Hildmann rief dazu auf, HoGeSatzbau zu melden. Jetzt sind sie stattdessen verifiziert

| Social Media | 17. Juli 2020

Wir stellen unsere Artikel und Faktenchecks kostenlos für alle zur Verfügung.
Hilf uns dabei, dass das so bleiben kann.


19.250

Hildmann-Aufruf ging nach hinten los

Der Verschwörungsideologe Hildmann, der regelmäßig heftigste antisemitischen Märchen verbreitet, rechtsextremes Vokabular nutzt und sich selbst als „ultrarechts“ bezeichnet vielfach widerlegte verschwörungsideologischen Mythen verbreitet, inszeniert einen öffentlichen Kampf gegen die Online-AktivistInnen von „Hooligans Gegen Satzbau“. HoGeSatzbau, die 2016 mit dem „Smart Hero Award“ ausgezeichnet wurdenforderten vor kurzem auf, derartige antisemitische und rechtsextreme Lügen, Volksverhetzung und Mordfantasien in seiner Telegram-Gruppe zu melden, bevor jemand wegen der Hetze des ultrarechten Vegankochs zu Schaden kommt.

Das wurde dem Verschwörungslügner wohl zu viel – er setzte ein Kopfgeld auf die AktivistInnen aus, um ihre Identitäten zu veröffentlichen. Nach eigener Aussage möchte er sie anzeigen, damit diese ins Gefängnis kämen. Wofür genau er sie eigentlich anzeigen will, ist völlig unklar. Was jedoch klar ist: Er möchte seine Anhänger*innen auf HoGeSatzbau hetzen und sie mundtot machen. Wir haben hier darüber berichtet:

Gestapo-Methoden: Verschwörungsideologe Hildmann setzt Kopfgeld auf HoGeSatzbau aus

Melde-Aufruf

Neben dem Kopfgeld forderte er seine Fans auf, die Instagram-Seite der „Hooligans gegen Satzbau“ zu melden, damit diese gelöscht wird.

Im Mai löschten viele Social-Media-Plattformen wie auch Instagram Hildmanns Kanäle, weil diese gegen die Nutzungsbedingungen verstießen und er dort massenhaft Lügen und volksverhetzende Beiträge veröffentlicht hatte. Offenbar wollte er das gleiche bei seinen vermeintlichen politischen Widersachern ausprobieren.

Das dürfte jedoch nach hinten los gegangen sein. Im Zuge eines versehentlich gesperrten Beitrages über Attila Hildmann erhielten HoGeSatzbau Kontakt zu einem Ansprechpartner des Social-Media-Konzern, wie sie uns erklärten. Im Zuge dessen wurde ihr Account auf Instagram nicht gelöscht, wie Hildmann erhoffte, sondern im Gegenteil sogar verifiziert. Das ging wohl nach hinten los.

Zum Thema:

 

Artikelbild: Christophe Gateau/dpa



Hey, möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Komm in unseren Telegram Kanal und verpasst keine News mehr von uns (Link).  Oder besuche unseren Shop und unterstütze uns mit dem Kauf von T-Shirts, Tassen und Taschen, hier entlang.


Unsere Autor:innen nutzen die Corona-Warn App des RKI: