Joko und Klaas: So großartig verwendeten sie ihre 15 Minuten in der Prime-Time auf Pro7

Großartig, joko & Klaas!

In einer ihrer Spielshows, „Joko und Klaas gegen ProSieben“, gewann das Entertainer-Duo 15 Minuten frei verfügbare Sendezeit vom Sender zur Primetime. Keiner, nicht einmal der Sender selbst, wusste, wie sie diese Viertelstunde nutzen würden. Doch anstatt die Zeit für typischen Blödsinn oder Scherze zu verwenden – die sie sich in den ersten einleitenden Minuten durchaus nicht nehmen ließen – traten sie bei Seite und boten Menschen Platz, „die vielleicht mehr zu sagen haben als wir“, wie Klaas es ausdrückte.

Auf Joko und Klaas folgten drei Personen, die viel zu sagen hatten. Zuerst trat Pia Klemp auf, Kapitänin des beschlagnahmten Rettungsschiffs „Iuventa 10“. Sie erzählte zur besten Sendezeit, wie brutal die Wirklichkeit der Seenotrettung aussieht. Und wie die Friedensnobelpreisträgerin EU das Retten von Menschenleben behandelt. „Innerhalb Europas wird Solidarität mit Menschen in Not kriminalisiert.“ (Hier entlang, wenn ihr sie mit Spenden für die Prozesskosten unterstützen wollt) Ihr folgte der Berliner Obdachlosenhelfer Dieter Puhl.

Er erzählte von seiner Bahnhofsmission am Zoo und dem „Abschiedsbaum“, an welchem für jeden Verstorbenen ein Bändchen geknüpft wird. Berührend machte er auf das Problem der Obdachlosigkeit aufmerksam. (Hier entlang zur Spenden für die Obdachlosenhilfe.) Zuletzt kam die Aktivistin Birgit Lohmeyer zu Wort, die Opfer rechtsradikaler Drangsalierungen und Anschläge im Dorf Jamel in Mecklenburg-Vorpommern wird. Als Reaktion veranstalten sie jährlich das „Jamel rockt den Förster“, ein „Festival für Demokratie und Toleranz“. Sie beendet ihren Part mit einem Aufruf an die Opfer rechtsextremer Gewalt: „Wehrt euch, lasst euch nicht einschüchtern. Es lohnt sich.“ (Hier Spenden für das Festival).



Hier ihr ganzes video: „Die ersten 15 minuten“

Joko & Klaas Live – ihre ersten 15 Minuten

Die 15 Live-Minuten von #JKLive werden heute, erstmalig und einmalig, online zur Verfügung stehen.Joko und Klaas wollten ihre Sendezeit an Menschen abgeben, die ihrer Meinung nach gehört werden und gehört bleiben sollen.Danke ProSieben und danke an alle fürs Zuschauen!

Gepostet von Joko und Klaas am Mittwoch, 29. Mai 2019

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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Fakten zur Wahl: So genial analysiert dieser Youtuber die CDU

Die CDU zerstört unsere Zukunft

Der Youtuber Rezo hat sich in diesem Video aufgemacht, der Politik der CDU (aber auch der SPD und der AfD) ordentlich die Leviten zu lesen. Über soziale Gerechtigkeit bis Klimawandel spricht er fast eine ganze Stunde über den gewaltigen Unterschied zwischen Realität und den Ansprüchen der Unionsparteien. Das macht er mit Hilfe vieler Wissenschaftler*innen und einer langen Liste an Quellen und Fakten.

Und das kommt enorm gut an. Das am Samstag veröffentlichte Video hat inzwischen über 2 Millionen Aufrufe. Die als politikverdrossen verschriene Jugend hat wohl endlich genug von der rückwärtsgewandten Politik der Union (mit Hilfe der SPD). Egal ob unsinnige Urheberrechtsreform, wachsende Ungerechtigkeit oder das erbärmliche Verhalten bei der Klimapolitik, die junge Wählergeneration wird politisch aktiv, und dafür ist Rezos Überblick der perfekte Einstieg. Es gibt sogar inzwischen eine Petition, das Video im Fernsehen auszustrahlen. Aber nehmt euch die Zeit und seht es selbst an.



Die Zerstörung der CDU

Artikelbild: Screenshot youtube.com

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Kinder auf Demos – Muss das sein?!

Kinder auf Demos – Muss das sein?!

Vorsicht! Dieser Text kann triggern. Das ist beim Thema „Kinder“ irgendwie immer so. Die Frage, die sich mir immer wieder stellt ist, ob Kinder und besonders Kleinkinder und Säuglinge auf Demos mitgenommen werden sollten und wenn ja, auf welche. Das Thema will ich hier an einem aktuellen Beispiel beleuchten und aus professioneller Sicht einordnen.

Wer gibt da eigentlich seinen unqualifizierten Brei dazu?!

