Seine Mitschüler zeigten alle den Hitlergruß, nur er nicht: Sein Statement

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Eine high School in Wisconsin

Es ist gefährlich, wenn der Hitlergruß und wofür er steht zu einem Witz verkommen. Noch schlimmer, wenn unter diesem Vorwand eine Ideologie des Hasses wieder normalisiert werden soll. Ein Foto sorgt in den USA für Aufsehen, das eine Abschlussklasse fast geschlossen den Hitlergruß zeigen lässt. Dass nicht alle den Gruß als Scherz meinten, zeigten die Reaktionen und das „White power“-Zeichen, das auch zu sehen war. In einem Tweet der Gruppe feiern sie sich dafür: “We even got the black kid to throw it up“ („Wir haben sogar den schwarzen Jungen dazu gebracht, den Arm zu heben“).

Das Foto entstand anscheinend letzten Frühling und ist kein Einzelfall in den USA: Seit Donald Trumps Wahl zum Präsidenten gab es unzählige rassistische und nationalistische Vorfälle in den USA. Es ist also nicht ohne Kontext und nicht so „harmlos“, wie manche es darzustellen versuchen. Schule und LehrerInnen waren entsetzt, als sie vom Foto erfuhren. Die Polizei ermittelt nun. (Quelle)



Nur einer weigerte sich

Nur Jordan Blue ist zu sehen, der das Hass-Symbol verweigert, sichtbar ist ihm das unangenehm. Jetzt hat er ein Statement zum Vorfall gegeben: „Mein Name ist Jordan Blue, ich bin der Junge ganz rechts im Foto.“ Er erzählt, dass er das Foto nicht mehr verlassen konnte, bevor es geschossen wurde. Der Fotograf war es anscheinend, der die Jungs dazu aufforderte, den Gruß zu zeigen. „Ich weiß, was meine Moralvorstellungen sind und dazu gehört auch, nicht zu etwas den Gruß zu zeigen, woran ich nicht glaube.“ 

Er erzählt weiter, dass seine Mitschüler ihn die ganze Zeit gemobbt hatten, das er sein ganzes Leben bereits damit zu kämpfen hatte und sich nichts verändert hat.Das sind die Jungs vom Abschlussjahr 2019, nichts ist passiert und ich frage mich… Wird jemals etwas getan? Ich glaube wirklich, das wir eine Veränderung brauchen. Das muss aufhören. Mobbing, diese Unreife. Und solche Dinge als „Witz“ anzusehen.“ (Übersetzung der Redaktion)

Auch der offizielle Twitter-Account des „Auschwitz Memorial“ reagierte auf das Foto mit Entsetzen und Trauer: „Es ist so schwer, Worte zu finden. Genau darum arbeiten wir jeden Tag daran, die Menschen zu informieren. Wir müssen erklären, was passiert, wenn eine gefährliche Ideologie aufsteigt. Auschwitz und seine Gaskammern standen nur am Ende eines langen Prozesses der Normalisierung und dem Entgegenkommen von Hass. (Übersetzung der Redaktion)

Der Hitlergruß ist keine „harmlose Geste“, kein „Witz“. Wenn Menschen ihre Hass-Ideologie ungestraft zeigen dürfen, normalisiert das Hass und Hetze. So hat der Holocaust auch angefangen. Wir dürfen im Namen der Toleranz Intoleranz nicht akzeptieren. Und zuerst müssen wir den Mut zeigen, nicht mitzumachen. Deswegen brauchen wir mehr mutige Jungs wie Jordan. Der trotz allem zu dem stand, was er glaubte. Wir brauchen mehr wie ihn!

Artikelbild: Screenshot twitter.com

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