Colagate: Alle Peinlichkeiten der AfD & alle Distanzierungen der Cola-Marken

Fake-Plakate und GetrÀnke-Boykotte

Zuerst fing alles damit an: Ein vermeintliches Anti-AfD-Plakat von Coca-Cola war in Berlin aufgetaucht.

Das Plakat war kein offizielles Plakat von Coca-Cola. Es ist eine Aktion einer KĂŒnstler-Gruppe, die derzeit den #AfDentventskalender macht. Ziel der Aktion ist es, Inspiration fĂŒr AktivistInnen zu liefern, sich mit dem politischen Rechtsruck zu befassen. Wie in einem Adventskalender verbirgt sich hinter jeder TĂŒr eine neue Aktion, Idee oder Material. TĂŒrchen Nr. 3 war dieses (echt aufgestellte) Plakat in Berlin.



 

Entsetzen bei den AfD-Fans

Die Rechten waren entsetzt. Man sah das gleich als „Angriff auf die Demokratie“ und fragte beim Coca-Cola-Konzern an und begannen schon da mit Boykottaufrufen.

Coca-Cola-Deutschland reagierte auf die Anfragen: „Auf der Grundlage eines mehrere Jahre alten Weihnachtsplakats hat jemand diese Botschaft selbst gebastelt“ hieß es in einer Mail (Quelle). Doch die Rechten können ihren Boykott gerne weiter durchziehen, wie es scheint. Der „Director Public Affairs & Communications“ bei Coca-Cola Deutschland, Patrick Kammerer retweetete das Foto. Und der offizielle Coca-Cola Germany-Account retweetete wiederum das. 

Die AfD-Fans sind wĂŒtend: Als weitere Reaktion auf den Coca Cola-Fake, der ja doch nicht falsch sein muss, boykottierten Rechte den GetrĂ€nkehersteller. Dazu passend tauchte dieses Video auf, in dem ein Mann mit sĂ€chsischem Akzent vor einem Auto mit „FCK NTF“ (NTF steht fĂŒr Antifa, ich hatte es auch nicht gecheckt) und AfD-Aufkleber Cola-Flaschen verschĂŒttet.

Große Protestaktion der AFD gegen Coca-Cola.

Große Protestaktion der #AFD gegen Coca-Cola und dem Fake-Plakat, was irgendwie auch echt sein könnte.😉 #FckAFD #FckNZS

Gepostet von Antifa Zeckenbiss am Mittwoch, 5. Dezember 2018

Einen Tag spĂ€ter folgt dieses Video. Mit „Unglaublich aber wahr“ wird angekĂŒndigt, dass „erst heute bekannt wurde“, dass die Marke „Fanta“ zum Coca Cola Konzern gehört.

Große Protestaktion der AFD Teil 2, nun auch gegen Fanta.

Große Protestaktion der #AFD Teil 2. Nun auch gegen #Fanta, weil sie ja erstaunlicherweise auch zur Coca-Cola Company gehört. #FckAFD #FckNZS

Gepostet von Antifa Zeckenbiss am Donnerstag, 6. Dezember 2018

Die Blamage fĂŒr die Aktion war groß:

Konter-Fake ging gehörig nach hinten los

Danach versuchten die Rechten, eine Antwort auf das PR-Desaster fĂŒr sie zu finden. Am Tag darauf tauchte ein digital erstelltes Bild eines Plakats auf, das im Gegenzug eine Pro-AfD-Botschaft verbreitete. Aber diesmal vorgeblich von Pepsi gesponsert. Die AfD versuchte dann auch irgendwie damit „cool“ zu wirken.

Screenshot twitter.com (Original wurde inzwischen gelöscht)

Doch Pepsi schmeckte das gar nicht: Sie kommentierten Hinweise zu diesem Bild damit, dass sie sich „ausdrĂŒcklich von dieser parteipolitischen Vereinnahmung“ distanzieren und rechtliche Schritte prĂŒfen!

Auch die Firma Widman, deren Bild des blau gekleideten Weihnachtsmannes im Pepsi-Fake verwendet worden ist, wurde von der Seite „Antifa Trier“ auf Facebook kontaktiert und antworte auf den Hinweis damit, dass sie sich von diesem Pro-AfD-Fake distanzieren:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben, bis zu ihrer Kontaktaufnahme/ihrem Hinweis, nichts von der Verwendung unseres Fotos gewusst und distanzieren uns ganz ausdrĂŒcklich von der Verwendung unseres Bildmaterials zu solchen Zwecken. Wir werden weitere Schritte zu diesem Sachverhalt prĂŒfen.
Vielen Dank fĂŒr den Hinweis!
Eine schöne Vorweihnachtszeit.

Viele GrĂŒĂŸe,
Ihr Widman Team.“

UND NOCH EIN REINFALL

AfD-Mann Kaufmann aus Baden-WĂŒrttemberg wollte zeigen, dass er nach der Aktion nicht (mehr) Coca Cola trinke und Griff zu fritz kola.

Was er zu dem Zeitpunkt wohl nicht wusste: Fritz Kola ist vielleicht die politischste GetrĂ€nkemarke des Landes – Und kein Fan der Rechten:

Das Unternehmen erklĂ€rte, es wolle und könne „in keiner form sympathie oder verstĂ€ndnis“ fĂŒr die rechte Bewegung aufbringen. (Hier) Kaufmann löschte den Tweet kurz darauf wieder. AfD und eine Antifa-Brause? Das wĂ€re ja so, als wĂŒrde die AfD in ihrem Adventskalender den Antifaschisten Bertolt
Brecht ehren
 (Was sie natĂŒrlich getan haben, lest selbst)

Höcke bekam Abfuhr von VIta Cola

Danach wollte Höcke auf den Cola-Blamage-Zug der AfD aufspringen und reagierte mit einem Pro-Vita-Cola-Post:

Auch damit greift Höcke, der Genderforschung als „Geisteskrankheit“ und HomosexualitĂ€t als „höchstens ertragbar“ bezeichnet hatte, zur falschen Flasche:

