Demokraten hassen diesen Trick: So einfach wirst du ein erfolgreicher Rechtspopulist!

Gastbeitrag von "Nazifresser"

image_print

In 5 Schritten zum erfolgreichen Rechtspopulisten

Bist du mit deinem Leben nicht zufrieden? Hättest du gerne viel mehr Aufmerksamkeit, Geld und Macht? Suchst du nach Anerkennung, Zustimmung und Identität? Nimmst du es mit dem Grundgesetz und der Menschenwürde nicht so genau und erzählst gerne rassistische Witze? Dann wäre eine Karriere als Rechtspopulist sicherlich genau das Richtige. Im Folgenden erkläre ich dir in 5 Schritten, wie du ganz einfach selbst erfolgreich Rechtspopulist wirst.



Schritt 1: Erschaffe deine eigene Welt

Zunächst musst du deine eigene Welt erschaffen. In dieser existieren genau zwei Gruppen von Menschen: „Wir“ und „die Anderen“. Diese einfache Unterscheidung ist das Fundament deiner Weltanschauung und deines Handelns. Zu „den Wir“ zählst du alle, die zu „dem Volk“ gehören. Das sind alle „Deutschen“, wobei es dir völlig egal ist, ob jemand im Besitz eines deutschen Passes ist oder schon lange in Deutschland lebt. Deutsche sehen in deiner Welt deutsch aus und haben sich gefälligst auch so zu verhalten.

„Das deutsche Volk“ ist nach deiner Vorstellung eine homogene, moralisch reine, tugendhafte und fleißige Masse, die immer einer Meinung ist – nämlich deiner. Zu der zweiten Gruppe, „den Anderen“, zählst du alle, die nicht deiner Vorstellung von „dem Volk“ entsprechen. Zu ihnen gehören Menschen, die sich aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Geschlechts, ihrer politischen Meinung, ihres Weltbildes und so fort, von „dem deutschen Volk“ unterscheiden. Auch zählst du Wissenschaftler, Journalisten und Intellektuelle, also alle, die deiner schwarz-weißen-Weltanschauung widersprechen, zu „den Anderen“.

In deiner Welt ist kein Platz für Pluralismus. „Die Anderen“ sind dort die bösartigen, verlogenen, gewalttätigen und abstoßenden Aggressoren, die dich und dein erfundenes Volk unterdrücken, euch eure Meinung beschneiden und austauschen, also restlos vernichten, wollen. Zwischen „den Wir“ und „den Anderen“ tobt in deiner Welt ein unerbittlicher Kampf um Ressourcen, Arbeitsplätze, Geld, Frauen und Macht. Es gilt sich im Namen „des Volkes“, gegen „die Anderen“ zu wehren. Hast du deine eigene Welt erschaffen und es dir in ihr heimisch gemacht, gehst du einen Schritt weiter.

Schritt 2: Erfinde deine eigene Sprache

Als nächstes muss du deine eigene Sprache erfinden. Das ist notwendig, weil Sprache unser Denken, unsere Wahrnehmung und Handeln bestimmt. Die richtige Sprache gibt deiner Welt Stabilität. Es ist zu beachten, dass die Mitglieder deines erfundenen Volkes stets mit positiven Attributen versehen werden. Zur Erinnerung: Sie sind die moralisch reinen, tugendhaften und fleißigen Deutschen. Sie irren sich nie und haben für „das Volk“ stets das Beste im Sinn. Für Menschen, die zur Gruppe „der Anderen“ gehören, musst du dir fiese Spitznamen und Beleidigungen ausdenken.

Am besten eigenen sich hierfür Wortpaare, die Emotionen, wie Angst, Wut, Hass oder Ekel auslösen. So werden Geflüchtete zur „Flüchtlingswelle“, politische Kontrahenten „Volksverräter“, Medien zur „Lügenpresse“ und Kritiker jeder Art zu „links-grün-versifften Gutmenschen“. Du kannst unendlich viele Variationen erfinden, wichtig ist allein, dass sie griffig sind und „die anderen“ als besonders bösartig, hinterhältig, gefährlich und abstoßend darstellen. Mache diese Worte zu deinem persönlichen Mantra. Wiederhole sie immer und immer wieder, bis sie sich in dein Hirn einbrennen und zur Grundlage deines Denkens und deiner Wahrnehmung werden. Du darfst nicht mehr außerhalb der Unterscheidung zwischen „den Wir“ und „den Anderen“ denken können.

