So fängt die Islamisierung Deutschlands also an. Mit Gummibärchen.

Katjes bewirbt seine vegetarischen Gummibärchen unter anderem mit einer Frau, die Kopftuch trägt. Für die Facebook-Nutzer ist klar: Hierbei kann es sich nur um die Islamisierung handeln. Was kommt als nächstes? Eine Schokoladenwerbung? Friedemann Kipp durchkämmt wieder einmal die Kommentarspalten und hat euch die besten herausgesucht.

Keine umfassende Einleitung heute, denn die Zeit drängt, liebe Leserschaft. Es wird wirklich ernst, denn ein erneut sieht sich unsere christlich geprägte Kultur, der Stützpfeiler unserer Gesellschaft, einem perfiden Angriff ausgesetzt. Es geht mir noch zu nah, um beschreiben zu können, was vorgefallen ist, daher lasse ich lieber den folgenden Screenshot sprechen:

*Ironie off* Meine Güte, auch nur für vier Zeilen so zu tun, als würde ich deswegen wirklich um unsere Gesellschaft fürchten, ist anstrengend. Nun gut, was ist vorgefallen?

 

Wie so oft bei kollektiven Aufregern im Internet: im Grunde gar nichts. Katjes, seines Zeichens namhafter Manufakteur zähviskoser, quietschbunter und in ihrer Form gerne Tieren nachempfundener Gummizuckerwaren, wirbt dafür, dass sie eine ganze Palette an “Veggie”-Produkten anbieten, also ohne tierische Gelatine. Soweit ich weiß, bieten sie dergleichen schon seit einer ganzen Weile an, es gibt also nur eine neue Werbekampagne. So weit, so unspektakulär.

Stein des Anstoßes bei der ganzen Sache ist die junge Dame, die im obigen Screenshot selbstbewusst lächelnd an einer der kleinen Zuckerbomben knabbert. Denn wer genau hinsieht, dem mag zwischen all den knalligen Pinktönen ein Detail auffallen: Die junge Dame trägt ein Kopftuch. Ihr wisst schon, diese Kopfbedeckung, die man bei muslimischen Frauen des Öfteren mal sieht.



Das war für einige Rezipienten der Werbung zu viel. Auf Twitter machte man mit dem üblichen Geplärre von wegen Islamisierung seinem Ärger Luft. Eine Redakteurin von NEON (stern) hat angesichts eben dieser “Beiträge” einen Kommentar verfasst, der im Kern ungefähr folgende Frage stellt: Wo zur Hölle ist euer verdammtes Problem?

Der stern hat anschließend, wie oben zu sehen, besagten Kommentar mit der offensichtlich ironisch gemeinten Überschrift “DA IST DIE ISLAMISIERUNG” auf Facebook veröffentlicht.

Was man vielleicht dazusagen sollte: Der Spot mit der Frau, die den Hidschab trägt, ist einer von drei identisch aufgebauten Spots, die man sich in dieser Playlist von Katjes auf Youtube ansehen kann. In den anderen beiden Spots wird das Produkt durch Frauen OHNE Kopftuch beworben. Wer augrund spärlicher subfontaneller Ausleuchtung zu dem Schluss gekommen sein könnte, dass die beworbenen Naschereien ausschließlich von Muslimen verzehrt werden können und dürfen, während sie bei “Ungläubigen” zu Sodbrennen, Milzbrand und Aphasie führen, kann sich also wieder abregen.

Gehört der Islam zu Deutschland?

Ja, richtig gelesen. Das ist die Frage, die sich hier offenbar viele gestellt haben. Denn wie wir wissen, gehört alles, was wir im deutschen Fernsehen sehen, zu Deutschland. Ich persönlich muss sagen, dass ich den Islam auf jeden Fall eher als zu Deutschland gehörig ansehe als diese dreimal verfluchten Check-24-Familien. Oder “Fruchtalarm”.

 

Eine Antwort auf die obige Frage liefert uns, wenn auch etwas aufbrausend, der Maick:

Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) liegt der Anteil an Muslimen in der Deutschen Bevölkerung bei etwa 5,4 – 5,7 % (Stand 12/2015). Es leben also mehrere Millionen Menschen muslimischen Glaubens in diesem Land. Somit kann man, sich rein auf diese Zahlen stützend, durchaus behaupten, dass der Islam zu Deutschland gehört. Inwieweit er kulturellen Einfluss nimmt und wo seine Grundsätze und Doktrinen mit hiesigen Gesetzen und Werten kollidieren, steht freilich auf einem anderen Blatt. Die eigentliche Frage müsste also lauten, ob er zu Deutschland “passt”. Und diese Frage ist weitaus komplexer anzugehen.

Hier gilt es beispielsweise zu beachten, dass Moslem nicht gleich Moslem ist. Nicht jeder Anhänger des Islam, der in Deutschland lebt, zieht sich orangene Warnwesten an und rennt als “Scharia-Polizei” durch Wuppertal. Natürlich gibt es solche Muslime, die am liebsten die Regeln und Gesetze des Islam über die der Bundesrepublik Deutschland stellen würden. Diese müsste man wiederum aufteilen in diejenigen, die versuchen, darauf aktiv hinzuwirken, und diejenigen, die die hiesigen Gesetze dieser Ansicht zum Trotz anerkennen und folgerichtig auch einhalten.

Dem entgegen stehen natürlich die zahlreichen Muslime, die zwischen ihrem Glauben und der Gesellschaft, in der sie in Deutschland leben, überhaupt keinen Dissens sehen und ihre Religion problemlos im Rahmen der in Deutschland im Grundgesetz verankerten Religionsfreiheit ausleben.

Kann man also sagen, dass der Islam nicht zu Deutschland passt, weil es Muslime gibt, die ihn so auslegen, dass er mit dem deutschen Recht nicht vereinbar ist?

Wenn ja, dann müsste man auch die Frage stellen, inwieweit christliche Doktrinen sich beispielsweise mit der nun möglichen Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren oder der Möglichkeit einer Abtreibung vertragen. Und dennoch ist dieses Land voll von gläubigen Christen, die deswegen nicht gleich den Staat stürzen wollen. Eben weil Deutschland ein säkularisiertes Land ist und unsere Gesetze ebensowenig an christliche wie an islamische Doktrinen gebunden sind.

Ob der Islam, oder eine beliebige andere Religion, zu Deutschland passt, hängt also stets vom einzelnen Gläubigen ab.

So, sehen wir uns nun mal ein paar Antworten auf Maicks Frage an.

Treffen sich ein Islamist und ein Bundespolizist…

Ich habe leider keine Ahnung, auf welchen Vorfall Denis anspielt, aber nehmen wir mal an, es gab ihn. Ein Islamist hat also einen Bundespolizisten bedroht. Nicht nett. Theoretisch könnte man den nun nach § 241 StGB anklagen.

Was der Polizist antwortet, hängt wahrscheinlich maßgeblich davon ab, ob er – offensichtlich im gegensatz zu Denis – den Unterschied zwischen einem Moslem und einem Islamisten kennt. Tut er dies, würde er vielleicht so etwas sagen wie “Der Islam mag zu Deutschland gehören, nicht jedoch der Islamismus.” Und ich würde ihm da zustimmen.

