Ihr glaubt nicht, wie dämlich diese Collage der AfD ist

Nicht euer ernst, oder?

Oh wow. Dass die AfD die verrücktesten Verschwörungstheorien verbreitet, ist nichts Neues. Dass sie sich damit zum Fremdschämen der Lächerlichkeit preisgibt, auch nicht. Dass sie rassistisch ist, dürfte auch dem Letzten in diesem Land bewusst sein. Aber alle diese Dinge in einen Post zu packen und zu perfektionieren ist nur der AfD Kyffhäuser-Sömmerda-Weimarer Land (Ja, die heißen wirklich so) gelungen.

Die AfD Kyff… dieser eine Kreisverband der AfD hat den geilsten Post gebracht, den ich seit langem sehen musste. Und ich schlage mich fast täglich mit der Gülle herum, die diese Partei ins Netz spült. Manchmal warne ich vor der Gefahr, die diese Partei für unsere Demokratie darstellt. Analysiere, wie die Narrative den Diskurs erodieren sollen. Aber dieser Post… ich kann ihn nicht ein bisschen ernst nehmen.



Die AfD meint, sie weist auf rassismus hin. LOL.

Screenshot facebook.com

Glorreich. So glorreich. Oh. Mein. Gott. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Bei der Collage? Bei der unglaubwürdigsten Opferselbstdarstellung der AfD bisher? Fangen wir vielleicht bei dem „Trend“ an, den die AfD da „entdeckt“ hat. Diese Propag-Sorry, ich kann das nicht mit einem ernsten Gesichtsausdruck. Ok, einmal von vorne.

Der „Werbetrend“ der „westlichen Werbeindustrie“ also. Der zeigt nämlich schwarze Männer mit weißen Frauen. Manchmal. Zusammen. Skan-da-lös. Und die AfD hat gleich ganze 16 „Beispiele“ auf einem rechtsextremen Facebook-Abklatsch gefunden. Oh nein! Sie haben 16 Bilder gefunden! Unser geheimer Plan, „unsere“ weißen und blonden Frauen mit Schwarzen zu paaren ist enttarnt! Jetzt können wir nicht mehr… was auch immer wir damit erreichen wollten!! Neeeein!

Vorweg: Natürlich gibt es Werbebilder, auf denen Menschen verschiedener Hautfarbe zusammen drauf sind. Warum? Weil Realität. Rassentrennung ist out, auch in der Werbeindustrie, liebe AfD. Ich weiß, ihr wendet euer wunderschön weißes Gesicht in Horror und Ekel ab, wenn ihr solche Bilder seht, weil es euch daran erinnert, was für traurige Loser ihr seid, die keine Frauen abbekommen können. Aber auch ein schwarzer Mann darf neben einer Weißen abgebildet werden. Was hat er nur, was ihr nicht habt?!

Die 16 Abbildungen

16 popelige Bilder ändern nichts daran, dass die meisten Gesichter in westlicher Werbung immer noch weiß sind. Und das ist ja erst mal auch gar nicht verwerflich. Aber wenn EIN PAAR Bilder schwarze Menschen abbilden, dann ist das völlig NORMAL. Wisst, ihr, es gibt nämlich dunkelhäutige Menschen, so ganz in echt. Und solche Beziehungen sind auch ganz normal. Was ist euer fucking Problem?! Ja, „früher“ gab’s das nicht. Also „gemischte“ (Bäh, muss mir nachher den Mund auswaschen) Paare in der Werbung. Früher durften Frauen auch nicht wählen und da gab’s so etwas wie Sklaverei. Wir sind ein bisschen weiter als das.

Aber gucken wir uns mal die Bilder genauer an. Bild 1 (links oben) ist eine Werbung für einen US-Streaming-Service. Ein schwarzer Mann und eine weiße Frau gucken zusammen was auf dem Handy. Ok, schon mal sehr subversiv. Das zweite Bild ist einfach ein Stock-Foto (Hier). Bild drei ist wiederum in dem Kontext interessant, weil das ein Inder ist und sie vermutlich arabisch. Das ist nämlich ein Bild aus einer Reihe an Werbebildern einer indischen Airline (Es geht darum, Fernbeziehungen zu zeigen, die durch die Fluglinie möglich sind, um einen Flug in die Arabischen Emirate, Quelle). Also geil gemacht, AfD!

Und das Schema wiederholt sich. Das sind alles Stock-Fotos (oder im Falle von Bild 10 ein Screenshot aus einem Werbe-Clip), die manchmal in der Werbung verwendet wurden. Ich hab nicht für alle Beispiele gefunden (z.B. Hier), dass sie auch wirklich in der Werbung verwendet wurden. Also habt ihr einfach nur ein paar Fotos aus dem Internet zusammengeklatscht. Und oft sind die Bilder einfach nur ein Motiv von mehreren, wie von MeUndies. Mh, was wollen sie nur damit erreichen, dass sie mit möglichst verschieden aussehenden Models unterschiedliche Zielgruppen ansprechen möchten?!! Verdächtig!

Screenshot MeUndies

Und jetzt zum… Kicher… „Rassismus“

Also… wow, Glückwunsch, ihr habt 16 zufällige Bilder zu einer Collage zusammen geschnitten. Und ja, sicher findet ihr noch mehr Beispiele, wenn ihr danach sucht. Ich hoffe doch, dass man im ganzen „Westen“ mehr als nur 16 Bilder findet, auf welchen nicht-weiße Menschen abgebildet sind. So lange nicht jede einzelne Werbung das darstellt, nicht mal eine Mehrheit, dann ist das für normale Menschen auch scheißegal.

Und zum Rassismus. Also, liebe AfD, ich weiß, du bist grottenschlecht beim Thema. Noch schlechter als in Logik oder Anstand. Aber dass Menschen unterschiedlicher Hautfarbe manchmal gemeinsam auf Werbeplakaten vorkommen, ist kein Rassismus. Ihr „prangert einen verwendeten Stereotyp (=Rassismus)“ an? HAHAHA. Von der Partei, in der ein Ex-Geschichtslehrer, der über den „afrikanischen Ausbreitungstyp“ redet, den stärksten Flügel der Partei dominiert (Mehr dazu)?

Was meint ihr, ist eher Rassismus? Diejenigen, die ab und zu die Realität abbilden und auch nicht-weiße Menschen repräsentieren oder DIEJENIGEN, DIE DAS STÖRT?! MH??! Die Frage gebe ich gerne zurück: „Versteht ihr es?“ Ganz offensichtlich nicht. Alter Falter. Da stellen sich ein paar Deppen hin, schwafeln was davon, dass DER AFRIKANER™ mit UNSEREN Frauen zur UMVOLKUNG™ beiträgt, aber meint ein paar Werbebilder sind rassistisch. Eine Partei aus dem deutschen Bundestag, meine Damen und Herren!

Aber ich kenne auch einen Ausländer! Ich kann kein rassist sein!

Und der letzte Absatz ist einfach nur putzig. „Ich habe auch einen schwarzen Freund, ich darf also davon reden, dass unsere Bevölkerung durch AFRIKANER™ ausgetauscht werden soll, weil die viel aggressiver und unzivilisierter sind UND GLEICHZEITIG viel leichter zu kontrollieren durch DIE DA OBEN als die Deutschen. Die natürlich alle blond und blauäugig sind. ABSURD, uns Ausländerfeindlichkeit zu unterstellen, direkt nachdem wir uns über Darstellungen von Nicht-Weißen beschwert haben!“ Du meine Güte.

Arme AfD, wird immer missverstanden. Da kann man nicht mal in Ruhe fremdenfeindliche und rassistische Verschwörungstheorien verbreiten, ohne gleich die Rassismus-Keule abzubekommen. Aber ihr habt mit eurem letzten Satz recht, AfD Kyffwasauchimmer. Manche scheinen in ihren Vorurteilen gefangen zu sein. Ich frage mich, wer es ist.

Abschließend: Die ganze Sache ist weniger lustig, als ich sie vielleicht dargestellt habe. Aber wenn ich nicht über diesen horrenden Blödsinn lache, muss ich aus dem Fenster springen. Und ich wohne im Erdgeschoss, ich würde überhaupt nichts erreichen.

Natürlich sind die meisten Nazi-Troll-Kommentare nur von Deppen und zur Hälfte wahrscheinlich von Fake Accounts und Bots, wie so oft (Mehr dazu). Aber dass so ein Quatsch von auch nur irgendwem ernst genommen wird, ist ermüdend. Während wir Erwachsenen darüber diskutieren, ob zum Beispiel der Kohleausstieg rechtzeitig kommt (Ehhh…), hockt hier eine Partei, die so einen rassistischen Quark für debattierwürdig hält. Und bitte, lest ganz dringend den Wikipedia-Eintrag zu Rassismus, ok? Hier ist er.

Artikelbild: Golubovy, shutterstock.com

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Ziemiak: Was die meisten Greta-Kritiker nicht verstanden haben

Greta ist keine politikerin

Vergessen wir fürs Erste einmal, das viel Hass und Kritik für die Klimaaktivistin Greta Thunberg von rechtsextremen Trollen kommt. Zusammen mit Aktivisten von #ichbinhier haben wir herausgefunden, dass bis zu 50% der Topkommentare, die gegen sie hetzen, von nicht authentischen Accounts stammt (Mehr dazu). Die Online-Faschisten machen genau da weiter, wo sie bei Gewaltfantasien gegen Merkel (Hier) oder Schutzsuchenden (Hier) aufgehört haben: Unmenschliche und widerliche Hetze. Jetzt gegen eine 16-Jährige.

Greta Thunberg: So viel Schiss haben die Rechten vor einem jungen Mädchen

Ok, rechte Hetzer hetzen. Das Problem sind aber die konservativen PolitikerInnen und Medienschaffenden, die die gleichen Argumente bringen, jedoch mit weniger offensichtlicher Menschenverachtung. Indirekt und vielleicht durchaus unbeabsichtigt schlagen sie in die gleichen Kerben und geben den Hetzern dadurch Recht. Dabei machen sie die gleichen Fehler.



Die vielen Kritikpunkte

Ich möchte hier an dieser Stelle auf die üblichen Kritikpunkte eingehen, die gegen Greta ins Feld geführt werden. Sei noch „zu jung“ und oft damit zusammenhängend, sie sei „zu radikal“. Es wird kritisiert, dass sie von „den Grünen/Linken“ zur Ikone stilisiert wird, was entweder wegen ihres Alters oder wegen ihrer Asperger-Diagnose ein Problem sein soll. Aber das alles geht völlig am Thema vorbei.

Ich weiß, Rechte und Konservative halten Umweltaktivismus für „ideologisch“. Und vielleicht ist etwas dran, dass sich „die linke Weltsicht“ über moralische Überlegenheit definiert. (Im Gegensatz zur „rechten Weltsicht“, die über Paranoia und Gruppenzwang funktioniert) Aber zum einen würde ich behaupten, dass das erstmal nichts Schlechtes ist. Und zum anderen ist an der Dramatik der Klimakrise nichts ideologisch, wenn buchstäblich jede Studie und jeder Experte auf dem Gebiet drastische Maßnahmen fordert.

