So genial kontert die Polizei Konstanz einen rassistischen Kommentar

Genial!

Auf Facebook berichtete vorgestern die Polizei Konstanz über einen Vorfall, bei welchem ein Taxifahrer im Zuge eines Streits von den Fahrgästen verprügelt wurde. Zwei 26-jährige Männer wurden daraufhin wegen Körperverletzung angezeigt. Soweit die Meldung. Die Kommentare darunter sind erst einmal ganz üblich:

Doch dann kamen auch wieder die üblichen Verdächtigen, die so vom Hass indoktriniert sind, dass sie hinter jeder Straftat Flüchtlinge™ vermuten.

Doch natürlich – wie in den allermeisten Fällen (Mehr dazu) – war der Tatverdächtige ein Deutscher (und ein EU-Ausländer).

Aber zum Glück weiß der pfiffige Rassist, dass es ja gar nicht um Staatsangehörigkeit geht, sondern um Blut und Rasse.

Wer echter DEUTSCHER ist, bestimmen natürlich die Rassisten. Die Staatsbürgerschaft ist natürlich kein Beleg für die Staatsbürgerschaft. Was für ein rassistischer Müll. Was kommt als nächstes? Der Ariernachweis? (Mehr dazu).



Doch die Polizei hat die beste antwort darauf

Et voilá: Warum dieser ganze Herkunft-Unsinn unlogischer Müll ist. Nationalität ist ein Konstrukt, und wer mit „Rasse“ oder „Ethnie“ argumentiert, entlarvt sich eben als Rassist. Danke! Die restlichen Kommentierenden feiern die Antwort ebenfalls:

Den Rassisten war das dann doch zu peinlich: Inzwischen haben sie ihre Kommentare leider wieder gelöscht. Aber auch noch einmal von uns ein fettes Danke, liebe Polizei Konstanz!

Danke für den Hinweis, Hooligans gegen Satzbau!

Zum Thema: Polizei Sachsen stellt Ex-AfD-Mann bloß:

Beim Lügen erwischt: Poggenburg wird von Polizei auf Twitter bloßgestellt

Artikelbild: ShotPrime Studio, shutterstock.com, Screenshots facebook.com

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Steilvorlage für Kritiker: Warum die ARD-Framing-Anleitung nach hinten los ging

ARD in der Framing Falle

Ich mag unseren öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ich finde Ihn glaubwürdig und menschlich. In seinen Glanzstunden und in seinem Versagen. Brav gucke ich täglich die Tagesschau. Meine angestauten Aggressionen werde ich los, wenn ich zu „Anne Will“ und „Hart aber Fair“ auf dem Sofa an die Decke gehe. Und ich muss gestehen, manchmal, aber nur manchmal, ziehe ich mir heimlich eine dieser Florian-Silbereisen-Shows rein.

Dort überkommt mich immer diese Mischung aus Ekel und Bewunderung, die mir hilft, diese vertrackte Welt zu verstehen. Nun hat die ARD jedoch richtig ins Klo gegriffen. Sie haben sich eine Anleitung schreiben lassen, wie man das Image des öffentlich-rechtlichen Rundfunks allein mit Wörtern aufpolieren kann. Wie man die Dinge nennt – das wissen wir – ist ziemlich wichtig, wenn wir bei Zuhörern punkten wollen.



Nomen est Omen

Aktuelle Beispiele aus der großen Politik: Sage ich Kita-Gesetz oder nenne ich es Gute-Kita-Gesetz? Sage ich Grundrente oder nenne ich es Respekt-Rente? Sage ich Familien-Gesetz oder Starke-Familien-Gesetz? Bei solchen Sprachspielen spricht man von Framing. Je mehr man sich darüber Gedanken macht, wie man seine Zuhörer möglichst positiv beeinflusst, umso mehr spricht man von strategischem Framing.

Nun leidet unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk seit Jahren an Image-Problemen bei einigen seiner „Kunden“. Da gibt es einige, die sich als „Zwangskunden“ empfinden und die sagen: „Ich nutz das eh nicht. Die berichten nicht ausgewogen. Radio? Fernseher? Was ist das denn?“. Dabei wissen diese Leute immer so gut Bescheid, wie scheiße das Programm sein soll, dass denen das eh niemand glaubt.

„Sprechanleitung“ der ARD ist absolut naiv

Darum gibt es jetzt das Framing-Manual also die „Sprechanleitung“, wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ARD über die ARD reden sollten. Da steht zum Beispiel drin, dass man besser „Gemeinwohlmedien“ sagen sollte, statt öffentlich-rechtlich. Die Privatsender dagegen, könne man auch „Profitrundfunk“ nennen. Das Problem ist gar nicht mal dieses Neusprech, also dass man hier Gute-Laune-Wörter für die eigene gute Sache finden will.

