AfD auf Tinder! Er glaubt zu wissen, was die „Mädels“ wollen

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Die AfD will deinen Swipe nach rechts!

Bisher dachte man vielleicht, zumindest auf Tinder wäre man vor der AfD sicher. Das ist jetzt wohl vorbei, zumindest für die „Mädels“ im Raum Dresden. Ein AfD-Politiker aus Dresden nutzt das Dating-Portal jetzt, um sich seinen potentiellen Wählerinnen zu nähern und bietet sich „zum Anfassen“ an. Dazu muss man passenderweise nur „nach rechts swipen“.

Der 25-jährige Jonas Dünzel will für das Europa-Parlament kandidieren – um es abzuschaffen (Hier). In einem Facebook-Video (Hier) sitzt er im Polo-Shirt auf dem Bett, links und rechts zwei Kerzen. Wer wird bei dieser Romantik nicht schwach? Der junge Politiker erklärt, dass er der Meinung ist, es bräuchte eine „Willkommenskultur für Kinder“. Also gemeint sind natürlich deutsche Kinder. Für Kinder, die vor Krieg nach Deutschland fliehen hat die AfD nicht viel übrig. (Immerhin sind 39% aller Schutzsuchenden in Deutschland unter 16, fast 23% sogar unter 4 Jahre, Quelle)



AfD „zum Anfassen“

Deswegen soll er sich auf Twitter angemeldet haben. Wegen der Kinder. Was es da zu bedeuten hat, dass er sich nur mit „Mädels“ matchen möchte, ist nicht ganz klar. „Ich bin dein AfD-Kandidat ‚zum Anfassen'“, sagt er im Video. Die Tinder-Mechanik kommt ihm da sehr entgegen. Wer mit dem AfDler reden will, muss einfach nach rechts swipen.

Screenshot facebook.com

Die AfD hat bisher einen sehr widersprüchlichen Europa-Wahlkampf betrieben. Beatrix von Storch verhedderte sich am Sonntag bei „Anne Will“ in Widersprüchlichkeiten und Sinnlos-Aussagen zu Europa. Die AfD, die laut einer Studie die vielleicht klimafeindlichste Europapolitik betreibt (Quelle), findet die parlamentarische Repräsentation undemokratisch, obwohl Deutschland im EU-Parlament die meisten Abgeordneten stellt. Und möchte in das EU-Parlament gewählt werden, um es abzuschaffen. Und unter Umständen sogar aus der EU austreten. Nach dem derzeitigen Brexit-Chaos völlig unverständlich.

Lauter Widersprüche: So blamiert sich Beatrix von Storch (AfD) bei Anne Will

Ob Dünzel bessere Antworten für die Zukunft Europas hat als der Rest seiner Partei, kann man wohl auf Tinder erfahren. Ebenso, wie die „Willkommenskultur für Kinder“ in der Praxis nach einem Match aussieht. Eine andere Frage bleibt allerdings noch. Und zwar, wie er seine potentiellen männlichen Wähler ansprechen möchte. Ob er auch einen Grindr-Account besitzt?

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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