Wo Ziemiak daneben liegt

Mein Kollege hat gestern Ziemiaks viel kritisierten Tweet in Schutz genommen (Hier). Und während Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze, Bezahlbarkeit und so weiter natürlich richtige Fragen sind, die gestellt werden müssen: Warum belästigt Ziemiak Greta damit? Greta hat kritisiert, dass der Kohleausstieg 2038 für das Klima einfach nicht früh genug ist. Und das ist halt so, das ist FAKT (Mehr dazu).

Deutschlands Klimaziel für 2020 wird Berechnungen zufolge wohl erst 2025 erreicht. Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens wird nicht erreicht. Das reicht halt einfach nicht. Ja, ich weiß. Politik sieht anders aus. Es gibt diese ganze Faktoren, die man berücksichtigen muss. Politik ist immer ein Kompromiss zwischen verschiedenen Interessen.

Aber entweder wir begrenzen die dramatischen Folgen des Klimawandels oder nicht. Es gibt Dinge, wo man kein Kompromiss machen kann. Für die „Gegenseite“ mag der Unwillen, Kompromisse einzugehen als „ideologisch“ betrachtet werden, aber was bringt uns vermeintliche „Realpolitik“, wenn wir einen nicht aufhaltbaren Treibhauseffekt lostreten, der unsere gesamte Zivilisation bedroht?

Argumentum ad gretanem

Nochmal: Greta ist keine Politikerin, sie ist eine Aktivistin. Von ihrem zwei Sätze langen Statement zu verlangen, dass es die gesamte Dimension der Problematik umfasst, ist Unsinn. Und ich weiß, dass genau das auch kritisiert wird. Dass ihre Aussagen verkürzt sind. Aber es ist ja nicht so, als hätte uns die Gefahr der Klimakrise jetzt plötzlich überrascht. Die Lethargie und Leugnung des Ausmaßes des Problems eben aus genau den Kreisen, die sich jetzt als vernünftig aufspielen, während sie politisch punkten wollen, indem sie herablassend eine 16-Jährige auf Twitter behandeln hat uns doch erst in diese Lage gebracht.

Ich weiß, ohne die Kohlekonzerne durch Milliardenentschädigungen regelrecht zu bestechen kann man die Widerstände nicht überwinden. Zumindest nicht mit den PolitikerInnen, die Millionen Spenden aus der Wirtschaft erhalten. Doch dass die Energiekonzerne (wie auch die Autokonzerne) seit Jahren wegweisende Änderungen verschlafen haben, ist deren Schuld. Und ich weiß auch, wenn wir den Konzernen jetzt sagen: Pech gehabt, ihr habt jahrelang durch Nichtstun kassiert, jetzt zahlt ihr den Preis, dann wälzen sie diese Kosten auf die ArbeitnehmerInnen ab. Sofern man als Staat nicht noch stärker eingreift.

„Arbeitsplätze“ = „Konzerninteressen“

Ich weiß wie das funktioniert. Aber wenn sich ein CDU-Politiker „schützend“ vor die ArbeitnehmerInnen stellt, dann stellt er sich eigentlich schützend vor die Konzerninteressen, die diese Arbeitsplätze erst mutwillig in Gefahr gebracht haben und sie dann als Geisel halten. Natürlich muss der Kohleausstieg ein fauler Kompromiss sein, weil zuvor lauter faule Kompromisse vorangingen. Aber eine Klimaaktivistin dafür anzufahren, weil sie das anspricht, hilft auch keinem weiter.

Für die meisten ist es einfacher, Kritik von Greta an ihrem Alter, ihrer Diagnose oder ihrem Geschlecht für ungültig zu erklären. Und ja, Greta wird von „den Grünen“ als Symbol genutzt, das wird auch oft genug kritisiert. Dann akzeptiert auch, dass sie nur ein Symbol ist. Ein Symbol, eine Stimme für die nächste Generation, die zusehen soll, wie wir viel zu wenig für ihre Zukunft machen. Natürlich ist die Stimme der nächsten Generation noch jung. Sonst wäre sie keine Stimme der nächsten Generation.

Greta-Kritik ist irrelevant

Vielleicht hätte ich Greta nicht zum Gesicht der Klimabewegung erkoren, aber jetzt ist sie es nun mal. Und das von ganz allein. Die Medien haben sie erst dazu gemacht? Ja, natürlich, weil ohne die Medien niemand prominent wird, duh. Vielleicht ist sie aber genau das Symbol, das wir brauchen. Eine Schülerin, die nicht lethargisch von Netflix und der Konsum-Kultur abgespeist wird und buchstäblich auf die Straße geht für ihre Zukunft.

Das könnte man zur Abwechslung auch als Konservativer applaudieren. Natürlich birgt Prominenz in jungen Jahren immer Risiken. Aber das gleiche gilt auch für irgendwelche Popsternchen oder Youtube-Stars. Das hat nichts mit der Klimakrise zu tun. Aber das ist egal, solange sie nicht wirksam gegen Konzerninteressen sprechen, oder? Sich herablassend an einer Schülerin abzuarbeiten, die halt auch Recht hat, sagt mehr über Ziemiak aus, als über Greta.

Die Energiewende muss weh tun

Und das hat nichts damit zu tun, dass die Politik hinter dem Kohleausstieg komplexer ist, als Greta das erscheinen lässt. Ist sie, aber in anderer Hinsicht auch wieder nicht. Und das verstehen ihre KritikerInnen eben nicht. Greta ist das Symbol für die nächste Generation, die man um ihre Zukunft beraubt. Ihre Ansätze sind radikal, weil es nun mal radikale Ansätze braucht. Zu glauben, die Klimakrise meistern könne man, ohne dass es unangenehm wird, ist die wirklich naive Position. Und verdient Aufforderungen, doch vielleicht lieber wieder zur Schule zu gehen.

Ziemiaks Tweet ist unangebracht gönnerhaft und herablassend. Er kommt rüber, wie jemand, der einem Kind den Lolli wegnimmt und das damit begründet, dass darin zu viel Zucker drin sein. Garnieren tut er das mit konservativen Buzzwörtern, die „Ich habe Recht“ signalisieren sollen. Dabei hat er die Kritik Gretas und ihre Funktion im Diskurs überhaupt nicht verstanden.

Artikelbild: Paul Ziemiak: Olaf Kosinsky (wikiberatung.de) Lizenz: CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons,Greta Thunberg: Jan AinaliCC BY-SA 4.0

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Ich mag Ziemiak auch nicht, er hat bei seiner Greta-Kritik aber leider Recht

Warum Ziemiak trotz aller berechtigten Antipathie in Bezug auf Greta Recht hat

Was wurde nicht schon über Paul Ziemiak gespottet, als er Generalsekretär wurde? Ein abgebrochenes Studium, keine Berufserfahrung, obwohl er für PricewaterhouseCoopers arbeitete – ein Berufspolitiker, der von der echten Welt keine Ahnung haben soll. Dabei haben andere Politiker (z.B. Andrea Nahles) keinen besseren Werdegang, aber das scheint nicht zu interessieren. Wichtiger dagegen, dass nun Ziemiak es gewagt hat, das über alle Zweifel erhabene Idol der Umweltbewegung in einem Tweet anzugreifen: Greta Thunberg.

Der Shitstorm folgte auf dem Fuß. Natürlich wurde nicht auf den Inhalt eingegangen, stattdessen entweder in berufsbetroffener Empörung seine Empathielosigkeit oder sein Unverständnis für Nachhaltigkeit usw. kritisiert. Oder eben Tonfallkritik geübt, was eben getan wird, wenn man auf den eigentlichen Inhalt glaubt nicht eingehen zu müssen. Oder es eben nicht kann.

Dass die Diskussion um Greta inzwischen Wellen schlägt, die völlig abstrus sind, ist festzustellen, wenn ihr Asperger zum Auslöser der Diskussion wird. Die einen finden es schlimm, dass ein junger Mensch mit einer solchen Diagnose in die Öffentlichkeit gezerrt wird. Anderen, wie der Hetzschrapnelle Tatjana Festerling reicht es als Vorwand, in ihrer gewohnt asozialen und empathielosen Selbstgerechtigkeit ihre Abfälligkeiten über Greta abzusondern. Andere versuchen ihr Aspergersyndrom ins positive umzudeuten, wieder andere kritisieren ihre Instrumentalisierung zur Emotionalisierung.



Greta wird größer gemacht, als sie ist

Aber egal, wie man zu ihr steht. Festzuhalten ist, dass Greta größer gemacht wird, als sie ist. All jene, die sie auf einen Podest stellen, sollten sich bewusst sein, dass Greta letztendlich vor allem symbolische Funktion hat. Ein junger Mensch, der auf die nachfolgenden Generationen verweist, deren Lebensgrundlage durch die jetzige Generation zerstört wird. Im Grunde ist sie damit die verschärfte Version der auf Eisschollen treibenden oder schon ertrunkenen und in jedem Fall verhungerten Eisbären, die unser schlechtes Gewissen triggern sollen.

Dies mag wohl auch der Grund sein für die Anfeindungen, die Greta so ins Kreuzfeuer von jenen bringt, die ihre Mitverantwortung an negativen Veränderungen des Weltgeschehens sonst ignorieren wollen. Gleichzeitig sollte ihren Anhängern auch bewusst sein, dass ihre Präsenz ausschließlich emotionale Wirkung erzeugt, die bei realpolitischen Maßnahmen keine Rolle spielen.

Aus welchem anderen Grund soll denn sonst auf der Klimakonferenz kaum jemand dem Vortrag der „Jeanny d’Arc des Klimas“ beigewohnt haben? Weil es dort um wichtigere Fragen ging. Aber dazu später mehr. Kommen wir zurück zu Ziemiaks Aussage. Was genau twitterte er denn als Reaktion auf einen Welt.de Artikel?

“Greta Thunberg findet deutschen Kohlekompromiss „absurd“ – Oh, man… kein Wort von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit. Nur pure Ideologie Arme Greta!”

Beurteilen wir nun die einzelnen Aussagen:

Ist der Kohlekompromiss absurd?

Dieser wird unterschiedlich bewertet. Die Arbeitnehmerverbände und Industrie sind zufrieden, denn für sie ist günstige Energieversorgung, die diese auch benötigen, sichergestellt Als unzureichend bezeichnen ihn dagegen Klimaaktivisten. Die Seite Energiezukunft dagegen zählt Vor- und Nachteile des Kompromisses auf. Deutlich bleibt hierbei: Es bleibt ein Interessenausgleich, mit dem niemand völlig zufrieden ist, aber alle Beteiligten dann leben können. So geht Politik eben. Der Ausstieg aus der Kohle ist beschlossen, aber dies geht eben nicht ohne Übergangsphasen. Sofort Kohleverstromung einzustellen hat mehr Nach- als Vorteile, wie im Folgenden gezeigt werden soll.

Was ist mit Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit?