Vielmehr offenbart es eine erschreckende Naivität im Umgang mit Sprache und Framing. Framing ist nämlich keine Einbahnstraße. Welchen Eindruck hinterlässt eine Sprechanleitung, die Euch in ein besseres Licht rücken soll, bei jenen Menschen, bei denen Ihr euer Image verbessern wolltet? Diese Leute, die glauben, ihr würdet nicht ausgewogen genug berichten und die „Lügenpresse“ oder „Lückenpresse“ rufen?

Um es klar zu sagen. Euer Framing ist in diesem Fall eine Kanone, die nach hinten losgeht. Ihr liefert Euern Kritikern jenes Argument, auf dem diese seit Jahren herumreiten. Den Vorwurf der Realitätsverfälschung und Manipulation. Liebe ARD, wenn ihr mit Framing arbeiten wollt, dann bitte für Eure Arbeit und nicht gegen Eure Kritiker. Lernt in puncto Berichterstattung über den Gebrauch der Sprache besser nachzudenken und Begriffe zu hinterfragen. Genau hier liegt das Potenzial Euer Image mit Framing aufzupolieren.

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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Grottenschlechtes Marketing: True Fruits ist die AfD unter den Smoothieherstellern

Warum ich kein True fruits kaufe

True Fruits nervt mich. Und das bereits seit Jahren. Versteht mich nicht falsch: Das ist alles exzellentes Marketing. Einige der provokanten Sprüche finde ich sogar ziemlich gelungen und witzig. So zum Beispiel diese Plakatkampagne aus Österreich.

Screenshot facebook.com/true.fruits.no.tricks

Das Marketing ist modern, die Interaktion auf Social Media ist hipp und nicht auf den Mund gefallen. Das hätte fast genial sein können. Wenn sich das Marketing-Team nicht den Umgang mit Kritik jeder Art von Trump oder der AfD abgeschaut hätten. Mit Trollen lässig umgehen und Beleidigungen mit einem schlagfertigen Spruch abtun ist höchste Kunst und kommt gut an. Aber nicht jede Kritik ist unangebracht. Und auf berechtigte Hinweise mit einem dummen Spruch zu reagieren, lässt einen weniger cool wirken und mehr wie einen rücksichtslosen Arsch.



True fruits ist geschmacklos

Ich weiß, wie das funktioniert. Provokation, egal ob gelungen oder nicht, ist Werbung. Und jede Werbung ist gute Werbung. Und wenn die Marke in aller Munde ist, ist das Produkt vielleicht auch bald in allen Mündern. Aber wenn deine Witze halt mal über die Stränge schlagen, sexistische Klischees bedienen oder mit Rassismus kokettieren, dann finden das einige halt nicht witzig. Ich auch nicht.

Screenshot facebook.com/true.fruits.no.tricks

Und ja, natürlich, jeder findet an irgendetwas Anstoß. Und True Fruits kann es in gewisser Weise egal sein, wofür es heute wieder kritisiert wird – Solange man über sie redet. Ich mache das ja auch wieder, über eine Smoothie-Marke zu reden, die ich aufgrund ihres unsäglichen PR-Verhaltens schon seit Jahren boykottiere. Aber Einsicht, auch mal Fehler machen zu können, kostet keine Kundschaft. Und das hat der Laden noch nicht gemerkt. Leider.

Wenn das Marketing nur halb so lässig mit Kritik umgehen würde, wie sie es darstellen möchten, würden sie nicht in regelmäßigen Abständen so ein Gejammer veröffentlichen müssen wie vor ein paar Tagen, um sich ein paar Likes der Selbstbestätigung von der loyalen Fanbase abholen zu müssen.

Liebe Freunde, liebe vermeintlich Diskriminierte, liebe Dumme,uns erreichen zurzeit über die sozialen Netzwerke einige…

Gepostet von true fruits Smoothies am Donnerstag, 14. Februar 2019

True fruits wirkt mehr wie ein mobber als ein komiker

Man mag True Fruits Werbung lieben oder kritisch sehen, eins steht fest: Witze auf Kosten von Minderheiten oder unterdrückten Gruppen sind problematisch. Das macht ein Festhalten und Beleidigen von denjenigen, die das bemängeln, einen nicht zum coolen Social-Media-Influencer, sondern eher zum Mobber, der sich Gelächter von seinem loyalen Mob abholt, während er das Opfer verbal missbraucht. Das ist nicht cool. Im Gegenteil.

Ja, ich weiß, wenn True Fruits ein bisschen bescheidener und sympathischer wäre, müssten sie auf einige ihrer grenzwertigen Witze verzichten, die ihnen so gute Reichweite verschaffen. Aber damit nutzen sie letztendlich nur die gleichen Methoden wie Trump oder die AfD. Nämlich: Maximal provozieren, die eigenen Fehler relativieren und sogar die Kritiker beleidigen und ihnen Dummheit vorwerfen, weil man den eigenen Spruch genau so (miss-)verstanden hat, wie es intendiert war. Klar funktioniert das super. Ist nur die Frage, ob man sich so etwas zum Vorbild nehmen will.