Nicht nur das: Auf unsere Anfrage hin reagierte der Konzern jetzt auf das Posting von Höcke per Mail:

„Die von Björn Höcke in den sozialen Medien im Zusammenhang mit Vita Cola getĂ€tigten Äußerungen waren uns im Vorfeld nicht bekannt und wurden von uns weder autorisiert noch beauftragt. Es besteht ferner keinerlei Verbindung und damit auch keinerlei werblicher Auftrag oder dergleichen zwischen Herrn Höcke und der Marke Vita Cola. Wir möchten zudem festhalten, dass wir die Äußerungen auch nicht als Werbung fĂŒr Vita Cola verstehen. Wir haben grundsĂ€tzlich keinen Einfluss auf persönliche Meinungen, die zu Vita Cola im Netz geĂ€ußert werden. Als Marke sind und verhalten wir uns neutral und werden uns nicht fĂŒr politische Auseinandersetzungen von Parteien oder im Zusammenhang mit anderen Herstellern instrumentalisieren lassen. Wir distanzieren uns damit auch von jeglicher parteipolitischer Vereinnahmung. Vielmehr steht Vita Cola u.a. fĂŒr Weltoffenheit und Toleranz.“

Vita Cola stellt fest: Sie stehen fĂŒr Weltoffenheit und Toleranz und distanzieren sich von der Instrumentalisierung durch die AfD! Auch wenn der Konzern sich wohl nicht traut, den Rechtsextremen eine deutlichere Abfuhr zu erteilen und sich nur recht halbherzig zu einer Distanzierung von „parteipolitischer Vereinnahmung“ zwingt, war das dennoch eine weitere Niederlage der Rechten. Der AfD bleiben wohl bald gar keine Cola-Konzerne mehr ĂŒbrig.

Und jetzt kommt auch noch Afri Cola dazu

Malte Kaufmann von der AfD, der gleiche, der sich zuvor beim Versuch, eine Alternativ-Cola zu „bewerben“, blamierte, weil er zur linken fritz cola griff, machte einen zweiten Versuch, diesmal mit Afri Cola.

Ich trinke jetzt jeden Abend eine andere Cola und lerne etwas ĂŒber die politische Gesinnung der jeweiligen Hersteller….

Gepostet von Malte Kaufmann am Montag, 10. Dezember 2018

Will die AfD, dass ihre AnhĂ€nger bald alle Marken boykottieren „mĂŒssen“? Oder ist jede Publicity, bei der man sich als das Opfer hinstellen kann, recht? Keiner weiß es so genau, jetzt aber meldete sich Afri Cola auf Facebook auf unsere Anfrage. Sie schreiben:

„Hallo und danke fĂŒr die Nachricht. afri cola steht fĂŒr Popkultur, d. h. fĂŒr Freiheit und Toleranz. afri lĂ€sst sich von politischen oder sonstigen Vereinigungen nicht verbiegen, benutzen oder vereinnahmen. GrĂŒĂŸe von afri“

Wer hĂ€tte es gedacht! Sie stehen fĂŒr „Freiheit und Toleranz“ und lassen sich nicht „benutzen oder vereinnahmen“. Die lange Durststrecke der AfD auf der Suche nach einer „Alternative“ ist wohl immer noch nicht beendet. Es ist davon auszugehen, dass das auch so bleiben wird.

Die Geschichte weckte sogar internationales Interesse: Gestern berichtete sogar die New York Times darĂŒber. Und wir bedanken uns fĂŒr die Verlinkung! Was die Partei damit erreichen will, dass sich immer mehr Marken fĂŒr Toleranz und Weltoffenheit aussprechen wissen sie wohl nur selbst.

Zumindest diese Marke dĂŒrfte vor der AfD sicher sein:

Hier geht’S weiter:

„Premium-Cola“ im Interview: „Von mir aus kann die AfD komplett verdursten!“

Artikelbild: Screenshots twitter.com/facebook.com

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Auch Afri Cola wehrt sich gegen Vereinnahmung durch die AfD!

Das #ColaGate geht weiter

Nachdem ein nicht-offizielles Plakat von Coca Cola mit einer Anti-AfD-Botschaft zu Weihnachten aufgetaucht war, riefen Rechte zum Boykott der Marke auf. Erst recht, als das Unternehmen gar keinen Anstoß an dem Fake nahm und deren Director Public Affairs & Communications die Sache mit „Nicht jedes Fake muss falsch sein“ kommentierte.

Pepsi & Coca Cola: Die ganze Geschichte der AfD-Blamage



Alle distanzieren sich von der AfD

Doch es wurde noch schlimmer: Inzwischen gab es bereits Distanzierungen von Pepsi Cola (Hier), fritz kola sowieso (Hier) und gestern auch noch Vita Cola! (Hier). Und jetzt kommt auch noch Afri Cola dazu. Malte Kaufmann von der AfD, der sich vor ein paar Tagen schon im Versuch, eine Alternativ-Cola zu „bewerben“, blamierte, indem er ausgerechnet zu fritz kola griff (Hier der Bericht), die fĂŒr ihre klare Kante gegen Rassismus und Rechte bekannt sind, macht seinen zweiten Versuch mit Afri Cola.

Ich trinke jetzt jeden Abend eine andere Cola und lerne etwas ĂŒber die politische Gesinnung der jeweiligen Hersteller….

Gepostet von Malte Kaufmann am Montag, 10. Dezember 2018

Will die AfD, dass ihre AnhĂ€nger bald alle Marken boykottieren „mĂŒssen“? Oder ist jede Publicity, bei der man sich als das Opfer hinstellen kann, recht? Keiner weiß es so genau, jetzt aber meldete sich Afri Cola auf Facebook auf unsere Anfrage. Sie schreiben:

„Hallo und danke fĂŒr die Nachricht. afri cola steht fĂŒr Popkultur, d. h. fĂŒr Freiheit und Toleranz. afri lĂ€sst sich von politischen oder sonstigen Vereinigungen nicht verbiegen, benutzen oder vereinnahmen. GrĂŒĂŸe von afri“

Wer hĂ€tte es gedacht! Sie stehen fĂŒr „Freiheit und Toleranz“ und lassen sich nicht „benutzen oder vereinnahmen“. Die lange Durststrecke der AfD auf der Suche nach einer „alternativen“ Cola ist wohl immer noch nicht beendet.