Bei den Arbeitsplätzen wäre zu argumentieren, dass bereits vor Jahren Zusagen aus der Politik kamen, was die Sicherheit der Arbeitsplätze angeht und diese schon zum Teil gebrochen wurden. Unabhängig davon, ob man Kohleförderung sinnvoll findet oder nicht, stehen Menschen, die sich bei ihrer Lebensplanung auf die Zusagen von Unternehmen und Politik verließen, quasi vor dem Aus.

Wer da nur höhnisch wird und behauptet, niemand war gezwungen, in der Branche zu arbeiten, entlarvt letztendlich nicht sein Umweltbewusstsein, sondern seinen Zynismus und ist in der Tat ideologisch. Wer Umweltpolitik ohne Rücksicht auf das Schicksal von 300.000 Menschen stellt, muss nicht nur mit dem Unmut dieser Personen rechnen.

Zusätzlich zeigt sich, dass eine solche Person nicht daran interessiert ist, einen Kohleausstieg sozialverträglich zu gestalten. Dass Umweltpolitik und Sozialpolitik eben harmonieren können, unabhängig voneinander, ist auch richtig. In diesem Fall steht sich aber beides konträr gegenüber und es muss ein Ausgleich gefunden werden. Gleichzeitig wird ein anderer wesentlicher Punkt übersehen. Kommen wir nun zur Versorgungssicherheit und der Bezahlbarkeit.

Wird das öl knapp?

Wer sich an Filme wie Mad Max erinnert, der weiß, dass dort der Zusammenfall der Zivilisation durch das zur Neige Gehen von Öl geschah. Derzeit sind derartige Szenarien wegen neuerer Ölförderungstechniken und günstigem Sprit nicht mehr so präsent. Allerdings zeigen diese Filme eines: Es gibt Grundlagen, auf denen unsere Gesellschaft steht, ohne die ihr Fortbestand gefährdet ist. Aber relevanter als Öl ist Strom. Ohne diesen funktioniert weder Licht, Kühlschrank oder – durch die Digitalisierung – auch das Internet nicht.

Man kann dies als Abhängigkeit sehen, gleichzeitig hat diese aber enorme Leistungen hervorgebracht. Und Strom billig und ständig zur Verfügung zu haben, daran haben sich Menschen gewöhnt und durch diese Tatsache waren erst technologische Fortschritte in unzähligen Bereichen möglich.

Atomausstieg

Nun hat man in Deutschland für 2020 aber den Atomausstieg beschlossen. Damals kamen etwa 15% des Stromes aus Kernkraft, der Anteil aus Kohle betrug 18%. So mussten zunächst 15 % Atomenergie durch andere Formen der Stromerzeugung kompensiert werden. Ggleichzeitig stieg der Stromverbrauch von 2000 bis 2016 um 20 Terrawattstunden. Heute kommen über 30% des Stromes entweder aus Stein- oder Braunkohle. Woher soll ein solches Defizit, der durch den Kohleausstieg kommen wird, kompensiert werden, wenn dieser noch schneller gehen soll? Das sind immerhin ca. 180 Terrawatt.

Es gäbe natürlich Optionen: Atomstrom aus Frankreich zum Beispiel. Dass es aber absurd wirkt, selber aus der Atomkraft auszusteigen, um dann Atomstrom aus anderen Ländern liefern zu lassen, sollte jedem klar sein..

Zwar könnte Deutschland selber wieder in die Atomenergie einsteigen. Es gäbe auch durchaus Möglichkeiten, Kernkraft zu nutzen und gleichzeitig auf die negativen Aspekte der Uranverstromung zu verzichten. Die Antwort wären Thorium-Salzreaktoren. Allerdings wäre damit politisch keine Mehrheit zu gewinnen. Selbst wenn alle Chancen und alle nicht mehr vorhandenen Risiken sachlich besprochen würden, so würden zu viele all das für Propaganda der Atomindustrie halten. Ideologie geht hier leider über Fakten.

Erdgas

Eine andere Option wäre Gas zu verstromen, welches aber dann aus Russland geliefert werden müsse. Aber wer will das derzeitige totalitäre System in Russland noch durch Gasnachfrage unterstützen? Und sich in eine Abhängigkeit von diesem System bringen?

Letzter Punkt wäre die Bezahlbarkeit. Auch wenn Ökostrom nicht ausschließlich für Preissteigerungen verantwortlich ist, so hat er dennoch seinen Anteil durch die EEG Umlage. Auch andere Steuern erhöhen den Preis.

Tatsache ist jedoch, dass Kraftwerke, die sich amortisiert haben, weniger Kosten bei Stromproduktion haben und dies spiegelt sich dann auch in KWH Preisen wider. Natürlich geht dies auf Kosten der CO2-Bilanz, aber auch hier muss eben ein Ausgleich geschaffen werden. Der Konflikt zwischen Umweltschutz, Kosten für Verbraucher usw. muss berücksichtigt werden. Offensichtlich ist sich niemand bewusst, dass Windkraft sich zwar in einigen Monaten amortisiert, andere jedoch deutlich länger brauchen, z.B. Solarenergie braucht über zehn Jahre.

Das geht schneller als bei Kohlekraftwerken oder Atomkraftwerken, richtig. Dennoch haben sich diese längst amortisiert. Ein anderes Problem aber ist die Grundlast: Wie diese durch erneuerbare Energien gelöst werden kann, bleibt abzuwarten. Speichertechnologien sind noch nicht marktreif oder im Falle von Lithium-Ionen-Speichern absolut unbrauchbar, Wasserspeicher nicht überall nutzbar. Hier besteht weiterhin Forschungsbedarf bis Erneuerbare Energien hundertprozentig den Energiebedarf decken. Denn egal ob Wind-, Gezeiten oder Solarkraft: Es gibt immer, je nach Wetterlage, hohe Einspeichungen wie praktischen Stillstand. Beides muss man kompensieren – und soweit sind wir noch nicht.

Egal, ob Energie nun aus Kohle, Atomenergie oder Gas kommt: Wer den Kohleausstieg fordert, soll bitte auch sagen, was das nächstkleinere Übel wäre. Wer das nicht tut, handelt verantwortungslos und ohne das Gesamtbild zu betrachten. Wer nur ein gutes Bauchgefühl haben möchte, kann dies tun, aber möge sich aus lösungsorientierten Debatten heraushalten.

SInd Gretas Aussagen Ideologisch?

Vorweg: Greta ist ein positives Beispiel dafür, dass die Jugend nicht, wie immer geschimpft wird, unpolitisch und apathisch ist. Im Grunde ist sie für ihr Alter ein Teenager, dessen Persönlichkeit im Hinblick auf Moralentwicklung, emotionale Intelligenz usw. den für das Alter üblichen Entwicklungsstand aufweist. Sie hinterfragt die bestehende Ordnung und Moral und möchte eine bessere Welt. Was sie aber nicht tut, ist andere Interessen betrachten, die über die Umweltfrage hinausgehen.

Natürlich denkt Greta ideologisch. Denn jede Maßnahme hat Konsequenzen: Erneuerbare Energien können bestimmte Problemlagen noch nicht lösen, Bezahlbarkeit ist für Private wie Gewerbliche ein wesentlicher Punkt, Umweltschutz genau so. Jede Bewegung in eine Richtung geht Zulasten eines anderen Punktes. All das betrachtet sie nicht. Und wer sollte es ihr verübeln? Sie ist 16 Jahre alt. Ein Alter, in dem die wenigsten Menschen ein politisches Bewusstsein hat, dass die Konflikthaftigkeit von politischen Prozessen und die Multiperspektivität und daraus resultierende Komplexität betrachtet.

Ferner ignoriert sie, dass Wissenschaftler, NGOs und Politiker sich dem Thema widmen. Und auf unterschiedlichen Ebenen, sei es bei Energieeffizienz, erneuerbaren Energien usw. Maßnahmen ergriffen werden und die Forschung sich bereits dem Thema intensiv widmet. War vielleicht kaum niemand bei ihrem oben erwähnten Vortrag bei der Klimakonferenz, weil man genau solche wichtigen Punkte diskutiert hat? Erscheint plausibler, als das angebliche Desinteresse alter weißer Männer an dem, was sie zu sagen hat.

Greta ist auf dem richtigen Weg

Im Grunde ist sie somit auf dem richtigen Weg. Und ich hoffe, dass sie ihre Sichtweisen langfristig ausdifferenziert und auch andere Perspektiven mitberücksichtigt. Davon ist auszugehen, traurig ist nur, dass in diesem Land offenbar zu viele Menschen auf dem geistigen Stand von 16-jährigen stehen geblieben sind. Und auf Ziemiaks Tweet auf eine selbstgerecht-empörte Weise reagieren, wie man es sonst nur auf Filmen kennt, in denen Konservative in den 60-70er Jahren veralbert werden.

Bleibt zu hoffen, dass Greta irgendwann zurückblicken und sagen kann: Ich habe meine Ideale beibehalten, aber berücksichtige auch andere Aspekte. Ihr wäre es, genau wie ihrer Anhängerschaft, zu wünschen. Und trotz der Richtigkeit von Ziemiaks Tweet kann man diesen weiterhin unsympathisch finden. Gründe gibt es auch dafür genug.

Zum Thema: Warum Ziemiak NICHT Recht hat:

Ziemiak: Was die meisten Greta-Kritiker nicht verstanden haben

Artikelbild: Paul Ziemiak: Olaf Kosinsky (wikiberatung.de) Lizenz: CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons,Greta Thunberg: Jan AinaliCC BY-SA 4.0

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Greta, Chemnitz & Co: 6 Gründe, warum die AfD in der Krise steckt

Warum die AfD in der Krise steckt

In Umfragen sieht es nicht mehr ganz so rosig für die AfD aus. Während ihr im Spätsommer letzten Jahres die höchsten Umfragewerte bescheinigt wurden, sieht sie auch das wohlwollendste Meinungsinstitut einige Prozentpunkte gefallen. Die meisten Umfragen sehen sie bei 12% oder 13% und damit auf dem Wert der Bundestagswahl (Quelle). Das ist natürlich immer noch nicht wenig, aber der konstante Zulauf der letzten Jahre scheint erstmal gestoppt und sich umgekehrt zu haben.

Das hat mehrere Gründe, und sind teilweise auch leider kein Grund zur Freude. Und heißt auch noch lange nicht, dass faschistische Tendenzen in einer im Bundestag vertretenen Partei Schnee von gestern sind. Die nächsten Monate werden entscheidend, und auch was Politik und Medien jetzt tun. Doch um zu wissen, was getan werden muss, muss man erst die Ursachen kennen.



1.) Flüchtlinge? Welche Flüchtlinge?

Die Anzahl der gestellten Asylanträge geht in Deutschland immer weiter zurück. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die gestellten Erstanträge um weitere 18 Prozent, während sie im Jahr davor bereits um 73% gefallen waren. Auch die Schutzquote, also der Prozentsatz der bewilligten Anträge, ging zurück. Statt zuvor 43% bekamen nur noch 35% den Asylstatus gebilligt (Quelle).

Innenministerium

Im Jahr 2018 wurden auch so viele Asylbewerber in andere EU-Staaten abgeschoben wie noch nie. Es wurden auch mehr Menschen über das Dublin-Verfahren abgeschoben als übernommen worden sind (Quelle). Damit bleibt die Nettozuwanderung, bei welcher der Familiennachzug miteingerechnet ist, unter der von der Groko festgelegten Obergrenze von 180.000 bis 220.000.

