Warum ich die Verallgemeinerung „ACAB“ problematisch und falsch finde

Kommentar

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Wie sich die Linke oft selber ins Aus schiesst!

Nun kämpfe ich seit ich denken kann gegen Rassismus, Ausgrenzung und rechtes Gedankengut. Und bin immer wieder fassungslos, wenn die vermeintlich „gute Linke“ sich dann immer wieder ins Aus schießt. Und das zu Lasten aller, die sich gegen den Faschismus einsetzten.



Polizeigewalt in Berlin-Kreuzberg

Ein vermeintlicher Fahrraddieb wird unter massiven Polizeigewalt festgenommen. Ein Beamter kommt sogar noch dazu, um den am Boden liegenden Mann zu treten. (Quelle) No Go! Riesen Aufregung, mit Recht, auch mich macht das fassungslos. Unter dem Facebookpost einen Lokalpolitikers kam dann aber:

ACAB – also All Cops Are Bastards – steht da und der Fahrraddieb, war auch nicht mehr der Auslöser, sondern nur Opfer?! Ohne Frage, war dieser Einsatz in Berlin völlig überzogen und mit Sicherheit muss der zumindest für zwei Beamte Konsequenzen haben und zwar ordentlich, aber ACAB?

Der gleiche Mechanismus der Verallgemeinerung wie von Rechten

Hier zeigt sich der gleiche unschöne Mechanismus, wie von Rechts auch. Persönliche Erfahrungen und Ansichten werden nicht als solche differenziert, sondern alle Polizisten sind Abschaum. Wo ist da der Unterschied zum Rassisten? Mir wurde dann auch von dem Politiker erklärt, dass das  was völlig anderes ist, aber ist es das wirklich?

Wenn ich alle Menschen einer Berufsgruppe oder einer Volksgruppe über einen Kamm schere, dann agiere ich wie ein Rassist

Ich mache meinem, vielleicht sogar gerechtfertigten, Unmut Luft, aber werde damit Fronten nur verhärten und keine Lösungen finden, sondern nur neue Probleme schaffen.

Und Probleme haben wir im Moment mit der Polizei genug:

Alles Dinge, die dringend und umfassend geklärt werden müssen. Und da müssen wir uns mehr als nur kritisch mit Polizeistrukturen auseinandersetzten. Aber „ACAB“ ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Polizisten, der sowas weder toleriert, noch durchführt. „ACAB“ ist nicht besser als der Rassismus von der rechten Seite. Es ist völlig undifferenziert und dämlich, pauschalisiert und verhindert, dass man miteinander reden kann.

„ACAB“ stärkt die Rechten

Und noch schlimmer: Es macht die nationalistischen Kräfte stärker, weil sie sagen können:

„Schaut mal, die Linke beleidigt die Polizei und will Anarchie, die sind viel schlimmer als wir, denn wir bringen Recht und Ordnung!“

Ja, die Bürger haben ein Bedürfnis nach Recht und Ordnung und ja solche Aussagen spielen den Rechtspopulisten wunderbar in die Hände. Da wird mit dem Arsch eingerissen, was wir mühsam mit Händen aufbauen. Da wird einfach ein pauschales Urteil gefällt, weil es cool ist? Wem bringt das was, das geht in die exakt gleiche Richtung, wie „Alle Migranten sind Bastarde“.

Kann man die Geisteshaltung von Rassisten damit denn vergleichen? Ich finde ja, denn der Gedankengang und die Argumentation ist dieselbe. Der einzige Unterschied ist die Tatsache, dass Polizisten sich den Job aussuchen. Aber macht das diese Sprüche besser?

Nein!

Also bitte, das Böse gewinnt nicht nur immer dann, wenn das Gute schweigt, sondern auch wenn das eigentlich Gute das Böse mit Bösem begegnet, das ist kontraproduktiv.

Moral und Ethik kann und darf nicht vor der Polizei halt machen sondern muss dort besonders gelten.

„ACAB“ macht jede Form des Verständnissen und der Kommunikation zunichte, wo man doch genau diese Kommunikation braucht. Wie sollen Polizisten das Grundgesetz achten und verteidigen, wenn man sowas liest? Das führt zur Furcht auf beiden Seiten und die bringt niemandem etwas: „Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.“ (Meister Yoda)

Artikelbild: pixabay.com, CC0

Sitzblockade im Hambacher Forst: Wie die Polizei reagiert ist wunderschön!

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