Vielleicht sagt er aber auch sowas wie “Geht’s noch? Einer von diesen Kebabfressern hat mich bedroht. Die gehören alle aus dem Land gekarrt!” Dann würde ich mir wünschen, dass er kein Polizist wäre.
Oder vielleicht würde er auch einfach sagen “Ja. Wieso auch nicht? Nur weil mich ein Arschloch bedroht hat, das an Allah glaubt? Ich bin Polizist, mich bedrohen öfter Arschlöcher. Manche glauben an Allah, manche an Gott, manche an gar nichts.

Beeindruckend. Der Kommentar ist im Grunde völlig inhaltsleer. Ab wann ist man denn ein “deutscher Volksgenosse”, lieber Thomas? Und was bedeutet “nicht unbedingt automatisch”? Jemand, der nicht deutscher Volksgenosse ist, kann also auch nach Deutschland gehören, wenn er bestimmten Anforderungen gerecht wird? Na die hätten mich jetzt aber wirklich mal interessiert.

Und täglich grüßt der Whataboutismus

Warum sollte sich ein Christ in Afghanistan auf die Straße stellen und sagen, dass der Islam zu Deutschland gehört? Und wen sollte das stören?

Okay, Spaß beiseite. Ja, in einigen Ländern kann es durchaus gefährlich sein, sich zum Christentum zu bekennen oder es gar zu wagen, Rechte für Christen einzufordern. Aber sollen wir uns wirklich daran messen lassen? Ist das nicht erst recht ein Grund, hier anderen Religionen gegenüber offener zu sein? Die Religionsfreiheit, die in Deutschland gilt, ist global gesehen keine Selbstverständlichkeit. Und statt stolz darauf zu sein, dass wir so etwas hier haben, forderst du implizit genau die Unterdrückung, die du diesen restriktiveren Ländern vorwirfst.


Halte es doch einfach wie zahlreiche Eltern, wenn ihre Kinder mit einer schlechten Note nach Hause kommen und sich dann rechtfertigen, dass Mitschüler XY ja aber eine noch schlechtere Note hat: “Mir ist egal, was die anderen haben.

Schweinefleisch und Krebs

Ist ja gut, du kannst dein Schweinefleisch ja behalten. Himmel, entspann dich. Bekommst du eigentlich noch mit, was du kommentierst oder hast du einfach nur das Beitragsbild gesehen und warst sofort getriggert, “dein” Land verteidigen zu müssen? Gegen eine lächelnde Frau in rosa Kleidung, die ein Gummibärchen isst?

Äh…ja. Parkscheinautomaten auch. Und Pilzesammeln im Wald. Und weiter? Ist das hier jetzt ein Ratespiel?

Je nachdem, wie man es sehen will, gehört es auch zu unserer Kultur, sich anständig zu artikulieren. Diesen Schandfleck von einem Kommentar, den offenbar je zur Hälfte Roland und die Autokorrektur seines Smartphones geschrieben haben, erst einmal übersetzen zu müssen, “klotzt” mich auch an. Und was genau an dieser Süßigkeiten essenden Frau ist nun nochmal ein Indiz für gescheiterte Integration? Dass sie, obwohl sie doch in Deutschland (!!!11elf!) lebt, trotzdem ein Kopftuch trägt? Tut mir Leid, Roland, aber das ist erlaubt. Leb damit.

So, genug mit den Antworten auf Maicks Kommentar. Widmen wir uns Größerem!

Heute Fruchtgummis, morgen ganz Deutschland!

Jaah, ich sehe es nahezu bildlich vor mir, wie eine kleine Loge aus hardcore-fundamentalistischen Islamisten im stillen Kämmerlein sitzt und sinister Konferenz hält, wie man Deutschland möglichst subtil “islamisieren” könnte. Und plötzlich schlägt einer der Verschwörer die geballte Faust auf den Tisch und schreit auf “Ich hab’s! Ich weiß, womit wir anfangen!” – “Sag es uns!”, wird dann ein anderer fordern und der erste wird die Faust vor sich ballen und sagen: “Mit der Fruchtgummiwerbung fangen wir an! Erst die Fruchtgummiwerbung, dann ganz Deutschland!”. Und alle schreien dann laut “JAAAAH!!!” Und dann lachen sie alle boshaft und mindestens einer streichelt eine auf seinem Schoß sitzende Katze, weil anständige Bösewichte das so machen.

Absurd und übertrieben? Quid pro quo, Wolfgang.

Und bald dann auch noch in der Schokoladenwerbung? Kennen die denn gar keine Scham?

Der Wille der Fuzzis

Nein! Was denen aber auch einfällt, ihren Job zu machen, diesen feisten, tückischen Werbe-Fuzzis. Ich hab da auch eine Idee, was deren Hintergedanken sind, aber ich lasse erst einmal andere mutmaßen.

Kunden! Das ist ein gutes Stichwort. Auf diesen “Hintergedanken” der Werbeverantwortlichen hatte ich tatsächlich auch getippt. Zugegeben, ich halte die von Ala veranschlagten sechs Millionen Neukunden für etwas optimistisch. Aber ich denke, auf Kundenakquise als Motiv können wir uns einigen. Frank? Einverstanden?

Natürlich. Was auch sonst. Ich geb’s auf.

Und weitere Stilblüten

Ich könnte jetzt nochmal darauf verweisen, dass es drei Spots gibt, die Damen in den anderen beiden Spots kein Kopftuch trugen und trotzdem Fruchtgummis gegessen haben, ohne spontan in Flammen aufzugehen, aber diese Information hat der Artikel ebenfalls geliefert und da hat sie dich, liebe Silvia, ja offenbar auch nicht interessiert.

Da du also schon fragst, bitte: Ja, du darfst die nur noch mit Kopftuch essen. Alle anderen dürfen die essen, wie sie wollen. Du nicht. Du musst dabei ein Kopftuch tragen, den Fruchtgummi vor dich auf einen Gebetsteppich legen und ihn dann von dort mit dem Mund aufheben. Und du darfst nur in Richtung Mekka kauen. So, jetzt zufrieden?

Ohje, das muss hart sein. Menschen zu sehen, die anders ausschauen als du. Und dann auch noch aufgezwungen! Für dich scheint irgendeine ominöse staatliche Verordnung zu gelten, die dich zwingt, Werbung zu schauen. Ansonsten könntest du ja auch einfach um- oder ausschalten.

 

So, kommen wir zum letzten Kommentar. Diesmal fand ich ihn leider überhaupt nicht belustigend.

Weißt du, Mahsun, ich lese eine Menge dumpfe Hetzkommentare bei meinen Recherchen für dieses Format hier, aber dein Kommentar sticht echt heraus.

Nicht nur hast du dich ganz offenbar nicht einmal auch nur eine Sekunde mit dem Artikel befasst, auf dem basierend du den stern hier als “den letzten Dreck” bezeichnest, sondern du wirfst der Autorin quasi auch noch das komplette Gegenteil ihrer Aussage vor.
Der stern sowie die Autorin versuchen hier durch das Verbreiten bzw. Verfassen des Artikels der grundlosen Hetze gegen den Islam aufgrund eines Werbespots entgegenzuwirken und du wirfst ihnen dafür genau das vor? Geht’s eigentlich noch?