Artikelbild: Screenshot facebook.com, ShotPrime Studio, shutterstock.com, changes were made

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NĂ€chster Reinfall fĂŒr die AfD! Auch Vita Cola distanziert sich!

Vita Cola reagiert auf Höcke-Post!

Nachdem ein nicht-offizielles Plakat von Coca Cola mit einer Anti-AfD-Botschaft zu Weihnachten aufgetaucht war, riefen Rechte zum Boykott der Marke auf. Erst Recht, als das Unternehmen gar keinen Anstoß an dem Fake fand und der Director Public Affairs & Communications die Sache mit „Nicht jedes Fake muss falsch sein“ kommentierte. Daraufhin gab es Boykottaufrufe, peinliche Protestaktionen und weitere Fake-Bilder mit Pepsi, die jetzt rechtliche Folgen haben könnten.

Die ganze Geschichte mit allen Blamagen fĂŒr die AfD findet ihr hier:

Pepsi & Coca Cola: Die ganze Geschichte der AfD-Blamage



Höcke mit Cola-Alternative

Nachdem die AfD versuchte, Pepsi zu vereinnahmen, was nach hinten los ging (Hier) und sogar mit fritz kola, das sich seit Jahren gegen Rassismus engagiert, daneben griff (Hier) reagierte gestern ThĂŒringens AfD-Chef Höcke mit einem Pro-Vita-Cola-Post:

Nun reagiert Vita Cola

Auf unsere Anfrage reagierte der Konzern jetzt auf das Posting von Höcke per Mail:

„Die von Björn Höcke in den sozialen Medien im Zusammenhang mit Vita Cola getĂ€tigten Äußerungen waren uns im Vorfeld nicht bekannt und wurden von uns weder autorisiert noch beauftragt. Es besteht ferner keinerlei Verbindung und damit auch keinerlei werblicher Auftrag oder dergleichen zwischen Herrn Höcke und der Marke Vita Cola. Wir möchten zudem festhalten, dass wir die Äußerungen auch nicht als Werbung fĂŒr Vita Cola verstehen. Wir haben grundsĂ€tzlich keinen Einfluss auf persönliche Meinungen, die zu Vita Cola im Netz geĂ€ußert werden. Als Marke sind und verhalten wir uns neutral und werden uns nicht fĂŒr politische Auseinandersetzungen von Parteien oder im Zusammenhang mit anderen Herstellern instrumentalisieren lassen. Wir distanzieren uns damit auch von jeglicher parteipolitischer Vereinnahmung. Vielmehr steht Vita Cola u.a. fĂŒr Weltoffenheit und Toleranz.“

Vita Cola stellt fest: Sie stehen fĂŒr Weltoffenheit und Toleranz und distanzieren sich von der Instrumentalisierung durch die AfD! Auch wenn der Konzern sich wohl nicht traut, den Rechtsextremen eine deutlichere Abfuhr zu erteilen und sich nur recht halbherzig zu einer Distanzierung von „parteipolitischer Vereinnahmung“ zwingt, war das dennoch eine weitere Niederlage der Rechten. Der AfD bleiben wohl bald gar keine Cola-Konzerne mehr ĂŒbrig.

Artikelbild: Mark Nazh, shutterstock.com, Screenshot twitter.com

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EnthĂŒllt: Soko Chemnitz ist in Wahrheit eine Falle fĂŒr Rechtsextreme gewesen!

ReingefalleN!

Am Montag startete die KĂŒnstlergruppe „Zentrum fĂŒr politische Schönheit“ (ZpS) vermeintlich den Aufruf, TeilnehmerInnen der rechtsextremen Demos in Chemnitz Ende August öffentlich zu machen. Und bei ihren Arbeitgebern zu melden. (Wir berichteten) Als ich gestern eine lange Liste an FĂ€llen aufgezĂ€hlt habe, in der Rechte selbst öffentliche Fahndungen und Anprangerungen erstellt haben (Artikel hier), um deren Heuchelei in der Kritik an der Aktion aufzuzeigen, hat sich jetzt meine dort formulierte Vermutung bestĂ€tigt.

NatĂŒrlich war das Ganze nicht wirklich ein Aufruf, Rechtsextreme zu „verpetzen“. SelbstverstĂ€ndlich machten sie das nicht wirklich. Das ist eine KĂŒnstlergruppe, deren Aktionen nie das waren, was sie zunĂ€chst behaupteten zu sein. Eine Aktion, die mit Crowdfunding eine BrĂŒcke als Fluchtweg ĂŒber das Mittelmeer errichten sollte, war lediglich Satire. Auch die vermeintliche Überwachung des Hauses von AfD-Mann Höcke war letztlich inszeniert.



Honey Pot fĂŒr Rechte

Ziel der Aktion war natĂŒrlich, Aufmerksamkeit zu erregen. In meinem Artikel vermutete ich Kritik an den Behörden, die wenig bis gar kein Interesse zeigten, staatsgefĂ€hrdende Akteure der rechtsextremen Szene zu belangen, oder Straftaten zu verfolgen. Oder Satire auf die privaten Anprangerungen der Rechten, wie auch das Meldeportal der AfD fĂŒr LehrerInnen.

