#wirsindmehr: Rechte haben Angst vor dem Anti-Rechts-Konzert in Chemnitz

Wir sind mehr!

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„Aufstehen gegen rechte Hetze!“

Im Zuge der Ereignisse um Chemnitz fanden sich recht schnell einige Bands und Künstler, um ein Konzert gegen Rechts zu spielen. Vor dem „Nischl“ von Karl-Marx werden u.a. Die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet und Casper spielen. Außerdem werden Marteria, K.I.Z., sowie die Lokalmatadoren von Kraftklub die Zivilgesellschaft bitten, unter #wirsindmehr Flagge zu zeigen.

Auf Facebook lesen wir nun aber: „Ein Deutscher wird von einem Flüchtling abgestochen und ihr spielt ein Konzert gegen Rechts!“, „Wo sind eure Konzerte, um gegen die Vergewaltigungen und Messerstecher zu protestieren?!“ Sowas in vielen verschiedenen Varianten.



Wie soll denn ein Konzert gegen Messerstecher aussehen?

Ich glaube, da wird einiges durcheinander gewürfelt: Wie soll denn ein Konzert gegen Messerstecher aussehen? Oder gegen Iraker? Syrer? Merkel? Oder die Regierung? Gegen Ausländer? So ein Konzert könnte so aussehen. Und das ist nicht schön. Es wird ja in der ganzen Diskussion eines vergessen:

Der mutmaßliche Totschlag des jungen Chemnitzers Daniel H. wird durch den Rechtsstaat verhandelt und verurteilt. Es geht hier um konkrete Einzelpersonen, so wie bei jedem Verbrechen. Selbst wenn wir gegen ausländische Straftäter demonstrieren, sind die Leidtragenden im Anschluss Unschuldige. Erst heute wurde ein Syrer von drei Männern mit einer Eisenkette zusammengeschlagen. Ohne Grund. Naja, doch: Er war halt Ausländer.

Ein Konzert gegen die Verrohung der Gesellschaft

Das Konzert gegen Rechts am „Nischl“ richtet sich vielmehr an die Zivilgesellschaft. An diejenigen, die es nicht hinnehmen wollen, dass Rechtsextreme und Hooligans mit ihren Parolen durch die Straßen ziehen. An diejenigen, die durchaus Kritik üben und Probleme benennen wollen. Aber bitte nicht neben Rechtsextremen, die „Ausländer raus“ oder „Für jeden toten Deutschen einen toten Ausländer“ plärren.

Dass so ein Konzert verächtlich gemacht wird, ist nachvollziehbar. Denn es wird viele tausend Menschen anziehen. Es wird zeigen, dass der Mob in der Unterzahl ist. Es wird die Verhältnisse wieder gerade rücken. Zumindest ist das meine Hoffnung. Wenn nicht, dann haben wir ein größeres Problem als gedacht.

Artikelbild: JoeJoeJoe93(CC BY-SA 3.0), changes were made

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% S Kommentare
  1. volker mothes sagt

    Eine Schande ! In dieser Stimmungslage ein Konzert mit linksradikalen Gruppen wie „Feine Sahne Fischfilet“ abzuhalten. Wer hier noch an Bürgerdialog glaubt ist ein totaler Depp. Hier geht es um etwas ganz ganz anderes.Aber als gelernter DDR Bürger hat man ja jahrzehntelang diese Art von Leuten ertragen müssen. Mich wundert nach Karl Valentin zitiert überhaupt nichts mehr.

  2. Siewurdengelesen sagt
  3. Namenlos sagt

    FSF Linksradikal? Wie kommt man denn auf sowas? Ja, die sind links. Die sind mit Sicherheit linker als alle anderen Bands die am Montag da spielen, soweit ich das sehe/ich die Bands kenne. Aber mit Sicherheit sind die Jungs nicht Linksradikal.

    Bürgerdialog? Sowas ist aufgabe von der Politik, aber doch nicht von Bands die ein Zeichen gegen Rechte setzen wollen.

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