Kein Witz: Jetzt boykottieren Rechte auch noch Waschmittel

| 14. November 2018

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Nach REWE jetzt auch Frosch

Seit REWE bunte Schokolinsen verkauft, auf denen “Ja zu Vielfalt & Toleranz” drauf steht, sind die Rechten eskaliert. Vielfalt und Toleranz? Ganz furchtbare Werte. Ein Boykottaufruf für eine Supermarktkette wird gestartet… weil sie Werte aus unserem Grundgesetz vertreten. Schlimmer noch… damit sind sie direkt für Vergewaltigungen verantwortlich! Wurde wirklich behauptet:

Kein Witz: Rechte glauben, Schokolinsen sind Schuld an Vergewaltigungen



Frosch springt auf

Jetzt meldet sich auch der Waschmittelhersteller und schließt sich der Botschaft an. In einem Post auf Facebook schreiben sie: “Wir von Frosch lieben Vielfalt! 💙💚💜🧡 Menschen mit den unterschiedlichsten Migrationshintergründen, den unterschiedlichsten Geschichten und Kulturen bereichern unser aller Leben, sind geschätzte Kollegen und Freunde! REWE, wir finden eure Kampagne schlichtweg super und sind froh euch dabei unterstützen zu können.Von uns gibt es ein klares Ja zu Toleranz und ein klares #jazuvielfalt 👍”

Wir von Frosch lieben Vielfalt! 💙💚💜🧡 Menschen mit den unterschiedlichsten Migrationshintergründen, den…

Gepostet von Frosch am Montag, 12. November 2018

In rechten Gruppen ist das natürlich sofort angekommen und ein lächerlicher “Sturm der Empörung” macht sich breit. Sie äußern Boykottaufrufe von Frosch. Und wieder einmal werden wahnwitzige Kausalzusammenhänge zwischen positivistischen Botschaften und Kriminalität gezogen.

Die Whataboutismen und die Korrelationsfindung der Rechten drehen völlig frei

Und wir haben noch nicht mal darüber geredet, dass es auch schon Quatsch ist, irgendjemand anderem die Schuld an einer Straftat zu geben als dem Straftäter selbst. Über 90% aller Schutzsuchenden nie eine Straftat begehen. Und die meisten Straftaten, die stattfinden sind im Bereich der „Vermögens-und Fälschungsdelikte (darunter zu 55% Schwarzfahren).

Mit diesen Fakten über Flüchtlingskriminalität zerlegst du die AfD in Diskussionen

Wo hat ein Statement für Toleranz dann etwas mit Befürwortung von Straftaten zu tun? Es ist gleichermaßen pervers wie gefährlich, dass inzwischen in den Köpfen von einigen Menschen absolut positive Werte wie “Toleranz” und “Vielfalt” zu etwas Schlechtem umgedeutet werden. Jahrtausendealte Erkenntnisse über Moral und Ethik werden plötzlich in ihr Gegenteil verkehrt.

Doch Frosch braucht sich keine Sorgen machen, viele Kunden zu verlieren. Für jeden Kommentar, der behauptet, ihre Marke jetzt boykottieren zu wollen, gibt es viele Menschen, die positiv darauf reagieren und die Aktion belohnen wollen. Wie diese Kommentatorin, die auf einen Boykottaufruf reagiert:

Artikelbild: Von ShotPrime Studio, shutterstock.com, changes were made

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