Wie die Gruppe auf ihrer Seite auflöst, war aber das eigentliche Ziel, Empörung und Angst bei den Rechtsextremen zu wecken. Die AfD, die rechtsextreme Gruppe Pro Chemnitz und andere Gruppierungen echauffierten sich. Sie drohten mit juristischen Folgen fĂŒr die Gruppe, viele andere sendeten Mord- und Gewaltdrohungen. (Quelle)

Rechte haben sich selbst „geoutet“

Warum sollten sie sich empören? Damit sie selbst auf der Seite nachschauen, ob sie oder ihre Freunde „enttarnt“ wurden. Und damit unfreiwillig die Datenbank mit ihren eigenen Namen fĂŒllten! Wie die Gruppe mitteilt, haben sie die eingegebenen Daten gespeichert und gesammelt. Und daraus Profile erstellt, da die Rechtsextremen im Schnitt neben sich selbst noch 6 Freunde gesucht hatten.

Dadurch erstellten sie eine Liste mit ĂŒberwiegend Rechtsextremen und wie diese miteinander verknĂŒpft sind. Heraus kam eine Netzwerkanalyse und Datenvisualisierung. Jetzt will die Gruppe die Daten genauer auswĂ€hlen und Eingaben von nicht-rechtsextremen Namen herausfiltern.

Also haben sie die Rechtsextremen reingelegt und sie dazu verlockt, selbst freiwillig alle Daten auszuhĂ€ndigen! Was wollen sie jetzt damit machen? Laut eigener Angabe könnte das ZpS diese Daten dann an den Verfassungsschutz weiterleiten. Die Kritik daran ist, dass eine private Gruppe KĂŒnstlerInnen in drei Tagen mehr Daten ĂŒber die rechtsextreme Szene sammeln konnte als der Verfassungsschutz in drei Monaten. Über 2,5 Millionen Besucher zĂ€hlte die Seite.

Sie wÀren froh, wenn ihre Daten beschlagnahmt werden

Falls die Polizei wieder plötzlich so schnell reagiert wie Montag und die Daten der Gruppe beschlagnahmt, sind sie darauf vorbereitet. Nicht nur wurden die Daten bereits anderswo gesichert, wie uns mitgeteilt wurde. Auch wĂ€re die ZpS regelrecht froh, wenn man ihre Daten beschlagnahmt. Dann könnte die Polizei nicht mehr behaupten, sie wĂŒsste nicht genug ĂŒber die rechtsextreme Szene.

Und jetzt? Die Gruppe hat Medien, Rechte und Sicherheitsbehörden gehörig an der Nase herumgefĂŒhrt. Sie hat eine wichtige Debatte ĂŒber den Rechtsextremismus in Deutschland angestoßen und aufgezeigt, dass dieser von Behörden und Medien viel zu sehr ignoriert wird. Stichwort ist hier die „Hannibal“-Recherche der taz, die ein großes rechtsextremes Untergrundnetzwerk in Polizei und Verfassungsschutz aufdeckte – und fĂŒr die sich anscheinend kaum jemand interessiert. (Unser Bericht dazu) Wir berichten ĂŒber die weiteren Entwicklungen!

Artikelbild: Screenshot https://soko-chemnitz.de

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Aktuell: Die lÀcherlichsten Aufreger in rechten Gruppen

INSIDER rechte Filterblase

Was beschĂ€ftigt die Rechten derzeit eigentlich am meisten? Wir haben es uns angeschaut. NatĂŒrlich gibt es viel Mimimi zum Migrationspakt, fĂŒr den sich der Großteil der deutschen Abgeordneten gestern in einer Abstimmung ausgesprochen hat. Da werden LĂŒgen und Verschwörungstheorien verbreitet. Und keiner dort sieht es gern, dass die AfD inhaltlich so zerlegt wurde.

Migrationspakt: So wurde die AfD im Bundestag bloßgestellt

Dann geht es natĂŒrlich weiterhin um die Gelben Westen, die von den Rechten unterwandert werden (Hier mehr Info) und eine lĂ€cherliche „Revolution“ starten wollen. (Die ganze Geschichte hier) Und natĂŒrlich geht es auch um die rechte Fake News zu der Kita-BroschĂŒre der Amadeo Antonio Stiftung, wo man sich darauf verlassen kann, dass sie niemand gelesen hat, der sich darĂŒber beschwert.

3 LĂŒgen ĂŒber die Kita-BroschĂŒre der Amadeu Antonio Stiftung



Fake News & nicht erkannte Satire

Doch die Themen hatten wir alle schon. Was passiert sonst noch? Nichts sinnvolles, wie man befĂŒrchten muss. Wer glaubt, irgendetwas sinnvolles in rechten Gruppen zu finden, außer volksverhetzenden Kommentaren und LĂŒgen, der irrt leider. Wir haben ein kleines Best-of erstellt aus den Fake News und Satire-BeitrĂ€gen, die in rechten Gruppen ihr Unwesen treiben.

1.) Alte Fake News

Ach, ein Grund, warum jeden Tag ein „neuer“ Aufreger in rechten Gruppen ist, ist, dass sie alte Zeitungsartikel, alte Meldungen und alte Fake News immer und immer wieder neu posten. Das Bild ist fast zwei Jahre alt und darĂŒber hinaus auch noch manipuliert. Wie unsere Freunde von Mimikama schon hier festgestellt haben, stammt das Foto vom „Womens March on Washington“. Auf dem Schild stand was ganz anderes. Egal, man kann sich ja wieder mal schön darĂŒber aufregen.

Dann gab es auch wieder Kommentare, wo man sich nicht sicher ist, ob sie diesen Fake glauben oder ob sie (unfreiwillig) einen Kommentar ĂŒber die geistige Haltung der Gruppenmitglieder abgeben.

Und was folgern diejenigen, die diesen Fake unhinterfragt glauben daraus? Die Gleichen, die ĂŒbrigens, die „Mainstreammedien“ „kritisch hinterfragen“?

So einfach kann’s gehen.

2.) Satire? Was ist Satire?

