Clickbait wird zur Fake News: Nein, KEINE ‘Hirnverletzung’ durch Corona-Tests!

| Corona-Fake | 6. Oktober 2020

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Nein, Corona-Tests werden dein Gehirn nicht zerstören

Wir hatten das ja schonmal widerlegt: Corona-Test-Stäbchen kommen nicht an dein Gehirn, da ist Knochen dazwischen. Das sind immerhin Wattetupfer. Da bräuchte der “Deep State” schon anderes Werkzeug, um deinen Gehirnsaft zu zapfen und dir eine “Hirnverletzung” durch einen kleinen Corona-Test zuzufügen.

Faktencheck: Nein, der Coronatest zerstört nicht deine “Blut-Hirn-Schranke”!

Befeuert von einer Clickbait-Überschrift des eigentlich sonst recht seriösen “Redaktions-Netzwerk-Deutschland” (RND) verbreiten nun die typischen Fake News Schleudern die Lüge, dass es durch den Test zu “Hirnverletzung” kommt:

Diese irreführende Schlagzeile wird dann dankend von rechtsextremen Pandemie-Leugnern aufgegriffen und so weiter gesponnen, dass es noch weiter entfernt von der Wahrheit ist, um gegen Corona-Tests zu hetzen. Jetzt wirkt es so, als würden Corona-Tests bei allen zu einer “Hirnverletzung” führen können. Und das gar zu einer “lebensgefährlichen” Hirnverletzung. Beides ist Quatsch.

Wenn man den Artikel des RND tatsächlich mal ein paar Sätze weiter als bis zur Überschrift liest, wird schnell klar, dass hier wichtiger Kontext fehlt.

Was wirklich passiert ist

Konkret geht es um diese Studie, die eine Patientin beschreibt, deren Schädel-Erkrankung während eines Corona-Tests aufgefallen ist. Sie hatte nämlich Enzephalozele. Das ist eine Krankheit, die besonders in Südostasien bei 1 von 5000 Geburten vorkommt (Quelle) und normalerweise vor oder direkt nach der Geburt entdeckt wird (Quelle). Je nach Schwere kann sie auch direkt dann behoben werden. Dabei hat der Schädel eine Lücke, durch die Schädelinhalt sich nach außen wölbt. Tut euch den Gefallen und googelt die Bilder dazu nicht!

Dass es bei einem/r Patient:in über Jahrzehnte hinweg nicht auffällt, dass er oder sie die Erkrankung hat, ist noch viel seltener, die Lücke im Schädel ist meistens auf der Rückseite und nicht im Nasenbereich (Quelle).

Der Coronatest führte nun dazu, dass hier bei dieser einen Patientin tatsächlich etwas Gehirnflüssigkeit austrat. Die Autor:innen der Studie betonen auch, dass es ausgeschlossen ist, dass die Enzephalozele durch den Test in irgendeiner Form ausgelöst wurde, sondern zuvor fehldiagnostizierte CT-Bilder der Patientin zeigen klar, dass die Krankheit schon vorher vorlag. Sie wurde dann im Anschluss auch durch die Ärzte geheilt. Von “Lebensgefahr” steht dort übrigens auch nichts. Es war also keine “Hirnverletzung”, sondern eine zuvor existierende Krankheit.

Extrem seltener Einzelfall, der nichts mit dem Test zu tun hatte und nicht lebensgefährlich ist

Laut den Autor:innen ist das der weltweit einzige Fall, bei dem so etwas passiert ist. Bei Millionen Tests weltweit ist es also wahrscheinlicher, auf dem Weg zum Test tödlich zu verunglücken, als dass dieses seltene (und nichtödliche) Ereignis auftritt. Die Autor:innen der Studie schreiben sogar selbst, dass sie Corona-Test befürworten, und sie plädieren sogar für deren Ausweitung. Sie empfehlen lediglich bei Personen mit entsprechender Krankheitsgeschichte nicht über einen Nasen-Test an die potentielle Corona-Probe zu kommen.

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Artikelbild: zstock

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