Viel Lärm um Nichts

Die meisten Kommentatoren versuchten, ihre Aversion gegen das Gezeigte hinter allerlei mehr oder minder plausiblen Motiven zu verstecken.

Einige Kommentatoren wirkten beinahe besorgt, weil nun das Kopftuch, das gerne als “Symbol der Unterdrückung von Frauen im Islam” bezeichnet wird, wie selbstverständlich in den Medien gezeigt wird und damit diese Unterdrückung gesellschaftsfähig würde.

Dass es in einigen Ländern und Gesellschaften ein Werkzeug der Unterdrückung ist, will ich gar nicht leugnen. Aber das Kopftuch ist vor allem ein Ausdruck muslimischen Glaubens. Es wird von vielen freiwillig getragen. Ich bin selbst kein Fan von auch nur irgendeiner Form der religiös motivierten Verschleierung, aber deswegen steht es mir noch lange nicht zu, irgendwem das Recht darauf abzusprechen. Und es sollte nicht denjenigen, die freiwillig Hidschab tragen, angelastet werden, dass dies anderswo erzwungen wird.

Andere Kommentatoren störten sich daran, dass Katjes durch das Zeigen einer Muslima explizit darauf hinweisen wolle, dass das Produkt für Muslime “geeignet” sei. Ganz ehrlich, wieso sollte Katjes ihr Produkt nicht auf diese Art bewerben? Viele Fruchtgummiprodukte enthalten Schweinegelatine, was sie für Muslime, die sich an die Nahrungsgebote ihrer Religion halten wollen, “haram”, also verboten macht. Die beworbenen Fruchtgummis enthalten keine Gelatine und sind somit auch für Muslime attraktiv. Wirft man hier wirklich einem Unternehmen vor, eine bestimmte Zielgruppe ansprechen zu wollen?

Ich bin selbst wahrlich kein Fan des Islam, aber so langsam frage ich mich, ob ein simpler Lorem-ipsum-Text, in den man einmal pro Absatz wahllos das Wort “Islam” einstreut, nicht sogar ein ähnliches Ergebnis im Kommentarbereich erzielen würde, wie es der obige Artikel getan hat. Es geht Leuten wie den heutigen Kommentatoren doch längst nicht mehr darum, was der Islam tut oder was seine Anhänger tun. Es geht darum, dass es ihn in Deutschland überhaupt gibt. Und darum, dass sie seinen Namen, seine Symbole und seine Anhänger sehen, wenn sie in die Medien schauen. Das wollen sie nämlich nicht. Das ist ihnen fremd und kommt ihnen absonderlich vor. Und dahinter steckt überwiegend schlicht und einfach Xenophobie. Weil sie nicht trennen können und wollen zwischen Islamisten und einfachen, gläubigen Muslimen.

Unterm Strich muss man sich einfach mal vor Augen führen, worüber sich hier hunderte von Leuten aufregen: Eine Frau, die ihre Religion offen zur Schau stellt, kommt in einem Werbespot vor. Nicht mehr und nicht weniger. Sie redet dort nicht über ihre Religion, sie versucht auch nicht, zu missionieren. Sie lächelt und isst Fruchtgummi.

Nicht jede Zurschaustellung von Religion ist gleich der Versuch einer Kulturinvasion. Ich als Atheist fühle mich ja auch nicht davon belästigt, wenn jemand einen Kreuz-Anhänger um den Hals trägt. Es kann mir ja auch schlicht und einfach egal sein, solange die Person nicht versucht, mir ihre Religion aufzuzwingen.

Bis in zwei Wochen.

 

P.S.: Ich habe diesmal, anstatt den Facebook-Beitrag zu verlinken, einen Screenshot des Beitrags eingestellt und werde das auch weiterhin so halten. Wer den letzten Eintrag verfolgt hat, dem mag aufgefallen sein, dass der Beitrag auf FB zwischendurch gelöscht wurde und der Link somit tot war, was nicht gerade zum Verständnis meines Eintrags beigetragen hat. Um gegen so etwas künftig abgesichert zu sein, verwende ich nun Screenshots. Wer den Facebook-Post dennoch aufrufen möchte, findet ihn – noch – hier.




Fleischkonsum reduzieren, um Ressourcen zu schonen?

Dass wir um des Klimas Willen unseren Fleischkonsum reduzieren müssen, ist keine neue Erkenntnis, Deshalb sind Artikel, wie der mit dem Titel „Deutsche sollen nur halb so viel Fleisch essen“ ebenso häufig wie richtig. Doch das schmeckt den Usern nicht. Die Reaktionen unter solchen Artikeln hat sich Friedemann Kipp in seiner Kolumne angeschaut. Und musste sich durchaus dafür schämen.

Hallo und willkommen zum zweiten Eintrag im Jahr 2018. Nachdem ich mich nun zwei Wochen entspannt habe, fühlte ich mich sogar einigermaßen bereit, mich wieder in die Kommentarspalten zu stürzen, ohne dabei gleich Tränen zu vergießen. Gesagt, getan. Heute wollen wir uns von den bundespolitischen Themen, die die letzten Einträge dominiert haben, mal ein wenig wegbewegen. Daher habe ich mir diesmal etwas Gesellschaftliches vorgenommen.

Ich möchte vorwegschicken, dass ich mich bei den Recherchen für diesen Eintrag wie bei keinem anderen zuvor geschämt habe. Der Bevölkerungsgruppe, der die heutigen Kommentare entstammen, gehöre ich nämlich auch an. Die Rede ist von Fleischessern.

Carnivoris major

Man sehe mir nach, dass ich diesmal thematisch nicht allzu weit ausholen will. Der Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern des Fleischkonsums ist nicht wirklich neu und beide Seiten haben sowohl gute als auch schlechte Argumente und Methoden, ihn auszutragen.

Unterm Strich bleibt zu sagen, dass die aktuelle Situation nicht tragbar ist. Das Gewicht der ethischen Argumente, die von erbärmlichen Haltebedingungen in der Massentierhaltung bis hin zum Töten eines Tieres aus kulinarischen Gründen an sich reichen, mag aufgrund persönlicher Ansichten schwanken, aber die meine ich damit nicht einmal.



Anders sieht es beim Ressourcenverbrauch aus. Massentierhaltung frisst unverhältnismäßig viele Ressourcen. Bevor so ein Stück Fleisch nämlich auf unseren heimischen Tellern landet, braucht das Tier, dem es entstammt, nämlich selbst eine ganze Menge Futter und das will irgendwo angebaut werden. Die Fleischproduktion kostet immense Mengen an Wasser, sorgt für beängstigend hohe Treibgasemissionen und der Futtermittelanbau verschlingt ein großes Ausmaß an Nutzflächen.

Und am Ende finden wir dann im Discounter um die Ecke abgepacktes Fleisch zu je 1,99 € pro Pfund. Das hier etwas nicht stimmen kann, steht außer Frage.

