Wenn Islamisten & Nationalisten zusammen gegen eine Moschee hetzen

Kommentar

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Brüder im Geiste

Ich hatte Ende Oktober bereits von Nationalisten auf einer Pegida-Demo berichtet, die lautstark den Abriss von Moscheen in ganz Deutschland forderten.

Pegida fordert etwas, das Islamisten aus meiner Heimat schon getan haben

Dabei zeigte ich an einem Beispiel von Islamisten aus Pakistan, dass diese krude Phantasie der Nationalisten durch eine Zerstörung einer historischen Moschee in Sialkot/Pakistan real wurde.

Nun gibt es ähnliche Abriss-Phantasien von Islamisten in einer deutschen öffentlichen Facebook-Gruppe. Dort äußert ein Islamist wie folgt seine Wünsche:

“Ich bin mir sicher, dass die Stadträte genau wissen was da errichtet werden soll. Denn eine muslimische Moschee hätten diese Heuchler nicht genehmigt aber ein Kufr Tempel wird die Baugenehmigung erteilt. Möge Allah ta’ala diesen Tempel in Schutt und Asche versinken und niemals fertig werden lassen. Amin”

Hier muss man eines klarstellen: Der User ist unter einem deutschen Pseudonym unterwegs. Diese “muslimische Moscheen”, von denen er redet, sind in Wirklichkeit Orte, wo Islamisten gegen Muslime und Andersgläubige predigen. Und die “Tempel”, die genehmigt werden, sind in Wirklichkeit Moscheen von Muslimen, die hinter dem Grundgesetz stehen, sich für Deutschland einsetzen und ihre Mitbürger lieben.



Phantasien von Nationalisten und Islamisten

Phantasien von Nationalisten und Islamisten, die gerne Moscheen von friedlichen Muslimen zerstören würden. Zum Glück sind diese Extremisten nur eine Minderheit. Aber eines ist klar:

Mit Religion haben diese “Retter” nichts zu tun. Diese Extremisten missbrauchen die Religion für ihre eigenen Zwecke. Nationalisten missbrauchen die Religion des Islam in der gleichen Art und Weise, wie es Islamisten tun. Denn politischer Missbrauch des Islam um andere zu Unterdrücken ist Islamismus.

In verschiedenen anderen islamistischen Facebook-Gruppen hetzt ein weiterer Islamist gegen Muslime der Ahmadiyya Gemeinde:

Dabei führt er die Masse von fast 20 Tausend Mitgliedern in die Irre, in dem er falsche Behauptungen verbreitet, genau im gleichen Stil von Nationalisten. Unwissende werden radikalisiert, ihnen wird beigebracht, andere Muslime zu hassen und diese zu meiden. Jemand, der sich dagegen wehrt und zur Vernunft aufruft, wird als “Verräter” beschimpft. Diesen Vorwurf kennt man doch von irgendwo her:

Natürlich ist dieser Nationalist Anhänger der AfD.

Dass die AfD ebenso islamistisch ist, wie jene Islamisten, die die Religion des Islam politisch missbrauchen um andere zu unterdrücken habe ich hier näher erklärt:

Ich bin vor Islamismus geflohen. Und die AfD verhält sich genau so

Parallelen zwischen Nationalisten und Islamisten

Die fundamentalistischen Parallelen der Extremisten zeigen, dass diese Randgruppen sich immer mehr und mehr in die Mitte trauen. Dabei spielen Fakenews, Verwischung von bestehenden Grenzen, wie beispielsweise von Islamismus und Islam oder Demokratie und Nationalismus, für diese Hassprediger eine große Rolle. Diese Grenzen müssen durch Aufklärung von allen Seiten wieder klar und deutlich benannt und gezogen werden.

Grenzen des Anstandes, der Mitmenschlichkeit, der Moral und vor allem: Grenzen des Grundgesetzes. Denn Fundamentalisten scheren sich nicht um Anstand, Mitmenschlichkeit, Moral oder dem Grundgesetz, ganz im Gegenteil: Durch ihre gegenseitige hemmungslose Hetze und Hasspropaganda verursachen sie einen tiefen Riss in der Gesellschaft.

Es geht den Nationalisten und den Islamisten nicht um die Religion des Islam. Es geht ihnen darum, jene Menschen, die hinter dem Frieden stehen, sich für diesen Frieden einsetzen und andere daran teilhaben lassen, zu diskreditieren und diskriminieren.

Ich bin ein Muslim, der sich durch Aufklärung von solchen Gesellschaftsgefährdern distanziert und ich ziehe eine Grenze: Es reicht. Der Missbrauch von Religionen muss aufhören. Sowohl das Grundgesetz als auch der Koran garantieren absolute Religionsfreiheit.

Artikel 4: “Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.”

Koran Sure 18, Vers 30: “(…) darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will. (…)”

Artikelbild: Nasir Ahmad

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