Falsch: 2018 wurden NICHT 230 Deutsche durch „Zuwanderer“ getötet

Falsche interpretation einer schlechten statistik

Es ist ein wenig absurd, aber in rechten und rechtsextremistischen Kreisen verbreitet man mit Hinweis auf das BKA (Bundeskriminalamt) die Behauptung, 230 Deutsche seien Todesopfer durch so genannte „Zuwanderer“ geworden. Auch seriöse Medien wie die WELT titelten „Gewalt von Zuwanderern gegen Deutsche nimmt zu“. Wenn man bedenkt, dass diese Schlagzeile genau gegenteilig lauten könnte, wenn die polizeilichen Ermittlungen zum Anschlag vom Breitscheidplatz vom Dezember 2016 nicht erst im April 2018 abgeschlossen worden wären, sondern noch im Jahr 2017. Ja richtig, dann wäre laut Statistik die Opferzahl im Vergleich zum Vorjahr rapide gefallen.

Merkwürdig? Auf jeden Fall. Das hat unter anderem damit zu tun, dass die Statistik des Bundeskriminalamtes „Bundeslagebild Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“ (2018) eine Eingangsstatistik ist, also die abgeschlossenen Ermittlungen aufzählt. Und damit im Jahr 2018 auch alle Opfer des Attentats vom Dezember 2016. Doch das ist nicht alles. Weder sind „Zuwanderer“ immer diejenigen, die man meinen könnte, noch sind die meisten dieser Opfer wirklich tot. Wir erklären, wie hier eine sehr erklärungsbedürftige Statistik von rechten Hetzern missbraucht wird.



„Zuwanderer“ sind nicht Migranten und auch nicht zwingend Flüchtende

Fangen wir zuerst bei der Definition von „Zuwanderer“ an. Entgegen der weitläufig verbreiteten Bedeutung von „Zuwanderer“ handelt es sich hierbei größtenteils nicht um Migranten. Darunter fallen (erst seit 2017) Geflüchtete mit anerkanntem Aufenthaltstitel (international/national Schutzberechtigte und Asylberechtigte), aber auch Asylbewerber und Menschen mit „unerlaubtem Aufenthalt“. Doch auch „Schutzsuchende“ als Synonym dafür ist falsch, da in der Definition des BKA auch „unerlaubter Aufenthalt“ dazu gehört, der nicht nur abgelehnte Asylbewerber meinen kann. Darunter fallen nämlich auch Studenten, Touristen, Arbeitnehmer, Geschäftsleute, aber auch professionelle Diebesbanden, die sich im Land ohne gültige Visa aufhalten. Es sind also teilweise weder Migranten, noch Schutzsuchende dabei.

Genau aus diesem Grund kann auch keine „Tatverdächtigenbelastungszahl“ ermittelt werden. Sprich: Man kann die Zahlen der Straftaten nicht in Relation zu den hier lebenden „Zuwanderern“ setzen. Das schreibt das BKA auch selbst:

Quelle: Bundeslagebild Kriminalität im Kontext von Zuwanderung

Mehr dazu hat der Kollege Tobias Wilke ist seiner Analyse verfasst:

Bei Zuwanderern verzählt, bei Kriminalität verrechnet: Nicht nur Rechte stolpern über BKA-Statistik

91,3% der Todesopfer sind falsch!

Besonders absurd wird der Verweis der 230 deutschen Opfer von „Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen“, an welchen mindestens ein „Zuwanderer“ beteiligt wird, wenn man berücksichtigt, dass die meisten davon noch leben. Erstens sind nur 102 Personen davon Opfer eines „vollendeten Tötungdeliktes“ geworden. Das heißt, es handelte sich bei mehr als der Hälfte der Fälle ausschließlich um Versuche. Das darf man an dieser Stelle nicht vergessen.

Zweitens ist auch ein Großteil der Opfer der „vollendeten Tötungsdelikte“ noch am Leben. Wie das BKA selbst erklärt, werden alle Opfer des Anschlags am Berliner Breitscheidplatz vom 19.12.2016 als Opfer eines „vollendeten Tötungsdeliktes“ erfasst. Das heißt, von den 102 Delikten aus der Statistik für 2018 sind 82 Deutsche aus dem Jahr 2016, und davon 75 Verletze.