Umweltschützer legen deshalb nahe, den Fleischkonsum zu überdenken und sinnvollerweise zu reduzieren. Zwar geht der durchschnittliche Fleischkonsum in Deutschland in den letzten Jahren schon langsam zurück, jedoch müsste sich hier noch weit mehr tun. Für weitere Informationen und Belege hierzu empfehle ich übrigens einen Blick in den “Fleischatlas 2018”, eine von BUND und der Heinrich Böll-Stiftung herausgegebene Daten- und Faktensammlung zum Thema Fleisch als Nahrungsmittel. Ihr könnt ihn euch als kostenlose PDF herunterladen.

 

Der Ton macht die Musik

Der Artikel, zu dem die heutigen Kommentare abgegeben wurden, wurde von der WELT veröffentlicht. Wie wir aus vorherigen Einträgen wissen, tut sich eben diese etwas schwer, wenn um das Formulieren von adäquaten Überschriften geht. So auch dieses mal, wie wir im Folgenden sehen können:

(18.01.2018; Anm.: Der Facebook-Post wurde mittlerweile von n24 entfernt. Der Post war betitelt mit „Deutsche sollen nur noch halb so viel Fleisch essen“ und verwies auf diesen Artikel)

Wer den Artikel anklickt, findet tatsächlich eine recht subjektive Darstellung von allerlei Informationen rund um den Fleischkonsum und die Empfehlung der Reduzierung desselben sowie Maßnahmen, mit denen man dies erreichen könnte.

Freilich muss man den Artikel hierzu auch wirklich anklicken und im Idealfall sogar die von der WELT dafür veranschlagten sieben Minuten Lesezeit investieren, um sich des Inhalts vollends gewahr zu werden. Und wie wir ja schon ein paarmal feststellen durften, hat es der gemeine Facebook-Kommentator damit nicht so. Schauen wir also mal in die Kommentare.

 

Hauptsache dagegen!

Zugegeben, die Überschrift ist ein wenig maßregelnd formuliert. Dass es sich dabei nicht um eine Verpflichtung handelt, sondern lediglich um eine Empfehlung im Sinne des Erreichens bestimmter Ziele bezüglich Umweltbelastung, Tierwohl usw., geht da schnell verloren. Und somit verfallen die Rezipienten wieder reihenweise in Trotzhaltung und antworten sinngemäß alle Folgendes:

Welch Geistes Kind sind jene, die sich Experten schimpfen, den Deutschen einfach das gute Fleisch VERBIETEN zu wollen!? Narren und Nichtsnutze will ich sie heißen, allesamt, wie sie dastehen und derlei Unfug zu fordern wagen! Eine Unverfrorenheit, die ihresgleichen sucht! Ist es doch des Deutschen angestammtes Recht (!), sich vom Fleische des Tieres zu nähren, wie es ihm beliebt. Was soll kredenzt werden, wenn man sich zum Feierabend hin mit der Familie an der Tafel versammelt, um gute Gesellschaft zu halten und von den Geschehnissen des Tages zu sprechen? Etwa… Gemüse? Schon mein Vater aß allabendlich Fleisch vom Schwein, wie auch schon sein Vater vor ihm. Und nun soll mir das Fortführen dieser gar stolzen Tradition von irgendwelchen dahergelaufenen Kretins verwehrt werden? Schande, rufe ich aus. SCHANDE!

 

Ich dachte mir, wenn die Argumente schon so schwach sind, dann kann man sie ja wenigstens mal in ein hübsches Sprachbild verpacken, oder nicht? Leider las ich nichts dergleichen. Was ich stattdessen vorfand, habe ich in einer kleinen Best-Of-Collage zusammengefasst.

Von blankem Zorn bis hin zu Verwirrung und Ratlosigkeit ist also alles dabei. Betrachten wir nun einige weitere Exemplare im Einzelnen.

Genau, Steffi! Dauernd diese Minderheiten, die irgendwas fordern. Erst die ganzen Muslime, die irgendwo eine Moschee hinklatschen wollen, nun auch noch diese Baumschmuser, die einem die grobe Mettwurst von der Stulle mopsen wollen. #naistdochwahr

Weißt du, Steffi, der Umstand, dass die Umweltexperten, die dich hier “nerven”, eine Minderheit sind, ist genau das Problem. Hätte jeder ein umfassendes Verständnis von der Fleischindustrie und ihren Auswirkungen, hätten wir vielleicht einige Probleme gar nicht.

Ich habe einen Moment gebraucht, aber ich vermute, dass Mayk hier auf die Sache mit der H&M-Werbung für einen gewissen Pullover anspielt. Aber was genau soll das nun hier? Hat der Kommentar den Anspruch, witzig zu sein? Oder willst du einfach nur dagegen protestieren, dass die H&M-Werbung als rassistisch angesehen wird? Wenn ja, wieso hier? Fragen über Fragen…

Mensch, Marion, schalt mal einen Gang runter. Hier wird nichts vorgeschrieben, hier wird empfohlen. Warum du nochmal zwischen Zwangs- und regulären Vorschriften unterscheidest, ist mir nicht ganz klar, aber ich kann dich beruhigen, beides liegt hier nicht vor. Was die Bevormundung angeht, sieht es vielleicht etwas anders aus.
Wann muss jemand bevormundet werden? Wenn sein eigenes Urteilsvermögen offensichtlich nicht ausreicht, um eine richtige Entscheidung treffen zu können. Jemand, der für einen Euro je Pfund Hackfleisch kauft, obwohl ihm klar sein müsste, dass hierbei irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann, der bedarf vielleicht einer gewissen Bevormundung.

Und es ist ja nicht so, als würde man einfach über dich hinweg entscheiden wollen. Vielmehr ist man gewillt, dich durch Argumentation dazu zu bewegen, selbst zu der geforderten Einsicht zu gelangen. Sicherlich hätten die Verantwortlichen Besseres zu tun, aber da ein Umdenken auf breiter Front bis dato ausgeblieben ist, müssen sie sich eben weiter mit Leuten wie dir auseinandersetzen.

Amen! Um die Lust geht es ja gar nicht, die kannst du haben, so oft du magst. Es geht nur darum, dass du dir die Pampe einfach ein wenig seltener aufs Brot schmierst.

Hey, das finde ich nun wirklich unfair. Das ist kein reines Herrenproblem. Tatsächlich war, soweit ich das anhand der Namen und Profilbilder der Kommentatoren beurteilen konnte, das Verhältnis zwischen Männlein und Weiblein unter den “Lasst-mich-in-Ruhe”-Verfechtern relativ ausgeglichen.

Iss du nur, Uwe, kein Thema. Aber was soll der Satz danach bedeuten? Was sollte man denn von dir wollen? Willst du dein Essen dann mit deinem Besucher teilen? Und was sollen diese beiden verschmitzt lachenden und zwinkernden Smileys? Das ist unheimlich, Uwe. Wirklich unheimlich. Ich möchte dich nicht besuchen.

 

Wenn es kein Fleisch mehr gibt, frühstücke ich eben Clowns

Ich vermute, die folgenden Kommentare basieren überwiegend auf folgender Annahme:

Hm, ja, kann schon sein, dass da ein paar dabei waren. Und weiter? Ist es neuerdings Veganern vorbehalten, sich Gedanken um Klima und Ressourcenverbrauch zu machen?

Nunja, wer hat schon Lust, sich mit Argumenten auseinanderzusetzen, wenn man doch stattdessen total innovative Witze machen?

