Zurück nach Höhle abgeschoben: Geretteter Junge aus Thailand war straffällig

Satire

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Nach der Rettung der Kinder aus der Höhle in Thailand sitzt eines der Kinder in Abschiebehaft.

Bangkok. Nach der geglückten Rettung aus der Tham-Luang-Höhle, in der 12 Jungen der „Wild Boar“-Fußballmannschaft und ihr Trainer aus ihrer gefährlichen Lage erlöst wurden, werden Vorwürfe laut: Die Geretteten sind alles lauter junge Männer. Die Retter stehen wegen Schlepperei vor Gericht. Einer der Jungen hat sich als straffällig herausgestellt.

Inzwischen sitzt der 13-Jährige Kriminelle in Abschiebehaft. „Kriminelle haben ihr Bleiberecht verwirkt“, heißt es von den Behörden. Teile der Tham-Luang-Höhle wurden von der thailändischen Regierung unlängst zur sicheren Herkunftshöhle erklärt, weswegen eine Abschiebung dahin möglich sei. Die Kritik, dass Bleiberecht und Strafmaß unabhängig zu bewerten, teilt ein Großteil der Bevölkerung nicht.



Thailändischer Innenminister lacht bei Pressekonferenz

Für den thailändischen Innenminister lacht bei der Pressekonferenz über den Zufall, dass er genau so viele Jungs in die Höhle abschiebt, wie es anscheinend noch Menschen gibt, die es pervers finden, dass Menschen, die leben retten zu Kriminellen erklärt werden und der Meinung sind, dass Abschiebungen nach gefährlichen Orten unmenschlich sind.

Manche denken, der Innenminister, der aus einer Provinzpartei im Süden des Landes stammt, ist deshalb so streng mit der Abschiebung, um rechte Wählerstimmen bei der nächsten Wahl zu gewinnen. Doch leider zeigen Umfragen, dass er weiter abstürzt. Schade, dass er dann umsonst verhindert, dass hunderte andere Kinder aus Höhlen gerettet werden können – Allein in diesem Jahr sind schon über 1400 Menschen in Höhlen umgekommen.

Der Junge wird nächste Woche in die Höhle zurückgebracht, verkündet der Innenminister. „Falls er sich dann in der Höhle vor Verzweiflung erhängt, dann ist das natürlich nicht meine Schuld. Das sind ja nur „Höhlentouristen“ gewesen.“ beendet er die Pressekonferenz. Natürlich nicht. Der Junge wird sicher verstehen, dass schließlich Ministerposten wichtiger sind als Zukunftsaussichten oder Überlebenschancen.

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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