Deshalb einmal kurz was zu mir: Ich bin (seit kurzem) Vater, Demoteilnehmer, Moderator (und anscheinend auch Autor) für den Volksverpetzer und Sozialpädagoge im Öffentlichen Dienst im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes. In diesem Bereich, den man im Volksmund „Jugendamt“ nennt, bewerten wir beinahe täglich potenzielle Kindeswohlgefährdungen im Rahmen des §8a SGB VIII und versuchen mit den Familien Wege zu finden, um diese abzuwenden, oder diesen vorzubeugen. Ab und an müssen wir auch mal Kinder aus der Familie nehmen. Das ist nicht schön und macht niemandem bei uns Spaß. Allerdings muss das, so sehr wir auch versucht sind, Lösungen IN der Familie zu finden, gelegentlich sein. So. Jetzt, da ihr wisst, womit ich mein Brot verdiene, zurück zur Thematik.



Was war los?

Ich war auf diversen Demonstrationen. Diese reichten von Großveranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmenden bis zu kleinen, halbspontanten Aktionen mit ein paar hundert Menschen. Auf diesen Veranstaltungen ist mir bislang immer eines aufgefallen: Kinder auf der Demo. Abhängig vom Rahmen muss ich da immer ein wenig zusammenzucken. So auch bei einem Video aus Duisburg vom 01.05.2019.

Antifa-Demo Duisburg

Gepostet von ruhrbarone am Mittwoch, 1. Mai 2019

Auf diesem sieht man eine Mutter mit ihrem Kleinkind in einem Buggy, wie diese bei einer kleinen Gegenaktion gegen einen rechten Aufmarsch, mit ihrem Kind auf eine Polizeikette zu rennt, kurz vor dieser stehen bleibt und antifaschistische Rufe skandiert. Da es ihr einige Demonstrant*innen gleichtun, drohen die Beamten mit dem Einsatz von Zuchtmitteln. Eine andere Frau weist die Mutter auf die potenzielle Gefahrensituation hin und die Mutter zieht sich mit ihrem Kind zurück.

(Beitrag wurde inzwischen gelöscht)

Nun findet sich auf linken Seiten ein Bild, das aus einer Perspektive aufgenommen wurde, aus der der Vorfall so aussieht, als würde ein Polizist gezielt sein Reizgas auf die Mutter richten. Nach Sichtung des Videos erscheint es mir allerdings viel eher so, als würden die Beamten die Reizmittel auf die Gesamtheit der Demonstrierenden richten. Das sind aber auch im Grunde nur Details. Auch, wenn es zeigt, dass auch Linke (zu denen ich mich selbst zähle) nicht davor gefeit sind, Falschmeldungen zu verbreiten, oder wichtige Fakten weg zu lassen, um Stimmung gegen Personengruppen – in diesem Fall die Polizei als Staatsorgan – zu machen. (Dass das Unsinn ist, kommentiere ich vielleicht mal in einem anderen Text. *Zwinkersmiley*)

Update 4.5.: Niema Movassat löschte den Beitrag nach Rücksprache mit der abgebildeten Frau, die bestätigt, dass „sie und ihr Kind sich nicht bedroht fühlten durch den Polizeibeamten und das Drohen mit Pfefferspray nicht ihr galt, sondern dahinter stehenden Personen“

Warum ich den Pfefferspray/Kind-Post gelöscht habeWie vermutlich viele hier gesehen haben, hatte ich am Mittwoch einen…

Gepostet von Niema Movassat am Freitag, 3. Mai 2019

Die eigentliche Frage, die sich mir aber stellt ist: „Was, zum Teufel, hat dieses Kind da verloren?!“

Kinder auf Demos? Da muss man differenzieren!

Versteht mich nicht falsch. Ich finde es richtig und wichtig, Kindern einen guten, demokratischen und weltoffenen moralischen Kompass mitzugeben und ihnen zu zeigen, dass man für seine Grundsätze einstehen muss. Aber doch bitte nicht bei einer solchen (!) Zusammenkunft.

Warum? Dazu möchte ich mich beispielhaft an Gegenkommentaren abarbeiten, die ich unter dem Foto gehäuft gelesen habe.

„Dürfen Mütter (Anm.: Warum eigentlich immer nur Mütter?) jahrelang nicht mehr demonstrieren?!“

Doch! Natürlich! Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht. Artikel 8 GG. Ihr erinnert euch. Allerdings müssen Eltern einschätzen, ob eine Demo für ihre Kinder sicher ist, oder nicht. Eine Großdemo, die von Gewerkschaften, Parteien, Vereinen und vielleicht sogar Stadtverwaltungen organisiert wird, auf der friedlich gemeinsam ein Zeichen gesetzt wird (Herz statt Hass, o.Ä.), indem man durch die Stadt geht und sich Kundgebungen anhört, ist meiner Erfahrung nach durchaus geeignet für Kinder.

Bei Straßenblockaden und autonome Aktionen, bei denen auch Personen aus dem schwarzen Block teilnehmen (wie in dem Beispielvideo) haben Kinder aber nichts verloren! In diesem Fall obliegt es den Eltern im Rahmen ihrer Elternverantwortung, für die Sicherheit ihrer Kinder zu sorgen. Zum Beispiel könnte man – Achtung, verrückte Idee – die Kinder bei einer Vertrauensperson unterbringen und alleine an der Demo teilnehmen.