Haha…ha..hihi. Der Witz ist älter als mein Großvater. Zwar ziehe ich aus gustatorischen Gründen ebenfalls Steak einem vegetarischen Gericht vor, aber das macht es auch nicht lustiger.

Ach Günter, du hast doch sicher schon zu Schulzeiten deine Mitschülerinnen reihenweise mit deinem feschen Humor rumgekriegt, nicht wahr?

 

Und was ist mit den Muslimen?

Ja, ihr lest richtig. Einige Spezialisten haben tatsächlich die Brücke von Fleischkonsum zu Migration und Flüchtlingen geschlagen. Im Ernst, habt ihr etwas anderes erwartet?

Ich vermute einfach mal, dass auch dieser Kommentar witzig sein soll. Aber irgendwie liest er sich nicht so. Er ist lang und annähernd orthographisch korrekt geschrieben und liest sich daher beinahe ernst gemeint, was ich ziemlich beunruhigend finde. Vor allem dieser Daumen nach oben am Ende. So als sei Martin von glühendem Unverständnis erfüllt, wieso denn bisher niemand auf diese so simple Lösung für gleich mehrere Probleme gekommen ist. Wahrscheinlich saß er wirklich eine Weile von dem PC und hat darauf gewartet, dass jemand etwas Zustimmendes darunter kommentiert. Etwas wie “Mensch, das ist es! Dass wir da vorher noch nicht drauf gekommen sind. Alles klar, wir treffen uns in einer Stunde vorm Flüchtlingsheim um die Ecke, bringt Besteck mit und wer hat, auch gerne einen Thermomix!

Natürlich. Das ist ja die Lösung für alles. Grenzen dichtmachen. Nix rein, nix raus. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Christoph diesen Satz einfach unter JEDEN Artikel kotet, der in seiner Timeline auftaucht, ohne sich anzusehen, um was es überhaupt geht.

Weniger Fleisch essen? Lieber Grenzen dichtmachen!

Pflegekräfte brauchen bessere Bezahlung? Lieber Grenzen dichtmachen!

Der Bachelor musste sich wieder von einigen seiner sparsam beleuchteten Bikinibratzen verabschieden? Armer Kerl, lieber schnell die Grenzen dichtmachen! *Seufz*

Was ist eigentlich mit der Meinungsfreiheit? Normalerweise plärrt doch auch bei jedem beliebigen Thema jemand, dass man sich ja nicht mehr trauen könnte, seine Meinung zu äußern.

Na geht doch. Danke, Seb.

 

Das Kuriositätenkabinett

Anstelle des üblichen WTF-Kommentars gegen Ende habe ich heute eine ganze Reihe davon vorbereitet:

Ich habe den Kommentar wirklich oft gelesen und konnte leider nicht den Hauch von Verständnis für den Inhalt erlangen. Ernsthaft, ich habe keine Ahnung, was Klaus will. Aber es ist offenbar sehr lustig. So lustig, dass er einen lila Hund daruntergepostet hat. Ich werde die Vermutung nicht los, dass dieser Hund und Klaus die einzigen sind und bleiben werden, die darüber lachen.

Sehr puristisch, dieser Kommentar. Beinahe philosophisch. Die Stimme meiner Deutschlehrerin aus der Oberstufe hallt dumpf in meinem Kopf wider und fragt: “Was will uns der Autor damit sagen?”

Nun, vermutlich, dass aus seiner Sicht der Fokus bei Nutztieren auf dem Nutzen, nicht etwa auf dem Tier liegen sollte. Ein wenig unempathisch, aber okay. Leider ist selbst diese Argumentation völlig unbrauchbar, da sich damit bestenfalls den ethischen Aspekten des Fleischverzichts begegnen lässt. Umwelt- und Ressourcenaspekte werden davon nicht einmal angekratzt. Durchgefallen, Alex.

Recht hat er, der Marcel. Wenn man den Umweltschützern nur genug Fleisch verabreicht, wird aus “Esst weniger Fleisch” ganz schnell “Efft wmpfpf Flmpf…*erstickendes Röcheln*”.

Klasse, Marcel. Ich bewundere deinen Weitblick.

Gut zu wissen. Danke, Michael.

Nett von Eleonore, dass sie uns hier ungefragt ihren halben Speiseplan darlegt. Wenn er mir doch nur nicht so egal wäre. Aber eines nehme ich aus diesem Kommentar mit. Offensichtlich gibt es nämlich eine Zubereitungsform für Kartoffelklöße, dir mir bis heute verborgen geblieben ist. Das “Knatschen”. Ich werde alsbald versuchen, herauszufinden, was genau das sein soll. Wünscht mir Glück.

So, kommen wir zum letzten Kommentar:

In diesem Suchbild hat sich offenbar ein Kausalzusammenhang versteckt, der nun zur öffentlichen Fahndung ausgeschrieben ist. Sachdienliche Hinweise in der Angelegenheit werden unter waswilldertypdenneigentlich@wtf.de gerne entgegengenommen.

 

Fazit: Geht’s eigentlich noch?

Wie ich eingangs bereits erwähnte, hat mich die Recherche für diesen Eintrag wie bei keinem anderen zur Weißglut getrieben. Ich bin leidenschaftlicher Fleischesser und sehe mich auch in absehbarer Zeit nicht von diesem Standpunkt abweichen. Dennoch kann auch ich mich der Argumente auf Sachebene, speziell hinsichtlich Ressourcenverbrauch und Umwelt- bzw. Klimaaspekten nicht erwehren. Und ganz ehrlich? Das will ich auch nicht. Die Verantwortung dafür liegt bei jedem Einzelnen und auch wenn ich im Falle einer Realisierung der im Artikel vorgeschlagenen Maßnahmen – vornehmlich einer gepfefferten Preiserhöhung für Fleischprodukte – selbst betroffen bin, sehe ich dies als absolut angemessen an. Fleischkonsum kann auch bewusst erfolgen.

Zu qualitativ hochwertigerem und unter besseren Bedingungen produziertem Fleisch zu greifen, ist jedem möglich. Gegebenenfalls muss man eben wirklich seltener Fleisch essen, wenn es das Budget vorschreibt, dafür aber gutes Fleisch.

Ist es denn wirklich notwendig, sich hier in infantilen Trotz zu verkriechen und seine eigene Ignoranz hinter tonnenweise schlechten Veganerwitzen zu verstecken, nur um nicht darauf verzichten zu müssen, sich siebenmal pro Woche billigstes Fleisch von erbärmlicher Qualität, dem sowohl Geschmack als auch Konsistenz völlig abgehen, einverleiben zu können? Steckt da wirklich noch Genusswille dahinter, oder ist es das krampfhafte Festhalten an einem Missstand, der in diesem Land schon so lange als normal hingenommen wird, dass die sachliche Infragestellung desselben jegliche Reflektion verbietet und sofort als Angriff auf die persönlichen Rechte gilt?