Am Ende ist es doch so: Man will – aus Marketinggründen – dass die Leute eine bestimmte Lesart einnehmen können (das ist der Witz daran!). Und kann dann angeblich nicht nachvollziehen, dass Leute das genau so lesen? Ja sorry. dann „erklärt“ mir den Witz auf Augenhöhe, zeigt ein wenig Bescheidenheit, wenn ihr euch von der diskriminierenden Lesart distanziert – und beleidigt nicht meine Intelligenz, weil ihr euch absichtlich (!) missverständlich ausgedrückt habt.

Ich muss das nicht cool finden. Und nur weil ihr denkt, ihr seid unfehlbar, heißt das nicht, dass es auch wirklich so ist. Ein Arschloch zu sein ist halt nicht cool. So sehe ich am Ende nur grottenschlechten, beleidigten Umgang mit Kritik. Und kaufe meine Smoothies von jemand anderen.

Inzwischen gibt es auch eine Petition, die sich an Supermärkte und andere Läden richtet, True Fruits aus dem Sortiment zu nehmen (Hier). Und wisst ihr was? Wenn es wirklich passiert: Absolut selbst schuld.

Artikelbild: Prostock-studio, shutterstock.com. Screenshot facebook.com/true.fruits.no.tricks

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BILD-Framing-Gutachten geleaked: So will die BILD uns umerziehen!

BILD will dich manipulieren!

Die Meinungsmanipulateure des Hassfunks BILD arbeiten laut an einem heute aufgetauchten Umerziehungs-Gutachten jeden Tag daran, ihre LeserInnen zu manipulieren! Das vielleicht finsterste Detail: Dabei tun sie so, als seien sie „Journalisten“ und arbeiteten für eine seriöse „Zeitung“. Ihre Hetzwerke haben einen niederen Zweck, wie jetzt ans Licht kommt.

In dem geheimen Gutachten, das uns heute zugespielt wurde, steht, wie man über Sprache unschuldige LeserInnen dazu umerzieht, Schutzsuchende und Arbeitssuchende zu hassen. Auch sollen echte und seriöse Journalisten wie vom öffentlich-rechtlichem Rundfunk schlecht dargestellt werden, damit man im Vergleich dazu wie echte Journalisten aussieht.

Wie wir dazu gebracht werden, uns über Flüchtlinge und Hartz-4-Empfänger aufzuregen



Framing, Anchoring

Im BILD-Gutachten wird erklärt, dass es durch Framing möglich ist, einen Sachverhalt in ein bestimmtes Licht zu rücken – ohne dass man lügen muss! Wohingegen die Eigenbezeichung „überparteilich“ leider kein Framing ist, sondern Selbstironie. Ein „Schutzsuchender“ und ein „Asylschmarotzer“ sind erst einmal Synonyme. Dennoch sollen BILD-AutorInnen eher letzteres benutzen, damit niemand irrtümlicherweise auf die Idee kommt, hier gäbe es Menschen, die Hilfe statt Hass verdient hätten.

Auch soll die ARD anders dargestellt werden. Man könnte sie als unabhängiges, da von allen Bürgern finanziertes Medium verstehen, welches dadurch nicht von Werbeinvestoren und Geldgebern mit politischer Agenda abhängig ist. Aber dieser Eindruck darf laut Schlechtachten (Es ist ja kein GUTachten) nicht entstehen, deshalb spricht man von „Zwangsgebühren“, „Gebühren-TV“ und „Staatsfunk“. So wird aus „positiver Selbstdarstellung“ der ARD ganz einfach „Umerziehung“.

Jetzt wieder ernst: Was ist Framing?

Ok, genug Spaß. Das gerade eben, war Framing. Wenn auch sarkastisch gemeint. Ein bisschen zumindest. In Diskussionen zum Framing-Gutachten der ARD habe ich festgestellt, dass viele nicht verstanden ist, was „Framing“ eigentlich ist. Framing – von „frame“, englisch für „Rahmen“ – ist ein „Rahmen“, indem ein Sachverhalt präsentiert wird. Es gibt für alle Dinge verschiedene Wörter, Synonyme.

Wie oben bereits erwähnt kann man für das Gleiche mehrere Wörter verwenden. Das heißt aber nicht, dass die alle das Gleiche bedeuten. Neben der Hauptbedeutung (Denotat) eines Wortes gibt es auch Nebenbedeutungen (Konnotat). Und diese Konnotationen beinhalten immer Meinung, immer eine Wertung. Sie können etwas gut oder schlecht machen.

