Großeinsatz der Polizei: Flüchtling tötet Rentnerin, schießt Polizisten und Polizeihund an

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Wie fühlst du dich beim Lesen dieser Meldung? das war nämlich gar kein Flüchtling, sondern ein deutscher Ex-Soldat und Hobbyschütze.

Hast du von dem Fall in Königsbrück gehört? Vielleicht nicht, weil kaum jemand darüber schreibt. Alles, was wir gerade geschrieben haben ist wirklich passiert: Ein 33-jähriger Ex-Soldat hat eine Rentnerin ermordet, anschließend einen Polizisten und einen Polizeihund im Schusswechsel verletzt und danach Selbstmord begangen. Bei der Fahndung und dem Einsatz waren insgesamt rund 650 Polizisten aus Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie von der Bundespolizei im Einsatz. Allein am Montag waren 270 Einsatzkräfte im Raum Königsbrück an der Aktion beteiligt.

Ist es nicht merkwürdig, dass das Wort „Terror“, das wir eingefügt haben, bei einem Asylbewerber nicht fehl am Platz gewirkt hätte? Warum hier bei einem Deutschen? Warum sind die Nachrichten nicht voll mit AfD-PolitikerInnen, die das Versagen des Rechtsstaates anprangern? Hier mordet ein Ex-Soldat und wehrt sich mit tödlicher Gewalt gegen die Staatsgewalt. Nicht so schlimm wie Ellwangen, oder? Alice Weidel spricht am selben Tag von einer Messerattacke in Paris (und nennt es auch gleich „Anschlag“). Warum redet bei uns keiner über einen Anschlag in Königsbruck?

Aber Weidel redet über Paris! Was ist mit diesem Mord hier in Deutschland? Ist die Alternative für Deutschland etwa Frankreich? Warum berichten nicht alle Medien darüber? Warum diskutieren wir nicht, wie wir solche Tragödien in Zukunft verhindern können? Warum wurde die gleiche Tat, nur bei einem anderen Täter, anders bewertet werden und anders medial aufgezogen werden? Wir wissen doch alle, dass das die Nachrichtenmeldung Nummer 1 der gesamten Woche gewesen wäre.



Kapital aus Tragödien schlagen

Ich will nicht sagen, dass wir solche Fälle ignorieren sollen. Das sind Tragödien und mir tut es in der Seele weh, wenn Menschen (und Tiere) verletzt oder getötet werden. Doch es gibt eine ganze neue „Presse“ (hier mehr dazu), und zunehmend den Trend in den restlichen Medien und Politik, Straftaten von Asylbewerbern auszusortieren und hoch zu stilisieren. Viele Menschen meinen, Flüchtlinge seien für die gesamte Kriminalität im Land verantwortlich, weil jeder Fall in die Medien kommt, im Gegensatz zu den Fällen, in denen Deutsche die Täter sind.

Unsere Medienintendanten haben den Eindruck, eine Meldung würde dann gesellschaftliche Relevanz gewinnen, wenn der Täter kein Deutscher ist. Manchmal, wie in Toronto oder Münster, spekulieren alle zunächst, dass es sich um einen Asylbewerber oder Moslem handeln könnte – Selbst nachdem etwas anderes herauskam. Natürlich begehen auch Asylbewerber Straftaten. Das leugnet auch keiner. Das soll auch entsprechend bestraft werden. Meine einzige Kritik ist doch nur, dass wir diese Straftaten für gravierender oder bedeutsamer erachten, wenn sie kein Deutscher begeht. Warum? Studien haben bereits nachgewiesen, dass die Presse überdurchschnittlich oft von Straftaten von Asylbewerbern berichtet.

Triggerworte für Rassimus

Ich wollte dieses kleine Experiment wagen, um dir zu zeigen, wie unterschiedlich wir auf Meldungen reagieren, nur wenn ein paar Schlagworte fallen. Warum verknüpfen wir bestimmte Worte wie „Terror“, „Anschlag“ oder „Kriminalität“ mit Asylbewerbern? Ein Großteil aller Asylbewerber sind unbescholtene Bürger. Die AfD hat es geschafft, unsere Köpfe mit dieser Assoziation zu vergiften. Indem sie immer wieder, echte oder gefälschte Meldungen verbreitet. Und unser Presse ist ebenfalls infiziert.

Das muss ein Ende haben! Wir müssen diesen Kreislauf durchbrechen, bevor es noch schlimmer wird. Das ist nichts als purer Fremdenhass. Alle „Argumente“ dahinter sind lediglich Rechtfertigungen. Wir sind nicht bedroht, auch wenn schon Christian Lindner behauptet, allein beim Gedanken an „illegale Asylbewerber“ hätten alle Menschen Angst – Warum? Nur weil jemand keine Aufenthaltsgenehmigung bekommt, wird er gleich gefährlich? Nicht, dass ich nicht der Meinung wäre, dass das kein Problem wäre, aber diese Hysterie vergiftet unsere Gesellschaft.

Das sind Menschen, wie du und ich. Ich habe vor ein paar Wochen zwei Asylbewerber in der Straßenbahn getroffen. Sie haben meinen Hund gestreichelt und wir kamen ins Gespräch. In ziemlich gutem Deutsch haben sie mir von ihrer Arbeit erzählt und dass sie auf ein lokales Volksfest fahren würden, welches gerade bei uns stattfand. Sie beklagten sich darüber, wie undurchsichtig die deutsche Bürokratie sei, und wie viele Anträge sie stellen müssten. Also, ich weiß nicht, was die Leute immer haben…

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  1. Maria Muschik sagt

    Ja, diese Panikmache passt in unser Bild der Gesellschaft. Und leider nicht nur in Deutschland. Dem Hass und der Verleumdung sind Tür und Tor geöffnet. Erschreckend ist, dass es von offizieller Seite keine wirkliche Bereitschaft gibt, dagegen zu halten. Die Parteien versuchen sich den Wählern der AfD anzubiedern. Und dabei merken sie gar nicht, dass sie den Einfluss dieser rechten Partei stärken. Menschen, die bewusst nationalistisch oder faschistisch wählen, und davon müssen wir bei einer Stammgruppe der AfD ausgehen, haben ein totalitäres, gewaltverherrlichendes Gesellschaftsbild. Diese Menschen kann ich niemals dadurch überzeugen, dass ich mich bei ihnen einschmeichele. Sie lehnen jede Art von Feigheit ab, und somit auch die Leute, welche in ihren Augen feige sind. Wer Härte und Gewalt verherrlicht, der kann nur durch Härte und Gewalt von seinem Unrecht überzeugt werden. Aber, um dieses angemessen durchzusetzen, müssen wir Werte haben. Und wie steht es bei unseren Volksvertretern damit?

  2. Konstantin A. sagt

    Starker Text. Und das besonders perfide ist, dass Trump, AfD und Co genau dieses Argument („darüber wird nicht berichtet“) immer wieder verdrehen und für ihre Zwecke mißbrauchen, obwohl oft genug über den jeweiligen Fall berichtet wurde.

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