Niemand will hier Fleischkonsum verbieten. Eine Empfehlung wird ausgesprochen. Die Empfehlung basiert dabei sogar nur begrenzt auf ethischen Motiven. Ob der Wert tierischen Lebens so zu bemessen ist, dass Fleischkonsum moralisch nicht vertretbar ist, muss tatsächlich jeder für sich entscheiden. Da steht ja auch nicht, dass wir aufhören sollen, Fleisch zu essen. Die Empfehlung sieht lediglich eine Reduzierung vor. Und diese wird hervorragend begründet. Dem Rezipienten wird alles an die Hand gegeben, was er benötigt, um die Empfehlung nachvollziehen zu können und im Idealfall eine ausreichende Motivation daraus zu ziehen, sie nicht nur umsetzen zu können, sondern es auch zu wollen.

Und was machen die Rezipienten? Sie schimpfen auf die Umweltschützer, beleidigen sie, machen Witze und sprechen ihnen gar das Recht auf ihre Meinung ab. Weil sie sich bevormundet fühlen. Weil die eigene Aufmerksamkeitsspanne nicht einmal mehr ansatzweise für das Erfassen komplexer Probleme wie den hier zugrunde liegenden ausreicht. Weil zwischen zwei Presswurstschnitzeln offenbar nicht einmal mehr genug Zeit für einen Funken an Selbstreflexion bleibt.

Die Informationen, auf denen die Empfehlung basiert, sind nicht grundsätzlich neu. Jeder hätte Recherche betreiben können und wäre nach rein rationaler Abwägung selbst darauf gekommen, dass das Ausmaß des Fleischkonsums in Deutschland nicht tragbar ist. Was die Autoren des Fleischatlas hier getan haben, ist nichts anderes, als diese Informationen auszuwerten und die gewonnene Essenz unverbindlich zur Verfügung zu stellen. Und genau dafür ernten sie die oben gesammelten Reaktionen. Ob die “Lasst-mich-doch-in-Ruhe”-Fraktion in ihrem beschränkten Denkvermögen jemals auf die Idee gekommen ist, dass unter den Umweltschützern vielleicht selbst passionierte Fleischesser sind, die nun mehr oder minder schweren Herzens – aber aus guten Gründen – ihren Fleischkonsum einschränken müssen, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden?

Nein, wahrscheinlich nicht. Gesehen wird nur ein Verein von Moralaposteln, die man sicherheitshalber als unbedeutende Minderheit abtut, um nicht hinhören zu müssen. Sie werden als baumschmusende Grünterroristen betrachtet, die das ganze Land mit ihrem unwerten, fleischlosen Lebensstil indoktrinieren wollen. Und das ist wahrlich ein Armutszeugnis für uns Fleischesser.

Glaubt mir, mir gehen die wirklich militanten, missionierenden Veganer, die einem in jedes Schnitzel hineinquatschen und aus der Haut fahren, wenn bei Grillpartys mein Steak nicht den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 20 cm zu ihrer dämlichen Grillzucchini einhält, genauso auf den Keks. Aber das macht ihre Argumente nicht schlechter. Und Argumente haben sie genug. Die derzeitigen Verhältnisse gebieten mindestens einen bewussteren Fleischkonsum. Bessere Qualität und angemessene Preise gehen da Hand in Hand. Wenn hierfür kein breiteres Bewusstsein unter den Fleischessern entsteht, wird es unweigerlich dazu kommen, dass der Staat eingreift. Das ist dann zwar tatsächlich Bevormundung, aber die haben wir dann möglicherweise sogar verdient. Ihr wisst ja, wer nicht hören will, muss fühlen.

Ich für meinen Teil habe mir unlängst die Adresse eines Bauernhofs in der Nähe herausgesucht. Dort verkauft man Fleischprodukte aus eigener Herstellung und das werde ich mir in der kommenden Woche mal genauer ansehen. Ich weiß, das “Ich kaufe nur beim Bauern um die Ecke”-Argument ist auch schon irgendwie abgedroschen, aber irgendwo muss man ja mal anfangen, nicht wahr?

Bis in zwei Wochen.

Diesen und ältere Beitrage von „kleiner Mann, große Worte“ findet ihr auf Kipps Blog „Kippfenster“

Warum sind so viele Leute mit Wahltrends überfordert?




Warum sind so viele Leute mit Wahltrends überfordert?

Wahltrends sind eine sehr beliebte und im Grunde bestechend simple Methode, um die politische Stimmung aus der Bevölkerung aufzunehmen. Doch scheinbar ist dennoch nicht jedem klar, was ein Wahltrend aussagt und was nicht. Ich habe mir dazu mal einige Stimmen angesehen und mein Bestes gegeben, den Leuten zu einem besseren Verständnis der Sonntagsfrage zu helfen.

Hallo zusammen und willkommen zum ersten Eintrag 2018. Naja, streng genommen sollte der Eintrag bereits 2017 erscheinen, aber durch Urlaub und Umstrukturierung beim Volksverpetzer ist er ein wenig untergegangen. Ich wünsche allen Lesern also zunächst einmal retrospektiv einen guten Rutsch.

Zugegeben, die Themenauswahl war auch dieses Mal eher zäh. Die Bundespolitik stagniert nach den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen noch immer vor sich hin. Union und SPD haben nun, nach Aussage der Beteiligten, erfolgreiche Sondierungen zur Fortsetzung der großen Koalition abgeschlossen.
Ich persönlich bin kein großer Fan dieses Szenarios. In der letzten Legislaturperiode hat sich dieses Bündnis weitestgehend träge und wenig kooperativ gezeigt. Das Ergebnis waren einige faule Kompromisse und mein persönliches politisches rotes Tuch, die PKW-Maut.

Nicht grundlos hatte die SPD einer Fortsetzung dieses Koalitionsmodells unmittelbar nach Bekanntwerden der Wahlergebnisse im September eine vorzeitige Absage erteilt.
Wer kennt nicht die Situation, entweder aus eigener Erfahrung oder von Bekannten, in der man sich fragt, ob es nicht doch eine gute Idee ist, nochmal was mit dem oder der Ex anzufangen – obwohl es seinerzeit mehr als genug Gründe für die Trennung gab?

Man wog ab, zierte sich ein wenig und nun war es dann soweit: Martin Schulz warb vor einigen Wochen beim Parteitag der SPD dafür, dass man sich doch nochmal zu einem erneuten ersten Date mit der Union treffen wolle. Im Politiker-Duktus drückte man sich freilich gewählter aus. Hier war die Rede von “ergebnisoffenen Gesprächen”.

Ich finde solche Begriffe anstrengend. Wie genau sehen denn Verhandlungen aus, die nicht “ergebnisoffen” sind? Aber dass man sich in der politischen Sprache gerne mal unnötig sperrig ausdrückt, ist ja nichts Neues. Ich erinnere an dieser Steller kurz an den “atmenden Deckel”.

In Ordnung, man hat also einen letzten Versuch unternommen, mit dem vorhandenen Wahlergebnis zu einer handlungsfähigen Regierung zu kommen, ohne dabei eine Minderheitsregierung zu bekommen. Ob dieser Versuch Früchte trägt, wird sich zeigen, denn in der SPD regt sich bereits erster Widerstand gegen die GroKo-Pläne der Parteiführung.



