Diese 6 Punkte beweisen, dass die AfD islamistisch ist

6-Punkte-Islamismus-Test beweist: die AfD ist islamistisch!

Wenn Islamismus der politische Missbrauch des Islam ist, dann ist die AfD die islamischste Partei Deutschlands

Wir haben die Religion des Islam. Dieser Religion gehören weltweit 1,8 Milliarden Menschen an. In Deutschland haben wir 2 Gruppen, die diese Religion politisch missbrauchen: Die Nationalisten aus der AfD und die Islamisten. Die Mehrheit der Muslime und der Deutschen stehen hinter dem Grundgesetz. Sie sind friedliebende und loyale Bürger Deutschlands! Es ist die Minderheit, die politisch extremistisch ist.

Bevor ich ausführlich werde, möchte ich die Begriffsentwicklung zu “Islamismus” erläutern, damit Leser Dinge richtig einordnen können um meine Position zu verstehen. In einem Wikipedia Artikel wird der “Islamismus” wie folgt zusammengefasst.

Was ist Islamismus?

Dieses Bestreben wurde maßgeblich ausgelöst durch die Anwesenheit und das Wirken des schiitischen Ruhollah Chomeini in Paris sowie die in Ägypten und Algerien aufkeimenden Protestbewegungen, die sich auf ein fundamentalistisch ausgelegtes Islamverständnis, d. h. auf eine wörtliche Auslegung des Koran, bezogen. (…) Die Alternative des Intégrisme (deutsch: Fundamentalismus) schied ebenfalls aus, da sie zu stark mit christlich-katholischen Bezügen konnotiert war. Folglich setzte sich zunehmend der Begriff des Islamisme durch, wenn auch gegen anfängliche Widerstände.”



6 Kriterien von Islamismus:

Der deutsche Politologe Armin Pfahl-Traughber nannte 2011 in einem Dossier für die Bundeszentrale für politische Bildung folgende Punkte als typische Merkmale des Islamismus:

  • Absolutsetzung des [Islam] als Lebens- und Staatsordnung
  • Gottes– statt Volkssouveränität als Legitimationsbasis
  • der Wunsch nach ganzheitlicher Durchdringung und Steuerung der Gesellschaft
  • homogene und identitäre Sozialordnung im Namen des [Islam]
  • Frontstellung gegen den demokratischen Verfassungsstaat
  • Potential zu Fanatismus und Gewaltbereitschaft.”

Aus dieser Begriffserklärung destillieren wir folgende Wörter heraus: “Protestbewegung”, “Die Alternative”, “Absolutsetzung (einer Ideologie) als Lebens- und Staatsordnung”, “ganzheitliche Durchdringung und Steuerung der Gesellschaft”, “Identitäre Sozialordnung”, “Frontstellung gegen den demokratischen Verfassungsstaat”, “Potenzieller Fanatismus und Gewaltbereitschaft”. Stellen wir diese Begriffe dem in der AfD beheimateten nationalistischen Gedankens doch Mal entgegen! Hierzu habe ich obige Erklärung kurz umgeschrieben:

Dieses Bestreben wurde maßgeblich ausgelöst durch die Anwesenheit und das Wirken der rechtsradikalen AfD in Deutschland sowie die aufkeimenden Protestbewegungen, die sich auf ein fundamentalistisch ausgelegtes national sozialistisches Verständnis. (…) Die Alternative des Intégrisme (deutsch: Fundamentalismus) …

Ich nenne als typische Merkmale des Nationalismus:

  • Absolutsetzung des [Nationalismus] als Lebens- und Staatsordnung
  • Volks– statt Gottessouveränität als Legitimationsbasis
  • der Wunsch nach ganzheitlicher Durchdringung und Steuerung der Gesellschaft
  • homogene und identitäre Sozialordnung im Namen des [Nationalismus]
  • Frontstellung gegen den demokratischen Verfassungsstaat
  • Potential zu Fanatismus und Gewaltbereitschaft.”

Die Parallelen sind eindeutig: Es gibt direkte Übereinstimmungen des Islamismus und dem Nationalismus der AfD.

Punkt 1:

Sowohl der Islamismus, als auch der Nationalismus der AfD streben eine Absolutsetzung der Lebens- und Staatsordnung. Was heißt das? Absolutsetzung impliziert Zwang, Unterdrückung und Kompromisslosigkeit. Als Beweis möchte ich hier 2 augenscheinlich sich widersprechende Gruppierungen gegenüber stellen: Den Salafismus und die AfD. Der Salafismus strebt einen theokratischen Staat an, die AfD einen völkisch nationalistischen.

Hinweis um Missverständnisse zu vermeiden: Hier stehen zwei Begriffe, die eine – in welcher Ausprägung auch immer geartete – Verbundenheit zum eigenen Land oder zur eigenen Religion durch ihren Missbrauch in einem negativen Kontext. Rechtsextremisten prägen den Nationalismus, während für religiöse Extremisten der Begriff “Islamismus” stellvertretend verwendet wird.

Interessant ist, dass laut Wikipedia beide Begriffe im 19. Jahrhundert ihre Bedeutung erhielten. Während die Verbundenheit zum eigenen Land und zur eigenen Religion schon vorher existierten. Obwohl im Wikipedia Artikel der Begriff “Islamismus” mit dem shiitischen Ruholla Chomeini in Verbindung gebracht wird, ist dies kein Grund alle Shiiten als Islamisten zu bezeichnen.

