Studie: Anschläge von Muslimen erhalten 357% mehr Aufmerksamkeit

| Hintergrund | 21. Juli 2018

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Eine US-Studie zeigt: Anschläge von Muslimen erhalten im Schnitt 105 Schlagzeilen. Bei anderen sind es nur 15.

Nach einer neuen Studie der University of Alabama berichten Medien 357% mehr über Anschläge, die von Muslimen durchgeführt werden als über diejenigen, die von Nicht-Muslimen begangen werden. Kontrollvariablen wie Angriffsziel, Anzahl der Opfer und die Festnahme der Täter sind von den Wissenschaftlern kontrolliert worden.

Die Ergebnisse, wie sie in der Grafik illustriert worden sind, basieren auf allen Terrorangriffen, die in den USA zwischen 2006 und 2015 durchgeführt wurden, wie sie die Global Terrorism Database zählt. Die unterschiedliche Berichterstattung ist dabei fernab der Realität. Rechtsextreme und rassistisch motivierte Terroristen verübten im gleichen Zeitraum fast doppelt so viele Anschläge.



Illustration: Mona Chalabi

Auch deutsche Medien berichten mehr über Straftaten von Ausländern

Die Medienfachhochschule Macromedia Berlin fertigte in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen eine Studie an. Die deutsche Presse bauscht die Wahrnehmung von Nicht-deutscher Kriminalität auf, indem sie überproportional oft darüber berichtet.

Die Studie analysierte im Zeitraum von Januar bis April 2017 insgesamt 238 Artikel von überregionalen Zeitungen und 67 TV-Beiträge verschiedener Fernsehsender. Sie stellte fest: Die deutsche Medienlandschaft stellt Nicht-Deutsche überproportional als Straftäter*innen dar. Gleichzeitig wird die wachsende Gewalt gegen Migrant*innen und Asylsuchende zu wenig thematisiert und unterdurchschnittlich oft thematisiert.

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Illustration: Mona Chalabi

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