Die Frage stellt sich aber irgendwie auch nur bei Demos. Niemand würde eine ähnliche Frage stellen, wenn es um das Feiern am Wochenende gehen würde. „Dürfen Eltern jetzt nicht mehr feiern gehen?!“ Doch! Natürlich! Man unterscheidet aber, ob man mit seinem Kind auf ein Herbert Grönemeyer-Konzert geht, oder ins Berghain. Außerdem ist es auch irgendwie komisch, wenn Eltern jedes Wochenende jede Gelegenheit ergreifen, auf die Kacke zu hauen. Wenn man Eltern wird, und das ist eigentlich keine wirklich neue Nachricht, muss man lernen, auch mal zu verzichten, wenn man seine/ihre Kinder nicht wegorganisieren kann. Dann muss man halt mal zuhause bleiben. Das gleichte gilt auch für Demos.

„Es ist doch aber nichts passiert!“

Stimmt. Dieses Mal ist nichts passiert. Ein Glück! Es muss aber auch nicht immer erst etwas passieren, oder? Ein Beispiel aus der Arbeitswelt: Wenn ich in einen Haushalt komme, in dem offen Rauschmittel herumliegen, ist dies eine potenzielle, kindeswohlgefährdende Situation, die ein Handeln seitens des Jugendamtes unbedingt erforderlich macht. Ein „Es ist doch aber nichts passiert!“ ist da vollkommen irrelevant. Wir wissen alle, was für ein Kackesturm sich, zu Recht, über ein Jugendamt ausbreitet, wenn erst etwas passiert ist und das Jugendamt etwas von der Situation wusste.

Ist eine Situation, ob zuhause, oder im öffentlichen Bereich, auch nur potenziell gefährlich, habe ich diese abzustellen, oder mit meinen Kindern zu verlassen. Das ist mein Job als Elternteil! Eltern müssen für Situationen eine Gefährdungsabschätzung machen und entsprechend handeln, da es die Kinder noch nicht können.

„Die Polizei hat komplett überreagiert!“

Was ich sehe, sind verschiedene Demonstrant*innen, die scheinbar aufgebracht auf eine Polizeikette zulaufen. Dass die Polizei in dieser Situation präventiv mit dem Einsatz von Reizmitteln droht, ist, jedenfalls in meinen Augen, vollkommen gerechtfertigt. Anders sähe es aus, wenn diese wirklich sofort eingesetzt worden wären. Wurden sie aber nicht. Letztlich ist es aber so, und da sind wir wieder bei dem zweiten Punkt, dass die Mutter den ersten Schritt auf die Polizei zu gemacht hat. Somit hat SIE ihr Kind in eine potenzielle Gefahrensituation gebracht. Nicht die Polizei.

„Aber man besprüht keine Kinder!“ Hat ja auch keiner. Man rennt aber auch nicht mit seinem Kleinkind auf eine Polizeikette zu. Vor allem nicht, wenn die Situation schon sehr angespannt und aufgebracht erscheint. Letztlich ist mir auch das Stehenbleiben der Mutter ein Dorn im Auge. Wenn sich im Verlauf einer solchen Veranstaltung eine Gefährdungssituation entwickelt, was Reizgas ganz sicher ist, wäre es die Aufgabe und Verantwortung der Mutter, ihr Kind umgehend aus dieser Situation zu entfernen. Auch wenn sie ihr Kind entgegen aller Logik überhaupt erst in diese Situation gebracht hat. Dass erst eine unbeteiligte Dritte eingreifen musste, sollte zu denken geben.

Worauf willst du eigentlich hinaus? (Oder tl;dr.)

Also zum Fazit. Ich will, kann und darf (je, nach Zuständigkeitsbereich 😉 ) niemandem vorschreiben, welche Veranstaltungen sie mit ihren Kindern besuchen. Ich möchte nur, dass vorher nachgedacht wird. Schon die noch so kleine Möglichkeit einer Eskalation sollte reichen, die Kinder zuhause zu lassen und, wenn das nicht möglich ist, zuhause zu bleiben. Es ist eigentlich ein Hohn, dass ich das über zweieinhalb Seiten erklären muss.

Ihr entscheidet doch sonst auch darüber, ob bestimmte Dinge etwas für eure Kinder sind. Tut das doch bitte auch bei Veranstaltungen in der Öffentlichkeit. Diese Mal ist es gut gegangen. Wäre etwas passiert, wäre das Geschrei aber groß. Deshalb: Geht eine Minute in euch und entscheidet weise. Am besten immer. Dann macht ihr mich arbeitslos und alle sind glücklich. (Das Absurdum meiner Arbeit: Im besten Fall mache ich mich selbst arbeitslos.)

Naja, genug getippt. Ich wünsch euch was. Und ein erfolgreiches Demonstrieren euch allen!