Punkt 2:

Sowohl der Islamismus, als auch der Nationalismus der AfD legitimiert sich durch Souveränität, oder besser gesagt: Überlegenheit. Die Legitimationsbasis der AfD basiert auf eine vermeintliche Auslöschung des deutschen Volkes durch eine “Islamisierung des Abendlandes”, die mit allen Mitteln verteidigt und verhindert werden muss. Die der Salafisten basiert auf eine vermeintliche Auslöschung der muslimischen Gesellschaft durch eine “Verwestlichung des Islam”, die ebenso mit allen Mitteln verteidigt und verhindert werden muss. Diese Gedanken hat Julia Ebner in ihrem Buch „Wut: Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen“ bereits ausführlich aus einem ähnlichen Blickwinkel erläutert.

Punkt 3, 5 & 6:

Die ganzheitliche Durchdringung und Steuerung der Gesellschaft der AfD soll durch Verbote von praktizierenden Muslimen erfolgen: Verbot des Koran, Verbot des Kopftuch, Verbot von Moscheen. Mit anderen Worten: Verbot der Religionsfreiheit für Muslime. Muslime soll man aus der Öffentlichkeit verbannen. Aussteiger oder Kritiker einer solchen Gesellschaft, in dem Falle einer Partei, werden bedroht diskriminiert und an den Pranger gestellt.

Aus der AfD geht eine Gewaltbereitschaft hervor. Hierzu seien einige Meldungen genannt: “Wie werden uns für jede Stimme rächen, die Du die AfD kostest! Blutig!!! Tod Dir und Deinen Alfa Schwachmaten”; “In einem internen AfD-Chat heißt es: „Früher hätte man so jemanden an die Wand gestellt”; “Plötzlich stehen sie vor deiner Tür: Satiriker Schlecky Silberstein bekommt nach AfD-Hausbesuch Morddrohungen”; “Der Siemens-Chef bezieht klar Position gegen die AfD – und das, obwohl deswegen zuletzt sogar seine Familie bedroht wurde”;

Die Liste ist lang und zeigt eindeutig: die AfD verfassungswidriges Gedankengut.

Nun stelle ich eine islamistische Gruppe aus der Salafisten-Szene (auch bekannt als “Ahlu sunna wa al Jamaa”) vor, die so jegliches Klischee der AfD erfüllt: “Die Vorstellung ist dabei in der ganzen islamischen Welt eine Herrschaft des Islams wieder zurück zu bekommen, welches über das alltägliche Leben herrscht, indem der Koran das Grundgesetz, die Scharia das Rechtssystem und der Islam zum Staat wird.

Mit anderen Worten: Ein Kalifat nach dem Muster und Verständnis des Propheten Mohammed.” Dieser Text ist entnommen aus der Webseite von “Im Auftrag des Islam”. Diese Gruppierung von Muslimen strebt tatsächlich die Herrschaft ihrer eigenen Ideologie an. Hierbei muss deutlich gemacht werden, dass diese Ideologie keineswegs stellvertretend für alle Muslime gilt, denn “den Islam” gibt es nicht (Vgl. Punkt 4 in diesem Artikel).

Punkt 4:

Die eigene Identität als die auserwählte zu deklarieren, während andere Identitäten in einer homogenen Sozialordnung keine Chance haben ist ein weiterer Punkt, der den Nationalismus der AfD und dem Islamismus auf die gleiche Stufe stellt. “Deutschland den Deutschen” oder “Wir sind das Volk” sind Parolen, hinter denen die Ablehnung anderer Völker oder Menschengruppen steckt.

Im Islamismus geschieht diese Ablehnung durch den sog. “Takfir” (persönlicher Glaubensabspruch in Form von “Du bist ein Kafir!”) auf andere Muslime. Der Nationalismus begründet seine Ablehnung mit “jene Menschengruppe passt nicht zu unserem Weltbild“ und schränkt im gleichen Atemzug ihre Rechte ein. Die Einschränkung hierbei ist der ausschlaggebende Punkt, denn auf der anderen Seite argumentieren Salafisten mit “jene religiöse Gruppe passt nicht zu unserem Weltbild”.

Auch hier fordern solche Extremisten Verbote und Sanktionen. Ein Beispiel dieser religiösen Verbote ist die Ahmadiyya Muslim Gemeinde. Dieser Gemeinde wurde die Religionsfreiheit per Verfassung aberkannt. Sie dürfen sich in Pakistan offiziell nicht Muslime nennen, noch dürfen sie Moscheen bauen oder an Wahlen teilnehmen. Sie sind praktisch von der Öffentlichkeit verbannt. Und genau das möchte die nationalistische AfD in Deutschland für alle Muslime durch oben genannte Verbote erreichen.

Und jetzt?

Nun, was bringt uns diese Erkenntnis? Sie bringt uns Klarheit in der Sache und zeigt wie wenig in Sachen Islam differenziert wird. Diese Erkenntnis zeigt vor allem, dass weder “die Muslime” noch “der Islam” noch “die Deutschen” schuld sind. Die AfD ist solange stark, solange Gegenpole gibt, die der AfD in ihrer Propaganda von großem Vorteil ist. Sie weiß sehr genau, dass es “den Islam” nicht gibt, dennoch pauschalisiert diese Partei. Die AfD weiß sehr genau, dass es “den Muslim” nicht gibt, dennoch pauschalisiert diese Partei.