„Die Anderen“ sind in deiner Welt für alles Negative verantwortlich. Sie kontrollieren die Medien, die Politik, überhaupt die gesamte Gesellschaft. „Die Anderen“ der ganzen Welt haben sich gegen dich und dein erfundenes Volk verschworen. Du musst sie mit jeder Faser deines Körpers hassen. Du musst überzeugt sein, dass sie hinter jeder Ecke, in jedem Medienhaus, in allen Parlamenten und im eigenen Wohnzimmer auf dich lauern. Es darf kein Tag vergehen, an dem du „die Anderen“ nicht verachtest und es darf keine Nacht vergehen, in der du nicht von ihren Gräueltaten träumst. Lebst du mit deinem erfundenen Volk, in deiner erschaffenen Welt, mit deiner erfundenen Sprache, ist es Zeit, diese Welt mit echten Menschen zu bevölkern.

Schritt 3: Gründe eine Politsekte

Ist es dir mithilfe deiner erfundenen Sprache gelungen, dich von der Realität abzukapseln, brauchst du Anhänger, schließlich leben in deiner Welt bisher nur imaginäre Freunde und Feinde. Kleide dich seriös aber nicht zu seriös, schließlich möchtest du nicht zu „den anderen da oben“ gehören. Du bist ein Normalo aus dem erfunden Volk. Dies bringst du am besten mit Hemd, Jackett und Jeans zum Ausdruck. Trage keine Krawatten und wenn doch, trage Hundekrawatten.

Die wirken so drollig bodenständig, dass der ein oder andere sicher sein rechtes Auge zukneift, wenn du mal wieder „aus Versehen“ den Nationalsozialismus relativierst (mehr dazu unter „Schritt 4)“. Gehe hinaus in die echte Welt und suche nach Menschen, die enttäuscht vom Leben sind, die sich ungerecht behandelt und unterdrückt fühlen und nach einer Identität und Bestimmung suchen. Im besten Fall stehen diese Menschen bereits mit dem rechten Bein in deiner Welt. Tausche dich mit ihnen aus. Erzähle ihnen von deiner erfundenen Welt und nenne sie Realität.

Benutze hierfür deine Sprache, um ihr Denken zu manipulieren. Wiederhole deine Wortpaare und Verschwörungstheorien so oft du kannst. Auch sie dürfen nicht mehr in der Lage sein, außerhalb der Unterscheidung zwischen „Wir“ und „den Anderen“ zu denken. Redet auch über UFOs, die Mondlandung, 9/11 und anderen Verschwörungstheorien. Du wirst überrascht sein, wie glaubhaft diese plötzlich erscheinen. Schließlich haben sich alle „Anderen“ der ganzen Welt gegen dich, deine Anhänger und dein erfundenes Volk verschworen, um euch zu vernichten. Gründet eine Partei. Gebt ihr einen pfiffigen Namen und macht euch für die ganz große Bühne bereit.

Schritt 4: dominiert den Wahlkampf

Seid ihr erst einmal eine richtige Partei, mit eurer eigenen Sprache und dem erfunden Volk im Rücken, kann es so richtig losgehen. Jetzt ist als Rechtspopulist Wahlkampf angesagt. Hierbei gilt: Provokation und Wiederholung ist alles. Verbreitet eure Sprache und Weltanschauung über Social-Media (hierbei können Bots besonders hilfreich sein). Provoziert, brecht Tabus und relativiert den Nationalsozialismus. Beleidigt „die Anderen“ rassistisch und menschenverachtend.