Und ganz wichtig. Du kannst nicht nicht framen. Du MUSST Worte verwenden und jedes Wort hat Konnotate. Dass die ARD also „Framing“ verwendet, ist erstmal überhaupt nicht schlimm. Tut jeder. Ich habe oben satirisch gezeigt, wie das funktioniert, wenn man negatives Framing verwendet, also wenn man andere schlecht darstellen will. Und abseits jeder Satire: Das betreibt BILD seit Jahren.

Die gefährlichsten Fake-News kommen immer noch von der BILD

Warum das ARD-Framing nicht schlimm ist

Nach dem Kommunikationswissenschaftler Watzlawick kann man nicht nicht kommunizieren. Und genauso wenig kann man nicht nicht framen. Wenn du Worte verwendest, verwendest du Worte, die bestimmte Dinge in einer bestimmten Art darstellen. Die Analyse (Hier nachzulesen) der Sprach- und Kognitionswissenschaftlerin Elisabeth Wehling ist erstmal nichts schlimmes und hat mit „Manipulation“ so wenig zu tun wie der Deutschunterricht in der Schule mit Gehirnwäsche.

Darüber aufzuklären, wie Sprache unser Denken beeinflusst ist noch keine Beeinflussung des Denkens. Also nicht im Sinne einer „Manipulation“. Und Tipps, wie man sich selbst besser sprachlich darstellen kann, sind auch harmlos. Das ist das, was jede Werbung und jede PR-Agentur jederzeit macht. Und auch du, jeden Tag. Positive Eigendarstellung. Und abgesehen davon, dass sich selbst positiv darstellen weder verwerflich noch unüblich ist: Die Notwendigkeit dazu gab es ja erst, weil es eben seit Jahren ein systematisches Gegen-Framing gab, die die ARD und Co schlecht geredet hat. Das war nur eine Reaktion darauf.

Warum es nicht das gleiche ist, wie das, was BILD, AfD und Co betreiben? Weil es einen gewaltigen Unterschied macht, ob man versucht, sprachlich nicht in Fettnäpfchen zu treten, oder ob man politische Gegner und Bevölkerungsgruppen aufgrund einer politischen Agenda dämonisiert. Und ironischerweise wird genau dieses Gutachten jetzt von diesen Leuten so geframed, um wieder mal Stimmung gegen die ARD zu machen. Framing nutzen, um das Framing von anderen negativ zu framen quasi.

Wer sich nicht manipulieren lassen will, sollte nicht passiv die BILD lesen. Denn auch die BILD verwendet Framing. Ganz offensichtlich sogar. Die Frage ist nur, was damit erreicht werden soll. Das macht Framing erst verwerflich. Wer aber die Realität mehr verbiegt, der sprengt dann den Rahmen.

Artikelbild: Cineberg, shutterstock.com, WAYHOME studio, shutterstock.com

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Fake: So widerlich lügt die AfD über Bayerns Grüne im Parlament

Widerlich.

An diesem Tweet des AfD-Abgeordneten Bystron ist einfach so vieles falsch. Aber es zeigt perfekt, wie tief die Mitglieder dieser Partei sinkt, um irgendwie ihre politischen Gegner, in dem Fall die Grünen, schlecht zu reden.

Screenshot twitter.com

Zuallererst: Nein, das sind keine Abgeordneten. Bis auf Tessa Ganser ganz rechts sind das offensichtlich Besucher*innen. Was ist bloß los mit dem Mann? Man sieht sogar deutlich noch die Besucherbändchen! Für wie dumm muss man bloß seine eigene Gefolgschaft halten? Die wirklichen bayerischen Abgeordneten der Grünen findet man hier.



GEschmacklos und billig

 

Und als nächstes: Ja und? Und selbst, wenn es ein Foto von Abgeordneten der Grünen wäre? Was ist jetzt daran verwerflich? Was ist daran schlimm? Oder können nur Abgeordnete gute Arbeit leisten, wenn sie in Bystrons Augen attraktiv sind? Das würde zumindest die grottenschlechte parlamentarische Arbeit der AfD erklären. Hey, bei den Grünen ist wenigstens nicht jedes zweite Foto mit Hitlergruß. Das finde ich dann doch schöner.

Wie kaputt muss ein Mensch sein, wenn so etwas auch nur ansatzweise ein politisches Argument sein soll? Es ist nicht nur widerlich oberflächlich und lookistisch, es basiert nicht einmal auf der Wahrheit. Es ist ekelhaft geschmacklos und gelogen. Typisch AfD anscheinend. Doch Bystron, der kürzlich bei einem Schlagabtausch über „die Antifa“ öffentlich bloßgestellt wurde (Mehr dazu) hat schon öfter bewiesen, dass Argumente oder Sachkritik nicht seine Stärke sind.