Nein, das stimmt natĂŒrlich NICHT. Du meine GĂŒte! Seehofer war einer derjenigen, der den Satz „der Islam gehört nicht zu Deutschland“ postulierte. Das ist Satire der Satire-Seite „Bundesministerium fĂŒr Heimat“ auf Facebook. Hindert aber anscheinend niemanden daran, das sofort zu glauben:

3. Wieder alte Fake News

Kommen auch mal reale Inhalte? Es ist unglaublich, wie voll mit Falschinformationen und aus dem Kontext gerissenen Aussagen diese Gruppen sind. Egal, worum es geht: Du liegst auf jeden Fall zumeist richtig, wenn du erst mal jede Info aus diesen Gruppen fĂŒr falsch hĂ€ltst! Bei dieser Geschichte von „Gratis-Smartphones“ handelt es sich eigentlich um eine Waschmaschine. Seit wann haben Smartphones auch die Energieparklasse A+++?

Skandal! Rechte drehen durch, weil FlĂŒchtling Waschmaschine bekommt…

Egal, ein großer Teil glaubt die Geschichte lieber, als den durchaus vorhandenen Hinweisen zuzuhören, dass es sich hierbei um ein MĂ€rchen handelt. Aufregen ist halt schöner!

Der Streit um den Wahrheitsgehalt sieht dann ungefÀhr so aus:

Fakten? Quellen? Ne, Aufregung. Das waren noch nicht alle Themen, dann gibt es noch weitere Satire-Artikel, die geteilt und geglaubt werden oder wieder der nĂ€chste Islamisierungs-Schreck. Also alles beim Alten. Ich nehme gerne eine andere politische Einstellung ernst. Man kann ja auch auch was davon lernen. Aber wenn der Informations-Stream nur aus geglaubter Satire und Fake News besteht…? Tut mir leid, das kann ich eher weniger ernst nehmen. Aber ja, die böse „LĂŒgenpresse“…

Artikelbild: Screenshots facebook.com

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Vergewaltigung von 14-jÀhriger: Diese elende Heuchelei der Medien muss ein Ende haben

Genau darum ist eure Hetze so scheiße!

Mansor S. wurde zu Unrecht beschuldigt. Wie unsere Kollegen vom BILDBlog detailliert recherchiert haben, wurde der Afghane im August durch die Bank von der BILD schuldig gesprochen. „Abgelehnter Asylbewerber vergewaltigte MĂ€dchen (14)“ oder einfach nur „Schon wieder!“. Man forderte sogar schon Konsequenzen fĂŒr die Tat, die nie stattfand: „Abschieben statt Strafprozess!“. (BILDBlog) Wow. Prozess, Urteil und Strafe in einem. NatĂŒrlich eskalierte die ganze rechte Szene, die AfD sprang auch auf den Empörungs-Zug auf.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat ihre Ermittlungen gegen einen Afghanen eingestellt: Das vermeintliche Opfer hatte die…

Gepostet von BILDblog am Mittwoch, 21. November 2018



Hass, LĂŒgen, Hetze

Doch das vermeintliche Opfer machte widersprĂŒchliche Aussagen. Die Staatsanwaltschaft stellte spĂ€ter die Ermittlungen ein, man konnte ihm „kein strafbares Handeln“ nachweisen. (Quelle) Doch der Schaden ist angerichtet. Seine Familie hatte sich von ihm abgewendet, seine Mitbewohner im FlĂŒchtlingsheim beschimpften ihn als „KinderschĂ€nder“. Er wurde vertrieben und musste zeitweise auf der Straße leben. Dennoch möchte Mansor S. das MĂ€dchen nicht verklagen. Sie habe „in ihrem Leben schon genug durchgemacht“. (Quelle)

BILD berichtete ĂŒber das Einstellen des Verfahrens bisher nicht. Und was ist mit den unzĂ€hligen Hass-Kommentaren in Social Media? FĂŒr rechte Hetzer war das „ein weiterer“ Beweis dafĂŒr, dass sie mit ihrem Hass auf Andere Recht gehabt haben sollen. Keiner der rechten LĂŒgenblogs wird darĂŒber berichten. Kein Rechtsextremer wird das WeitererzĂ€hlen, ach, geschweige denn erfahren. Doch es gab gestern noch eine weitere Meldung:

21-jÀhriger Vergewaltiger, SchlÀger und Neonazi verurteilt

Das Wittlicher Amtsgericht verurteilt einen 21-jĂ€hrigen wegen der Vergewaltigung einer 14-jĂ€hrigen und auch wegen einer vorsĂ€tzlichen Körperverletzung eines eritreischen FlĂŒchtlings. Der junge Mann ist bereits mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Zeigen des Hitlergrußes. (Quelle) Medienecho? Nicht existent. Das Urteil von gestern steht nur in einer Lokalzeitung aus Trier. Beides mal handelte es sich um eine (mutmaßliche) Vergewaltigung einer 14-jĂ€hrigen. Doch die Reaktionen sind völlig unterschiedlich.

Euer Hass kotzt mich an! Wenn ein waschechter Neonazi einen FlĂŒchtling verprĂŒgelt und eine 14-jĂ€hrige vergewaltigt, kommt keine AfD daher und fordert, dass „unsere Frauen und Töchter“ geschĂŒtzt werden sollen? Kommt keine BILD und setzt eine Schlagzeile mit „Schon wieder!“. Und dieser Mann hat gestanden und wurde verurteilt. Bei Mansor S. konnte man die Ermittlungen nicht einmal abwarten, da wollte man ihn schon abschieben. Und letztlich war er unschuldig.

