Maischberger: So genial zerstört Nico Semsrott in 30 Sekunden Polit-Talkshows

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die partei in einer talkshow

Nico Semsrott, frisch gebackener EU-Parlamentarier von der Partei die PARTEI war in der Sendung von Sandra Maischberger zu Gast. Und er zerlegte in etwas mehr als 30 Sekunden die politische Parteien- und gleich noch die TV-Landschaft.

Anstatt nun aber verstehen zu wollen, warum vor allem Erstwähler und junge Menschen eine Satire-Partei wählen, starrte Maischberger den Politneuling an wie ein seltenes Insekt. Semsrott weist darauf hin, dass die Politiker im Schnitt älter werden und die jüngeren Generationen nicht mitreißen können. Dennoch versteifen sich die Moderatorin und der ebenfalls eingeladene Welt-Journalist Robin Alexander darauf, den Satiriker nicht ernst zu nehmen.



Man müsste Maischberger den Zweck von Satire erklären

Eventuell muss man den beiden die Aufgabe von Satire noch einmal erklären. Nico Semsrott bekennt auf stichelnde Nachfrage zurecht, dass er mit seiner 2,4%-Partei und seinem Kollegen Martin Sonneborn zwar natürlich politisch nichts bewirken kann. Allerdings tragen sie zu etwas bei, was die im wahrsten Sinne des Wortes „Alt-Parteien“ jahrelang nicht geschafft haben. Junge Menschen interessieren sich für Politik. Und sind wir mal ehrlich: Wüssten wir ohne die Videos von Martin Sonneborns Reden, ohne seine Tweets und nicht zuletzt ohne sein Buch („Herr Sonneborn geht nach Brüssel“) überhaupt, was da in Brüssel passiert?

Ein letzter Gedanke: Die Überheblichkeit, mit der Nico Semsrott von Maischberger und Alexander behandelt wurde, hat mich geärgert und trotzig gemacht: „Jetzt würde ich die erst recht wählen“, dachte ich mir. Und dann habe ich mir vorgestellt, wie überheblich AfD-Politiker behandelt werden, und dann dachte ich: „Ok, das könnte auch ein Grund sein, warum Menschen die AfD wählen.“ Dieser Perspektivwechsel war spannend und zeigt mir, dass wir auch im Umgang mit der AfD doch noch viel lernen müssen oder aber: Die AfD hat eine Lücke besetzt, die nicht bedient wurde. Mal schauen, ob wir sie da rausbekommen.

Artikelbild: Screenshot ARD.de

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