Also muss abgedroschenes Bodyshaming und Lügen als Ersatz für politische Argumente herhalten. Deshalb wichtige Information an alle, die in Bayern AfD gewählt haben, weil sie vorher Weidel im Fernsehen gesehen haben: DAS ist eurer Vertreter im Bundestag. Ein Mann, der so wenig politische Argumente haben muss, dass er darüber lügen muss, wie seine Kolleg*innen aussehen. Wow.

Artikelbild: Cookie Studio, shutterstock.com, Screenshot twitter.com

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BlasebalgLeaks: Rechte & FOCUS Online auf Fake-Story hereingefallen

Hereingefallen!

Dass bestimmte journalistische Kreise sofort auf bestimmte Trigger reagieren, wurde heute wieder einmal durch die Redaktion der TITANIC bewiesen. Die Redakteure der Satire-Zeitung lancierten die Story, dass „Linksextreme“ angeblich Feinstaub-Messstationen manipulieren, um Dieselfahrverbote zu erzwingen. Wie sie berichten, drehten sie kleine Videos und machten Fotos und veröffentlichten diese unter anderem auf Indymedia (Mehr dazu).

Focus Online (Hier), aber auch rechte und rechtsextreme Personen und Seiten wie „Achse des Guten“ (Hier) griffen die Story begierig auf, ohne eingehend deren Wahrheitsgehalt zu recherchieren. Entspricht sie doch allem, was in die eigene Agenda passt. Nicht erst seit den 100 Lungenärzten, deren Behauptungen nicht auf Expertise und auf Rechenfehlern beruht (Mehr dazu), wird ideologisch versucht, Grenzwerte und Emissionen anzugreifen, die für saubere Luft und unsere Gesundheit sorgen sollen.



Focus Online fällt auf satire herein

Die Titanic-Redakteure machten mit Sturmhauben verkleidet ein kleines Video und meldeten sich dann unter Pseudonym bei Focus Online. Die brachten die Story prompt mit dem Titel „Autonome verbreiten Anleitung zur Manipulation von Feinstaub-Messstationen“. Auch Spiegel-Autor Jan Fleischhauer glaubte die Geschichte. WELT-Chef Poschardt teilte den Tweet ebenfalls.

Was zeigt uns das? Dass es in Deutschland Medien mit einer eindeutigen Agenda gibt. Und diese reicht von rechtsextremen Hetzblogs bis hinein zu WELT und Kolumnisten beim SPIEGEL. Die Geschichte ist absurd, so hat Focus Online das anfangs auch in ihrem Teaser geschrieben. („Was auf den ersten Blick nach einem schlechten Scherz aussieht, scheinen die Macher des Videos offenbar ernst gemeint zu haben.„).

Die neue Links/Rechts-Debatte formiert sich derzeit entlang Grenzwerten, Feinstaub und Tempolimit, wo jeder dem anderen Ideologie und Naivität unterstellt. Doch gravierende Rechenfehler bei Köhler und seinen 100 Lungenärzten, sowie die neueste Titanic-Aktion scheinen dafür zu sprechen, dass zumindest diese Seite der Debatte gerne zu gefühlten Wahrheiten greift.

Artikelbild: Screenshot titanic-magazin.de

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Geleaked: Das ist die geheime Liste der parteischädigenden AfD-Spitzel!

GELEAKED!

Bundesvorsitzender und Chef der AfD-Berlin, Georg Pazderski, ist sich sicher: Seine ParteigenossInnen reden so viel Unsinn und machen so viele faschistische Aussagen. Das seien ganz sicher „Spitzel“, „Schläfer und V-Leute“ und „Provokateure“. Und vom Verfassungsschutz eingeschleust worden (Quelle). Nach einem Gutachten (Hier), das unzählige faschistische Aussagen und Verbindungen von AfD-Mitgliedern auflistet, überprüft man derzeit, ob die AfD beobachtet werden muss.

Wir haben eine geheime Liste der Personen zugespielt bekommen, die faschistische und menschenverachtende Aussagen gemacht haben. Wenn die AfD nicht vom Verfassungsschutz überwacht werden will, sollte sie diese Personen und ihre verrückten Ideen umgehend aus ihrer Partei entfernen!



1.) Alexander Gauland

Alexander Gauland möchte wieder „stolz […] sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ – Einschließlich Kriegsverbrechen und Angriffskriege und zig Millionen Toten. Pure Verharmlosung des Nationalsozialismus. Auch verharmloste er den Nationalsozialismus weiter durch seine Bezeichnung der NS-Diktatur als „Vogelschiss in der deutschen Geschichte“. Für beide Aussagen wurde er wegen Volksverhetzung angezeigt. Auch wollte er eine SPD-Politikerin „entsorgen“. Eindeutig ein Spitzel!