Gut, diese Partei möchte den Extremismus bekämpfen, dann sollte sie bitte friedliche Muslime aus ihrem Kampf heraushalten und nur jene nennen und anprangern, die im Verdacht stehen verfassungswidrige Handlungen zu unternehmen oder diese zu verbreiten. Doch man muss leider sagen, dass der AfD nicht daran liegt zuzuhören oder Transparenz zu verschaffen. Die pauschalisierte Verurteilung und die genannten 6 Punkte oben setzen diese nationalistische Partei mit dem Islamismus auf eine Stufe.

Somit ist klar: die AfD ist eine islamistische Partei. Und das wird sie solange bleiben, bis sie sich nicht klar und deutlich abgrenzt. Und sich vom Islamismus durch Klarstellung, Transparenz und das Aufzeigen von vorhandenen Grenzen zwischen friedlichen und extremistischen Muslimen, distanziert.

Als Schlusssatz gilt:

Liebe deutsche Mitbürger, in der letzten Zeit habe ich als Muslim gelernt, dass wir uns sehr ähneln. Ihr habt Radikale unter euch, wir auch. Und ihr habt Extremisten unter euch, wir auch. Ihr habt Spinner unter euch, wir auch. Lasst uns zusammen arbeiten. Es gibt viel zu tun. #Frieden

Artikelbild: Designed by Freepik

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So lügt die AfD im Bundestag über den Koran

Eigentlich sollte man AfDler “Gottfried” für den absichtlichen Missbrauch einer heiligen Schrift und Täuschung des Publikums verklagen!

In einer typischen Hassrede im AfD Stil hat heute “Gottfried” Curio, der seinem Namen überhaupt keine Ehre macht, wieder ein Mal den Alltag im Bundestag lahm gelegt und die Atmosphäre in Brand gesteckt. Die AfD fordert in einem Antrag ein Koran-Verbot, weil dieser verfassungswidrige Texte beinhalten würde. “Gottfried” ist jener AfD’ler, der den absurden Spruch “Masseneinwanderung heißt auch Messereinwanderung” fabrizierte.

Diesen absurden Gedanken haben wir unter die Lupe genommen und sind zur Erkenntnis gekommen: Die AfD lügt. Denn 87% der ca. 564 aufgelisteten Fälle sind keine Messerstechereien von Migranten. Den ausführlichen Artikel hierzu gibt es hier beim Volksverpetzer. Auch Faktenfinder der Tageschau berichtete jüngst darüber.

Obwohl Islam seit der historischen Gründung zu Deutschland gehört, hat ein Teil der Deutschen immernoch nicht verstanden, dass heilige Bücher oder einfacher gesagt: Ideen, von Zeit zu Zeit von Menschen missbraucht werden. Während Muslime sich aktiv in die Gesellschaft einbringen und seit jeher mit “Islam steht für Frieden, Freiheit und Loyalität” aufklären, wird ihr heiliges Buch, der Koran, sowohl von religiösen Fundamentalisten, aber auch ganz besonders von politischen Fundamentalisten, wie der AfD, missbraucht. Dass der Koran den “Islamischen Staat“ als antiislamisch entlarvt, wollen Fundamentalisten einfach nicht verstehen.



Hassprediger im Bundestag

Da stehen plötzlich Hassprediger im deutschen Bundestag und schreien “Der Koran sagt: Tötet die Ungläubigen. Sie sind schlimmer als das Vieh.”. Niemand fragt nach der Quelle. Für jeden “besorgten Bürger” ein gefundenes Fressen und ein weiterer Grund für ihn Muslime zu hassen.

Erster Fehler: Nicht der Koran sagt, sondern “Gottfried” sagt, denn der Koran verfügt über kein Sprachorgan. Zweiter Fehler: “Gottfried” nennt bei seinem Zitat keinerlei Quellenangaben. Das ist Absicht, denn das Zitat gibt es so nicht im Koran. Es ist eine Zusammenführung von zwei zusammenhanglosen Zitaten. Diese zwei Zitate lauten:

9:5 Und wenn die verbotenen Monate verflossen sind, dann tötet die Götzendiener, wo ihr sie trefft, und ergreift sie, und belagert sie, und lauert ihnen auf in jedem Hinterhalt. Bereuen sie aber und verrichten das Gebet und zahlen die Zakât, dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich, Allah ist allverzeihend, barmherzig.

Gerade für Menschen wie “Gottfried” gibt es im Koran und auch online Erklärungen unter diesen Texten. Wenn man hier nach diesen Passagen sucht, findet man unter 9:5 folgende Erklärung:

Diese Stelle bezieht sich auf die Kriegszeiten. Dies bedeutet nicht, dass mit den Ungläubigen Krieg zu führen sei, bis sie den Glauben annehmen. Hier handelt es sich um jenen Feind, der die Muslime acht Jahre lang bekämpft hatte und selbst nach dem Fall von Mekka nicht bereit war, mit den Muslime Frieden zu schließen.

Aber Hassprediger interessieren sich nicht dafür. Ihre Absicht ist Hass zu predigen und Hass kennt keine Fakten. Hass verfügt auch nicht über einen Verstand, welcher übrigens vom Koran an beachtlich vielen Stellen angesprochen wird. Genannt seien hier 39:10, 13:20, 38:30, 14:53, 16:13, 20:55, 10:101, 20:129 und viele Weitere.