Artikelbild: Screenshot facebook.com/Ruhrbarone

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Die 50 schlimmsten Aussagen der AfD: Dieses Video entlarvt die AfD mit ihren eigenen Worten

10 Minuten hass

„Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte“, sagt Alice Weidel. Alexander Gauland sagt: „Wenn man Krieg haben will, in diesem Bundestag, dann kann man auch Krieg kriegen“. Beatrix von Storch sagt bei Anne Will: „Die Willkommenskultur ist beendet“. Das geht 10 Minuten lang so im neuen Video von Rederei FM, das auf Facebook bereits über 100.000 mal gesehen wurde.

Der Gedanke dahinter ist: Oft fragen AfD-AnhängerInnen – manchmal auch ernst gemeint – wo AfD-PolitikerInnen denn volksverhetzende oder gewaltverherrlichende Sprache verwendet hätten. Und damit niemand mühsam selbst alle Zitate sammeln muss, hat Daniel Schmidt von Rederei FM jetzt aufwändig über drei Monate hinweg 50 Videoausschnitte der AfD gesammelt. Diese Videos hat die AfD oft selbst auf Social Media oder in Interviews verbreitet. Die AfD möchte, dass es gesehen wird. Nur vielleicht nicht so.



Best of AfD – Hate Edition

Die Sprache ist sehr gewaltbereit, sie richtet sich oft auf andere, die entweder ausgegrenzt oder (verbal) angegriffen werden sollen. Oder denen man auch physisch droht. Durch die Bündelung dieser Kommentare wird im Video konzentriert gezeigt, was die AfD denkt, wen sie als Feind sieht und was sie dagegen tun möchte. Und es ist höchst beunruhigend. „Im Endeffekt ist es pure Schwurbelei mit Hass und mit null Information“, meint Schmidt.

Unter dem Video hat Rederei FM aufgezählt, wer die Personen sind, die die jeweiligen Aussagen getätigt haben, für Transparenz. Denn natürlich ist es nur ein Zusammenschnitt, welchem man vorwerfen kann, dass er Aussagen aus dem Kontext reißt. Doch natürlich muss man bei einer Zusammenfassung kürzen, weil das sonst den Rahmen sprengen würde. Wer mehr wissen will, kann sich ja die ganzen Interviews und Reden anhören.

EIne andere Zitate-Sammlung:

21 Aussagen, die zeigen, wie rechtsradikal die AfD wirklich ist

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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So gnadenlos zerlegt Philipp Amthor (CDU) die AfD in 4 Minuten

„Mettbrötchenfraktion“

Wenn man nicht so fit im Verfassungsrecht ist, ist das ja in Ordnung. Nicht aber, wenn man die AfD ist und mit Halbwissen gegen das „System“ und „die Altparteien“ zetert. Das hat Philipp Amthor (CDU) am Donnerstag nicht unkommentiert stehen lassen und der AfD eine Standpauke gehalten. Die wöchentliche „Schmierenkomödie“ der rechtsextremen Partei fertigte Amthor in vier Minuten so gekonnt ab, es hätte fast ein Diss-Track sein können.

Die AfD solle erst mal den „Dreck vor der eigenen Haustür“ wegkehren, bevor sie Dinge kritisiert, von welchen sie keine Ahnung hat. „Ganz ehrlich, Steuergeldverschwendung, die Mettbrötchenfraktion, mehrere 10.000 Euro in den ersten Wochen!“, hält Amthor die Finger in die Wunden der Partei. Er spielt auf die Meldung an, dass bereits 2 Monate nach der Bundestagswahl beim Catering der AfD-Fraktionssitzungen Rechnungen in der Größenordnung von mehreren 10 000 Euro angefallen waren.



afd kriegt nachhilfe im Verfassungsrecht

Anschließend erklärt Amthor anlässlich der Aussagen und Vorwürfe der AfD Fraktion, was in der Verfassung überhaupt drin stehe. Die AfD hatte beklagt, dass Abgeordnete Parlamentarische Staatssekretäre seien und dies angeblich verfassungswidrig sei. Doch Amthor erklärte süffisant, dass das selbstverständlich möglich ist und die AfD beweise, dass sie nicht weiß, wovon sie redet.

Seine Rede beendete er mit einem Treffer gegen die AfD. Wenn die AfD sich darüber beschwere, dass Abgeordnete nicht gleichzeitig Staatssekretäre sein können, dann solle sie erstmal erklären, wie man denn in der AfD gleichzeitig Bundestagsabgeordneter und Landtagsabgeordneter sein könne, wie es in Mecklenburg-Vorpommern und anderen Fällen war. Der ganze demokratische Teil des Bundestages applaudierte und lachte.

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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Peinlich! Markus Lanz und Kevin Kühnert stellen ahnungslosen AfD-Mann Reil bloß

AfD-mann blamiert sich

Die jüngste Ausgabe von Markus Lanz vom 9. April (ganze Sendung hier), bei welcher neben Kevin Kühnert, Juso-Chef, und Guido Reil, Europakandidat der AfD, der Dokumentarfilmer Jan Haft und die Ärztin Dr. Anne Fleck zu Gast waren, war für den AfD-Politiker eine große Blamage. Außer Verschwörungstheorien, Populismus und einer gehörigen Menge an Unwissen hatte er nichts zu bieten und war so leichte Beute für den sachlichen Lanz und einen gut aufgelegten Kühnert.

