Julia Reda zur Europawahl: “Geht wählen – aber NICHT die Piratenpartei!”

| Social Media | 28. März 2019

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Reda verlässt die piraten

Julia Reda war die einzige Abgeordnete für die Piratenpartei, jetzt verlässt sie die Partei. Der Grund ist ihr ehemaliger Büroleiter, dem mehrere Vorfälle von sexueller Belästigung vorgeworfen werden. Reda war eine der prominentesten und aktivsten Kritiker*innen der Reform des Urheberrechts, wie es vom EU-Parlament am Dienstag verabschiedet wurde (Mehr dazu). Sie war maßgeblich an den breiten Protesten beteiligt, an welchen Hunderttausende teilnahmen.

Viele wollten ihren Einsatz zum Anlass nehmen, bei der kommenden Wahl am 26. Mai die Piratenpartei zu wählen. “Das ist lieb gemeint, aber das ist nicht das, was ich mir wünsche”, sagte sie auf Twitter gestern. Ihr ehemaliger Büroleiter Gilles Bordelais soll mehrere Frauen im Europaparlament belästigt haben und steht trotz dessen auf Listenplatz 2 der Piraten. “Das Verhalten von Gilles hat mir und meinem Team einen schweren Schlag versetzt, es hat uns psychisch richtig mitgenommen”, sagte Reda. “So jemand darf nicht gewählt werden.”

“Er hat unsere Arbeit gegen Artikel 13 wohl wie kein anderer Schaden zugefügt”, offenbart Julia Reda. Deshalb trete sie aus der Partei aus, und bittet ihre Anhänger*innen, die Piraten auch nicht zu wählen. . “Jede Stimme für die Piratenpartei könne die Stimme sein, dank der Gilles Bordelais ins Parlament einzieht.” Hier das ganze Statement:



Geht wählen! Aber wen?

Die Piratenpartei bedauerte ihre Entscheidung und bedankte sich für ihre Arbeit (Quelle). Julia Reda empfiehlt stattdessen eine der anderen Parteien zu wählen, die sich für ein freies Internet einsetzen.

Was Aktivist*innen nach der Umsetzung von Artikel 13 tun können und wie sie (nicht) reagieren sollten haben wir hier erklärt:

3 Dinge, die du nach dem Beschluss von Artikel 13 und Co (nicht) tun solltest

Artikelbild: Julia Reda, twitter.com

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