2.) Jens MAier

AfD-Bundestagsabgeordneter Jens Maier hat Noah Becker als “ kleinen Halbn*ger“ bezeichnet. Er wurde angezeigt und muss für seinen rassistischen Tweet Schmerzensgeld zahlen (Quelle). Aufgrund seiner diskriminierenden Aussagen wurde sein Profil sogar von Twitter eingeschränkt (Mehr dazu). Außerdem hat er von „Mischvölkern“ gesprochen, nicht näher bezeichnete Ausländer „Gesindel“ genannt und teilte Rechtsextreme auf Facebook (Quelle). Das ist eindeutig parteischädigendes Verhalten. Er muss ein Spitzel sein!

3.) Thomas Göbel

Thomas Göbel von der AfD sagte in Hinblick auf Ausländer, dass Deutschland „unter einem Befall von Schmarotzern und Parasiten“ leide, die dem deutschen Volk „das Fleisch von den Knochen fressen“. Im Nationalsozialismus wurden Juden regelmäßig als „Parasiten“ bezeichnet. Der muss doch ein Parasit in der AfD sein, oder?

4.) Jörg Meuthen

Auch bemüht Co-Vositzender Jörg Meuthen regelmäßig eine aggressiv fremdenfeindliche Rhetorik. Er spricht von „Migrantenwelle“ im Zuge des Familiennachzugs und von „weitestgehend kulturfremden Menschen“. Auch möchte er „Multikulturalismus hinwegfegen“ und die „Festung Europa“ errichten (Quelle). Uff, das wirft kein gutes Licht auf die AfD. Bestimmt ein Spitzel.

5.) BjörN Höcke

Vor der Bundestagswahl erklärte die ehemalige Vorsitzende der AfD, Frauke Petry, den Begriff „völkisch“ wieder „positiv besetzen“ zu wollen. Auch Björn Höcke bemüht sich um eine Rehabilitierung des Wortes. Laut Duden bedeutet „völkisch“ „nationalsozialistisch, in der rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus“. Die AfD versteht dahinter ein ethnozentristisches Verständnis des deutschen Volkes auf Basis der Abstammung, die nicht der Verfassung entspricht.

Er hat in Dresden eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert, was ebenfalls heißt, die Zeit des Nationalsozialismus positiv zu betrachten, was man aus seiner Rede auch einfach herauslesen kann. Er sagte in einem Interview, dass es „ein Problem“ sei, dass „Hitler als absolut böse dargestellt wird“, und dass es nicht so „Schwarz und Weiß“ sei. Insbesondere im Kontext seiner vielen anderen Aussagen ist es wieder eine Verharmlosung und Relativierung Hitlers und des Dritten Reiches. Im VS-Gutachten kommt er ganze 600 mal vor.

Vielleicht solltet ihr ihn schleunigst aus eurer Partei werfen, bevor… ich weiß nicht. Bevor er den stärksten, faschistischen Flügel eurer Partei anführt, zum Spitzenkandidaten bei einer Landtagswahl gewählt wird und von euren Parteispitzen in Schutz genommen wird?!

Dieser Satz Gaulands bei Maischberger könnte das Ende der AfD bedeuten

6.) Georg Pazderski

Auch der stellvertretende Bundesvorsitzende Pazderski, der dem nationalkonservativen Parteiflügel angehört, verwendet „offensichtlich rechtsextremes Vokabular.“ Darüber hinaus hat er im Rahmen der US-Präsidentschaftswahl 2016 bizarre Verschwörungstheorien über Hillary Clinton und die Bundesregierung verbreitet. Er wurde gerichtlich zu einer Richtigstellung aufgefordert. Ist er vielleicht auch einer dieser Spitzel?!

21 Aussagen, die zeigen, wie rechtsradikal die AfD wirklich ist

und viele mehr!

Weitere auf der Liste sind Hans-Thomas Tillschneider MdL, Andreas Kalbitz MdL, Markus Frohnmaier MdB, Christina Baum MdL, Wolfgang Gedeon MdL, Stefan Räpple MdL, Thomas Seitz MdB, Doris von Sayn-Wittgenstein MdL, Damian Lohr MdB, Jörg Urban MdL u.v.m. Wie der Ex-AfD-Chef und Gründer Bernd Lucke in einem offenen Brief sie aufzählte (Mehr dazu).

Man könnte fast meinen, die AfD hätte einfach ein Problem mit Rechtsextremen, Faschisten, NS-Bewunderern und – verharmlosern. Und dass diese einen ganzen Flügel in der Partei einnehmen, der mit 40% Zustimmung die größte Gruppe in der AfD ausmacht, und sich deswegen in vielen Spitzenämtern wiederfinden. Nein, Herr Pazderski. Durch einen immer größeren Rechtsruck ihrer Partei und das Dulden und Hofieren von Faschisten hat sich Ihre Partei dieses Loch selbst gegraben.