“Gottfried” weiter: “Wenn Frauen sich auflehnen, schlagt sie.”

Wieder keine Quellenangabe. Im § 32 StGB Kapitel: Notwehr Absatz Absatz (2) steht:

“Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.”

Die ganze Stelle, die “Gottfried” zum Teil zitiert hat, lautet:

4:35 Die Männer sind die Verantwortlichen über die Frauen, weil Allah die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen und die (ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allahs Hilfe wahren. Und jene, von denen ihr Widerspenstigkeit befürchtet, ermahnt sie, lasst sie allein in den Betten und straft sie. Wenn sie euch dann gehorchen, so sucht keine Ausrede gegen sie; Allah ist hoch erhaben, groß.

Curio sucht sich also extra eine Lesart des Koran heraus, die seiner Hasspredigt noch mehr Holz in den Ofen wirft. Gut, nehmen wir “schlagt sie”, doch zuvor heißt es “von denen ihr Widerspenstigkeit befürchtet”. Von der Tradition/Hadith des Propheten Muhammad wissen wir, dass er Frauen nie geschlagen hat. Das war stets seine Praxis, die er anderen lehrte. Er sagte “Der beste unter euch ist derjenige, der seine Frau am besten behandelt.”

Also stellt sich die Frage worauf sich diese Stelle bezieht? Es geht hier um Notwehr und darum, dass eine Frau gewalttätig wird und das Leben des Mannes oder der Familie in ernster Gefahr bringt. Hier ist im Rahmen der deutschen Verfassung und im Rahmen des StGB das erlaubt, was dort niedergeschrieben wurde: Notwehr. Ein Muslim muss sich an das Beispiel des Propheten richten, dessen Lehre es war Frauen nicht zu schlagen, doch laut dem StGB ist eine Notwehr in besonders harten Fällen sowohl gegenüber Mann als auch Frau erlaubt.

Curio hetzt weiter: “Nehmt nicht Juden und Christen zu Freunden. Allah hat die Ungläubigen verflucht und für sie die Flamme bereitet.”

Wieder keine Quellenangabe. Auch dieses Zitat ist wieder, wie oben, absichtlich zusammengeschustert. Was steht im Koran wirklich und welche Stellen wurden zusammengeworfen?

Der erste Vers:

5:52 O die ihr glaubt! Nehmet nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Sie sind Freunde gegeneinander. Und wer von euch sie zu Freunden nimmt, der gehört fürwahr zu ihnen. Wahrlich, Allah weist nicht dem Volk der Ungerechten den Weg.

Aber bereits einige Verse danach heißt es:

5:59 die es als Spott und Scherz nehmen, wenn ihr zum Gebet ruft. Dies, weil sie Leute sind, die nicht begreifen.

Und an einer anderen Stelle heißt es:

60:9 Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht bekämpft haben des Glaubens wegen und euch nicht aus euren Heimstätten vertrieben haben, gütig zu sein und billig mit ihnen zu verfahren; Allah liebt die Billigkeit Zeigenden.

60:10 Allah verbietet euch nur, mit denen, die euch bekämpft haben des Glaubens wegen und euch aus euren Heimstätten vertrieben und (anderen) geholfen haben, euch zu vertreiben, Freundschaft zu machen. Und wer mit ihnen Freundschaft macht – das sind die Missetäter.

Spötter, Hetzer, Hassprediger, Terroristen, Tyrannen usw. sind damit gemeint

Diesem Aufruf folge ich sehr gerne, denn wer will schon einen Hassprediger wie Curio als Freund haben?

Der zweite Vers:

33:65 Allah hat die Ungläubigen von Sich gewiesen und hat für sie ein flammendes Feuer bereitet,

Dieser Vers ist losgelöst von 5:52 zu sehen und bezieht sich im Allgemeinen auf “Ungläubige”. Der arabische Begriff, der hier verwendet worden ist heißt “Kafir”. Im Deutschen wird häufig “Ungläubiger” benutzt, während auch der Begriff “Ablehner” geläufig ist, denn “Kuffr” als Nomen bedeutet “Ablehnung”. Der Kontext entscheidet, ob hier ein Tyrann, der Frieden, ein Terrorist, der das Leben ablehnt oder einfach ein Mensch, der eben nicht an Gott oder an ein Leben danach glaubt, gemeint ist. Während letzteres eine freie Entscheidung von “Möchtest du ein Leben danach, oder nicht?” darstellt.

Weiter sagt der liebe “Gottfried”: “Das, Herr Maaß, ist Hass”. Und hier möchte ich Herrn “Gottfried” nicht widersprechen. Zusammenhangloses zitieren, zusammenschustern von herausgerissenen Zitaten und Täuschung des Publikums ist tatsächlich Hass. Nämlich Hasspredigt & Hasspropaganda. Ich dachte immer, dass für solche “Europäer” Aufklärung, Vernunft und Verstand an erster Stelle stünden. Dass dem nicht so ist und dass viele Muslime bessere und aufgeklärtere Europäer als unser “Gottfried” sind ist eine Tatsache, die der AfD zuwiderläuft. Der Neid der AfD Muslimen und ihrer reichhaltigen Kultur und ihrem religiösem Eifer gegenüber ist nicht zu verkennen. Ich möchte diesen Artikel mit einem Zitat von Ingmar Jung (CDU), der nach “Gottfried” sprach, beenden:

„Wenn die AfD das christliche Abendland dauernd verteidigt, dann ist die Statistik wie viele sich zur christlichen Religion bekennen ganz interessant: In der CDU/CSU sind es 83,3 % und bei der AfD: 17,4%, 3% mehr als bei den Grünen. Das sind also die Verteidiger des christlichen Abendlandes.