Mehrfach blamierte er sich mit Falschaussagen und völlig unbelegten Behauptungen, die sofort aufgedeckt und entlarvt wurden. So stellte er beispielsweise die Behauptung auf, dass EU-Parlamentarier 1,2 Millionen Euro im Jahr verdienen würden – was Lanz prompt widerlegte: „Sie hauen da einfach so eine Zahl raus! Die stimmt doch nicht. Es sind 585.000 Euro.“ Dass Reil sich über die Detailfragen beschwerte, warf auch kein gutes Licht auf ihn.



Unwissenschaftlicher unfug

Alle von Wissenschaftler*innen unterstützen Thesen wie Arbeitskräftemangel oder Klimawandel leugnete Reil kräftig. Um dann Belege oder gar Argumente schuldig zu bleiben. Besonders Kühnert nutzte diese äußerst schwache Darbietung, um den AfD-Mann zu konfrontieren. Dieser geriet ständig in Erklärungsnot, da er mehr als seine Phrasen nicht zu bieten hatte. Hier eine kleine beispielhafte Zusammenfassung:

Selbst AfD-Fans beklagten den schlechten Auftritt Reils:

Screenshot twitter.com

Kühnert war es auch, der das treffende Urteil über Reil fällte, der bis 2016 in der SPD gewesen war: „Sie sind das Feigenblatt für eine Partei, die von neoliberalen Wirtschaftsprofessoren gegründet wurde und jetzt angeführt wird. Dafür werden Sie instrumentalisiert und jetzt mit einem Sitz im EU-Parlament belohnt.“

Artikelbild: Screenshot ZDF

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„Die Stimme Moskaus“: AfD wird im Bundestag wegen Russland-Kontakten fertig gemacht

AfD-Abgeordneter unter „absoluter Kontrolle“ moskaus

Der Verfassungsschutz überprüft derzeit, ob die AfD unter Beobachtung gestellt werden soll, wegen ihrer verfassungsfeindlichen Positionen. Teile der AfD, der einflussreiche faschistische Flügel um Höcke, sind bereits zum „Verdachtsfall“ erklärt worden. Die AfD will von den guten Gründen für eine Beobachtung (Hier, hier und hier) ablenken und unterstellt, dass der Verfassungsschutz nur eingesetzt werde, um ihr zu schaden. Daraufhin reagiert Konstantin Kuhle (FDP).

Der konfrontierte die Partei mit den aktuellen Meldungen, dass die AfD Fraktion belegte direkte Verbindungen zu Moskau habe (Mehr dazu). „Angesichts der Berichte, die heute zu lesen sind beim ZDF und dem Spiegel, über die Verbindungen zwischen ihrer Fraktion, zwischen ihrer Partei, der AfD und der russischen Regierung, wäre ich bei einer Debatte über den Verfassungsschutz und Spionageabwehr so klein mit Hut.“



Sie sollten sich schämen!

Die Recherchen zeigten ein Strategiepapier Putins aus dem Jahr 2017. Das Papier belegt die Pläne Russlands, die EU-Staaten zu destabilisieren und russische Propaganda zu verbreiten. Als konkretes Beispiel wird darin die AfD genannt und besonders ihr Abgeordneter Frohnmaier. Dieser sei unter „absoluter Kontrolle“ Moskaus. Russland wolle ihn bei seiner Kandidatur unterstützt haben, es gab ein Strategiepapier, damit dieser sich im Bundestag für russische Interessen einsetze.

Vergleicht man die Politik der Partei, ergibt sich ein stimmiges Bild. Frohmaier, der unter anderem auf russische Kosten zu Treffen auf der Krim eingeladen worden war, setzte sich unter anderem im April 2018 dafür ein, dass die völkerrechtswidrige Okkupation der Krim durch Russland anerkannt werden solle. Zitat: „Es ist nun mal so, dass die Krim jetzt die russische Krim ist.“ (Quelle).

„AfD ist die stimme moskaus“

Ziel der AfD und Russlands seien demnach die Spaltung und Schwächung der EU. Die Verbindungen der AfD zu Russland sind gut belegt, auch Gauland war (unter anderem zusammen mit Frohnmaier) in Russland, um Kontakte zu knüpfen (Mehr dazu). Viele andere führende AfD-Politiker haben Kontakte zu Russland. Kontakte zu einem Verein, dessen Vorsitzender an einem Terroranschlag in der Westukraine beteiligt sein soll (Quelle) oder einem AfD-Mitarbeiter, der nach russischen Fake News Demos vor dem Kanzleramt veranstaltet (Quelle), sind nichts Neues.

Die AfD reagiert sehr empfindlich auf diese Enthüllungen und Vorwürfe. In der unmittelbaren Reaktion auf Kuhles Redebeitrag – Lächerliche „Relotius“-Rufe aus der AfD-Fraktion  – streitet die AfD alles ab. Sie behauptet, die Vorwürfe seinen nicht belegt. Was aber nicht stimmt, wie unzählige Quellen zeigen. Erwartungsgemäß suhlt sich die AfD wieder in der Opferrolle.

