Rechte Stimmungsmache mit falscher Grafik: Wahlpräferenzen von Journalisten

| Social Media | 26. Oktober 2018

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Unseriöse Grafik

Eine Grafik, die die Wahlpräferenzen von deutschen JournalistInnen zeigen soll, wird gerade in rechten Kreisen häufig geteilt. Warum? Weil sie angeblich zeigt, dass die deutschen Medien angeblich voreingenommen seien, da ihre JournalistInnen vorgeblich zum größten Teil aus Grünen-WählerInnen bestehen sollen. Wohingegen die AfD überhaupt nicht in der Darstellung auftauche.

Doch die Darstellung der Zahlen ist nicht nur irreführend und unvollständig, sie ist auch noch veraltet. Die Daten stammen aus einer Umfrage aus dem Jahr 2010, deren Daten Ende 2009 erhoben wurden, was man erfährt, wenn man der angegebenen Quelle folgt. Die AfD taucht allein deshalb nicht in der Aufzählung auf, da sie erst 2013 gegründet wurde. Über die Aussagekraft einer fast 10 Jahre alten Umfrage lässt sich darüberhinaus sowieso streiten.



Irreführende Darstellung!

Doch nicht nur das: Die Darstellung lässt den Eindruck erscheinen, als würden 42% aller JournalistInnen eine Wahlpräferenz für die Grünen haben. Doch wie auch auf der Grafik kleingedruckt angegeben, wurde die größte Gruppe aus der Umfrage herausgerechnet: Die der unparteiischen Journalisten. Wenn man diese verzerrende Darstellung wie im Original korrigiert, sieht die Grafik richtigerweise im Original so aus:

Grafik: Prof. Dr. Magreth Lünenborg

Richtig ist also: Die größte Gruppe der befragten JournalistInnen (36,1%) von 2009 ist politisch neutral. Achtung: Das bedeutet nicht, dass sie Nicht-Wähler sind! Sie besitzen lediglich keine Präferenz gegenüber einer bestimmten Partei. Das Weglassen und Herausrechnen verzerrt das Bild und verliert dadurch an Aussagekraft. Abgesehen davon, dass die Zahlen 9 Jahre alt sind. Man sollte also nicht jede Grafik teilen, nur weil sie in das eigene Weltbild hineinpasst.

Artikelbild: Screenshot twitter.com, Danke an @schillipaeppa für den Hinweis & die Recherche

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