Eine Fake Partei, mit Fake Zahlen und Fake Patriotismus. Eine Zumutung für viele friedliche Muslime und Bürger Deutschlands. Eine Zerreißprobe für uns alle. Wir werden uns nicht spalten lassen, denn je mehr die AfD versucht uns zu spalten um so näher werden wir zusammenrücken!

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel ist eine Antwort auf eine alte Rede von Curio im Bundestag vom 23.03.2018, die inhaltlich am 11.10.2018 gleicht

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„Muslime in der AfD“? Ich als Muslim finde diese Vorstellung lächerlich

Ist die AfD eine alternative für Muslime & Juden?

Stellen Sie sich vor: Sie werden auf die übelste Art und Weise beleidigt, diskriminiert, schikaniert und stigmatisiert. Dann sagt man Ihnen mit einem arroganten Unterton “Sie sind herzlich willkommen bei uns!”. Wie würden Sie sich fühlen? Ich würde mich zutiefst betrogen und hintergangen fühlen.

Kurzgefasst: Nein, die AfD ist keine Alternative für Muslime, sie ist überhaupt keine Alternative für irgendjemanden, der die Demokratie in Deutschland liebt. Ich versuche es ausführlicher zu erklären:



Religionsfreiheit, was ist das?

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland Artikel 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Frau von Storch und die AfD verletzen mehrmals die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und der Freiheit von religiösen Bekenntnissen:

Bundesvorstandsmitglied Beatrix von Storch sagte zum Auftakt: ‘Die Herrschaft dieses Islam in Deutschland ist nichts anderes als die Herrschaft des Bösen’.” 

Wie verhält sich der Satz “Die AfD ist eine Partei für die Religionsfreiheit” im Kontext von “Islam ist nichts anderes als die Herrschaft des Bösen”? Solch ein Satz verliert an Bedeutung, er wirkt herabwürdigend, unseriös und unglaubwürdig.

Ein weiteres Beispiel der Verletzung der Religionsfreiheit seitens der AfD:

2016 warb Alice Weidel mit diesem Plakat. Noch heute ist die AfD bestrebt, durch Angriffe auf das Grundgesetz Art. 4 die Ahmadiyya Gemeinde und andere islamische Verbände zu verbieten. So sagte Mary Khan (AfD) in einer Veranstaltung in Eschborn vom 06.10.2018, dass die Ahmadiyya Gemeinde politisch sei und einen Nährboden für Extremismus biete (so überliefert durch einen Teilnehmer).

Mary Khan ist übrigens die Tochter von Zahid Khan, einem selbst ernannten Propheten. Dieser sagt “Durch mich als Propheten erhielt der Prophet Mohammed die Möglichkeit, zu beichten, was im Islam und in seinem eigenen Leben falsch gelaufen ist“, sagt der 55-Jährige, und: „Im Islam manifestiert sich der Höhepunkt des Schaffens Satans.“ Man mag das gut oder schlecht finden, die Verbindung seiner Tochter zur AfD geht über den Hass ihres Vaters auf den Islam. Sowohl dieser Hass, als auch die Angriffe auf Zahid Khan sind an dieser Stelle zu verurteilen. Jedenfalls profitiert die AfD ganz gut von solchen Menschen.

Das sind Angriffe auf Religionen und religiöse Menschen seitens einer politischen Partei, wie der AfD, die sich als “demokratisch” verkauft, aber im Grunde genommen anti-religiös vorgeht. Staat und Religion werden bei der AfD nicht getrennt, während diese Forderung von anderen Religionen erwartet wird.

AfD ist antisemitisch und muslimfeindlich

Verbote von religiösen Gemeinden zu verlangen. Religionen pauschal zu verunglimpfen. Religiöse Menschen mit Terroristen und Extremisten in einem Topf zu werfen. Das alles zeugt von großer Lächerlichkeit und hat in einer demokratisch freiheitlichen Grundordnung nichts verloren.

Die AfD ist antisemitisch und muslimfeindlich, ja, sie ist auch verfassungsfeindlich und gefährdet die Freiheit Andersdenkender, Andersgläubiger und Andersaussehender Menschen, die in Deutschland leben.

Nun, welche Juden und welche Muslime spricht die AfD wirklich an? In einem sehr interessanten Beitrag heißt es:

“Der Gründer der „Juden in der AfD“ (JAfD), Dimitri Schulz, hat ein in jüdischen Kreisen außergewöhnliches Faible für einen antiken, durchaus umstrittenen Rabbiner, den Christen als den Sohn Gottes verehren – während Juden noch immer auf den Messias warten. Der Rechtsanwalt Max Naumann (verstarb 1939, war Gründer und Vorsitzender des Verbandes nationaldeutscher Juden) war sich sicher: Der Antisemitismus rührt einzig daher, dass Juden sich zu jüdisch gerieren.

 Der erbitterte Zionistenfeind und Gegner der „Fremdjuden“, also der gläubigen Menschen aus Osteuropa, gründete 1921 seinen Verein nationaldeutscher Juden (VnJ). In dessen Satzung heißt es: „Der Verband nationaldeutscher Juden bezweckt den Zusammenschluss aller derjenigen Deutschen jüdischen Stammes, die bei offenem Bekennen ihrer Abstammung sich mit deutschem Wesen und deutscher Kultur so unauflöslich verwachsen fühlen, dass sie nicht anders als deutsch empfinden und denken können.