Die Gefahr der AfD für Europa ist jedoch offensichtlich, wie Kuhle es anspricht: „Sie sollten sich schämen. Dass sie hier so rumschreien zeigt, dass an den Geschichten etwas dran ist. Alle Bürgerinnen und Bürger, die wahlberechtigt sind bei der Europawahl, müssen wissen, die AfD ist die Stimme Moskaus.“

Artikelbild: Screenshot ZDFHeute

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FridaysForFuture: David Hasselhof unterbricht Lindner bei Lanz für eine Standpauke

Hasselhoff rechnet ab

In der letzten Sendung von Markus Lanz (Hier zur ganzen Sendung) sprachen Christian Lindner (FDP), Luisa Neubauer von FridaysForFuture, David Hasselhoff und Moderatorin Bettina Tietjen über die Klimademonstrationen. Und natürlich wieder über die Debatte über das Schulschwänzen. Lindner, der sich eigentlich als Stimme für Klimapolitik darstellen möchte, hatte damit provoziert, dass er gegen die demonstrierenden Schüler*innen von FridaysForFuture stichelte.

Dabei war in seinem Schlagabtausch mit Luisa Neubauer nicht klar, was er eigentlich will, da er laut eigener Aussage die Forderungen der Schüler*innen genau so unterschreibe. Neubauer kritisierte ihn für seinen herablassenden Tonfall, denn sie verstand den Tweet so: „Ihr jungen Menschen habt eigentlich keine Ahnung, und dass ihr es wagt, eine eigene Stimme zu haben, ist eigentlich ein bisschen over the top.“



Hasselhoff zu Lindner: Werd‘ erwachsen!

David Hasselhoff schlug sich daraufhin auf die Seite Luisa Neubauers, auch wenn sie ihm zuvor unbekannt gewesen war. „Ich kannte Sie auch noch nicht, bin aber sehr beeindruckt davon, was Sie tun und ich unterstütze Sie zu 100 Prozent“. Als klar wurde, dass Lindner nur um den heißen Brei herumredete, unterbrach er ihn und hielt ihm eine Standpauke.

David Hasselhof spricht Klartext

Christian Lindner hört sich mal wieder gerne reden, dann unterbricht ihn David Hasselhof und spricht mal Klartext über die Politiker. Einfach super!

Gepostet von Mensch und Politik heute am Freitag, 5. April 2019

Er kritisierte die Unfähigkeit von Politiker*innen, Entscheidungen zu treffen und stattdessen nur provozierenden zu Twittern, er verglich Lindner dort sogar mit Donald Trump. „Ich höre immer nur Worte. Die Politiker stören nur. Überall. Die Politiker stören die Technologie und die Experten. Die Politiker stören die fachliche technische Aufarbeitung..“ Auch zu Twitter äußerte sich Hasselhoff: „Auch Twitter stört. Sie können nicht auf Twitter gehen und irgendwas schreiben, an das sie nicht glauben, nur weil sie Reaktionen provozieren wollen.“

Auch Markus Lanz brachte Lindner grinsend in Verlegenheit, als er ausgerechnet ein älteres FDP-Plakat hervorholte, auf welchem Stand: „Schulranzen verändern die Welt – nicht Aktenkoffer“. Lindner ist kein Klimawandelleugner und setzt sich auch für die Einhaltung der Klimaziele ein. Wenn er es sich jedoch bequem macht in der vermeintlichen „Mitte“ der Debatte und diejenigen kritisiert, die für diese Einhaltung der Ziele demonstrieren, wird sich auch nichts ändern.

Quelle: FDP

Artikelbild: Screenshot ZDF/Markus Lanz

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AfD-Fail: Professoren Lesch & Rahmstorf zerlegen das AfD-„Klimaquiz“

Eigentor der afD

Dass die Schüler*innen der FridaysForFuture deutlich mehr Ahnung von der Klimakrise haben, als die ganze AfD zusammen ist für die meisten auch so schon offensichtlich. Die vom Verfassungsschutz zum Prüffall und teilweise zum Verdachtsfall erklärte Partei leugnet nämlich den menschengemachten Klimawandel gänzlich. Und macht sich so zum Gespött, da ihr über 99% aller Experten weltweit auf dem Gebiet widersprechen (Mehr dazu). Das macht die AfD laut Studien zur vielleicht klimafeindlichsten Partei Europas (Mehr dazu).

Diese geballte Inkompetenz hindert die AfD leider nicht daran, zu glauben, sie wüsste es besser als jeder Experte und die große Mehrheit der Deutschen. Deshalb sind ihr die #FridaysForFuture-Demos auch so ein Dorn im Auge. Es zeigt buchstäblich, dass selbst Kinder mehr Ahnung vom Klima haben als die AfD. Die AfD Sachsen behauptete in einer Pressemitteilung demonstrierende Schüler*innen seien einer „Gehirnwäsche“ ausgesetzt gewesen. Sagt die Partei, die ihre Wähler*innen mit Falschdarstellungen und Fake News informiert.