Vox Populi

In einer Demokratie, wie wir sie in Deutschland pflegen, bestimmt ja bekanntlich die wahlberechtigte Bevölkerung maßgeblich, wer die Geschicke des Landes lenken darf. Zwar wählen wir den Bundestag nur alle vier Jahre, allerdings ist es – wie die Meisten vermutlich wissen – Usus, hier und da mal die Stimmung aus der Bevölkerung aufzunehmen, um anhand der Trends die Reaktion der Bevölkerung auf jüngste politische Ereignisse zu erfassen. Bekannt ist dieses Vorgehen u. a. als “Wahltrend”, „Sonntagsfrage“ oder einfach „Wahlumfrage“, zumeist unter der Überschrift “Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre…”.

Verschiedene Umfrageinstitute führen nach jeweils hauseigenen Methodiken regelmäßig entsprechende Umfragen durch, sodass praktisch jede Woche ein solcher Trend zur Verfügung steht.
Warum ich das so ausschweifend erkläre, obwohl eigentlich jedem, der auch nur einen Funken Basiswissen über unsere politische Landschaft hat, klar sein dürfte, was ein Wahltrend ist? Nun, weil es offenbar – und das hätte ich bis heute selbst nicht gedacht – noch immer eine Menge Leute gibt, denen dieses Prinzip nicht klar war, bei denen es aber dennoch zu einer politischen Meinung gereicht hat.

Die Ergebnisse einer solchen Umfrage hatte der Focus vor einigen Wochen präsentiert und sich dabei einer, wie sich herausstellte, etwas stolperhaften Überschrift bedient.

Das Ergebnis ist überrraschend!

Gepostet von FOCUS Online Politik am Sonntag, 10. Dezember 2017

Deutschland “wählt” selbstverständlich nicht, sondern Deutschland WÜRDE, gemäß dem in der Umfrage ermittelten Trend, so wählen. Ein himmelweiter Unterschied, den man sich zwar als verständiger Mensch problemlos auch trotz der unpassenden Überschrift ins Gedächtnis zu rufen weiß, doch leider lesen den Post ja nicht nur verständige Menschen. Und, noch viel wichtiger, es kommentieren auch nicht nur verständige Menschen.

Die aufgegriffene Umfrage wurde von Emnid durchgeführt. Befragt wurden laut Artikel 1880 Personen. Die Auswahlkriterien werden hier nicht weiter dargelegt. Die Kernaussagen, die aus dem Vergleich mit den Daten der Vorwoche hervorgehen, sind im Grunde schnell abgehandelt. Die SPD verliert – trotz ihrer Gesprächsbereitschaft im Hinblick auf eine erneute GroKo – nicht an Zustimmung. Die Grünen legen einen Prozentpunkt zu. Der Rest bleibt mehr oder minder unverändert.

Traue keiner Statistik, die dir nicht zusagt!

Durch die Kommentatoren ging beim Anblick der Umfragewerte offenbar zunächst ein kollektives Raunen. Kann ja wohl nicht wahr sein, dass die SPD für diese Gesprächsbereitschaft keine Klatsche bekommt. Und dann legen die Grünen, die offenbar das erklärte Feindbild vieler Kommentatoren darstellen, auch noch einen Punkt zu? Das stößt auf Missfallen.

Hier haben wir mal wieder einen dieser Kandidaten, die wieder nur die Überschrift lesen, statt den Artikel, zu dem sie hier ihren Senf abgeben, auch mal anzuklicken und – ich weiß, ich erwarte viel – zu lesen.
Roger! OMG! Die Zahlen stammen nicht von Focus! Das stellt Focus auch mehrfach klar, z. B. indem die tatsächliche Quelle der Zahlen angegeben wird.

Da Roger bei Weitem nicht der Einzige ist, dem bisher nicht klar war, dass nicht jedes Nachrichtenmagazin hauseigene Umfragen erstellt, hat Focus dem Artikel sogar einen Infokasten beigefügt, der detailliert erklärt, wie solche Wahltrends üblicherweise zustandekommen, wer sie erhebt, wie groß die Stichproben sind und wie hoch die Fehlertoleranz solcher Umfragen gängigerweise ist.

Ach, die Volksverarsche wird mal wieder bemüht. Na, wurde ja auch Zeit. Eine Frage hätte ich in diesem speziellen Fall aber noch: Wozu genau? Welchen Mehrwert bietet es dem Focus oder sonst irgendwem, hier solche Zahlen zu präsentieren? Daran hängt ja nichts. Nächste Woche können sie schon wieder anders aussehen. Und was ist eigentlich “wahrer Journalismus”? Nur weil dir der Inhalt eines Berichts nicht gefällt, macht es diesen nicht falsch oder unprofessionell.

Übrigens, die meisten Nachrichtenmagazine lassen ihren Journalisten Freilandhaltung zuteil werden. Deine Sorge um die Mitarbeiter beim Focus ehrt dich zwar so halbwegs, ist aber sicher unbegründet.

*Seufz*… Puh, also nochmal: Die Zahlen sind nicht vom Focus. Es ist ein Wahltrend. Eine Hochrechnung. Übrigens kann man sowas nicht “nur mit den Deutschen machen”. Auch in anderen demokratischen Staaten werden Wahltrends erhoben und kommuniziert. Ob die Bürger in diesen Ländern ähnlich überfordert damit sind, wie du es bist, weiß ich allerdings nicht.

Ist es wirklich so schlimm um unsere Bildung bestellt, dass die Leute eher an spiritistische Jahrmarkt-Methoden glauben, als sich damit auseinanderzusetzen, wie eine simple Umfrage funktioniert?

Ausgewählte Personen

Wie die darauf kommen? Indem sie eine bestimmte Anzahl an Personen befragen und dann hochrechnen. Dass du dabei nicht befragt wurdest, ist nicht unbedingt unlogisch. Laut Bundeswahlleiter lebten in Deutschland zur Bundestagswahl 2017, also vor etwa drei Monaten, etwa 61,5 Millionen Wahlberechtigte. Nehmen wir der Einfachheit halber an, dass davon alle gleich gut für die Umfrage geeignet sind, lassen also den Repräsentativitätsaspekt außen vor und nehmen wir weiterhin an, dass sich diese Zahl in den letzten drei Monaten nicht signifikant geändert hat. Von diesen 61,5 Millionen wurden nun also 1880 befragt. Auf eine befragte Person kamen demnach 32711,8 Personen, die nicht befragt wurden. Nun verstanden, wie es dazu kommen konnte, dass ausgerechnet du nicht dabei warst? Die Chance dafür, dass du unter den Befragten gewesen wärst, lag bei etwa 0,003 %.

Ok, ich versuche es noch einmal: Die machen das stichprobenartig, okay? Die können nicht jeden Wahlberechtigten befragen, das würde länger als eine Woche dauern, da es sehr aufwändig ist.

Es wurde doch gar nicht gewählt! Und wie genau läuft denn deiner Meinung nach eine Wahl ab? Du verteilst doch die Prozente nicht selbst auf die Parteien, sondern gibst einer Partei deine Stimme. Das Ergebnis setzt sich dann aus den Stimmen all derjenigen zusammen, die gewählt haben. Hat dir vorher noch keiner erklärt, dass es mehrere Wahlberechtigte gibt und du nicht alleine damit bist?

