BILD freut sich über Brustkrebs von Assads Frau – Geht’s noch?

Kolumne Schwer verpetzt

Wer denkt, die BILD könnte nicht noch weiter im Niveau sinken, hat sich wohl geirrt.

Dass die BILD dafür bekannt ist, mit billigsten Tricks die niederen Instinkte ihrer LeserInnen anzusprechen, ist kein Geheimnis. Das ist deren Geschäftsmodell. Dass sie Kampagnen gegen den Sozialstaat und Flüchtlinge betreibt, auch nicht. Aber dass sie sich über den Brustkrebs einer Frau freuen würde, hätte ich jetzt auch nicht geahnt.

Natürlich ist die betroffene Frau kein unbeschriebenes Blatt: Asma al-Assad, die Frau des Dikators Bashar al-Assads, der verantwortlich für die Kriegsverbrechen im Bürgerkriegsland Syrien ist. Und damit Hauptgrund für den größten Teil der Flüchtlinge bei uns. Aber durch den billigen Trick der Suggestivfrage zu unterstellen, sie hätte es „verdient“?!



Dass der Autor es verneint, macht es nicht besser

Letzten Endes verneint der Autor die Antwort auf die Frage, ob man sich freuen darf (Und bezeichnet es als „unchristlich“). Nein, sollte man auch nicht. Und dazu muss man nicht einmal Christ sein, sondern einfach einen Funken Anstand oder Empathie besitzen. Die Behandlungs ist schmerzvoll, sie kann tödlich enden. Die unschuldigen Kinder würden ihre Mutter verlieren.

Dass der BILD-Autor letztlich die Frage verneint, macht es nicht besser, denn allein die Frage suggeriert, dass es theoretisch möglich wäre, menschliches Leid gegeneinander aufzurechnen. Oder dass so eine Krankheit in einem Szenario „verdient“ sein könnte. Das klingt für mich eigentlich nicht sehr christlich. Inzwischen hat die BILD das auch eingesehen und die Überschrift geändert.

Siehe auch den Artikel von BILDBlog.

Artikelbild: Screenshot bild.de, CC0

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