Peinliches AfD-Quiz

So verteilte die AfD bei der FridaysForFuture-Demo in Berlin am Freitag einen Multiple-Choice-Fragebogen. Ziel war es, das Wissen der Schüler*innen über die Klimakrise in Frage zu stellen und sie bloß zustellen. Leider ist genau das Gegenteil passiert. Man muss sich wirklich fragen, ob die AfD auch nur ansatzweise Ahnung von den Naturwissenschaften hat. Abgesehen davon, dass der Flyer ohne Impressum verteilt wurde, was wahrscheinlich einen Rechtsbruch darstellt, ist er inhaltlich auch Unsinn.

In seinem neuesten Video interviewt Harald Lesch Professor Stefan Rahmstorf vom Potsdamer Klima-Institut und spricht mit ihm über das peinliche Quiz der AfD. Gemeinsam gehen sie die Fragen durch und erklären anschaulich, wie die AfD versucht zu lügen und wo die AfD falsch liegt. Die AfD verdreht nicht nur Zahlen, stellt nicht nur falsche Relationen her oder nutzt schlicht falsche Zahlen. Teilweise sind sogar entweder alle Antwortoptionen richtig – oder gar keine.

Rahmsdorfs Fazit in seinem Blog „Klimalounge“  zum Thema:

 

„Wie man sieht ist das Quiz der AfD durchaus lehrreich, aber nicht unbedingt im Sinne der AfD. Es könnte Grundlage einer Unterrichtsstunde über politische Propaganda sein – geht es doch um eine Form von Propaganda, die heute überall im Internet zu finden ist, den Fortschritt beim Klimaschutz erheblich behindert und damit die Zukunft der jungen Generation erheblich gefährdet und beeinträchtigt.

Bleibt noch die Frage, woher diese Propaganda kommt. Es ist gut belegt, dass jährlich Hunderte Millionen Dollar von (meist fossilen) Interessengruppen in „Think Tanks“ gepumpt werden, die mit selbsternannten Experten und Pseudoexpertisen Zweifel an der Wissenschaft schüren. Mehr dazu in diesem Artikel.“

„Mit Grundlagen vom Klima muss man Greta Thunberg nicht kommen“

Rahmstorf erzählt auch, dass er letzten Freitag Besuch der Klimaaktivistin Greta Thunberg bekommen habe, die sich über die neuesten Forschungsergebnisse informieren wollte. Doch er war beeindruckt, wie fit die junge Frau im Thema war.  „Greta Thunberg ist schon so gut informiert über den Klimawandel, da könnten sich noch viele deutsche Politiker noch eine Scheibe abschneiden.“

Die „selbstverständliche Forderung“ der #FridaysForFuture-Demonstrierenden habe bereits viel erreicht, aber um die Politik dazu zu bewegen, endlich die versprochenen Ziele des Pariser Abkommens umzusetzen, dazu bräuchten die Schüler*innen einen „langen Atem“. Auch mehr als 25.000 deutschsprachige Wissenschaftler*innen haben bekräftigt, dass die Schüler*innen im Recht sind. Es muss endlich was tun. Denn ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass wir noch genau da sind, wo wir vor 20 Jahren waren:

Artikelbild: Screenshot youtube.com

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FridaysForFuture: Warum die Schüler wirklich streiken – Eindrucksvolle Rede von Maurice Conrad

„Das, was uns hier bewegt ist keine absurde Ökodemo.“

Bei der FridaysForFuture Demo in Mainz erklärte der 18-jährige Klimaaktivist & Student Maurice Conrad, der auch für die Piraten in den Stadtrat einziehen will, warum die Jugendlichen demonstrieren. Er erklärt, warum sie wirklich auf die Straße gehen, und warum sie auch noch weiter auf die Straße gehen müssen.

Rede Maurice Conrad – #FridaysForFuture

Die gestrige Rede von Maurice Conrad auf dem #FridaysForFuture Streik in Mainz! 😍

Gepostet von Fridays For Future Mainz am Samstag, 16. März 2019



Die Rede im Volltext:

„Und schon wieder stehen wir heute hier. Schon wieder ist es 10 Uhr und schon wieder schreien wir das in die Welt hinaus, was die Politik verdrängt, vergisst und verschiebt.

Das, was uns hier bewegt ist keine absurde Ökodemo. Es ist keine einfache Kampagne. Es ist der primitive Wunsch, diesen Planeten noch weiter zu bevölkern. Der primitive Wunsch einmal eigene Kinder in Welt setzen zu können, diesen Kindern in die Augen schauen zu können und ihnen so etwas wie eine Zukunft hinterlassen zu können.

Dass wir das erste Mal hier standen, streikten und von der Politik das forderten, was eigentlich selbstverständlich ist. Das forderten, was eigentlich nicht eine einzigen Demo wert wäre, was überhaupt nicht mal zur Debatte stehen dürfte, ist heute genau 2 Monate her.

