Rechtsextreme, Gewalt gegen Polizei & Presse: Verbotene Corona-Demo in Dresden eskaliert

| Bericht | 14. März 2021

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Wieder eskaliert eine Pandemie-Leugner-Demo in Gewalt

In Dresden demonstrierte wieder eine vierstellige Zahl an Pandemie-Leugner:innen, Querdenker:innen und Rechtsextremen. Die Demo war eigentlich verboten worden. Für die Gruppierungen, die buchstäblich dafür demonstrieren, sich über Recht und Staat hinwegsetzen zu wollen, war das selbstverständlich kein Hindernis. Es eskalierte in Gewalt, wie schon so oft: Die Polizei musste ein Impfzentrum mit einem Wasserwerfer sichern, zwölf Polizist:innen wurden verletzt. Auch ein Presseteam wurde wieder angegriffen. Es gab fast tausend Anzeigen, 47 Straftaten wurden festgestellt. Und wieder waren unter den Demonstrierenden rechtsextreme Gruppen, Holocaust-Verharmlosungen, NS-Vergleiche und Antisemitismus zu beobachten. Wir haben die Bilder der brutalen Querdenker in Dresden gesammelt.

Gewalt

Die Polizei in Dresden scheiterte wieder daran, die verbotene Demo aufzulösen. Im Gegenteil, immer wieder wurden Polizeiketten von aggressiven Demonstrant:innen durchbrochen.

Die Stimmung war extrem aggressiv, die fast ausschließlich maskenlosen Pandemie-Leugner:innen skandierten die inzwischen unter Rechtsextremen beliebten Parole “Wir sind das Volk”.

Während  die extremen Rechten und Pandemie-Leugner:innen nicht gestoppt werden konnten, wurde gleichzeitig eine Gruppe Gegendemonstrant:innen eingekesselt:

Nicht nur war die Demonstration verboten, keiner hielt sich an irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen. Die meisten ohne Maske, Abstand Fehlanzeige. Auch bei dieser Demo ist zu erwarten, dass viele Ansteckungen und auch schwere Fälle von Corona die Folge sein dürften. Eine Form von Körperverletzung, die auch bei der viel deutlicheren Gewalt nicht zu vergessen ist. Ein Diskussionspapier analysierte, dass allein zwei Querdenker-Demos bis zu 21.000 zusätzliche Infektionen verursacht haben könnten (mehr dazu).

Angriffe auf Polizei

Der Mob aus Pandemie-Leugner:innen und Neonazis hat mehrfach die Polizist:innen angegriffen und dabei “Wir sind friedlich, was seid ihr” oder “Keine Gewalt” skandiert. Es ist sogar zu sehen, wie ein Demo-Teilnehmer einen Beamten würgt. Ein am Boden liegender Beamter wird von einem Demo-Teilnehmer getreten.

Auch mindestens ein Mitglied der AfD soll als Teilnehmer der verbotenen Demo gesehen worden sein und Gewalt gegen Polizei gefilmt haben:

Ein Demonstrant kündigte zum Beispiel an, mit einer Waffe wieder zu kommen und Polizist:innen zu erschießen.

In extrem rechten Gruppen kann man sich nicht entscheiden, ob man die eigene Gewalt gegen die Polizei bejubelt oder die typische Opferhaltung einnimmt:

Es sind auch – wie oft – Angriffe auf Journalist:innen berichtet worden:

Rechtsextreme & NS-Relativierung

Wie so oft wurden auch viele rechtsradikale Gruppen und Personen,  sowie antisemitische Symbolik und Kader der rechtsextremen Identitären Bewegung gesichtet:

Sieg-Heil-Rufe:

Natürlich gehören auch antisemitische Verschwörungsmythen fest zu der Pandemie-Leugner:innen-Szene:

Fazit: Querdenker pfeifen auf Rechtsstaat- mit Gewalt

Die verbotene Querdenker-Demo in Dresden war schon wieder eine Katastrophe. Und dies nicht nur  seitens der extremistischen Querdenker-Bewegung und der neonazistischen Szene, die sich mit diesen verbündet. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak schrieb „Das sind keine Querdenker, sondern gewaltbereite Extremisten. Diese Angriffe gegen Polizisten sind inakzeptabel.“ „Jeder, der auf dieser verbotenen Demo mitläuft, macht sich gemein mit den verübten Straftaten“, schrieb Martin Dulig (SPD), der stellvertretende Ministerpräsident des Freistaats. Die LINKE forderte eine Sondersitzung zur Aufklärung.

Das gewalttätige und gesundheitsgefährdende Verhalten der, durch Fake News radikalisierten Gruppen ist nicht das erste Mal in Gewalt eskaliert, und auch nicht nur gestern in Dresden. Auch in München wurde eine Querdenker-Demo aufgelöst, auf der die Teilnehmer Polonaise tanzten, um maximal sicherzustellen, dass man sich mit Corona gegenseitig anstecken kann. Ähnliche Szenen wie in Dresden wurden aus Düsseldorf gemeldet.

Hier sind nicht nur die Extremist:innen zu verurteilen, sondern auch die Politik und die Behörden, die schon wieder einfach tatenlos zusahen, wie sich ganze Gruppen über Recht und Gesetz hinwegsetzten. Während der Großteil der Bevölkerung teils schwere Einschränkungen vornimmt (und auch bestraft wird), dürfen diese Extremisten machen, was sie wollen?

Zum Thema:

Leipzig: Die Polizei kapitulierte vor gewalttätigen Querdenkern – Was soll das? (Demobericht)

Artikelbild: Screenshots twitter.com

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