Das alles auf Kosten von Toten im Mittelmeer, in der Sahara und in den Foltergefängnissen in Libyen (Mehr dazu). Europa wird für Schutzsuchende abgeriegelt. Bis Oktober 2018 wurden knapp 20.000 Menschen abgeschoben (Quelle), viele davon so absurd unmenschlich, dass es einem die Sprache verschlägt (Mehr dazu). Die Einwanderung nach Deutschland ist auf einem neuen Tiefstand, die Mehrheit davon auch noch aus Europa, die Fluchtzahlen sind auch gesunken. Mehr dazu:

Völlig absurd: So verzweifelt sind Rechte, weil die Asylzahlen sinken

In diesem Punkt hat die AfD also quasi „gewonnen“. Dass ihre Politik, die sich im Wesentlich auf „Flüchtlinge weg!“ reduzieren lässt, durchgesetzt hat, ist aber ein zweischneidiges Schwert. Das Hauptthema, weshalb sie gewählt wurde, hat sich damit quasi erübrigt. Es gibt keinen Grund zur Aufregung (mehr). Das gemeinsame Feindbild ist ausgelutscht. Und wir leben bereits das vierte Jahr mit Schutzsuchenden. Während die Kriminalität gleichzeitig auf historischen Tiefstständen ist (Mehr dazu). Die viel beschworene Apokalypse ist ausgeblieben.

2.) Spendenaffären

Erst die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel, dann Europawahl-Kandidat Guido Reil, nun auch Parteichef Jörg Meuthen: Die Ausmaße der AfD-SpendenaffäreN (!) weiten sich immer weiter aus (Mehr dazu). Illegale Spenden in Millionenhöhe kommen ans Licht und lassen die AfD, die sich als „gegen das Establishment“ darstellt, in doppelter Hinsicht schlecht aussehen.

Nicht nur zeigt sich, dass die angeblichen Kämpfer gegen das Unrecht genau so in unseriösen Affären stecken können wie die „Altparteien“, auch sprechen große Geldsummen von Unternehmern nicht für das Image des „Kämpfers für den kleinen Mann“. Erst Recht nicht welche aus dem Ausland, woher doch so viele böse Dinge aus der Sicht der AfD herkommen.

Die größten Steuergeld- & Spendenskandale der AfD

3.) Drohende Überwachung durch den Verfassungsschutz

Das Bundesamt für Verfassungsschutz prüft derzeit eine Überwachung der Partei (Hier das Gutachten bei netzpolitik.org), und unter anderem zeigt jüngst ein Satz Gaulands bei Maischberger, wie verbreitet der Rechtsextremismus in der AfD ist. Und dass der Verfassungsschutz die Bedrohung endlich ernst nimmt.

Dieser Satz Gaulands bei Maischberger könnte das Ende der AfD bedeuten

Die AfD klagt derzeit gegen die Überprüfung des Verfassungsschutzes (Quelle). Also gegen die öffentliche Bekanntmachung der Überprüfung. Denn bereits diese schadet dem Image der Partei. Dass das Amt endlich Schritte für eine Überwachung der Partei eingeleitet hat, ist richtig und wichtig. Eine Überwachung würde die faschistischen Tendenzen in der Partei quasi behördlich bestätigen und damit auch den letzten Zweiflern die Möglichkeit nehmen, das zu verleugnen.

5.) Chemnitz & die Nazis

Kommen wir noch einmal auf die faschistischen Tendenzen in der AfD zu sprechen. Viele AfDler empören sich über die „Nazi-Keule“. Manchmal zu Recht. Aber der Höcke-„Flügel“ der AfD, der laut Gauland satte 40% der Partei ausmacht und damit stärkste Kraft in der Partei ist, ist der Knackpunkt. Die meisten in der AfD fischen am rechten Rand, bedienen sich fremdenfeindlicher Ressentiments, hauen rassistische Sprüche raus, und so weiter.

„Nazi“ ist da trotzdem oft überzogen. Aber beim „Flügel“, der vom Verfassungsschutz bereits als „Verdachtsfall“ eingestuft worden ist, sind, wie auf 400 Seiten des Gutachtens nachzulesen ist, schon eindeutige faschistische Tendenzen und Forderungen zu sehen (Mehr dazu hier). Die AfD gewann seit ihrer Gründung mit der immer weiteren Radikalisierung immer weiter an Stimmen. Zunächst wurde der wirtschaftsliberale Flügel Luckes gestürzt und später der rechtspopulistische Flügel Petrys.

Der Einfluss der Faschisten wuchs immer weiter. Den Höhepunkt erreichte die Radikalisierung im Spätsommer 2018 mit Chemnitz, als die AfD offen mit vom Verfassungsschutz beobachteten Neonazis und anderen Rechtsextremen gemeinsam durch die Stadt marschierte, zusammen mit Hitlergrüßen, Angriffen auf Journalisten und Menschen anderer Hautfarbe (Mehr dazu).

Es zeigte deutlich, wie faschistisch die AfD in weiten Teilen inzwischen geworden war – und wie wenig der Rest der Partei fähig oder willens war, etwas dagegen zu unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die AfD ihre höchsten Umfragewerte. Aber seit diesem Wendepunkt begann der stetige Rückgang der Wähler, denen diese hässliche Fratze des Faschismus dann doch zu viel war.

6.) Greta, Diesel und Co.

Kommen wir also zu den Flüchtlingen zurück. Oder besser gesagt: Eben nicht mehr. Die nationale Debatte hat sich weg bewegt von Obergrenzen und Kriminalität. Wir reden jetzt über die Klimakrise, Diesel-Fahrverbote, Grenzwerte und so weiter. Die AfD hat bei diesen Themen nichts mehr zu bieten. Natürlich wird die Debatte teilweise weiter auf dem gleichen populistischen Niveau geführt, man blicke nur auf die „100 Lungenärzte“.

Keine Belege, keine Experten: 5 Fakten zu den 100 Lungenärzten gegen Schadstoffgrenzwerte

Aber hier fehlt der AfD das Alleinstellungsmerkmal. Union und FDP decken die „Gegenseite“ zu den Feindbildern der AfD (Grüne, Linke) bereits ab, gelegentlich auch mit Populismus. Was kann die AfD also noch beisteuern? Mit glatter Klimawandelleugnung kommt sie auch nicht weit, mit Populismus ist sie nicht allein. Sie ist hier nicht die einzige „Alternative“. Warum also die Schmuddelpartei wählen?

Und nun kommt eine Person wie Greta Thunberg und nutzt „grünen Populismus“. Das mag man kritisch sehen, aber Fakt ist: Wenn Klima und Co. emotional diskutiert werden, redet man nicht mehr über die typischen AfD-Themen. Das Agenda-Setting durch Greta ist gelungen, ob man das befürwortet oder nicht. Natürlich wird versucht, mehr über ihre Person zu reden als über Maßnahmen gegen die Klimakrise. Aber ein Erfolg ist zu verbuchen: Die AfD-Themen sind weg. Und dadurch verliert sie an Boden.

Greta Thunberg: Bis zu 50% der Hass-Kommentare stammen von Fake Accounts

Das Ende der Faschisten herbeiführen

Die AfD taumelt. Und egal, ob man ein Demokrat des sozialliberalen oder konservativen Spektrums ist, sollte man ein Interesse haben, die Rechtsextremen und ihr Netzwerk aus dem Bundestag zu schaffen. Die AfD ist derzeit ein Sprungbrett für allerlei Holocaust-Leugner, Faschisten und Ethnopluralisten. Ob die AfD sich vollends zur „Höcke“-Partei entwickelt und dadurch selbst zerstört, oder den seit Jahren überfälligen Deradikalisierungsprozess durchführt, ist aus dieser Sicht erst einmal zweitrangig. Wichtig ist, dass wir jetzt nicht zulassen, dass rechtsextreme Einstellungen weiter normalisiert und hofiert werden.

AfD vor dem Abgrund: So können wir das Ende der Rechtsextremen herbeiführen

Artikelbild: Höcke: knipsdesign, shutterstock.com, Greta Thunberg: Jan AinaliCC BY-SA 4.0

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Das ändert sich in Deutschland: Alle Folgen des Migrationspaktes

Es ändert sich Nichts, verdammt nochmal!

Der Globale Pakt für sichere, geordnete und geregelte Migration (Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration – GCM) kurz „Migrationspakt“, ist eine internationale Vereinbarung, die von den Vereinten Nationen seit April 2017 ausgearbeitet wurde und deren Text im Juli 2018 beschlossen wurde. Es ist ein „rechtlich nicht bindender Kooperationsrahmen“, auf den sich die unterzeichnenden Staaten einigen, im Umgang mit Flüchtlingen und Migranten. Wichtig: Er ist KEIN Gesetz, rechtlich ändert sich durch das Unterzeichnen erst einmal gar nichts.

Anfang Dezember haben die meisten Länder der Welt diesen Pakt unterzeichnet und damit zugesagt, dass sie sich an die dort formulierten Ziele halten wollen. Nicht unterzeichnet haben Länder, an deren Regierungen Rechtspopulisten beteiligt sind, wie Österreich. Und das, obwohl Österreich an den Formulierungen aus dem Pakt wesentlich mitgewirkt hatte (Mehr dazu).

Die AfD startete unerklärlicherweise auch sehr spät eine Desinformationskampagne, nachdem sie die Monate zuvor alle Einladungen ignoriert hatte, sich selbst an der Ausarbeitung des Paktes zu beteiligen (Mehr dazu). Doch die rechten Lügenblogs machen weiter Stimmung gegen den unterzeichneten Pakt. Sie hatten zuvor von „schrecklichen Folgen“ erzählt, und da jetzt nichts passiert ist, erfinden sie wieder ach so schlimme Konsequenzen. Hier nochmal alle Lügen über den Pakt:

Die 5 größten Lügen der Rechten über den Migrationspakt



Es gibt kein Recht auf lügen

Eine der Lügen über den Pakt war, dass darin angeblich stünde, dass irgendwelche Einschränkungen der Meinungsfreiheit gefordert werden würden oder dergleichen. Dass man nicht mehr Migrations kritisieren dürfe oder so einen Unsinn. Im für alle ganz einfach nachzulesendem Pakt steht:

Ziel des Pakts ist die „Beseitigung aller Formen der Diskriminierung und Förderung eines auf nachweisbaren Fakten beruhenden öffentlichen Diskurses zur Gestaltung der Wahrnehmung von Migration“, was „unter voller Achtung der Medienfreiheit eine unabhängige, objektive und hochwertige Berichterstattung durch die Medien, einschließlich Informationen im Internet“ darstellt. (S. 23)

Aber da die Rechten offenbar so gerne Unwahrheiten verbreiten, nehme ich an, dass sie sich daran stören, dass die Berichterstattung auf „nachweisbaren Fakten“ beruhen und „objektiv“ sein soll. Die Meinungsfreiheit deckt NICHT das Recht auf eigene Fakten ab. Es gibt kein Recht auf Lügen. Man sollte sich nicht einreden lassen, dass irgendwie das Recht auf Meinung eingeschränkt werde. Dass die Gegen-Kampagne der Rechten natürlich völlig auf Lügen und Falschbehauptungen basiert, erklärt, warum sie sich jetzt davon auf den Schlips getreten fühlen.

aktionsplan gegen desinformation?

Jetzt lügt man frech weiter. So behaupten rechte Fake News-Verbreiter, die Kampagne der EU gegen Fake News sei eine Folge des Migrationspaktes. Der zeitgleich (!!) von der EU beschlossene „Aktionsplan gegen Desinformation“ soll die Plage der Lügen, Fake News und Falschinformationen eindämmen. Das Auswärtige Amt hat das auf ihrer Website anschaulich erklärt (Hier).

„Versehentliche Fehler bei der Berichterstattung, Satire und Parodien oder eindeutig gekennzeichnete parteiliche Nachrichten oder Kommentare [sind] keine Desinformation. Es wird außerdem klargestellt, dass Desinformation nicht auf Kosten der freien Meinungsäußerung begegnet oder mit gleichen Mittel zurückgeschlagen wird. Stattdessen sollen die Anstrengungen der EU […] in folgenden Kernbereichen verstärkt werden: Besseres Erkennen von Desinformation, koordinierte Reaktion, Zusammenarbeit mit Online-Plattformen und Industrie sowie Steigerung von Bewusstsein und Stärkung der Bürger.“

Klingt doch schon mal ganz anderes, als das, was die Dauer-Lügner behaupten. Und hat auch nichts mit dem UN-Migrationspakt zu tun, da der Plan bereits vorher ausgearbeitet wurde und vor der Abstimmung bereits vorgelegt wurde (Hier). Außerdem steht wie gesagt im Migrationspakt auch wie oben gezeigt nichts über irgendwelche Strafen oder anderen Unsinn. Falls du so eine Behauptung siehst: Sie ist erfunden.

Hier erzeugt man erneut mit Lügen, die auf alten Lügen basieren, neue Lügen. Es ist zum Haare Raufen. Diese Meldung verbreitet sich dennoch rasant in rechten Social Media Kreisen. Tut mir echt leid, aber ihr fallt alle auf eine gigantische Desinformationskampagne herein. Kein Wunder, dass die sehr allergisch darauf reagieren, dass man ihren Lügen Einhalt gebieten will. Zur Eingangsfrage: Was ändert sich an der Gesetzgebung in Deutschland durch den Migrationspakt? Rein gar nichts. Punkt.

Mehr zum Thema:

Migrationspakt: So wurde die AfD im Bundestag bloßgestellt

Artikelbild: CC0

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




AfDler blamiert sich auf Twitter: Was ist denn die „Antifa“?

Der rechte Mythos „Antifa“

Nachdem die AfD in Umfragen immer weiter verliert (Mehr dazu) wird klar: Ein neues Feindbild muss her. Wie der Angriff auf den AfD-Politiker Magnitz gezeigt hat, soll das wohl die ominöse „Antifa“ werden. Wer den AfD-Politiker zu Fall brachte, durch welchen er sich die Verletzungen zuzog, ist heute immer noch nicht bekannt. Dass es „die Antifa“ gewesen sei, ist frei erfunden. Genau wie vieles andere an ihrer Darstellung zum Überfall.

Fall Magnitz: Helfender Handwerker widerspricht der AfD-Darstellung

Zuallererst: Es gibt KEINE „Antifa“. Seit Jahren werden immer neue Behauptungen und Fake News zur „Antifa“ verbreitet, doch das ruft noch lange keine Organisation oder Strukturen zum Leben. Kürzlich fasste der ARD-Faktenchecker Patrick Gensing zusammen, was alles Fakt oder Fiktion zum Mythos „Antifa“ ist (Hier). Auch der Verfassungsschutz und der wissenschaftliche Dienst des Bundestages können bestätigen, dass es so eine Organisation nicht gibt.

Kurzfassung: In Deutschland (und auch anderen Ländern) gibt es verschiedene Gruppen, die sich dem Antifaschismus verschrieben haben. Manche sind auch für gewalttätige Auseinandersetzungen verantwortlich. Doch sich „Antifa“ (manchmal buchstäblich) auf die Fahnen zu schreiben, ist erst einmal nichts Verwerfliches. „Antifa“ ist kurz für „antifaschistisch“, also quasi „gegen Nazis“. Und das sollte eine universell gültige Haltung in Deutschland sein. Man kann auch das Grundgesetz als „Antifa“ bezeichnen.

Aber eine einheitliche Gruppe oder Organisation, die sich „Antifa“ nennt oder die man als solche bezeichnen kann, gibt es nicht. Wer diesem Mythos aufsitzt, hat vielleicht von den Fakes über „Demogeld“, oder gefälschten Bekennerschreiben gelesen. Eine Übersicht aller Fakes findet sich in Gensings Artikel hier. Ironischerweise war bisher jede Meldung vom „Antifa-Demogeld“ frei erfunden – Im Gegensatz zu einem Demogeld, das die AfD bezahlt hat (Mehr dazu).



Bystron pöbelt auf Twitter

Doch die AfD, die ihre Prominenz der Verbreitung von Fake News und Hetze über Flüchtlinge verdankt, nutzt die gleiche Strategien anscheinend jetzt bei „der Antifa“. AfD-Abgeordneter Bystron stört sich an der Realität und macht auf Twitter Patrick Gensing dafür verantwortlich, dass es keine „Antifa“ gibt. Die AfD fordert nämlich, dass diese nicht existierende „Antifa“ nach § 129a zu einer „terroristischen Vereinigung erklärt werden soll.

Nein, Magnitz hat sich den Stoß/Tritt nicht eingebildet. Aber die AfD bildet sich ein, zu wissen, wer die Täter waren. Wenn die AfD angeblich weiß, wer die Täter waren und warum sie Magnitz umgestoßen haben, warum leiten sie ihre vom Himmel gefallenen Informationen nicht an die Behörden weiter? Die wissen zumindest weniger als die notorische Lügenpartei.

Link

Bystron reitet sich immer weiter hinein

Dass sich die AfD mit ihrem Mangel an Fakten und Logik immer wieder blamiert, kann ihr egal sein. Denn ihre ideologisch verblendeten Fans klatschen bei allem, was ihnen vermeintlich Recht gibt. Bystron legt nämlich mit dieser geistigen Bankrotterklärung nach:

Link

„Reale […] Politsekte“? Welche Pseudo-Fakten hat Herr Gensing denn nicht in seinem Artikel erwähnt? Dafür, dass die AfD immer so großspurig behauptet, sie habe Recht und die Wahrheit gepachtet, ist sie erstaunlich sparsam mit Quellen und Nachweisen. Gensing hat alle seine Quellen angegeben. Und welcher „Organisationsgrad“? Ja, belegen Sie, Herr Abgeordneter! Was sagen Sie zu den zahlreichen Fakes, die Gensing aufdeckt, den Aussagen der US-Behörden, des Verfassungsschutzes, des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags? Kein Wort dazu? Wirklich?

AfD-Abgeordneter argumentiert wie ein Kindergartenkind

Link

Wow, meine Damen und Herren: So argumentiert ein Mitglied des deutschen Bundestages. Und kassiert tausende Euro Steuergeld jeden Monat. Meine zwei Monate alte Nichte kann besser argumentieren. Fassen wir sein „Argument“ zusammen. Gensing liefert ellenlange Nachweise, Belege und Fakten, die zeigen, dass es keine „Antifa“ als Organisation in dem Sinne gibt, niemals nachgewiesen wurde und auch nicht beobachtet wird. Dann kommt Bystron, behauptet einfach, das stimme nicht. Gensing verweist nochmal auf die Fakten. Und Bystron fällt nichts anderes dazu ein als „Gotcha“. DEIN ERNST, BYSTRON?

Gensing: Hier sind alle Fakten, Belege, Dokumente und Quellen.
Bystron: Mimimi, stimmt doch gar nicht.
Gensing: Öh, doch?
Bystron: Lalala, nein! Guckt meinen tollen Aluhut an!

Das ist ja regelrecht zum Fremdschämen. Und Bystron merkt nicht einmal, wie er sich dabei bloßstellt. Bystron hat nicht einen Beleg gebracht. Nicht einmal ein Argument. Nur Sarkasmus. Attitüde ersetzt nicht Argumente, Mann! Die AfD meint, sie habe Recht und die anderen haben das anstandslos zu akzeptieren. Das tut ja weh. Doch es war leider noch nicht alles. Denn Gensing fragt weiter nach Belegen.

Belege, Herr Bystron?

Link

Ich muss meinen Hut vor Gensing ziehen, dass er dabei so ruhig bleiben kann. Er versucht immer noch unermüdlich, diesen Schlagabtausch (für eine Diskussion bräuchte Gensing einen wirklichen Diskussionspartner) auf die Sachebene zu ziehen. Doch Bystron ist anscheinend leider nur ein in den Bundestag gewählter Troll.

Link

Das sind immer noch keine Fakten oder Belege, Bystron, sondern nur Schlagworte. Der 1. Mai ist erstmal nur ein Datum und ja, da gibt es manchmal Demos. Aber was hat das mit dem Nachweis, dass es eine Organisation wie die fiktive „Antifa“gibt zu tun? Oder die Rote Flora? Das ist ein autonomes Kulturzentrum, was hat die mit Magnitz zu tun? BELEGE, Bystron! Oder zumindest Begründungen, was die miteinander zu tun haben. Ich würde auch nur einen Fetzen Logik akzeptieren an dieser Stelle. Und nochmal: Wer Herrn Magnitz angegriffen hat, ist NICHT BEKANNT.

Nicht einmal, ob es politisch motiviert gewesen war. Und was haben 1. Mai Demos mit Magnitz zu tun? Zum Haare raufen! Will die AfD mit drei Schlagworten etwa begründen, warum die „Antifa“ existiert und wie man das als terroristische Vereinigung einstufen will? Den Antrag will ich sehen. Das tut ja weh, diesen Mangel an Belegen und Argumenten zu sehen. Schämt der Mann sich nicht?

Ein argumentatives Duell, aber Bystron ist unbewaffnet

Also: Außer Sarkasmus und ein paar Schlagworten hat Herr Bystron noch NICHTS zu der „Diskussion“ beigetragen. Witzig, dass er vorher sarkastisch so getan hätte, als hätte er einen Aluhut, denn hier packt Bystron ihn tatsächlich aus:

Link

Bystron behauptet, der Verfassungsschutz würde die „Belege“, dass es eine „Antifa“ gibt, einfach gar nicht sammeln. LOL. Ja DANN! Gensing fragt nach Belegen, aber Bystron hat nichts zu bieten, außer der BEHAUPTUNG es GÄBE ganz bestimmt Belege, wenn man suchen würde. Das ist quasi so, als würde er Gensing zu einem Revolverduell herausfordern, aber zum Showdown unbewaffnet erscheinen und behaupten, zu Hause hätte er aber ganz sicher eine Waffe. Ganz bestimmt!