2 Monate, in denen wir Wellen geschlagen, Interviews gegeben, Talkshows besetzt und das eigentlich selbstverständliche immer wieder wiederholt haben. Immer wieder auf der Straße waren, immer wieder die selben Sätze in die selben Kameras gesagt haben.

Besser geworden ist aber nichts.

Nicht der Klimawandel und auch nicht die Debatte darüber.

Anstatt endlich zu handeln, wurde nur nur geredet, anstatt endlich diesen Planeten zu retten, wurden die Interessen von Konzernen denen der Menschen vorangestellt, statt endlich ernsthaft über Klimapolitik zu diskutieren, wurde nur über  die Schulpflicht philosophiert.

Und anstatt endlich die Notbremse zu ziehen wurde auf der Kohlekommission im Januar etwas beschlossen, dass mich fassungslos macht. Etwas, das mich wütend macht.

Es wurde nicht beschlossen, wie wir diese Erde retten können. Es wurde auch nicht beschlossen, wann RWE endlich für die Klimakatastrophe aufkommen wird.

Stattdessen wurde beschlossen, dass dieser Konzern tatsächlich entschädigt werden soll.

Wofür eigentlich entschädigt?!

Entschädigt dafür, dass er irgendwann mal unseren Planeten nicht mehr weiter zerstören darf? Entschädigt dafür, dass er unsere Zukunft irgendwann mal nicht mehr weiter verschrotten darf? Oder vielleicht entschädigt dafür, dass er irgendwann mal in ungewisser Zukunft nicht mehr auf Kosten der halben Welt leben darf?

In einer ungewissen Zukunft in der von diesem Planeten wahrscheinlich längst nichts mehr übrig ist, in einer ungewissen Zukunft in der die Verantwortlichen dafür längst nicht mehr da sind, in einer Zukunft die es dann schon lange nicht mehr gibt.

Nicht die Politik und auch nicht der Steuerzahler müsste RWE entschädigen.

RWE müsste diesen Planeten entschädigen, müsste eigentlich die Kinder dieser Welt entschädigen.

Aber die Entscheidungen die getroffen werden, werden nicht besser. Sie bleiben das selbe arrogante Gehabe, die selbe Überheblichkeit der Menschen, die nicht mehr von dem Unheil betroffen sein werden, das sie heute beschließen. Der Menschen die uns ignorieren, die über unsere Köpfe entscheiden und die uns ausbaden lassen, was sie verbocken.

Beschlossen worden ist ein Ausstieg aus der Kohle bis 2038.

An den Tischen in Berlin ist also wahrscheinlichen alle gedacht worden. An alle. Außer an uns.

2038 ist nämlich kein ernst gemeinter Kohleausstieg. 2038 ist nicht die Notbremse, die dringend zwingend wäre. 2038 ist ein Witz. Und ein Verbrechen an den Kindern dieser Welt.

Wenn man fragt, warum hört man oft die immer wieder gleiche Phrase:

Kompromisse. Wir brauchen Kompromisse.. Aber mit dem Planeten und mit der Natur lassen sich keine Kompromisse verhandeln! Ebenso wenig wie mit den Fakten.

Und wenn ein Kompromiss so weit kompromittiert wird, dass vom Kompromiss am Ende nichts mehr übrig bleibt, dann war das kein Kompromiss sondern ein Kniefall. Ein Kniefall vor einer Industrie die selbstverständlich an den Tischen in Berlin saß. Ein Kniefall vor einer Industrie die selbstverständlich Einfluss auf die Politik nimmt. Ein Kniefall vor einer Industrie deren größte Angst wir alle sind. Wir, wie wir den Mund aufmachen. Wir, wie wir darüber mitbestimmen würden, wir wie wir darüber Entscheidung treffen könnten, ob ihr dreckiges Geschäftsmodell noch Zukunft hat.

Was es stattdessen braucht, ist eine echte Form der Mitbestimmung für junge Menschen. Eine Form der Mitbestimmung, an der die Politik nicht vorbeikommt. Eine Vertretung unserer Interessen, eine Vertretung unseres schlichten Willens zu überleben. Eine Vertretung, die nicht überhört, die nicht übersehen und nicht übergangen werden kann. Eine, die mit am Tisch sitzt. Die mitredet. Die mit entscheidet, wenn es darum geht, was später mal sein soll. Wenn es darum geht, ob wir unseren Kindern eine Welt überlassen, in der sich zu leben lohnt.

Ich stehe hier nicht zum ersten und, wenn es sein muss, auch nicht zum letzten Mal. Ich stehe hier so lange bis sich etwas tut.

Und mit „Etwas“ meine ich keine Verstümmelung unserer Ziele, keine Kompromisse in Form von Jahreszahlen jenseits der 2025. Mit „Etwas“ meine ich die Notbremse, die längst überfällig ist.

Und ihr, liebe Politik, ihr sitzt auch nicht zum Spaß an den Verhandlungstischen dieser Welt. Wir streiken, bis ihr handelt!“

Text: Maurice Conrad. Artikelbild: facebook.com/FridaysForFutureMainz

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