Keiner, nicht die BILD, nicht die AfD und keiner der rechten Hetzer in Social Media soll mir auch nur einmal erzĂ€hlen, dass er sich auch nur einen Dreck um Vergewaltigungsopfer schert. Oder um Sicherheit. Ein junger Mann tĂŒrkischer Abstammung verlor sein Leben, als er einem Obdachlosen das Leben retten wollte – Und wird dafĂŒr von den gleichen ausgelacht (!!), die bei den Ausgaben fĂŒr FlĂŒchtlinge Sorge um „unsere“ Obdachlosen heucheln. (Quelle)

Ich habe es satt

Es geht nur um AuslĂ€nderhass. Nichts weiter. Gar nichts. Wer etwas anderes behauptet, lĂŒgt. Oder warum erwĂ€hnen die Rechten Pseudo-„FrauenschĂŒtzer“ die 82.000 Frauen nicht, die Opfer von einfacher oder schwerer Körperverletzung durch ihre (Ex-)Partner wurden? 2017 wurden sogar 147 Frauen von ihrem (Ex-)Partner getötet. Jede vierte Frau in Deutschland ist betroffen. (Quelle) Aber nein! Die „bösen FlĂŒchtlinge waren es!“

Und die Medien, allen voran die Anti-Asyl-Hetz-Zeitung BILD, machen mit und liefern Hassmaterial fĂŒr die AfD. Was nicht in das Hass-Weltbild passt, wird ignoriert. Und wo man einen mutmaßlichen TĂ€ter hat, wird fröhlich los gehasst. Studien beweisen: Es wird ĂŒberproportional oft ĂŒber Straftaten von Nicht-Deutschen berichtet (Quelle). So werden Existenzen zerstört, wie die von Mansor S. und so wird der Hass auf Andere weiter angestachelt. Kein Platz fĂŒr Differenzierung, kein Platz fĂŒr Ermittlungen und ordentliche Gerichtsprozesse. Der wĂŒtende Mob will Blut sehen. Aber bitte nur das von AuslĂ€ndern.

Artikelbild: pathdoc, shuttestock.com, changes were made

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Absurd: GrĂŒner wird abgemahnt, nachdem AfDler den Tod eines Menschen feiert

„RealitĂ€ten des Alltags in Sachsen, Anfang November 2018“

Auf dem russischen Facebook-Pendant „vk.com“ hat man es nicht so mit der BekĂ€mpfung von volksverhetzenden oder strafrechtlich relevanten Aussagen. Facebook selbst lĂ€sst zwar auch oft genug zu WĂŒnschen ĂŒbrig, aber „vk.com“ ist noch einmal anders. Dort gibt es kein wirksames Beschwerdemanagement gegen menschenverachtende Äußerungen und im Grunde genommen kann dort jeder ungestraft schreiben, was er will. Ein Grund, warum viele Rechtsextreme ĂŒber diese Plattform kommunizieren.

So auch ein AfD-Politiker und Landesvorstand der sĂ€chsischen AfD. Dort postete der Politiker anlĂ€sslich des tödlichen Sturzes des Journalisten im Hambacher Forsts öffentlich einsehbar den Kommentar: „Schön. Eine Dumpfbacke weniger bei den LĂŒgenmedien“ Dies sah auch der GrĂŒnen-Politiker Wolfgang Wetzel, der einen Screenshot davon zugesendet bekam und auf Facebook veröffentlichte, um ĂŒber die Geisteshaltung des AfDlers aufzuklĂ€ren.

Private, kleine Hessen-Wahl-Party lĂ€uft grade noch. Wir freuen uns mit den hessischen GRÜNEN. Und wir freuen uns, dass…

Gepostet von Wolfgang Wetzel am Sonntag, 28. Oktober 2018



Und dann wurde es absurd

Wie Wetzel berichtet, war die Geschichte hier noch nicht beendet. Gestern bekam er ein anwaltliches Schreiben, dass dieser „wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung abgemahnt“ werde und ihm „wegen Veröffentlichung eines privaten Fotos Urheberrechtsverletzung vorgeworfen“ werde. Er solle fast 2000€ an Schadensersatz und Anwaltskosten zahlen und eine UnterlassungserklĂ€rung unterschreiben. Warum das lĂ€cherlich sei, schreibt Wetzel selbst:

„Schön ist es keineswegs, solche Post zu bekommen. EinschĂŒchtern lassen darf man sich allerdings auch nicht. Meine Sicht der Dinge: Ich kann gar keine Privatfotos von Herrn Klatt veröffentlichen – denn woher sollte ich denn solche haben? Das strittige Foto ist das öffentliche Profilbild von Herrn Klatt auf vk.com. Detlef Klatt ist Politiker, er sitzt im Landesvorstand der sĂ€chsischen AfD. Er ist dort Ersatzschiedsrichter im Landesschiedsgericht der Partei. Also jenes Gremium, dass z.B. zu entscheiden hat, ob allzu offen neonazistisch auftretende AfD-Mitglieder begrenzt werden sollen oder nicht.

Dort entscheidet also auch jemand mit, der den Tod eines Journalisten mit den Worten kommentiert: „Schön. Eine Dumpfbacke weniger bei den LĂŒgenmedien“. Detlef Klatt ist lokale Person der Zeitgeschichte und kann sich nicht auf „PrivatsphĂ€re“ bezĂŒglich Fotos berufen, die er selbst veröffentlicht hat. Es ist nicht nur erlaubt, sondern ich sehe es geradezu als meine staatsbĂŒrgerliche Pflicht, öffentlich darauf hinzuweisen, welchen Charakters manche dieser Leute sind, die nach der politischen Macht in Sachsen greifen. Sowas muss bekannt sein. Die Menschen mĂŒssen das wissen, bevor sie bei Wahlen ihre Stimme abgeben.“
(Hervorherbungen durch die Redaktion)

Wetzel weist darauf hin, dass er seinen Beitrag weder löschen wird, noch den Zahlungsforderungen nachkommen wird. Dies solle ein Gericht entscheiden. „Ein Gericht jenes staatlichen Systems, gegen das sich die AfD so leidenschaftlich wendet. Wenn es ihnen gerade recht ist, rufen sie dann jedoch plötzlich nach dem Rechtsstaat. Eigentlich lĂ€cherlich.“ Paradox, wenn man bedenkt, dass es Herr Klatt war, der öffentlich einen vermutlich strafrechtlich relevanten Kommentar postete.