Er bekämpft alle Äußerungen und Betätigungen undeutschen Geistes, mögen sie von Juden oder Nichtjuden ausgehen, die das Wiedererstarken deutscher Volkskraft, deutscher Rechtlichkeit und deutschen Selbstgefühls beeinträchtigen und damit den Wiederaufstieg Deutschlands zu einer geachteten Stellung in der Welt gefährden.””

Als Vergleich zu den Forderungen an Juden, hier die Forderungen der AfD für Muslime:

Wer sich zu „unserem Programm“ bekenne, könne Mitglied der Partei werden „und auch Initiativen starten“. Von Storch, die auch im Bundesvorstand ihrer Partei sitzt, schränkte zugleich ein, dass diese Muslime keine „Islamisierung“ befürworten dürften. Darunter verstehe sie eine „Zurückdrängung unserer Kultur und das Schließen von Kompromissen mit dem Herrschaftsanspruch, den der Islam in seinen meisten Auslegungen eben besitzt“.

Das lehne die AfD „ganz klar“ ab. Es gebe aber „liberale Muslime, die unter Polizeischutz stehen, eben weil sie einen liberalen Islam vertreten“. Diese könnten sich in der AfD wiederfinden. Bislang versteht sich die AfD als eine Partei, die den Islam als Bedrohung betrachtet. „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, lautet eine These in ihrem Grundsatzprogramm. Mehrere Formulierungen schränken muslimisches Leben in Deutschland ein. Die Partei lehnt das Minarett als „islamisches Herrschaftssymbol“ ab, ebenso wie den Muezzinruf. Beispielsweise will die AfD das betäubungslose Schächten von Tieren verbieten. Beatrix von Storch war maßgeblich an der Programmatik beteiligt.”

AfD-konformer Islam?

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die AfD nach dem nationalsozialistischen Prinzip von Max Naumann vorgeht und einen AfD-konformen Islam vorschreibt. Was die AfD unter “Islamisierung” versteht wird hier erklärt. Für die AfD ist “der Islam” liberal, wenn dieser sich den AfD-Forderungen unterwirft. Und mit einer Seyran Ates oder einem Hamed Abdel Samad pariert. Also ein selbst zusammengestellter Islam, der seine eigenen Grundwerte ablehnt und so “deutsch” wie Max Naumann von Juden damals forderte wie nur möglich sein muss.

Frau Seyran Ates mag liberal sein, sie mag auch reformorientiert sein, wäre da nicht der skandalöse finanzielle Schulterschluss im Zusammenhang mit Saudi Arabien’s Finanzierung einer ihrer Projekte, denn “Doch jetzt droht Seyran Ateş Ungemach aus Österreich. Denn dort steht einer ihrer Mitstreiter, der smarte Ex-Grüne Efgani Dönmez, im Verdacht, ausgerechnet von Saudi-Arabien sehr viel Geld für seinen von Ateş unterstützten Verein „Stop Extremism“ erhalten zu haben.

Die „Juden in der AfD“

Dimitri Schulz, Gründer der „Juden in der AfD“ (JAfD), kann sich ebenso als jüdisch und reformorientiert, liberal usw. bezeichnen, wäre da nicht folgendes. “Doch Schulz pflegt Kontakte zu Neonazis aus dem deutschrussischen Umfeld, wie der Wiesbadener Kurier berichtet. Es handelt sich dabei um den Arzt Aleksej Bach. Bach, der laut der Mainzer „Allgemeine Zeitung“ aus der AfD geschmissen wurde.

Und dessen mittlerweile gelöschtes Facebook-Profil dieses Motto schmückte: „Toleranz ist medizinisch gesehen ein Versagen des Immunsystems. Die fremden Elemente (Bakterien, Viren, Keime) werden nicht mehr abgewehrt. Führt unweigerlich zum Tod.“ Jener Bach ruft zur Gründung einer Wehrsportgruppe und zum bewaffneten Kampf auf, zum „Horror Teutonicus“ (gemeint ist wohl Furor, aber Fremdsprachen sind Glückssache).”

Die AfD kann sehr gerne Juden und Muslime für sich anlocken, doch Restriktionen im nationalsozialistischen Kontext á la Max Naumann zu fordern. Und “liberale” Muslime aus zwielichtigen Kreisen anzuwerben und dann noch von “wir sind für Religionsfreiheit” zu sprechen, ist und bleibt im Gesamtpaket eine Lachnummer, die ihresgleichen sucht und an Unseriösität und Unglaubwürdigkeit kaum zu übertreffen ist.

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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5 Lügen, die die AfD über „den Islam“ verbreitet

Faktencheck: 5 Vorwürfe, die AfD’ler & andere gegenüber Muslime verbreiten

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die AfD mit antimuslimischer Propaganda Muslime diskriminiert, schikaniert und stigmatisiert. Jedes Mal, wenn eine Meldung über einen Flüchtling oder einen Muslim auftaucht, der eine Straftat begangen hat, stehen alle Muslime und Flüchtlinge unter Generalverdacht.