Blaue Stimmen

Ist es eigentlich auch irgendwann mal gut mit diesem verdammten “Land abschaffen” und “Volk abschaffen”? Ich kann dieses Geflenne nicht mehr hören. Keine Partei will hier irgendwas abschaffen, umvolken, entkernen, kulturell transformieren oder was ihr, Ralf und deinesgleichen, euch in euren national-ängstlichen Dystopien auch sonst ausmalt. Wer seine Familie liebt, wählt das, was er für am ehesten in ihrem Interesse erachtet. Du willst deine Töchter offenbar brav hinter dem Herd sehen, deshalb wählst du AfD und das ist auch dein Recht. Aber kann es mit dieser substanzlosen Kritik nicht irgendwann auch mal genug sein?

Übrigens, hört man von AfDlern nicht sonst immer, dass Deutschland in einem schlimmen Zustand ist und die “Systemparteien” alles kaputtgemacht haben und dass die AfD wieder alles zum Guten ändern will? Wieso kommt nun Ralf hier um die Ecke und sagt, wer “Deutschland in seiner jetzigen Form erhalten will, wählt AfD”? Ist das nicht widersprüchlich?

Ach, die sind nicht für Deutschland? Für wen dann? Ich könnte schwören, dass Vertreter genau dieser Parteien in den letzten Jahren die deutschen Regierungen gebildet haben.

Puh, wie erkläre ich dir das? Erinnerst du dich noch an den Sportunterricht in der Schule? Wenn dort beispielsweise Fußball gespielt wurde, haben ja meistens die Mannschaften abwechselnd Schüler in ihre Teams wählen dürfen. Dabei haben sich in der Regel einige wenige Schüler herauskristallisiert, die immer erst gegen Ende gewählt wurden. Das lag daran, dass man als Teamkapitän davon ausgehen musste, dass sie – aus unterschiedlichen Gründen, die von Statur und Haptik bis hin zu mangelndem Verständnis des Spielprinzips reichen konnten – dem Team keinen Mehrwert brachten oder es im schlimmsten Fall sogar negativ beeinträchtigten.

Aber da alle untergebracht werden mussten und irgendwann nur noch diese Schüler übrig waren, hatte schlussendlich jedes Team ein oder zwei davon in seinen Reihen. Und wie ist man damit umgegangen? Genau, man hat versucht, die Personen möglichst wenig einzubinden und möglichst an ihnen vorbei zu arbeiten.

Ähnlich ist es mit der AfD. Das Volk hat sie leider ins Team Bundestag gewählt, damit muss man nun klar kommen. Aber wenn man wirklich etwas erreichen will, das dem Land und seinen Bürgern nutzt, spielt man besser an der AfD vorbei. Nun klar?

 

Zum Abschluss der AfD-Sparte nun noch ein kurzer Dialog:

Gute Frage, Karl-Heinz. Schauen wir doch mal, ob sie dir jemand beantworten kann.

Je öfter ich diese Antwort lese, desto dämlicher erscheint sie mir. Zur Verdeutlichung folgender fiktiver Dialog.

Kunde: “Sie wollen mir also dieses Auto verkaufen. Was können Sie mir denn über den Motor erzählen?

Verkäufer: “Wir haben noch keinen Motor eingebaut.

Kunde: “Ähm…okay? Darf man fragen, wieso nicht?

Verkäufer: “Es ist besser, das erst einmal nicht zu tun. Motoren sind sehr komplex. Da kann alles Mögliche passieren. Er kann auslaufen, Feuer fangen, ja sogar explodieren! Wir möchten unsere Kunden da nicht als Versuchskaninchen missbrauchen, verstehen Sie?”

Kunde: “Ist das Ihr Ernst?

Verkäufer: “Leasen Sie den Wagen doch erst einmal für… sagen wir, vier Jahre? Vielleicht finden wir währenddessen eine Lösung für das Motorenproblem.

Kunde: “

 

Kommen wir zum letzten Kommentar für heute.

Na, ist ja dann doch etwas anders gekommen, nicht wahr? Aber ich frage mich wirklich, wo Karl diese Zahlen gelesen haben will. Meine Recherche hat diese Zahlen nur in einem Kontext gefunden:

Die New York Times hatte seinerzeit wohl eine Prognose abgegeben und regelmäßig aktualisiert.

Ich weiß nur nicht, wie ich Karl nun am besten erkläre, dass die New York Times jetzt eher weniger zu den “deutschen Medien” gehört.

#SovielDazu #MicDrop #WoLiegtNochmalNewYork

Und täglich grüßt die Diskussionskultur

Ich muss zugeben, dass ich es mittlerweile doch ein wenig bereue, damit begonnen zu haben, jeden Eintrag hier mit einem Fazit enden zu lassen. Oftmals – so auch heute – kann ich konklusiv einfach nur den Kopf schütteln. Im Grunde lässt sich hier als Fazit nur erneut auf generelle Verhaltensrichtlinien in Sachen Diskussionskultur – speziell online – verweisen, die ich, mit dem Ziel eines etwas umfänglicheren Fazits, hier nun einfach nochmal aufgreife.

Wer einen Artikel kommentiert, tut gut daran, ihn zuvor gelesen zu haben. Das sorgt oftmals für einen vollkommen neuen Blick auf das Thema, nämlich einen vollständigen. Dies ermöglicht inhaltlich fundiertes Kommentieren, da auf einzelne Aspekte gezielt eingegangen werden kann.

Wenn man nicht bereit ist, sich mit dem direkten Inhalt eines Artikels auseinanderzusetzen, sondern seinen digitalen Senf bereits anhand der Überschrift dazuzugeben gewillt ist, schadet es nicht, wenigstens über das von der Überschrift angekratzte Thema einen groben Überblick zu haben.

Mit dem vermittelten Inhalt eines Artikels nicht einverstanden zu sein, ist jedes Rezipienten gutes Recht und – richtig kommuniziert – eine gute Grundlage für eine Diskussion. Allerdings erfordert ein widersprechender Kommentar, um als Diskussionsgrundlage fungieren zu können, einen gewissen Detailgrad. Veranschaulichen wir das kurz anhand von zwei Beispielen:

  • “Ich möchte dem Autor hier widersprechen. Speziell im Hinblick auf Punkt XY zeigen meine persönlichen Erfahrungen etwas anderes. Und Punkt AB wurde ja bereits vor einigen Jahren durch BlaBla et al. widerlegt (Quelle).”
  • “Lüge! Als ob die Zahlen stimmen! Ihr wollt uns nur klein halten und dumm und deswegen behauptet ihr sowas aber wir wissen es besser. Uns verarscht ihr nicht. Ihr seid nur am Lügen. Außerdem seid ihr alle blöde Kackvögel!” [Orthographie erheblich korrigiert, Anm. d. Red]

Zugegeben, hier handelt es sich um Extremdarstellungen. Wenn sich aber alle ein wenig mehr an Beispiel 1 orientieren würden, könnte es unter solchen Beiträgen tatsächlich zu sinnvollen Diskussionen kommen. Ich fürchte allerdings, dass dies gerade bei politischen Themen weiterhin eine Utopie bleiben wird. Schade eigentlich… mal wieder.

Diesen und ältere Beitrage von „kleiner Mann, große Worte“ findet ihr auf Kipps Blog „Kippfenster“