Wetzel und sein LebensgefĂ€hrte waren erst kĂŒrzlich Opfer eines antisemitischen und homophoben Shitstorms gewesen:

Das ist Alltag: So widerlich und schamlos hetzen Rechtsextreme in Social Media

Artikelbild: pixabay.com, CC0, Screenshot vk.com

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So feiern Rechte die Gruppenvergewaltigung in Freiburg – Euer Ernst?

Euer Ernst?

Woran man erkennt, dass die AfD nicht an deiner Sicherheit interessiert ist? Weil ihre erste Frage bei einer Tragödie nicht lautet: „Wie geht es dem Opfer?“, sondern: „Welche NationalitĂ€t hatte der TĂ€ter?“ So auch in Freiburg. Wenn dein TĂ€ter ein Deutscher war, gibt’s leider kein Mitleid fĂŒr dich. Im Gegenteil, wenn du als Frau dich fĂŒr Schutzsuchende einsetzt, wĂŒnschen dir genau diese Leute ein Vergewaltigung. Damit sie diese dann instrumentalisieren können.



Die Freude, wenn eine Tragödie Passiert

In Freiburg wurde eine junge Frau von 8 MĂ€nnern vergewaltigt (Hintergrund). 7 davon waren Asylbewerber, ein Deutscher war unter den TĂ€ter. Es ist eine Tragödie und gehört angemessen bestraft. Doch fĂŒr die Rechten, die seit Jahren mit Fake News und selektiver Berichterstattung (Mehr dazu) gegen Schutzsuchende hetzen, war die „grĂ¶ĂŸte Gruppenvergewaltigung des Jahrzehnts“ wohl Anlass zur Freude. 

Endlich hatte man wieder einen „Beweis“ fĂŒr das, was man die ganze Zeit schon behauptet: Dass Asylbewerber „gefĂ€hrlich“ seien. Landtagsabgeordneter RĂ€pple (der ĂŒbrigens auch eines der AfD-Melde-Portale fĂŒr LehrerInnen gestartet hatte) tönte auf einem Facebook-Bild „Wir haben euch gewarnt! Nazis habt ihr geschrien! Am Bahnhof habt ihr geklatscht“ (sic). Bei ihrem ganzen Jubel, dass ihr Weltbild bestĂ€tigt wurde, haben sie ganz vergessen, dass hier eine Frau vergewaltigt wurde.

Grinsend mit Daumen hoch fahren sie zu einer Demo „anlĂ€sslich“ der Vergewaltigung. Sie sind begeistert. Ist das ihr Ernst? Und geheuchelt ist es auch. Ich möchte wirklich diese schreckliche Tat auf keinen Fall herunterspielen, aber 2017 gab es in Deutschland ĂŒber 11.000 FĂ€lle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Der Großteil natĂŒrlich von Deutschen begangen. Aber das interessiert die AfD nicht. Die möchte das Schicksal der armen Frau maximal ausschlachten.

Fake News und LĂŒgen zu Freiburg

Über die Demo gegen sexualisierte Gewalt von Demokraten, die sich gegen die widerliche Instrumentalisierung aussprechen, haben sie massiv LĂŒgen verbreitet. ZunĂ€chst behaupteten sie, es sei eine „Demo gegen Rechts“ eines GrĂŒnen-Politikers. Keines von beiden ist richtig. Dann erfanden sie „Hetzjagden“ (Die Ironie nach Chemnitz tut förmlich weg) und Gewalt gegen Polizisten. Die Polizei dementiert alles.

https://twitter.com/PolizeiFR/status/1057257199024726017

Ihr wisst schon, dass auch ein Deutscher unter den TĂ€tern war?

Dass die ganze „Trauer“ und die ganze „Empörung“ geheuchelt sind, sieht man allein schon daran, dass der selbst erklĂ€rte (!) „Anlass“ fĂŒr die Demo die „Massenvergewaltigung einer 18-jĂ€hrigen durch SIEBEN polizeibekannte Syrer“ war. (Link!) Und der achte TĂ€ter? Der Deutsche? Der interessiert sie nicht! Oder will mir jemand sagen, dass der weniger Schuld hat als die anderen? Was soll dieser ekelerregende Rassismus? Die AfD gibt hier direkt zu, dass ihr die Straftaten von Deutschen egal sind!

Das ist doch nicht deren Ernst! Wenn dein TĂ€ter Deutscher war, wirst du ignoriert, wenn dein TĂ€ter Nicht-Deutscher war, bejubeln sie die Tat, weil sie sie politisch ausschlachten können. Und wenn du dich gegen diese Hetze und Heuchelei aussprichst, lĂŒgen sie ĂŒber dich und wĂŒnschen dir, dass du selbst vergewaltigt wirst. Das ist ĂŒbrigens keine Übertreibung, sondern einem Volksverpetzer-Mitglied genau so passiert.

#metoo: Doch leider waren meine TĂ€ter nur Deutsche

Wann erkennt man endlich, dass das alles nur Hetze und Fremdenfeindlichkeit ist?

Die AfD pickt sich die und nur die Ereignisse heraus, die sie instrumentalisieren kann. Und wie unsere Recherchen zeigen: Meistens stimmen nicht mal diese. Von 698 FĂ€llen, die die AfD auf einer eigenen Website als Beispiele fĂŒr „Messermigration“ aufzĂ€hlt, sind in 80% (!) der FĂ€lle die TĂ€ter schlicht unbekannt. In weiteren 8% handelt es sich nicht um Messerangriffe. Und bei den verbliebenen 85 FĂ€llen von Messerstechereien sind 55 Migranten Opfer anderer Migranten. Wo ist die viel beschworene „Gefahr fĂŒr die Deutschen“?

