Nach einem Jahr: Querdenker Schiffmanns Ahrtal-Spenden erstmals in Bewegung

| Querdenker | 12. Juli 2022

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Schiffmanns Spendengelder erreichen bald Flutopfer – dank dem staat

Was lange währt, wird endlich gut… Die Frage ist nur: wie freiwillig geschieht das? Wir haben schon an verschiedenen Stellen über die große Spendenaktion vom Querdenker und bekannten Lügner Schiffmann zu Gunsten der Flutopfer der Katastrophe im Ahrtal & Co. aus 2021 berichtet. 2021 kamen innerhalb weniger Tage knapp 700.000€ an Spendengeldern zu Gunsten der Flutopfer zusammen. Einzig: das Geld wurde dann nie überwiesen. Es wurde dann sogar seitens PayPal eingefroren. Der Druck auf Schiffmann wuchs, seine Glaubwürdigkeit schrumpfte einmal mehr. Schiffmanns Anwalt Ivan Künnemann behauptet, die Gründe für die Sperrung seien nicht bekannt. Naja, vielleicht sollte Schiffmanns Anwalt einfach mal unsere Artikel lesen, dann wäre er auch up to date. Doch nun kommt zumindest wieder Bewegung in das eingefrorene Geld. Mehr dazu unten.

Hier mehr Hintergründe zur Sperrung des Moneypools:

Spendengelder von Querdenker Schiffmann gesperrt: Jetzt Strafbestand Betrug erfüllt?

Diese Sperrung wollte man nicht hinnehmen und der dubiose Verein Mutigmacher e.V. setzte sogar ein „Kopfgeld“ in Höhe von 10.000€ aus. Gesucht wurde(n) die Person(en), die den Moneypool damals gesperrt haben:

Nach Sperrung: Querdenker setzen Kopfgeld auf PayPal-Beschäftigten aus

Im April 2022 erfolgte dann Anklage gegen Schiffmann wegen Volksverhetzung:

Querdenker Schiffmann wegen Volksverhetzung angeklagt von Staatsanwaltschaft

Weitere Anklage bereits im Januar 2022

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat Schiffmann wegen des Verdachts falscher Maskenatteste und der Volksverhetzung angeklagt. Die Anklage erfolgte offenbar bereits im Januar, die Staatsanwaltschaft ist damit jedoch erst dann an die Öffentlichkeit gegangen. Da sie zuvor dafür Sorge tragen mussten, dass der inzwischen in Tansania lebende Schiffmann auch Kenntnis davon hat, wie t-Online berichtet (Quelle). Ihm zu Last legt die Staatsanwaltschaft unter anderem das Verharmlosen des Holocausts, als er Impf-Ärzte mit Nazi-Kriegsverbrechern verglich oder der Regierung einen „zweiten Genozid“ vorwarf. In der extremistischen Wahnwelt von Schiffmann seien die lebensrettenden Corona-Impfungen nämlich so schlimm wie der Mord an Millionen Menschen. Auch wird ihm und seiner Frau das Ausstellen falscher Masken-Atteste vorgeworfen.

Spendengelder plötzlich wieder frei

Seit Ende Juni 2022 sei die von Schiffmann für die Flutopfer gesammelten Spenden in Paypal nun wieder freigegeben. Doch wie kam es dazu? In Rheinland-Pfalz gibt es eine landesweite Spendenaufsicht, genannt Aufsicht- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Diese Direktion überprüft regelmäßig Spendensammlungen. „Im Zuge dessen sei auch Spenden-Initiator Schiffmann um Mitteilung gebeten worden, inwieweit die Spendengelder aus dem abgeschlossenen Aufruf bereits für die beworbenen Zwecke eingesetzt wurden“, teilte die Behörde mit.

Diese „empfahl“ Schiffmann daraufhin, dass er das Geld auf das Landesspendenkonto überweisen „solle“ – solange das Geld nämlich nicht dort ankommt, wo Schiffmann es versprochen hatte, schwebte der Anfangsverdacht von Betrug im Raum. Schiffmann zeigte sich laut Auskunft seines Anwalts Ivan Künnemann mit dem Vorgehen einverstanden, da es ihm eine „Herzensangelegenheit“ sei. PayPal sei kontaktiert worden und das Geld soll zeitnah – ohne Abzüge – auf dem Landesspendenkonto eingehen.

Keiner wollte das Querdenken-Spendengeld

Deutlich wurde, dass Schiffmann aufgrund seiner vorherigen Anklagen und aktuellen Verfahren unter großem Druck steht. Wirklich eindeutige Spendenempfänger gab es nie. Schiffmann druckste immer wieder rum, änderte die Spendenempfänger:innen mehrfach, manche lehnten seine Spende sogar ab. Er kann der ADD – dem Staat –  daher schon dankbar sein, dass sie ihm geholfen haben. Ihm drohte das ganze Jahr über – sobald das Geld zweckentfremdet worden wäre – eine Anklage wegen Betrugs.

Er wird sich dennoch vor deutschen Gerichten verantworten müssen – jedoch jetzt wohl nicht mehr wegen Betrugs, denn der Anfangsverdacht eines Betrugs ist durch die Überweisung wohl ausgeräumt. Anwalt Chan-jo Jun sieht juristisch jedoch noch weitere Schwierigkeiten – denn Wort gehalten hat er immer noch nicht. Vor allem dahingehend, ob die 100% ausschließlich von Schiffmann oder doch dem Staat gezahlt werden. Dazu empfehlen wir sein aktuelles Video:

Wir sind gespannt, wie diese chaotische und weitergeht. Und wie bald das Geld endlich auch mal die erreicht, für die gesammelt wurde. Geholfen hat es den Flutopfern nach einem Jahr aber immer noch kein bisschen. Man könnte sagen: typisch Querdenken!

Korrekturhinweis: In einer früheren Version des Artikels wurde es so dargestellt, dass Schiffmann ein Prozess wegen Betrugsverdacht droht, das ist eben genau falsch. Die Prozesse drohen wegen Volksverhetzung und dem Ausstellen falscher Atteste.

Artikelbild: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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