Kein Witz: In Thüringen protestieren jetzt Rechte gegen Rechte, weil sie rechts sind

Kolumne Schwer verpetzt

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Rechts gegen Rechts

Auf dem Parteitag in Arnstadt (Thüringen) wurde AfD-Rechtsaußen Höcke von der Rechtsaußen-AfD mit 88% der Stimmen zum Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2019 gewählt. Höcke wird lange wegen seiner NS-Verharmlosung, Verherrlichung und rhetorischen Kopien beispielsweise von Göbbels kritisiert. Ein großer Teil der Aussagen in unserer Auflistung stammte aus dem Mund oder der Feder von Björn Höcke:

21 Aussagen, die zeigen, wie rechtsradikal die AfD wirklich ist



Thügida und der Verfassungsschutz

Langsam realisiert endlich auch der Verfassungsschutz, dass es immer mehr Gründe gibt, die AfD zu beobachten. 13 Landesämter für Verfassungsschutz haben jetzt laut SPIEGEL aber umfangreiches Material über mögliche verfassungsfeindliche Tendenzen in der AfD an das Bundesamt geschickt. Weil die AfD Thüringen auch besorgt ist, bald beobachtet zu werden, hat sie versucht, sich zu distanzieren.

Wichtige Vertreter des thüringischen Ablegers der Pegida, Thügida, werden bereits vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft. Deshalb distanzierte sich Höcke jetzt von der Thügida. „Mit Thügida haben wir nichts zu tun“, sagte er. Also: Der frisch mit 88% der Stimmen gewählte Führer aus dem rechten Flügel der sowieso schon rechtsextremen AfD aus Thüringen distanziert sich von Thügida, weil sie ihm zu rechts sind. Das Leben schreibt die besten Geschichten.

Linke sind jetzt verwirrt

Das gefällt dem „Volk“ natürlich nicht, dass „gewisse Pädagogen“ nichts mit ihnen zu tun haben wollen. Für Sonntag hat Thügida jetzt angekündigt, eine Demo unter anderem an Höckes Wohnhaus vorbei abzuhalten. In einem Videoaufruf nahm man auch explizit auf Höcke Bezug. Als Veranstalter treten die rechte Partei „Die Republikaner“ und die rechtsextreme Vereinigung Thügida auf.

Die Veranstalter sind aus Köthen bekannt mit Aussagen bekannt wie „Rassenkrieg gegen das deutsche Volk“ vor versammelten Neonazis. Linke und demokratische Gruppen, die gegen die Rechtsextremen demonstrieren wollen, sind jetzt jedoch verunsichert. Wenn sie eine Gegendemo gegen den rechten Aufmarsch veranstalten, könnten manche das als Solidarität mit Höcke werten. Vielleicht sollte man die Rechtsextremen sich einfach gegenseitig bekriegen lassen?

Artikelbild: Olaf KosinskyCC BY-SA 3.0 DE

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