Und es wird noch besser, Bystron hat gesagt: „Dass sie […] nach Belegen fragen, lässt mich an ihrer Faktenfindungsfährigkeit zweifeln“. HAHAHA, so kennt man Faktenfinder: Sie fragen niemals nach Belegen! Also Gensing habe mit seiner Feststellung, die von allen Behörden (und Menschen mit Gehirn) bestätigt wird, „die Antifa“ ist ein Mythos angeblich nicht Recht, weil es ganz bestimmt Belege gäbe, wenn man dann gucken würde. Aber tut ja keiner, weil … öhm, keine Ahnung. Weil der Verfassungsschutz auch zur Antifa gehört!!1 Oder so.

Wenn wieder jemand einmal meint, man müsse nur „mit Rechten reden“: Man sollte sich darauf einstellen, nicht viel festes zu hören zu bekommen. Bystron hat danach übrigens aufgegeben. Vielleicht hat er auch eingesehen, dass er einfach nicht Argumente oder Belege liefern kann. Oder er musste zu seinem nächsten Treffen, um mit Vertretern extremistischer Organisationen Schießtrainings auf Kosten des Steuerzahlers zu absolvieren (Mehr dazu).

Kurzfassung: Viel Kopfschmerzen und AfD hat sich wieder mal entlarvt

Also kurz: Es gibt keine „Antifa“, Bystron hat es bestätigt. Denn seien wir ehrlich: Wäre irgendwas dran an der Behauptung, wir könnten uns sicher sein, dass die AfD mit den Belegen hausieren gegangen wäre und nicht so peinlich rumdrucksen müsste. Wie lange kann die AfD noch gegen die harte Realität argumentieren? Keine Ahnung, die Flüchtlingsmasche hat sich anscheinend ermüdet. Und auch der Prozentsatz an Menschen, die jeden Blödsinn glauben möchten ist gottseidank begrenzt.

Und für alle anderen, die – unerklärlicherweise – bis hierhin gelesen haben und immer noch verzweifelt an dem Mythos „der Antifa“ festhalten: Widerlegt die Argumente und Quellen von Herrn Gensing und liefert eigene Nachweise. Und bitte keine schlecht gemachten Youtube-Verschörungsvideos, das sind keine Belege. Diskussion mit AfDlern über ihre Lügen bringt gar nichts. Herr Gensing hat es unermüdlich und sachlich versucht. Verschwenden wir nicht unsere Zeit, den Fantasien von notorischen Lügnern hinterher zu rennen.

Die 11 lächerlichsten Lügen von Beatrix von Storch (AfD)

Artikelbild: Metropolico.orgCC BY-SA 2.0 (Bystron), Alex E. Proimos, Flickr,  (CC BY 2.0), changes were made, Jesse Adam Davis, shutterstock.com (Antifa)

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




So hat Ex-Pegida-Frau Festerling auf unseren Artikel reagiert

Eines vorweg: Das wird kein typischer Eintrag

Ich habe diesmal nicht etwa einen Nachrichtenpost nach geeigneten Kommentaren durchforstet, sondern ich – bzw. der Volksverpetzer – wurde regelrecht damit beworfen. Heute wird es also nicht ausschließlich um Kommentare gehen.

In der politischen Debatte um Links gegen Rechts werden ja immer mal wieder Stimmen laut, die fordern, man solle mal den Dialog auf Augenhöhe suchen. Dass das zuweilen gar nicht so einfach ist, wollen wir heute einmal näher beleuchten.



Rechts im Bild

Dazu befassen wir uns mit Frau Tatjana Festerling. Für diejenigen unter uns, die glücklicherweise von sich behaupten können, nicht zu wissen, wer das ist, werfen wir zunächst mal einen Blick auf die Dame.

(Quelle: http://www.tatjanafesterling.de/)

Schaut sie euch an, die Frau Festerling. Den Blick in die Ferne gerichtet, die Ängste und Nöte des kleinen Mannes lasten schwer auf ihrem Gemüt. Doch irgendwer muss die Bürde tragen. Irgendwer muss den Kampf gegen das ganze linksgrünversiffte Gelumpe aus Bahnhofsklatschern führen. Wer, wenn nicht Tatjana Festerling? Trost und Kraft findet sie dabei stets in der Flagge des Vaterlandes, die hier so stolz auf der Schulter prangt.

Tatjana Festerling blickt auf eine bemerkenswerte, rechtspopulistische Karriere zurück, die immer mal wieder davon geprägt war, dass entweder ihr selbst ihr politisches Umfeld nicht braun genug oder sie wiederum ihrem Umfeld zu braun war.

Und so hetzte sich die Dame von AfD über Pegida und Legida bis hin zur Bürgerbewegung “Festung Europa” durch allerlei entsprechende Vereine und kandidierte sogar einmal für das Amt der Dresdner Oberbürgermeisterin. Da Dresden sich glücklicherweise noch nicht derart selbst aufgegeben hat, blieb Frau Festerling aber unter 10% der Stimmen (Quelle).

Und was treibt Frau Festerling heute? Nun, mittlerweile vertreibt sie sich die Zeit gerne mit ausgedehnten Waldspaziergängen mit ihren Kumpels:

(Quelle: http://www.tatjanafesterling.de/; roter Kreis eingefügt)

Okay, vielleicht trägt sie dabei Tarnkleidung und versucht, Flüchtlinge abzufangen, aber mit ein bisschen patriotischem Augenzwinkern geht das sicher noch als Waldspaziergang durch.

Darüber hinaus ist Frau Festerling sehr aktiv in den sozialen Medien. Natürlich auf Facebook, aber auch auf vkcom. VK ist eine Art russisches Pendant zu Facebook, bietet Menschen wie Festerling aber – im Gegensatz zum Original – den außerordentlichen Komfort, ihnen nicht dauernd mit solch lästigen Maßnahmen wie dem Sperren menschenverachtender Posts und ultrarechter Inhalte auf den Keks zu gehen. Ihr wisst schon, “Meinungsfreiheit” und so.

Affront

Betrachten wir nun den eigentlichen Sachverhalt. Den haben die Kollegen freundlicherweise schon einmal aufbereitet. Zusammengefasst sieht es so aus: Festerling hat nach eigenem Gutdünken eine Liste von politischen Gegnern, die sie unter dem Banner “DIE LINKEN STÜRMER DES BUNTEN REICHES” subsumiert hat, erstellt und diese auf vk.com geteilt. HoGeSatzbau hat seinen Lesern nun aufgezeigt, dass sie hiergegen rechtliche Schritte ergreifen können. Der Volksverpetzer hat den Sachverhalt im verlinkten Artikel zusammengefasst.

HoGeSatzbau: Bis zu 269 Anzeigen gegen Ex-PEGIDA-Frau Festerling

Das war für Frau Festerling zu viel. Wie man auch auf die Idee kommt, etwas öffentlich gepostetes aufzugreifen und darauf Bezug zu nehmen, eine Frechheit sondergleichen.

Was tut Frau Festerling also? Genau, so richtig derbe mit dem Volksverpetzer und im Speziellen mit dem Kollegen Laschyk abrechnen. Zu finden ist ihre Antwort auf Facebook (Update: Inzwischen hat sie den Post auf Facebook wieder gelöscht. Wer weiß, was ihre Motive waren?) und natürlich auf VK.

Aber keine Sorge, liebe Leser, wir vom Volksverpetzer wollen es natürlich niemandem zumuten, sich seinen Browserverlauf mit derlei Inhalten vollkoten zu müssen. Wir gehen das nun einfach in Ruhe durch.

Politischer Diskurs nach Festerling

Auf ihrer Webseite gibt Frau Festerling in der Rubrik “über mich” unter ihren Stärken den “Einsatz für ein respektvolles Miteinander an”. Im Folgenden können wir also lernen, wie das konkret aussieht. Die folgenden Textschnipsel sind alle dem Post von Frau Festerling entnommen.

Lektion 1: Respektvolle Ansprache:

Ihr dachtet wahrscheinlich, dass diese veraltete Höflichkeitsform des Siezens noch immer Anwendung findet, nicht wahr? Im Gegenteil! Warum dem Gegenüber nicht von vornherein klar machen, dass man ihm gegenüber keinen Respekt hat. Garniert mit einem feschen Spitznamen, der an Kreativität kaum zu übertreffen ist, werden hier direkt mal die Fronten geklärt.

Nun gut, ich lerne ja gerne dazu, also werde ich das unnötig förmliche “Frau Festerling”, das ich bisher bemüht habe, nun durch das der neuen Sprachrichtlinie entsprechende “Tatsche” ersetzen. Warum nicht.

So, Tatsche, was mich nun wirklich ein wenig verdutzt hat, ist, welchen Spitznamen du für Herrn Laschyk gewählt hast: Horny.

Nach eingehender Betrachtung deines Schriftstücks kam ich aufgrund der Parallelen im Wortstamm auf die weiter oben im Text erwähnte “Hornbrille”, auf die du dich hier offenbar beziehen möchtest und die du in deiner frechen Art zu Horny abgewandelt hast.

Davon ausgehend, dass dein kultureller Horizont ebenso wie dein geographischer an der deutschen Grenze endet, verwundert es mich nicht, dass dir dabei entgangen ist, dass “horny” im Englischen auch so viel wie “geil” bedeutet.

Man könnte die Anrede nun also auch so verstehen, dass die gute Tatsche unseren Herrn Laschyk einfach nur plump anbaggern will, was ich an seiner Stelle so ziemlich als die größte Beleidigung in Tatsches Text empfinden würde.

Lektion 2: Faktenbasierte Argumentation

Dieser Absatz enthält zwei wesentliche Informationen. Zum einen verfügt Tatsche offenbar nicht nur über eine umfangreiche Liste ihrer politischen Gegner, sondern auch noch über eine entsprechende Galerie, deren Namen ein bisschen nach einer N24-Panzer-Doku über die Belagerung des Kinderparadieses bei Ikea klingt, sowie über einen Ordner auf ihrer Festplatte, in dem sie offenbar (vermutlich Bild-)Material zu Menschen sammelt, die sie nicht mag. Über den Zweck dieses Ordners kann ich nur mutmaßen: Gleiches gilt dafür, ob sie den anderen im Ordner vertretenen Personen ähnlich schlüpfrige Spitznamen wie “Horny” gegeben hat.

Ich für meinen Teil habe keinen Ordner namens “Rechte Bratzen” auf meinem Computer und ich kenne auch niemanden sonst, der sich solch ein Verzeichnis hält. Ein wenig gruselig ist das ja schon.

Denunzieren?

Der andere interessante Punkt in diesem Absatz ist der Umstand, dass man dem Volksverpetzer hier Denunziation unterstellt, was in mir die Vermutung reifen lässt, dass noch keiner der guten Tatsche dieses Wort zu erklären vermochte.

Wer den Beitrag des Volksverpetzers einmal eingehend betrachtet, findet dort tatsächlich lediglich eine kurze Zusammenfassung des Sachverhalts unter Angabe von Quellen sowie Screenshots von Kommentaren. Hier wird nichts unterstellt und nichts haltlos behauptet. Das bloße Wiedergeben von Informationen als „Denunziation“ zu bezeichnen, zeugt nicht unbedingt von Sachverstand.