Sie werden mit Vorurteilen bombardiert und an die Wand gestellt: “Lehne diese teuflische Religion ab und gehe dorthin wo du herkommst du hinterhältiges islamistisches Stück Scheiße!” Ja, in dem einen Satz kann man die Menge an Hass der AfD und ihrer Anhänger, sowie Sympathisanten und Mitläufer gegenüber Muslimen zusammenfassen. Und das ist ein echter Satz, der mir gesagt wurde.

Wenn Deutschland als pluralistische und offene Gesellschaft vorankommen möchte, müssen diese Hasstiraden, die auf Fehlinformationen und Vorurteilen fußen, aufhören. Die Liste der Lügen gegenüber Muslimen ist lang, deshalb werde ich nur die 5 häufigsten Lügen der AfD & Co. nennen und diese richtig stellen:



1. “Islam gehört nicht zu Deutschland”

Das ist in zweierlei Hinsicht falsch.

Erstens wurde das Deutschland, auf dem das heutige Grundgesetz basiert, am 03. Oktober 1990 mit der Wiedervereinigung gegründet. Zweitens spricht man vom “deutschen Volk” im historischen Kontext, wenn der Name von Karl dem Großen (768-814) fällt. Die erste Moschee wurde vor 1990 gebaut.

Und Karl kam mit dem Islam schon in Kontakt, als er einen Elefanten als Geschenk des muslimisch abbasidischen Kalifen Hārūn ar-Raschīd im Jahre 798 n. Chr. bekam. Somit gehört in dem Kontext der Zugehörigkeit der Islam schon seit Beginn der historischen Gründung Deutschlands durch Karl dem Großen zu Deutschland.

(Wiki: Abul Abbas war ein Elefant, der dem fränkischen Kaiser Karl dem Großen von Kalif Hārūn ar-Raschīdgeschenkt wurde. Er war der erste namentlich und urkundlich belegte Elefant nördlich der Alpen.)

2. “Muslime wollen in Deutschland die Scharia einführen”

Was wir bisher wissen, möchte Gauland einen “Systemwechsel” und er möchte Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel “jagen”. Was mit einem “Systemwechsel” gemeint ist, hat die Terrorgruppe “Revolution Chemnitz” in den letzten Tagen bereits gezeigt. Nach SPIEGEL-Informationen tauschten sich die Männer in der Telegram-Chatgruppe „Planung zur Revolution“ aus und sprachen darin von einem gewaltsamen „Systemwechsel“. Man könnte meinen, dass die AfD Ideen vorgibt, die von Rechtsterroristen umgesetzt werden wollen.

Einführung der Scharia hingegen ist nicht klar. Scharia bedeutet auf Arabisch “Der Weg zur Wassertränke” und regelt das religiöse Leben eines Muslims. Die Betonung liegt auf Muslim und nur für ihn. Die Scharia gilt also nicht für Nicht-Muslime. Darüber hinaus reduziert die AfD dieses Thema bloß auf “Hand abhacken und weitere drakonische Strafen” und verheimlicht absichtlich, dass es “die Scharia” oder “den Islam” gar nicht gibt. Islam wird in über 73 verschiedenen Gruppierungen ausgelegt, so wie es auch im Christentum und Judentum der Fall ist, doch dazu gleich mehr.

In jedem Fall gilt gemäß islamischer Scharia, die sich im Koran wiederfindet, dass das Gesetz eines Landes zu achten ist, welches das Leben als deutschen Bürger regelt. Das eine ist also die Regelung des religiösen und das andere die Regelung des bürgerlichen Lebens. Begeht also jemand eine Straftat, so wird dieser durch den Staat mit seinen Regelungen bestraft. Übrigens gibt es im Koran keine einzige Vorschrift einer Regierungsform, sondern fordert die Menschen auf demokratisch eine Regierung zu wählen (mehr hierzu im Punkt 4).

3. “Muslime wollen das Land durch Moscheen Islamisieren”

Die AfD plustert ihre Argumente gegen Muslime gerne auf und macht keine Ausnahmen. Es werden Vergleiche gezogen und Zahlen genannt, die mit der Realität wenig bis gar nichts zu tun haben. Beispielsweise heißt es, dass es in Deutschland ca. 2.700 Moscheen gibt. Diese künstlich hochgepushte Zahl wird als Argument zur Panikmache benutzt, man sagt uninformierten Bürgern “Muslime verändern das Stadtbild mit ihren tausenden Moscheen.” Schauen wir uns doch Mal ein Paar Zahlen genauer an:

(Quelle: statista.com)

Rechnet man alle Kirchen zusammen und legt diese neben allen Moscheen ergeben sich folgende Dimensionen: 45.600 Kirchen auf der einen Seite und 2803 Moscheen auf der anderen Seite. Aber hier gibt es einen Haken: Die Zahl 2.660 ist irreführend! Statista erklärt “*Klassische Moscheen: Mit Minarett und Kuppel; Nicht klassische Moscheen: Gebets- und Versammlungsräume.” Auf dieser Basis muss man die Dimensionen also wie folgt korrigieren: Es gibt in Wahrheit 45.600 Kirchen in Deutschland auf der einen Seite und nur 143 Moscheen auf der anderen Seite!

Ergebnis: 45.000 Kirchen vs. 150 Moscheen. Wer immer noch nicht verstanden hat, dass die AfD künstliche Zahlen zur Panikmache für ihre Propaganda benutzt, hat keine Ahnung von Größenverhältnissen.