AfD: Rechtsextremer Untergang oder Spaltung

Also akzeptiert die AfD, dass sie Faschisten und NS-Bewunderer beheimatet und auch deshalb letztlich der Verfassungsschutz beobachten muss. Oder sie ächtet öffentlich fast die Hälfte ihrer Partei und spaltet sich so oder so auf. Das hat nichts mit „Spitzeln“ oder so einem Unsinn zu tun. Die AfD besteht nicht zu 40% aus V-Männern. Lassen Sie ihre Verschwörungstheorien stecken, Pazderski.

Wenn Sie es auch nur halbwegs ernst meinen, sprechen Sie sich deutlich gegen Faschisten in Ihrer Partei aus, anstatt sich mit solchen Behauptungen lächerlich zu machen. Die andere Erklärung, warum so viele Mitglieder ihrer Partei schaden ist, dass Faschisten allem schaden, das sie berühren. Das schließt auch ihre Partei ein, sowie unser schönes Deutschland.

Artikelbild: Damir Khabirov, shutterstock.com, Screenshot twitter.com

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Wie die AfD versehentlich beweist, wie kriminell Deutsche sind

Diese Anfrage ging nach hinten los

Die AfD Sachsen wollte letzte Woche wieder in einer kleinen Anfrage an das sächsische Innenministerium Zahlen haben, um ihre Fremdenfeindlichkeit zu „belegen“. Doch die Antwort der Regierung (Hier) zum Thema „Übergriffe auf Polizisten im Jahr 2018 und deren juristische Folgen“ bestätigt leider keine rechten Vorurteile.



3/4 aller Tatverdächtigen waren Deutsche

Von den 1282 Straftaten im Jahr 2018, das meiste darunter „Widerstand gegen Vollkstreckungsbeamte“ (854) und „Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte“ (164) wurden von 1148 Personen in Sachsen begangen. Die AfD wollte insbesondere die Nationalität der Täter wissen, um eventuell Futter für neue Fremdenfeindlichkeit zu finden. Doch: Über 75% aller Tatverdächtigen hatte die deutsche Staatsangehörigkeit.

Und bevor wieder Faschisten mit den „Passdeutschen“ kommen: Wie man sehen kann, sind Doppelpässe usw. bereits herausgerechnet.

Wer von „Passdeutschen“ spricht, denkt wie ein Nazi

Prozentual zur Bevölkerung?

Weil wir es in diesem Zusammenhang bereits tausendmal gehört haben: Es ist ein Fehlschluss, zu glauben, 75% aller Straftaten seien zu ignorieren, wenn z.B. 2% der Straftaten von einer Gruppe begangen werden, die überproportional kriminell ist. Die AfD glaubt, wenn sie in einer Zeit, in der es so sicher ist wie seit 1992 nicht mehr (Quelle), nur über 2% der Straftaten herzieht, würde niemand merken, dass es ihr nicht um Fremdenfeindlichkeit geht.

Aber waren es denn LINKE?!

Der letzte mögliche Strohhalm der Rechtsextremen: Bestimmt war der Großteil der deutschen TäterInnen „Linksextreme“ – Das neue Feindbild der AfD (Mehr dazu). Doch leider fielen auf 1282 Straftaten nur 25 dem „Phänomenbereich PMK —Iinks“ zu, also 2%. Politisch rechtsextrem motiviert waren aber auch 21 Straftaten. Wenn die AfD diesen vernachlässigbar kleinen Unterschied zu einer großen Erkenntnis aufblasen möchte, wird sie sich wohl nur ein Eigentor schießen.

Die Realität sieht nun mal sehr anders aus, als es die AfD propagiert. Kein Wunder, dass so oft gelogen und verdreht werden muss, damit Berichte in das eigene Weltbild passen. Es ist auch nicht die erste Kleine Anfrage der AfD, die derart nach hinten los ging:

Was die AfD so in den Parlamenten treibt: Ihre 6 lächerlichsten Anfragen

Allgemeine Zahlen & Statistiken zu Kriminalität

Mit diesen Fakten über Flüchtlingskriminalität zerlegst du die AfD in Diskussionen

Artikelbild: Lan Images, shutterstock.com

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Peinlich: Mit diesem Werbeclip blamiert sich die AfD

Dieser Clip geht nach hinten los

In einigen Monaten ist Kommunalwahl in Mecklenburg-Vorpommern. Die AfD möchte noch einmal ihre Mitgliederzahl vergrößern, vielleicht auch, um das schwierige Problem der Kandidatenfindung zu meistern. Aufgrund noch junger Strukturen und so gut wie fehlendem politischen Profil auf anderen Gebieten als der Flüchtlingspolitik, gestaltet sich das bei Kommunalwahlen für die Rechtsextremen oft schwierig (Quelle).