Und überhaupt, Tatsche, du sprichst hier wirklich von Denunziation? Selbst wenn das zuträfe, ging das Ganze nicht erst damit los, dass du mit deiner “Menno-die-sind-gemein-zu-mir”-Liste angefangen hast, andere zu denunzieren?

Ebenfalls auffällig: Du sprichst hier von “Aufgeilen” – erneut im Zusammenhang mit Herrn Laschyk. So langsam wird es etwas offensichtlich, Tatsche. Wenn du so doll auf ihn stehst, frag ihn doch einfach, ob er mal mit dir ausgeht und lass diesen Mist mit dem Subtext. Ich an deiner Stelle würde mir aber mal keine allzu großen Chancen ausrechnen.

(Siehst du, DAS war Denunziation – und freilich nicht ernst gemeint.)

Lektion 3: Fokus auf Inhalte

Wie wir aufgrund der mehrfachen Erwähnung feststellen können, basiert einer von Tatsches Kernvorwürfen gegenüber Herrn Laschyk auf zwei Punkten. Punkt 1: Er trägt eine Brille. Punkt 2: Er lächelt auf dem Foto.

Gerade der Umstand, dass mehrfach auf diese Punkte eingegangen wird, betont, wie elementar diese Aspekte sind. Es kann also nicht ausgeschlossen werden, dass Tatsche an dem Artikel keinerlei Anstoß genommen hätte, wäre er von einem grimmigen Mann mit makelloser Sehkraft geschrieben worden.

Aber bitte, wir können es gerne ausdiskutieren: Also was die Brille angeht, gehen vielleicht einfach eure Geschmäcker auseinander. Klar, man kann Kontaktlinsen nehmen, aber vielen gefällt eine Brille sogar und jeder kann ja einfach das tragen, was er… ach, was mühe ich mich ab, jemandem wie dir etwas über Vielfalt zu erklären. Neuer Ansatz:

Ich schätze dich so ein, dass du nicht gerade empfänglich für Argumente bist, die auf Toleranz oder auch nur Akzeptanz anderer Ansichten abzielen, daher werfe ich ergänzend einfach mal noch das hier ins Feld:

(Quelle: http://www.tatjanafesterling.de/; rote Pfeile eingefügt)

Uuuups, Tatsche. Wer im Glashaus sitzt…

Den zweiten Vorwurf finde ich sogar noch viel bemerkenswerter. Herr Laschyk lächelt auf dem Foto. Vielleicht tut er das, weil er einen guten Tag hatte, als das Foto aufgenommen wurde. Oder er lächelt auch, weil er nicht so hasserfüllt ist, wie du. Vielleicht bleibt ihm auch einfach mehr Zeit, um zu lächeln, weil er nicht den ganzen Tag damit beschäftigt ist, sich Untergangsszenarien für Deutschland aus den Fingern saugen zu müssen.

Mach ihm das nicht zum Vorwurf. Es sind eben nicht alle zu einer glühenden Vaterlandsverteidigerin geboren, wie du eine bist. Es kann eben nicht jeder so schauen, als müsse er gleich eigenhändig eine Haubitze an die Grenze ziehen, um der nicht enden wollenden Flut an Invasoren Einhalt zu gebieten.

Lektion 4: Gründliche Recherche

Knallhart recherchiert. Dass der Volksverpetzer nicht über Herrn Laschyks eigene Seite läuft, sondern über eine eigene Facebookpräsenz verfügt, ist aber auch wirklich nicht leicht herauszufinden. Wie auch, ist ja nicht so, als hieße die Seite “Volksverpetzer”. Oh, Moment. Doch, das tut sie ja. Besagte Facebookseite verfügt übrigens (Stand 05.02.2019) knapp unter 43.000 Likes.

Vielleicht recherchierst du beim nächsten Mal etwas gründlicher, bevor du einen digitalen Schwanzvergleich anzettelst und ihn dann wieder krachend verlierst.

Zeit für die Kommentare

Man mag es kaum glauben, aber unterhalb von Tatsches Diskursebene kommt tatsächlich noch etwas: Die Kommentare ihrer Anhänger (gefunden unter dem oben verlinkten Post auf Tatsches Facebookseite). Los geht’s.

Was Ulrich hier in seiner proletenhaften Ausdrucksweise tatsächlich als Argument anführt, ist im Grunde folgendes: Herr Laschyk ist jung, nämlich etwa 26 Jahre alt. Das alleine scheint für Ulrich bereits einen Vorwurf wert zu sein. Ironischerweise hast du nicht Unrecht, Ulrich. Die Gesellschaft braucht Leute, die 26 Jahre alt sind. Gäbe es die nicht, würde das bedeuten, dass alle mit 25 sterben, was heute (“auf dem Weg ins 3. Jahrtausend”) einfach nicht mehr zeitgemäß ist.

Sogar in deinem Weltbild sind 26-Jährige wichtig. Die werden nämlich irgendwann zu Leuten Ende 40, die dann dämliche Kommentare im Internet posten können. Denk mal ein paar Jahre zurück, dann wird es dir wie Schuppen von den Augen fallen.

Da, schau, Tatsche, deine Follower eifern dir bereits nach. Bald führst du eine Legion von Menschen an, die alle nicht in der Lage sind, sachlich zu argumentieren. Dann könnt ihr gemeinsam im Wald spazieren gehen.

Wenn du keine Fragen mehr hast, bedeutet das ja, dass Herr Laschyk das Feld korrekt befüllt hat. Cool. Danke für das Feedback. Ich gebe es weiter.

Keine Yacht, keinen Bentley

Das ist wieder einer dieser Kommentare, die so weit weg von jeglicher argumentativen Grundlage sind, dass ich gar nicht weiß, was ich dazu sagen soll. Gelernt habe ich daraus jedenfalls: Mitspracherecht gibt es nur für Leute mit Bentley und Yacht. Ich besitze keines von beidem, daher kann ich mir offenbar direkt sparen, das Wort an Franco zu richten. Es wäre jetzt mal interessant zu wissen, ob Tatsche eine Yacht und einen Bentley besitzt.

Kommen wir nun mal zum bisherigen Tiefpunkt von dem, was mir in den Kommentarspalten der Rechten begegnet ist:

Glückwunsch, Tatsche, in deinem Gefolge tummelt sich offenbar der absolute Bodensatz der Gesellschaft. Menschen, die sich über die Krankheit anderer lustig machen und darüber hinaus behaupten, dass sie diese allein aufgrund ihrer politischen Ansichten verdient haben.

Weißt du, Steffen, meine Erziehung verbietet mir, dir an dieser Stelle aktiv etwas Entsprechendes zu wünschen. Aber sagen wir es mal so: Sollte dich irgendwann ein vergleichbares Schicksal ereilen, hoffe ich, dass du dich an deinen Kommentar hier erinnerst. Falls dir bis dahin keiner das Karma-Prinzip erklärt hat, würdest du es vermutlich spätestens dann verstehen. Sollte dieser Fall eintreten und ich es aus irgendeinem Grund auch noch mitbekommen, glaube ich ab diesem Zeitpunkt übrigens auch an Karma.

Dialog auf Augenhöhe

Ich erinnere an dieser Stelle noch einmal an den anfänglich erwähnten “Dialog auf Augenhöhe”. Leider muss ich diesen Anspruch offenbar aufgeben. So sehr ich es auch versuchen würde, ich könnte mich nicht auf das Niveau von Tatsche und ihren Spießgesellen herablassen. Und um ehrlich zu sein, bin ich darüber ziemlich froh.

Ach ja, eines noch: Na, Tatsche? Darf ich nun auch auf deine tolle VIP-Liste von Leuten, die gemein zu dir waren?

Artikelbild: Africa Studio, shutterstock.com/Metropolico.orgCC BY-SA 2.0, changes were made/Screenshot facebook.com

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Krebs: Der Moment, wenn Jens Spahn einmal Recht hat

Stimmt, herr Spahn!

Man könnte eine lange Liste an Fettnäpfchen, falschen Aussagen und rechtspopulistischen Sprüchen von Gesundheitsminister Spahn erstellen (Mehr dazu). Das hat natürlich Methode. Spahn hat Ambitionen auf den CDU-Vorsitz und letztlich auf das Kanzleramt, wie man kürzlich ja sehen konnte. Deshalb der ständige Versuch, in den Medien zu sein und im Gespräch zu bleiben. Egal mit womit.

Deshalb sollte man froh sein, wenn Jens Spahn nicht fachfremdelt und bei seiner eigentlichen Aufgabe bleibt: Gesundheit. Diesmal ging es um Krebs. Zunächst hatte er sich etwas weit aus dem Fenster gelehnt, als er vor ein paar Tagen behauptete, Krebs sei in 10-20 Jahren besiegt. Natürlich wollte er seinen Plan hypen, zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum 60 Millionen Euro in die Krebsforschung zu stecken (Quelle).

Das ist vielleicht etwas optimistisch. Am vielversprechendsten sind derzeit Antikörper-Immuntherapien. Aber die sind aufgrund ihres Aufwands extrem teuer und allein deshalb schon nicht für jedermann. Kritik daran, für Eigen-PR KrebspatientInnen falsche Hoffnungen zu machen? Legitim. Auch dass er nachlegte, und Krebs mit HIV verglich, ist äußerst daneben, weil er hier Äpfel mit Birnen vergleicht. Denn vor Aids kann man sich vergleichsweise leicht schützen.



Krebsvorsorge: Spahn hat recht

Trotz oder wegen dieser Kritik hat sich Spahn dann auf Twitter gestern wieder zum Thema geäußert:

Die Reaktionen wie davor: Kritik. Und vielleicht sind wir alle schon so gewohnt, dass Jens Spahn etwas sagt, und wir ihn dafür kritisieren müssen, dass das jetzt business as usual ist. Aber er hat ausnahmsweise einmal was richtiges gesagt.

Krebs wird durch zig verschiedene Ursachen ausgelöst. UV-Strahlen, Rauchen, Schadstoffe, Alkohol, Fleisch. Er ist aber auch genetisch bedingt und tritt sogar einfach zufällig auf. Weswegen die Krebsforschung auch nicht so unkompliziert ist, wie er das zuvor dargestellt hat oder warum der HIV-Vergleich sehr hinkt.

Aber man kann das Krebs-Risiko senken, und zwar genau mit den Dingen, die Spahn aufgezählt hat. Nicht mehr Rauchen, Sport, gesunde Ernährung und Sonnencreme senken das Krebsrisiko durchaus um 40%-50%. Laut einigen Studien sogar mehr (Mehr dazu). Das ist keine Garantie, dass man keinen Krebs bekommt, klar. Und es gibt auch niemandem die Schuld daran, wenn sein oder ihr Lebensstil nicht so aussieht. Aber es ist „#Prävention“. Und das stimmt.

