Extreme Hetze: AfD-Anhänger wollen Stern-Redakteur töten

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Wie sicher sind journalisten voR rechtsextremen AfD-anhängern?

Erst kürzlich haben mehrere Journalisten-Vereinigungen in einem offenen Brief (Hier) den Bundesinnenminister Horst Seehofer aufgefordert, Medienschaffende vor rechtsextremen Gewalttätern zu schützen. Vor allem wegen der rechtsextremen Krawalle von Chemnitz, in Folge deren die AfD den Schulterschluss mit der rechtsextremen Szene vollzog, haben sich tätliche Angriffe auf Journalisten im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Hier unser Bericht:

Wegen Chemnitz: Gewaltsame Angriffe auf Journalisten haben sich mehr als verdreifacht

Im offenen Brief fordern sie unter anderem eine Auskunftssperre für Privatadressen im Melderegister und Informationen, wenn ihre Namen auf rechtsextremen Todeslisten auftauchen. Die Vorsitzendes des Vereins „Neue deutsche Medienmacher“, Sheila Mysorekar, sagte zur Tageszeitung: „Viele Medienschaffende sind seit geraumer Zeit unter großem Druck. Sie werden verbal bedroht, vor allem diejenigen, die sich in ihrer Arbeit für Vielfalt und gegen Rassismus einsetzen.“



Stern-JournalisTen sollen getötet werden

In seinem Format „Diskuthek“ wird der Stern-Redakteur Walter Wüllenweber mit folgenden Worten zitiert: „Die AfD-Wähler sind keine Protestwähler […] Auch die Wähler der AfD müssen wir als Rechtsextremisten sehen.“ In der AfD-Gruppe „Klartext – vernetztes Vaterland“ wird das Zitat per Sharepic geteilt.

Screenshot DieInsider

Die AfD-Anhänger sind gar nicht erfreut, als Rechtsextremisten bezeichnet zu werden. Und reagieren, wie die Recherchegruppe #DieInsider belegt, folgendermaßen:

Rechtsextremisten? hier ist der beweis

Wenn die AfD-Anhänger wirklich der Meinung sind, dass die Bezeichnung „Rechtsextremist“ nicht auf sie zutrifft, dann haben sie mit ihren Reaktionen wohl rein zufällig genau den Eindruck solcher hinterlassen. Da will man sich seinen „Namen merken“ wenn „einmal andere Zeiten“ kommen, und ihn dann „besuchen“. Einer spricht es sogar gleich deutlich aus: „Wir müssen die Journalisten vonder Tagesschau und Stern TV Töten“ [sic].

Aufrechte Demokraten, wie man sieht. Einer ist sogar der irren Ansicht, dass es überhaupt gar keine „echten Rechtsextremen“ mehr gäbe. Und dass Wüllenweber vom Stern darüber froh sein soll. Wahrscheinlich, weil er sonst Morddrohungen erhalten würde. Ironischerweise ist die Info, dass es keine Rechtsextremisten gibt, nicht bei den anderen Kommentierenden angekommen. Denn sie sprechen von „Rotfaschisten“ und dass doch die „Linken und Grünen“ die eigentlichen Faschisten seien. Also was denn jetzt?

Der Vorwurf an den Stern-Journalisten (Der ein „Systemknecht“ sein soll, welcher „Linksradikale Propaganda !!!!!!!“ [sic] und das, was der „tiefe Staat ihm aufträgt“ verbreitet), ein fehlendes Demokratieverständnis zu haben, ist besonders ironisch, wenn man bedenkt, dass die Bezeichnung als Rechtsextremisten ihnen nicht gleich die Meinungsfreiheit entzieht. Ihre Reaktion darauf, den Stern zu boykottieren („Bei Stern Probe Abo abschließen. Dann alle hefte verbrennen“ [sic]“), sodass er „seinen Job los“ wird – und natürlich ihn für seine Meinung zu töten – allerdings schon.

Q.E.D. – Was zu beweisen war

Bei der Bezeichnung als „Rechtsextremisten“ sind die Rechtsextremisten „beleidigt“, aber zögern nicht, ihn als „demokratischen Terroristen“, „Rotfaschisten“, „Gutmensch“ und „Relotius-Schreiberling“ zu bezeichnen? Sie verwenden rechtsextreme Sprache, wollen Andersdenkende mundtot machen und sogar buchstäblich „töten“, aber als die Rechtsextremisten bezeichnet zu werden, die sie nunmal sind, geht zu weit?

21 Aussagen, die zeigen, wie rechtsradikal die AfD wirklich ist

Die AfD ist inzwischen offen rechtsradikal und in ihrem geschlossenen Facebook-Gruppen wird unwidersprochen gehetzt, gelogen, beleidigt und vom Umsturz der Demokratie geredet, Morddrohungen ausgesprochen und die Morde von Neonazis schamlos gefeiert (Mehr dazu). Natürlich sind nicht alle AfD-Politiker oder Anhänger automatisch rechtsextrem. Aber die AfD toleriert nicht nur Rechtsextremisten, sondern verhilft ihnen auch zu höchsten Posten. Und stellt waschechte Neonazis als Spitzenkandidaten auf.

So rechtsextrem sind die AfD-Spitzen in Sachsen, Brandenburg & Thüringen

Wie kann man – erst Recht bei diesen Reaktionen – das nicht als rechtsextrem bezeichnen? Alles andere wäre eine Verharmlosung. Wer nicht rechtsextrem ist, sollte sich überlegen, ob die AfD die richtige Partei für ihn ist. Die AfD als Sammelbecken für Neonazis, Antidemokraten, Völkische Nationalisten und Rechtsextremisten. Wenn ja, dann sollte man vielleicht der Wahrheit ins Auge blicken. Und sich eingestehen, dass im Gegensatz zu ihren lächerlichen und haltlosen Schlagworten und Kampfbegriffen für ihre politische Gegner die Bezeichnung als „Rechtsextremisten“ für sie durchaus angebracht ist.

Artikelbild: Dean Drobot, shutterstock.com / DieInsider

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