Deshalb möchte die Partei in einem Video vom Freitag für einen Parteibeitritt werben, um womöglich noch kompetente Mitglieder zu gewinnen. Im Clip (Hier) heißt es: „Jetzt Mitglied werden! Mecklenburg-Vorpommern braucht dich“. Doch dieses Video war ein gehöriger Reinfall, selbst eigene Fans kritisierten den Film.



(Fast) ALles fiktion

Im Video wird ein vermeintliches Pärchen gezeigt. Sie sollen aus Mecklenburg-Vorpommern stammen, verheiratet sein, eine kleine Tochter haben und zusammen ein Haus besitzen. Die Sorge um die Tochter wegen der „Flüchtlingskrise“ sei der Grund gewesen, warum sie in die AfD eingetreten seien. Ihr wisst, es geht um die Kinder (Also nicht die, die auf dem Mittelmeer ertrinken).

Das Peinliche: Nichts davon ist wahr. Der vermeintliche Ehemann ist der rechte Aktivist Hohm, der bereits bei der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung, „Ein Prozent“ und der neofaschistischen, italienischen Gruppe Casa Pound zugegen war. Der Student hat sich aber aus der AfD zurückgezogen, kurz bevor das Video erschienen ist. Zudem stammt er aus Brandenburg.

Auch ist er nicht mit der Frau verheiratet, es gibt keine Tochter. Sinja G. ist Tochter eines ehemaligen NPD-Funktionärs, und ein Haus haben die beiden auch nicht. Aus Mecklenburg-Vorpommern ist sie ebenfalls nicht. Alles mehr als peinlich für die angebliche „Mut zur Wahrheit“-Partei. Das bemerkten auch die Kommentierenden.

Dass der Werbeclip alles andere als ein vorteilhaftes Licht auf die Partei wirft, hat die Partei auch schon gemerkt. Inzwischen wird der Clip auf der offiziellen Facebook-Seite nicht mehr angezeigt. Über die Seiten der Landessprecher, die es geteilt haben, kann man es jedoch noch finden.

Danke an Endstation Rechts. Artikelbild: Screenshot facebook.com/AfD.MV/

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Wiesbaden: Wer keine Fahrverbote will, sollte Grüne wählen

Grüne ermöglichen dieselfahrern freie fahrt

Gerne werden die Grünen in der öffentlichen Debatte als „Dieselfeinde“ verleumdet, gar ein „Hass auf Diesel“ unterstellt. Doch in Wiesbaden hat genau diese Partei erfolgreich für Dieselfahrer gekämpft. Die Konzepte von FDP und CDU, einfach immer mehr Platz für immer größere Autos zu schaffen, sind damit gescheitert. Und hätten ironischerweise letztlich fast zu den Fahrverboten geführt.

Die DUH (Deutsche Umwelthilfe) und die VCD (Verkehrsclubs Deutschland) haben ihre Klage vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden zurückgezogen. Warum? Weil sie das Thema für erledigt betrachten. Wegen überschrittener Stickstoffgrenzwerte hatten sie gegen das Land Hessen geklagt – was letztlich zu einem Fahrverbot für Dieselfahrzeuge hätte führen können.

Doch der grüne Wiesbadener Verkehrsdezernent Andreas Kowol hat ein neues Konzept vorgelegt: P&R-Parkplätze, neue Radwege, Führung des Autoverkehrs aus der Innenstadt, finanzielle Unterstützung beim Kauf von Lastenrädern, Elektrifizierung von Bussen und vieles mehr. Alles, um den Schadstoffausstoss in der Stadt zu senken. Einfach grüne Verkehrspolitik eben. Durch diese Maßnahmen zur Luftreinhaltung sahen sich die Kläger zufriedengestellt.



Bisher einzige stadt in deutschland

Damit ist Wiesbaden bisher die einzige Stadt, die erfolgreich Fahrverbote nach einer juristischen Auseinandersetzung abgewendet hat. Und das dank der Grünen. Die veralteten Verkehrskonzepte der Konservativen und Liberalen, die sich als Streiter für die Rechte von DieselfahrerInnen präsentieren und eng verknüpft mit der Autolobby zusammenarbeiten, hatten diese Ausgangssituation erst mitgeschaffen.

Wenn man zukunftsweisende Konzepte grüner Verkehrspolitik umsetzt, die nicht blind den Wünschen der Autolobby folgt, müssen Dieselfahrzeuge gar nicht komplett von den Straßen verbannt werden. Oder Grenzwerte an die Verschmutzung angepasst werden, statt umgekehrt. Zwar werden die Grenzwerte zum Stichtag vom 1.1.2020 höchstwahrscheinlich immer noch nicht eingehalten werden, sondern erst kurz darauf, aber nach Ansicht aller Beteiligten wären Fahrverbote da einfach nicht verhältnismäßig (Quelle).

Danke an Graslutscher für den Hinweis (Hier), Artikelbild: pixabay.com, CC0

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