Die Anzahl der TatverdĂ€chtigen in Deutschland ist so niedrig wie seit 1992 nicht mehr. Die Anzahl der tatverdĂ€chtigen „Zuwanderer“ ist ebenfalls stark gesunken. Anerkannte Asylbewerber sind sogar unterdurchschnittlich kriminell. NatĂŒrlich kann man ĂŒber die Abschiebepolitik reden. Wenn jemand kein Aufenthaltsrecht hat, sollte es möglich sein, ihn abzuschieben. (Achtung: Es sind viel weniger als in rechten Kreisen behauptet)!

Oder noch besser: Durch ein Einwanderungsgesetz bietet man legale Wege mit vernĂŒnftigen Kriterien. KriminalitĂ€t hĂ€ngt nach Geschlecht (mĂ€nnlich) und Alter (jung) vor allem mit sozialer Lage und Sicherheit zusammen. NatĂŒrlich sind die jungen MĂ€nner, die nicht wissen, wie ihre Zukunft aussieht am kriminellsten, im Gegensatz zu den anerkannten Asylbewerbern, die eine sichere Aufenthaltsgenehmigung haben und zu hunderttausenden ArbeitsplĂ€tze.

GENERALVERDACHT UND HETZE

Doch vernĂŒnftige Politik und praktische Lösungen, darĂŒber redet die AfD nicht. Sie redet ĂŒber Ausgangssperren fĂŒr FlĂŒchtlinge! Über das Aussetzen von Menschenrechten und Rechtstaat! Was zur Hölle! Kein Wunder, dass Menschen nicht-deutschen Aussehens angegriffen und verprĂŒgelt werden, wie Sonntag in Magdeburg. Weil diese stĂ€ndige Hetze mit selektiver Wahrnehmung und vielen, vielen Fake News den Hass schĂŒrt, gegen eine kĂŒnstlich definierte Gruppe. Nach Aussehen.

Das Problem: Die Medien machen mit. Straftaten mit Beteiligung von Migranten bringen mehr Auflage, mehr Klicks. Über Straftaten von Nicht-Deutschen wird ĂŒberproportional berichtet, wie eine Studie zeigt. Warum? Weil sich die ganzen Online-WutbĂŒrger darĂŒber aufregen können, es teilen und ihre Vorurteile bestĂ€tigen. Vor zwei Wochen gab es drei Geiselnahmen in zwei Tagen. Die Presse berichtete nur ĂŒber die des Nicht-Deutschen.

Wir mĂŒssen diesen Kreislauf des Hasses und der Desinformation durchbrechen. Wir mĂŒssen die Hetze klar benennen. Das kann so nicht weitergehen. Denn sonst verabschieden sich immer mehr BĂŒrger in die rassistischen Echokammern in Social Media und werden nur noch von Horrormeldungen beschallt. So weit, dass sie offiziellen Statistiken ĂŒber KriminalitĂ€t nicht mehr glauben (können), weil sie nicht ihrem Weltbild entsprechen. Und herauskommen keine sinnvollen LösungsvorschlĂ€ge, sondern nur noch realitĂ€tsferner Rassismus und hĂ€mische Freude ĂŒber Vergewaltigungen.

Artikelbild: Screenshot Twitter

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Merkel gibt Parteivorsitz auf – Die Tweets und Reaktionen aus dem Netz

Merkel gibt Parteivorsitz auf

Brandaktuell: Angela Merkel kĂŒndigte an, beim CDU-Parteitag im Dezember nicht mehr kandidieren zu wollen. Wer folgt ihr? Friedrich Merz ist im GesprĂ€ch. Diese vierte Amtszeit als Kanzlerin soll außerdem ihre letzte sein. Sie will danach auch kein anderes politisches Amt mehr ausĂŒben. So reagiert das Netz auf die Schockmeldung.



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Artikelbild: Screenshot twitter.com

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Skandal in Hessen: AfD-Wahlkampfhelfer bedroht Anwohner mit geladener Schusswaffe

Sieht so der Wahlkampf der AfD aus?

Am Sonntag kam es in Frankfurt am Main zu einer Eskalation durch einen Wahlkampfhelfer der AfD. Der selbst ernannte „Prophet“ und „Islamkritiker“ Zahid Khan, verteilte laut Augenzeugen in einer Siedlung mit hohen Migrationsanteil Flyer fĂŒr die AfD und fĂŒr seine Tochter Mary Khan, die fĂŒr den Landtag in Hessen kandidiert, als es zu einer Auseinandersetzung mit einem Anwohner kam.

Laut Opfer, das in der „junge Welt“ den Vorfall schilderte, habe er den AfDler aufgefordert, die Siedlung zu verlassen. Man wolle hier keine Nazis, soll der Mann mit Migrationshintergrund gesagt haben. Daraufhin kam es zum Streit. WĂ€hrend des Wortgefechts zog der AfD-WahlkĂ€mpfer eine Waffe aus seiner Tasche, hielt sie dem Anwohner an den Kopf und drohte damit, ihn zu erschießen. Ein Handyvideo dokumentiert den Vorfall teilweise.



Polizei bestÀtigt vorfall, gibt aber keine Pressemitteilung heraus

Wie die Polizei der „junge Welt“, der „Faz“ und dem „Merkur“ bestĂ€tigte, hat sich der Vorfall zugetragen. Auch beschlagnahmte sie die Waffe des AfD-Helfers. Doch laut Polizeisprecher wird nicht wegen des Schusswaffeneinsatzes oder der Morddrohung ermittelt, sondern lediglich wegen „wechselseitiger Körperverletzung“. Außerdem wird ĂŒberprĂŒft, ob gegen das Opfer wegen „SachbeschĂ€digung“ an Flyern und Equipment der AfD vorgegangen werde.

Auch ist unklar, warum die Polizei zu diesem definitiv relevanten Fall keine Pressemitteilung herausgibt. Man prĂŒfe von „Fall zu Fall“ und es werde „individuell entschieden“, so der Sprecher der Polizei gegenĂŒber der „junge Welt“. Das Opfer beschwert sich, dass es von der Polizei als TĂ€ter behandelt wurde. „Ich war derjenige, der die ganze Zeit angeschrien wurde.“

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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