Islamisierung durch Moscheen? Panikmache! Es ist eher eine Verweigerung der Religionsfreiheit für Muslime, die ein Grundrecht auf den Bau einer Moschee haben, genau wie alle anderen religiösen Organisationen der Christen, Juden und Andersgläubigen auch!

4. „Der Islam ist an sich eine politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist“,

sagte von Beatrix von Storch. — Mit diesem Satz wird oft das Argument “Muslime wollen die Scharia einführen” verwendet. In Wahrheit steckt hier eine gut eingebaute Lüge drin, denn es gibt keinen “der Islam”. Islam ist keine Person, die von sich aussprechen kann, kein Subjekt, sondern erst Mal eine Idee, eine Theorie. Diese Theorie praktizieren Muslime. In der über 1.400 jährigen Geschichte des Islam haben sich viele Gruppierungen vom Ursprung entwickelt, dies zeigt folgende Grafik sehr deutlich:
Es gibt im Islam weit mehr als über 73 Gruppierungen. Diese Entwicklung ist nichts besonderes, denn auch das Judentum und das Christentum haben einen derartigen Prozess der innerreligiösen Gruppierungen erlebt. Auf der anderen Seite suggeriert der Begriff “politische Ideologie”, dass nur die Scharia als absolut einziges Gesetz für einen Muslim gelten würde.

Neben dem es kein anderes Gesetz geben darf und dass die Scharia nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Ja, es gibt extremistische Muslime – die übrigens in der Minderheit sind -, die das deutsche Gesetz ablehnen, aber die Mehrheit steht hinter dem Grundgesetz und beansprucht den Artikel 4, der die Religionsfreiheit garantiert.

Hier muss eines klar gestellt werden: Islam ist nicht Politik.

Religion und Staat gehören getrennt. Das behaupte nicht ich einfach so, es steht im Koran folgendes:

„Allah gebietet euch, dass ihr die Treuhandschaft jenen übergebt, die ihrer würdig sind;” (Koran 4:58)

Konkret sagt die Aufforderung, die „Treuhandschaft“, also die Regierungsgeschäfte, jenen zu übergeben, die ihrer würdig sind. Wählen soll man solche, die nach Gerechtigkeit handeln. Hier wird als Voraussetzung weder die Religion, Hautfarbe, Geschlecht noch irgendein anderes Merkmal genannt.

Nun zum Vorwurf, dass die Scharia nicht Grundgesetzkonform sei. Anhand 7 Artikel aus dem Grundgesetz werde ich nun zeigen, dass die Scharia eben doch GG-konform ist!

5. “Der Koran verbreitet Terror.“

Weniger als 0,5 % der 6236 Verse des Korans sprechen über den Jihad mit einer Waffe. 99 % der Verse befassen sich mit dem innerem Kampf, also dem wahren Jihad. Dem Kampf gegen den inneren Schweinehund. Jihad bedeutet übersetzt „Anstrengung“. Der Koran widerlegt mit einem einzigen Vers all jene, die dieses Buch durch zusammenhangloses Zitieren missbrauchen:

Er ist es, Der das Buch zu dir herabgesandt hat; darin sind Verse von entscheidender Bedeutung – sie sind die Grundlage des Buches – und andere, die unterschiedlich gedeutet werden können. Die aber, in deren Herzen Verderbnis wohnt, suchen gerade jene heraus, die verschiedener Deutung fähig sind, im Trachten nach Zwiespalt und im Trachten nach Deutelei. Doch keiner kennt ihre Deutung außer Allah und diejenigen, die fest gegründet im Wissen sind, die sprechen: „Wir glauben daran; das Ganze ist von unserem Herrn“ – und niemand beherzigt es, außer den mit Verständnis Begabten – (Koran 3:7)

Der Koran ist ein historisches Buch

Es ist äußerst wichtig zu verstehen, dass der Koran an den Verstand appelliert. Und den Leser zu einer kritischen Haltung einlädt. In diesem Vers ist die Rede von “Wir glauben daran; das Ganze ist von unserem Herrn”. Somit sei all jenen Kritikern des Korans gesagt, dass der Koran kein Nachschlagewerk ist, sondern ein historisches Buch. Ohne seine Geschichte und ohne Gebrauch der Vernunft und des Verstandes in Betracht zu ziehen ist jegliches Zitat aus dem Koran wertlos. In diesem oben zitierten Vers wird deutlich, dass ein zusammenhangloses Zitieren aus dem Koran Zwiespalt und Deutelei hervorruft, dass im Islam nicht gestattet ist.

Es gibt eine Reihe weiterer Vorwürfe und Lügen seitens Islamkritiker. Sie bedienen sich im Prinzip von typischen Methoden zum Missbrauch von Texten. Letztendlich führt kein Weg daran vorbei, sich selbst ein Bild vom Islam durch richtige Muslime zu machen, die ihren Glauben ernst nehmen und diesen in ihrem Alltag praktizieren.

Deshalb lade ich jeden dazu ein, sich von Muslimen beraten zu lassen. Von denen, denen ihre Religion wichtig ist und die sich in dieser Gesellschaft im Rahmen des Grundgesetzes einbringen möchten. Redet mit diesen Muslimen statt mit einer extremistischen radikalisierten Minderheit, die ein festes Programm zur Spaltung der Gesellschaft fährt.

Artikelbild: pixabay.com, CC0

Einen kritischer Kommentar zum Islam hat unser Autor Mathias Werner hier verfasst:

Das hat natürlich was mit dem Islam zu tun

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