Quelle: Bundeslagebild Kriminalität im Kontext von Zuwanderung, S.52

Diese Information findet sich auf Seite 52 und insbesondere in den Fußnoten:

Die Kategorie „Opfer nichtdeutsch“ vom Breitscheidplatz hat das BKA hingegen anscheinend „vergessen“. Beim Terroranschlag wurden schließlich auch Menschen aus der Ukraine ermordet, aus Israel, aus Polen, Italien und der Tschechischen Republik.

Ohne die sieben Todesopfer von 2016 bleiben also noch 20 vollendete Tötungsdelikte für das Jahr 2018 übrig, an denen mindestens ein „Zuwanderer“ beteiligt gewesen ist. Wie viele Täter davon tatsächlich auch Schutzsuchende waren und wie viele der Opfer auch tatsächlich getötet wurden, kann man allerdings aufgrund der Ungenauigkeit dieser Statistik tatsächlich nicht sagen. 230 waren es hingegen sicherlich nicht.

unnötige vorlage für rechte hetze

Auch bei der Berechnung der Straftaten bei den Sexualdelikten gibt es enorme Ungenauigkeiten, die Vergleiche unmöglich machen. So hat sich im Laufe der Jahre die Definition, was unter ein „Sexualdelikt“ fällt, ebenso geändert wie was man unter „Zuwanderern“ verstehen soll. Ich möchte hier noch einmal auf den Artikel des Kollegen verweisen (Mehr dazu). Diese zahlreichen Unschärfen, die in die Statistik eingehen, machen sie vielleicht zu einem Arbeitsnachweis der Polizei, aber für brauchbare Aussagen über die Kriminalität von Nichtdeutschen (Mehr dazu) oder Schutzsuchenden ist sie nahezu unbrauchbar.

Man sollte sich im Angesicht der Tatsache, dass daraus die Behauptung gebastelt wird, es hätte 2018 230 deutsche Todesopfer durch Schutzsuchende gegeben, was völlig falsch ist, vielleicht überlegen, ob man nicht gänzlich auf diese Statistik verzichten sollte. Medien überspitzen wiederum diese bis zur völligen Unbrauchbarkeit ungenauen Zahlen. Und dann wiederum werden diese Überspitzungen von Hetzern entkontextualisiert und für rassistische Hetze verwendet.

Denn 2018 sind die „Tötungsdelikte“ im Vergleich zum Vorjahr gar nicht um „105%“ gestiegen. Wahrscheinlich – und eine genaue Bezifferung ist leider unmöglich – sind sie sogar stark gefallen, wenn man sich die 85 „vollendeten Tötungsdelikte“ aus dem Jahr 2017 (Vergleiche) anschaut und sie mit den verbliebenen 20 aus dem Jahr 2018 vergleicht. Derartige Zahlenspiele sind bestenfalls sinnlos. Aber wie man täglich in den sozialen Netzwerken sehen kann, schlimmstenfalls eine Rechtfertigung für Rassismus und rechtsextreme Einstellungen.

Zum Thema:

Kriminalstatistik: Messer-Martin dreimal so kriminell wie Chorknabe Chalid?

Artikelbild: rootstock, shutterstock.com

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Mit diesen Fakten über Flüchtlingskriminalität zerlegst du die AfD in Diskussionen

Fakten, Zahlen, Hintergründe

Die AfD hat nur ein Thema (Wirklich nur eines): Sicherheit rund um Migration. Will man den Rechtsradikalen Glauben schenken, begehen nur Schutzsuchende Straftaten und überhaupt sei Deutschland viel unsicherer. Doch das einzige, was sich verändert hat, ist die Wahrnehmung der Menschen.

In AfD-nahen Filterblasen wird jede echte oder auch erfundene Straftat eines Nicht-Deutschen (oder sogar Deutschen mit Migrationshintergrund) zum Skandal stilisiert. Aber schauen wir uns einfach mal die Zahlen, Statistiken und Zusammenhänge an, wie sie wirklich aussehen. Die offiziellen Statistiken haben natürlich auch ihre Schwächen, aber sie sind die besten Daten, die wir haben.



Asylbewerber, anerkannte Flüchtlinge, Geduldete?

Die AfD verwendet viele Begriffe synonym. Da werden Moslems, Flüchtlinge, Asylbewerber, Deutsche mit Migrationshintergrund uvm. einfach in einen Topf geworfen. Wenn man ein einfach zu hassendes Feindbild kreieren will, ist das vielleicht sinnvoll. Nicht, wenn man seriös über Kriminalität und Sicherheit reden will. Aber eines vorweg: Deutsche mit Migrationshintergrund sind Deutsche. So steht das in unserem Grundgesetz: Wer einen deutschen Pass hat, ist Deutscher. (Mehr dazu)

In den Statistiken wird von „Zuwanderern“ gesprochen (ein irritierender Begriff, da das eine Gruppe meint, die nicht zuwandert, sondern vor Krieg und Verfolgung flieht). Das sind Asylberechtigte bzw. Schutzberechtigte im Sinne des Völkerrechts, Asylbewerber, Menschen mit einer Duldung, „Kontingent- bzw. Bürgerkriegsflüchtling“ und Menschen die keine gültige Aufenthaltserlaubnis haben, sich also „unerlaubt“ in Deutschland aufhalten.

Zwischen Januar 2015 und März 2018 wurden „insgesamt rund 1.390.000 Asylsuchende registriert, davon rund 890.000 im Jahr 2015, rund 280.000 im Jahr 2016, rund 186.600 Asylsuchende im Jahr 2017 und rund 34.000 Asylsuchende in den ersten drei Monaten des Jahres 2018.

Wie kriminell sind „Zuwanderer“?

Laut BKA (1. Quartal 2018): 66.200 Fälle, bei denen mindestens ein Zuwanderer als Tatverdächtiger erfasst wurde. Das heißt: 66.200 Fääle mit Verdächtigen (nicht Tätern!), die für versuchte (!) oder vollendete Straftaten registriert wurden. Das BKA schreibt dazu: „Die Mehrheit der Zuwanderer trat nicht im Zusammenhang mit einer Straftat in Erscheinung.“ Im Jahr 2017 waren 14% aller Tatverdächtigen „Zuwanderer“.

ABER: Fast die Hälfte aller Verstöße sind gegen das Asylrecht (also v.a. Asyl- und Aufenthaltsdelikte, fehlende Aufenthaltsgenehmigung usw.), sodass dann noch 167.268 Tatverdächtige übrig bleiben, sprich 8,5%. Über 90% aller „Zuwanderer“ werden überhaupt nie als Tatverdächtige registriert oder begehen überhaupt Straftaten.

Touristen und Geschäftsreisende öfter für Mord & Totschlag verdächtig als Asylbewerber

Deutschland ist laut PKS so sicher wie seit 1992 nicht mehr. Seit 2009 ist aber der Anteil an ausländischen Tatverdächtigen auf 30% gestiegen (Achtung! Alle Nicht-Deutschen, nicht nur Zuwanderer). Bei Mord, Vergewaltigung, Körperverletzung, Raub ist die Mehrzahl der Tatverdächtigen deutsch. Aber proportional ist der Anteil der Nicht-Deutschen höher. Sehen wir uns mal die Gewaltkriminalität an (Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Körperverletzung etc.).

Anteil an Nicht-Deutschen: 38%. Bei Mord & Totschlag: 42%, bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung: 37%. Von allen Nicht-Deutschen. ABER: Flüchtlinge, Asylbewerber usw. machen hier den kleinsten Anteil aus. Von 2698 Tatverdächtigen für Mord und Totschlag waren 364 „Zuwanderer“, und nur 35 anerkannte Asylbewerber. (Anerkannte Asylbewerber sind insgesamt sogar weniger kriminell als Deutsche) Zum Vergleich: 642 Tatverdächtige sind Touristen, Geschäftsreisende usw. 

Welche Straftaten begehen „Zuwanderer“?

Aus den Zahlen für das erste Quartal 2018: Die meisten Delikte (28%) waren im Bereich der „Vermögens-und Fälschungsdelikte (darunter zu 55% Schwarzfahren). Danach folgt Diebstahl (23%), welcher zu 69% Ladendiebstahl war. Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit waren 22%, mit 76% davon Körperverletzung. Jede zehnte Straftat war ein Rauschmitteldelikt.

Straftaten „gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ machten nur 1,6% aus. Darunter fallen aber nicht nur Vergewaltigungen, sondern auch Kindesmissbrauch, aber auch weniger gravierende wie Exhibitionismus, Belästigung oder Nötigung. Ein Anstieg dieser angezeigten Straftaten liegt darin, dass 2017 das Sexualstrafrecht verschärft wurde und das Anzeigeverhalten gestiegen ist. Straftaten gegen das Leben machten nur 0,13% aus.

Straftaten gegen das Leben

Von Januar bis März 2018 gab es 89 Straftaten gegen das Leben mit mindestens einem „Zuwanderer“ als Tatverdächtigem. Es gab allerdings auch 75 Fälle, in welchem bei einer Straftat gegen das Leben ein „Zuwanderer“ das Opfer war. Und diese Überschneiden sich zum Großteil: bei 64 davon waren ausschließlich Zuwanderer auf Täter- und Opferseite beteiligt. Deutsche werden also selten Opfer eines „Zuwanderers“ bei Straftaten gegen das Leben.

Außerdem bleiben 87% der Taten im Versuchsstadium, so wurden im ersten Quartal des Jahres 11 Personen getötet, davon nur ein Deutscher. In fast einem Viertel der Fälle war der Tatort eine Erstaufnahmeeinrichtung oder eine Sammelunterkunft. Im Bereich der organisierten Kriminalität haben Zuwanderer so gut wie keine Bedeutung.

Anstieg an Morden nicht wegen Schutzsuchenden

Im Jahr 2016 stieg die Anzahl der vorsätzlichen Tötungen in den Statistiken im Vergleich zum Vorjahr dramatisch an. Auch 2017 blieb sie hoch. Die AfD möchte das natürlich auf Flüchtlinge schieben. Doch ein Fünftel aller Tötungen, insgesamt 308 Opfer (!) in den Jahren 2016 und 2017 gehen allein auf das Konto von nur zwei Männern. Beides Deutsche ohne Migrationshintergrund. Hier mehr dazu:

Starker Anstieg der Morde 2016: Fallt nicht auf diese AfD-Propaganda rein!

Anerkannte Flüchtlinge weniger kriminell als Deutsche

Im letzten Jahr gab es demnach 10.511 Tatverdächtige, die den Status „International/national Schutzberechtigte und Asylberechtigte“ haben. Da es von anerkannten Asylbewerbern 550.411 in Deutschland gibt, macht das einen Prozentsatz von 1,9% aus. Der Gesamtdurchschnitt beträgt hingegen 2,57%! Anerkannte Asylbewerber sind UNTERDURCHSCHNITTLICH kriminell! Hier mehr dazu:

BKA: Anerkannte Asylberechtigte weniger kriminell als Deutsche

Überproportionalität an Straftaten

Woran sich Rechte oft klammern, um ihre ausländerfeindlichen Ressentiments zu behalten, ist die Überproportionalität an Straftaten von „Zuwanderern“. Gerechtfertigt werden sollen damit Abschiebungen oder Grenzschließungen. (Dabei gibt es kaum noch ausreisepflichtige Menschen, siehe hier, und kaum noch Schutzsuchende, die in Deutschland und Europa ankommen, siehe hier)

Dabei gab es oben bereits einige Hinweise darauf, woran das Problem liegt. Auffällig sind die Aufnahmeeinrichtungen: Dezentralere Unterbringung, schnelleres Abschließen der Asylverfahren usw. dürften Kriminalität drastisch senken, da anscheinend die Unsicherheit des unklaren Asylstatus und die klaustrophobe Unterbringung in den Aufnahmeeinrichtungen den Stress und die Anfälligkeit für Straftaten erhöht. Nicht umsonst fällt die Straffälligkeit mit der Anerkennung des Asylstatus dramatisch ab (Siehe oben).

Männlicher, Jünger und sozial unsicher

Wie kriminell ein Mensch ist, hängt nicht damit zusammen, was er für eine Hautfarbe hat. Was nachweislich für Kriminalität relevant ist, sind nun mal das Geschlecht, sprich: Männlichkeit (75% aller Tatverdächtigen der PKS, bei Gewaltkriminalität sogar 86 Prozent und bei Vergewaltigung fast 99 Prozent!), Alter und soziale Situation (ob du arm bist, Arbeit hast, etc.).

Und demzufolge müssen „Zuwanderer“ rein statistisch gesehen schon krimineller sein, weil ihr Anteil an sozial schlechter gestellten Männern zwischen 20 und 40 größer ist als in der durchschnittlichen deutschen Bevölkerung12% der Deutschen sind zwischen 20 und 40 und männlich. Bei Asylbewerbern liegt der Anteil an Männern im Alter zwischen 18 und 40 bei 30,8%. (Stand: 08/17; Deswegen sind übrigens tatsächlich nur weniger als 1/3 der Asylbewerber „junge Männer“, mehr dazu).

Und sozial schlechter gestellt sind sie allemal: Diejenigen, die zur Gruppe der „Zuwanderer“ gezählt werden, können und dürfen größtenteils nicht arbeiten, zusätzlich zu dem Faktor, dass sie sich auf der Flucht befinden und kulturelle, sprachliche und psychische Barrieren überwinden müssen, ist ihre soziale Situation selbstverständlich weitaus gravierender als die der Durchschnittsdeutschen und daher anfälliger für hohe Kriminalität.

Das BKA schreibt dies selbst:

„Diese Ergebnisse dürften „nicht mit der tatsächlichen Kriminalitätsentwicklung gleichgesetzt werden. Sie lassen auch keine vergleichende Bewertung der Kriminalitätsbelastung von Deutschen und Nichtdeutschen zu. Einem wertenden Vergleich zwischen der deutschen Wohnbevölkerung und den sich in Deutschland aufhaltenden Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit stehen (auch) das doppelte Dunkelfeld in der Bevölkerungs- und in der Kriminalstatistik sowie der hohe Anteil ausländerspezifischer Delikte und die Unterschiede in der Alters-, Geschlechts- und Sozialstruktur entgegen.“

Lösungen und Diskussionen

Man kann eine Diskussion über Kriminalität von Flüchtlingen führen, ohne sich unsachlich bei Fake News, Übertreibungen oder einer selektiver Auswahl zu bedienen, wie es die AfD tut. Beispielsweise sind 87% aller „Messerangriffe von Migranten“, die sie anklagt, entweder keine Messerangriffe oder nicht von Migranten begangen. Teilweise sind es einfach Fälle von Deutschen ohne Migrationhintergrund. Hier mehr dazu:

Wahnsinn! So krass lügt die AfD über angebliche Messerattacken

Die AfD will einen Glauben machen, dass „Linke“ (und damit meinen sie alle von CSU bis zur echten DIE LINKE) Probleme leugnen. Doch wer den Übertreibungen und Fake News der Rechtsradikalen widerspricht, sperrt sich nicht automatisch für gangbare, nicht-fremdenfeindliche Lösungen der Probleme, die es gibt. Aber Abschiebungen oder Grenzschließungen sind größtenteils einfach unsinnig und bringen überhaupt nichts, um das Problem zu lösen.

Die Politik täte gut daran, sich auf Sachpolitik zu konzentrieren, und nicht durch unangebrachte Aussagen oder künstliche heraufbeschworene „Asylkrisen“ den Rechtsradikalen Recht zu geben. Ein Einwanderungsgesetz wäre beispielsweise eine gangbare Lösung, um Einwanderung übersichtlich und fair zu gestalten. Doch AfD-Hysterie hat weder etwas mit der Realität zu tun, noch löst sie irgendwelche Probleme.

Quellen: PKS 2017, BKA: „Kriminalität im Kontext Zuwanderung“. Artikelbild: pixabay.com, CC0

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