Die Massenmedien werden berichten – auch zu ihrem Geschäft gehören Skandale, Vereinfachungen und Aufmerksamkeit (das gilt besonders für Boulevardmedien). Seid ihr zu weit gegangen, und erntet einen „Shitstorm“, umso besser. Nichts ist in dieser Phase wichtiger, als die ganz große Aufmerksamkeit. Entschuldigt euch. Relativiert. Sagt, dass ihr es nicht so gemeint habt – oder besser, dass man euch falsch verstanden hätte. Behauptet, ihr wärt auf der Maus ausgerutscht und erntet noch einen „Shitstorm“. Gelobt unter den Augen des ganzen Landes Besserung und beginnt das Prozedere von vorn. Glorifiziert „das deutsche Volk“. Berichtet von seiner moralischen Reinheit, seiner Tugendhaftigkeit und seinem Fleiß. Macht auf die Unterdrückung „des Volkes“ durch „die Anderen“ aufmerksam.

Überzeugt andere, Teil „des Volkes“ sein zu wollen. Druckt eure Sprache auf Plakate, verbreitet sie im Fernsehen, sozialen Medien und lasst die Massenmedien sie zitieren. Behauptet mit „der Stimme des Volkes“ zu sprechen und erklärt euch zum Retter von jedem, der enttäuscht vom Leben ist, sich unterdrückt oder ungerecht behandelt fühlt. Gebt ihnen eine Identität und Bestimmung. Lasst sie im Chor rufen „Wir sind das Volk!“. Heizt ihnen so richtig ein, damit sie schäumen vor Wut auf „die Anderen“. Macht immer weiter, bis auch sie nicht mehr außerhalb der Unterscheidung zwischen „den Wir“ und „den Anderen“ denken können. Macht ihnen Hoffnung, dass ihr euch zusammen gegen „die Anderen“ wehrt und „das Volk“ rettet. Lasst euch von denen, die glauben „das Volk“ zu sein, in den Bundestag wählen.

Schritt 5: Zerstört die Demokratie

Ist es euch mithilfe eurer Sprache, Provokation und falschen Versprechen gelungen, in den Bundestag einzuziehen, macht ihr weiter wie im Wahlkampf. Auch jetzt gilt: Provokation und Wiederholung ist alles. Schließlich wollt ihr noch mehr Menschen in eure schwarz-weiße Welt ziehen. Sie sollen bei den nächsten Wahlen für ihre vermeintlichen Retter stimmen. Ihr sollt ihre Waffe gegen „die bösartigen Anderen“ sein.

Boykottiert politische Debatten. Lügt, betrügt und flutet das Parlament mit Anfragen. Fakten sind für Loser aus der Realität. Ihr braucht keine Fakten. Ihr behauptet einfach, was sich richtig anfühlt und in eurer Welt Sinn ergibt. Erwischt man euch beim Lügen, vertuscht es mit weiteren Lügen. Macht man euch auf die Parallelen eurer Taktik zum Nationalsozialismus aufmerksam, verlasst ihr einfach den Sitzungssaal und nehmt die Opferrolle ein. Werft den anderen vor, sie würden die „Nazikeule“ schwingen und schlagt mit Verleumdungen zurück.

Wenn eure Wähler euch beim Wort nehmen. Und wenn sie Waffen und Leichensäcke anschaffen. Wenn sie eine Todesliste erstellen, Asylunterkünfte anzünden und Politiker ermorden, wenn sie sich auf „Tag X“ vorbereiten, an dem „die Anderen“ endlich besiegt werden, und „das Volk“ sich aus ihrem Würgegriff befreit, dann lehnt euch einfach zurück. Übernehmt keinerlei Verantwortung. Behauptet, Schuld an der Radikalisierung wären „die Anderen“. Lehnt euch zurück und wartet auf „Tag X“. Oder darauf, dass eure Politsekte verboten wird.

Gastbeitrag von „Nazifresser“, hier auf Twitter. Artikelbild: Matthias Wehnert, shutterstock.com

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter

Kommentare sind geschlossen, abertrackbacks und Pingbacks sind offen.