Einzelbeispiele widerlegen nicht das Statement

Meine Filterblase hat kollektiv heute über Spahns Tweet den Kopf geschüttelt. Mehr als einmal las ich, wie Leute von Freunden, Verwandten oder sich selbst erzählten, die trotz dieser Maßnahmen Krebs bekommen haben. Das ändert aber nichts daran, dass dies krebserzeugende Faktoren sind, die man verhindern kann. Niemand würde doch seinen 100-Jahre alt gewordenen, kettenrauchenden Opa als „Beweis“ bringen, dass Rauchen nicht krebserregend sei.

Ich selbst mache Sport, rauche nicht, trinke nur wenig Alkohol, creme mich an der Sonne regelmäßig ein und ernähre mich sogar komplett fleischfrei. Und habe trotzdem Krebs bekommen. Und bin dann wieder gesund geworden. Aber ich weiß, dass da halt auch Gene und der Zufall mit hineinspielen. Also – und mir tut es fast weh, das zu sagen – Hört auf Jens Spahn.

Das sind die effektivsten Maßnahmen, die ihr tun könnt, um euer Krebsrisiko zu senken. Aber das heißt nicht, dass man nicht trotzdem Krebs kriegen kann. Auch nicht, dass man ansonsten „selbst schuld“ ist. Und das heißt auch nicht, dass Jens Spahn sonst bei vielen Themen daneben liegt. Erst Recht bei Themen, die eigentlich gar nicht zu seinem Aufgabenbereich gehören.

Artikelbild: Olaf Kosinsky (wikiberatung.de) Lizenz: CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons, Screenshot twitter.com

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Wieder mit gestelltem Foto: Wie die AfD Broder instrumentalisiert

Ein Bild sagt mehr als 1000 worte

Hendryk M. Broder ist der AfD in die Falle gelaufen. Es gibt wenig Meinungen, die ich mit dem Publizisten und WELT-Autor teile. Er hat die Dreistigkeit, den Klimawandel zu leugnen, ist ein alarmistischer Islamfeind und beackert den gleichen Boden, aus dem auch die „Lügenpresse“-Vorwürfe sprießen. Was er zu Greta Thunberg gesagt hat, finde ich auch völlig unangemessen. Broder bewegt sich regelmäßig am Rand des Diskurses, hinter welchem die rechtsextreme Verschwörungswelt der AfD beginnt. Punkte zur Anknüpfung gibt es genug.

Aber seine Rede vor der AfD war von ihm schon als Distanzierung zur AfD gedacht, die demnächst vom Verfassungsschutz überwacht werden könnte. Und im Fall von Höcke und „Junge Alternative“ teilweise bereits wird (Mehr dazu). Broder und die AfD sind in vielerlei Hinsicht ideologische Verbündete. Aber auf „Kuschelkurs“ – Wortspiel beabsichtigt – wollte er eigentlich nicht gehen. Doch Frau Weidel kam ihm da zuvor.



Wie die AfD Broder instrumentalisiert

Meine Kollegin Anke hat argumentiert, dass sie in Broder immer noch einen Demokraten sieht. Und als solchen hält sie ihn für einen geeigneten Kandidaten, um die AfD zu kritisieren. Da sie ihm am ehesten zuhört. Auch Broder selbst pocht darauf, dass man seine Haltung an seiner Rede festmachen soll (Mehr dazu). Aber das hat die AfD, die Meisterin der Instrumentalisierung, nicht zugelassen.

Broder: Die Weidel-Umarmung war ein Fehler, mit der AfD reden nicht

Wie schon im Fall Magnitz weiß die AfD, Symbole und insbesondere vielsagende Fotos legen die Debatte fest. Während ein äußerst dramatisches Foto von Magnitz dafür sorgen sollte, die Lügen und Übertreibungen der AfD über den Verlauf des Angriffs auf den AfD-Politiker zu framen, so soll eine spontane Umarmung Broders durch Weidel seinen Besuch bei der Partei framen.

Das ist ihm auch bewusst, und im Nachhinein bedauert er die Umarmung, die laut ihm vollständig von Frau Weidel ausging. Er wurde quasi mit der Umarmung und dem Foto überrascht. Und wir wissen aus Erfahrung, dass Weidel PR-technisch genau weiß, was sie machen muss. So war es auch bei ihrem geplanten Abgang in der ZDF-Sendung „Wie geht’s, Deutschland“ (Mehr dazu).

Die AfD steckt gerade in einer Krise. Sie muss von der drohenden Überwachung durch den Verfassungsschutz ablenken, von ihren sinkenden Umfragewerten und ihren inneren Streit. Und sich einen Anstrich von „rechtskonservativ“ verpassen, da der faschistische Höcke-„Flügel“ zu sehr in den Mittelpunkt rückt. Deshalb Broder.

AfD vor dem Abgrund: So können wir das Ende der Rechtsextremen herbeiführen

Broder von der AfD vereinahmt

Broder beschwert sich bei Meedia (Hier) über die Medien und „linke Trottel“, die sich unsachgemäß nur auf das Foto stürzen, anstatt über den Inhalt seiner Rede zu sprechen. Aber er sollte sich vielleicht viel eher bei Frau Weidel beschweren, die das genau so geplant hat. Ja, alle reden über das Foto. Ziel erreicht. Warum? Weil Broder-KritikerInnen in dem Foto symbolisch den Schulterschluss zwischen dem rechtskonservativen Journalismus und der AfD sehen, den sie die ganze Zeit schon spüren.

Natürlich nicht grundlos. Aber die AfD wiederum kann sich mit einem Publizisten schmücken, gar einem Juden, um von der den gerechtfertigten Hinweisen auf die 40% Neonazis in ihrer Partei abzulenken (Mehr dazu) und sich einen seriöseren Anstrich zu verpassen. Für alle zeigt das Foto: Hey, Broder ist auf der Seite der AfD. Egal, wer das wie einordnet. Auch wenn das Broder nie wollte.

Broder gibt zu, dass er damit nicht gerechnet hätte, sonst wäre ihm die Instrumentalisierung Weidels nicht egal gewesen. Broder hat viele kritisierenswerte und durchweg falsche Positionen, wie seine unsinnige Position zum Klimawandel. Sein Versuch, mit der AfD zu reden ging auf jeden Fall nach hinten los. Leider hat er wohl daraus nichts gelernt. Die AfD instrumentalisiert alles und jeden, um sich medial zu inszenieren. Ihm hätte auch bewusst sein sollen, dass sie auch nicht vor ihm halt macht.

Artikelbild: Screenshot Alice Weidel, Bildzitat

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter




Warum sich Rechte nur über Vergewaltigungen durch Flüchtlinge aufregen

Warum Nazis Feminismus hassen

Ich wollte noch etwas zu Antifeminismus, rechtem Denken und toxischer Männlichkeit sagen. Und was das alles mit völkischer und nationalistischer Ideologie zu tun hat und im Zentrum des Faschismus steht. Und somit recht universell auf der ganzen Welt präsent ist. Nationalismus und völkisches Denken hat eine Prämisse, die über allem anderen steht. Und das ist Erneuerung und die Wiedererstarkung des Volkes (Palingenese) in ein neues goldenes Zeitalter. Es ist also immer ein Zukunftsversprechen (Utopie).

Raus aus der „Dekadenz“ und „Versachlichung“ und hin zu „Stärke“ und „Kraft“. Was hat das mit Frauen zu tun? Nun für eine völkische Zukunft braucht es völkisch wünschenswerte Kinder und diese zu reproduzieren ist Aufgabe der Frau. Ihre oberste und mitunter einzige Aufgabe. Völkische Ideologien sind immer auch ein Jugendkult, was gerne bildlich so dargestellt wird. Gesund, jung, hart vs krank, alt, weich, dick etc. Dementsprechend ist die Reproduktion völkischer Kinder vielleicht die zentralste Aufgabe überhaupt in dieser Ideologie.



Faschismus lebt vom Männerbund

Faschismus lebt aber vom Männerbund – vom mystifizierten unsichtbaren Band der Kameradschaft, das nur Männer erleben können. Gleichzeitig fällt die wichtigste Aufgabe aber Frauen zu. Eine innere Ambivalenz mit der die kaum klar kommen in ihrem Denken. Solange Frauen da mitspielen und zur Reproduktion beitragen, solange sind sie in diesem Denken fast Heilige. Ihr merkt aber, wie prekär das ist.

Denn nicht jede Frau kann sofort Kinder bekommen und wenn dann auch nur für eine gewisse Anzahl von Jahren. Frauen, die da nicht mit machen, weil sie andere Pläne in ihrem Leben haben, weil sie lesbisch sind, keine Kinder wollen oder haben können, weil sie Kinder mit nicht völkisch wünschenswerten Männern bekommen etc pp sind also die ultimativen Verräterinnen an Volk und Nation.

Hetze gegen Verhütung & Schwangerschaftsabbruch

Das hört sich jetzt alles recht absurd nach 30ern an. Aber jedes Mal, wenn gegen Verhütungsmittel, Schwangerschaftsabbruch gehetzt oder die niedere Geburtenquote beklagt wird, flackert diese Logik durch. Ein Hass auf Frauen, die nicht das Volk reproduzieren. In dem recht oft locker dahin geschriebenem Vergleich, dass Migrantinnen so viele und „Einheimische“ so wenig Kinder bekommen steckt also neben Rassismus immer auch Antifeminismus. Weil weibliche Sexualität nie individuell ist, sondern dem Volk gehört. Genauso wie Frauenkörper.

Wenn völkisch wünschenswerte Frauen also die einzige Möglichkeit der Reproduktion einer völkischen Zukunft sind, dann stehen diese Körper für Nation und Volk an sich. Dann ist jeder Übergriff zum Beispiel eines Asylwerbers auf so einen Körper Landnahme.

Es geht nicht um die individuelle Frau

Versteht ihr, es geht überhaupt nicht um die individuelle Frau mit ihren Bedürfnissen, Wünschen, Grenzen etc. Sie existiert nicht als Individuum in dieser Vorstellung. Ihrem Körper wird eine beinahe mystische Bedeutung eingeschrieben. Und nur deswegen regt rechte Männer so ein Übergriff auf – weil sie ihn als Anschlag auf das aller Höchste sehen – die Zukunft von Volk und Nation. Und deswegen regt sie der Übergriff eines „Einheimischen“ nicht auf. Wenn ein völkisch wünschenswertes Kind rausschaut ist es gut.

Es ist so ein viel schichtiges Thema, aber ich belasse es mal dabei. Conclusio: Frauen sind nie Individuen, sondern haben die höchste völkische Aufgabe. Alles was sie davon abhält ist schlecht. Jeder Übergriff eines „minderwertigen“ Mannes ist Anschlag auf Nation. Und ich wünschte, das wäre hochtrabende theoretische Fitzelei, zusammengetragen aus schwitzigem Geschreibsel einiger Frauenhasser. Aber die Logik springt mir fast täglich entgegen und es ist unerträglich. Jede Frau hat ein individuelles, unverhandelbares Recht auf Schutz vor Gewalt.

Autorin: Natascha Strobl, hier zum Original-Thread@Rabid_Glow. Zusammen mit Julian Bruns und Kathrin Glösel hat sie „Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa“ geschrieben. 

Artikelbild: pixabay.com, CC0

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter