echt!

Die AfD ist bekannt dafür, außer viel rassistischer Rhetorik und Fake News nicht wirklich etwas zum politischen Diskurs beizusteuern. Studien zeigen, dass die AfD nur aufsehenerregende (wenn auch inhaltlich oft falsche) Reden schwingt, die sie für Propaganda-Zwecke in Social Media verbreitet, aber inhaltlich nicht viel in den Parlamenten beiträgt. In „Ausschüssen wird wenig bis gar nicht mitgearbeitet“, heißt es in einer Studie (Quelle). Auch zeigen die Anträge, die die AfD stellt, dass sie wenig an sinnvoller Politik Interesse hat, sondern sich nur (rassistisch) inszenieren will.

Ein derartiges Beispiel ist der dringliche AfD-Antrag im Berliner Abgeordnetenhaus – kein Scherz – „Nicht Angela Merkel, Jesus Christus besiegt den Tod. Erlösung und Heil findet der Mensch durch Gottes Gnaden, nicht durch Merkels Gnaden!“ Wirklich (Link):

Hier kombiniert sich der Versuch der AfD, christliche Fundamentalisten als Wähler:innen zu gewinnen und in der Corona-Politik einfach nur konträren Stunk zu treiben. Denn – nicht durch den netten Namen ersichtlich – was die AfD mit dem Antrag eigentlich will, ist etwas deutlicher. Sie fordern nämlich, dass über Ostern keine Verbote von Gottesdiensten ausgesprochen werden sollen. Da das aber gerade niemand wirklich plant, was die AfD-Forderung (wie so oft) ziemlich sinnlos machen würde, fordert die AfD auch, dass die *Bitte*, keine Präsenzgottesdienste durchzuführen, unterlassen werden solle. Das würde nämlich die Religionsfreiheit gefährden. Ja, wirklich.

Das übrigens von der gleichen Partei, die gegen Muslime hetzt, weil diese sich aus religiösen Gründen nicht an die Corona-Regeln halten würden. Und deswegen angeblich überdurchschnittlich häufig an Corona erkranken, was natürlich gelogen ist (mehr dazu).

Warum? Weil „Jesus besiegt den Tod“

Die AfD argumentiert in ihrem Antrag ziemlich absurd. Sie meint, das Leben allein sei nicht lebenswert, wenn man nicht in die Kirche gehen könne. „Das nackte Überleben wird über das Humanum gestellt.“ Sie will lieber in die Kirche gehen und an Corona sterben, als Infektionen zu vermeiden. Das Leben ohne einen Kirchenbesuch an Ostern sei kein „selbstbestimmtes, lebenswertes Leben“. Ich bin zwar kein Gläubiger, aber ich bin mir sicher, dass auch viele Christen hier ein bisschen doof dreingucken dürften.

Für die Möchtegern-christlichen Fundamentalisten der AfD ist es jetzt schon religiöse Unterdrückung, wenn die Regierung darum *gebeten* (Haha, beten) hat, keine Präsenzgottesdienste durchzuführen. Sich über eine wirklich nachvollziehbare Bitte beschweren, da ist die AfD aber nicht alleine. Die katholischen und evangelischen Kirchen hatten sich beschwert. Mit Erfolg: Nicht mal mehr eine Bitte besteht, die Regierung hat sie gestrichen. Wow (Quelle). Aus dem Antrag der AfD wurde aber wieder mal nichts: Das Berliner Abgeordnetenhaus hat ihn in sofortiger Abstimmung abgelehnt (Quelle).

Artikelbild: Screenshot

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