Liebe Erwachsene, fangt endlich an, FridaysForFuture ernst zu nehmen!

Gefährlicher Nonsens

Es gibt diverse Ressentiments gegenüber dem #FridaysForFuture-Movement. Schüler*innen würden nur an den Demos teilnehmen, um nicht in die Schule zu müssen, mächtige Organisationen zögen die Strippen & eigentlich haben die ja alle gar keine Ahnung. Gefährlicher Nonsens.

Viele dieser Einlassungen sind so blöd, dass es nicht lohnt, sich damit näher zu befassen (siehe die Verunglimpfung als „Langstreckenluisa“ in Bezug auf Luisa Neubauer, eine der Initiator*innen aus Deutschland). Bei anderen ist ein detaillierter Blick durchaus gewinnbringend.



Die Greta-Verschwörung?

Dunkle Mächte würden ‚Fridays for Future‘ steuern, hinter Greta Thunberg stecke ein mächtiger Mentor, der ihr die Reden schreibe & die Inhalte einflüstere. Hierbei handelt es sich klassisch um verschwörungsideologisches Denken, das einhergeht mit einem generellen Ressentiment gegenüber jungen Menschen in der Erwachsenengesellschaft. Aufgrund ihres Alters seien sie nicht in der Lage, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Weswegen nicht sein könne, was ist.

Nämlich dass sich junge Menschen gerade massiv selbstorganisieren, um ihre Stimme zu erheben. Und weil die Bewegung eben selbst nicht in der Lage sei, diese Form von Organisiertheit, die tatsächlich beeindruckend ist, sowie die inhaltliche Substanz an den Tag zu legen, die ihre Sprachrohre verkörpern, müsse dahinter eine wie auch immer geartete dritte Macht stecken.

Mit dem „Argument“, junge Menschen seien „noch nicht in der Lage, komplexe Zusammenhänge zu verstehen“, werden zahlreiche Diskriminierungen begründet, wie z.B. der kollektive Ausschluss einer ganzen Generation vom Wahlrecht. Wobei dieses Argument für Erwachsene nicht gilt, die nachweislich nicht in der Lage sind, komplexe Zusammenhänge zu verstehen.

Ageismus

Axel Voss, Erika Steinbach, niemand käme auf die Idee, ihnen das Wahlrecht abzuerkennen, und das ist gut so. Dennoch wiegt dieses Schein-Argument schwer. In Deutschland leben 2,4 Millionen 15-17-Jährige. Zum Vergleich: Mit 2,87 Mio. Stimmen holte die CSU bei der letzten Bundestagswahl knapp 6,2%. Wären die 15-17-Jährigen, die derzeit von vielen Wahlen ausgeschlossen sind, eine eigene Partei, sie zögen in den Bundestag ein. Es geht hier also nicht um Popanz, sondern um Viele.

Es gibt sogar einen eigenen Begriff für die Diskriminierung allein aufgrund des Alters: ageism. Im Zusammenhang mit der Debatte um ‚fridays for future‘ lassen sich, auf der Seite der Kritiker*innen, Positionen zwischen Paternalismus („Schön, dass ihr euch engagiert, ganz fein aber lasst das bitte mal die Profis machen, wir erklären euch jetzt mal, wie und wann ihr zu demonstrieren habt“) und ageism attestieren. Auf die Idee, dass junge Menschen über ein Selbstbewusstsein, Wissen und eine eigene Stimme verfügen, kommen viele Kritiker*innen nicht.

#DieseJungenLeute

In Magdeburg schaue ich mir von Anbeginn solidarisch und unterstützend an, was die Bewegung hier macht, helfe ab und zu mal als Ordner bei den Demonstrationen aus. Was #diesejungenleute eigeninitiativ auf die Beine stellen, ist vom Organisationsgrad auf sehr hohem Niveau. Es gibt im Wochentakt Treffen, mindestens alle zwei Wochen wird eine Demonstration mit mehreren hundert Teilnehmer*innen durchgeführt. Es gibt für normale Verhältnisse sehr viele Redebeiträge, die zum Teil unheimlich scharfsinnig, tiefgründig sind, fast alle von Jugendlichen.

Die Öffentlichkeitsarbeit ist intuitiv-professionell, alle relevanten Plattformen werden bespielt. Die Akteur*innen der lokalen Gruppe schlagen sich auf Augenhöhe beim MDR-Live-Format ‚Fakt ist!‘, besuchen Stadtrats-Sitzungen, um dort mit dem Oberbürgermeister zu diskutieren. Jede*r, der*die schon mal eine Demonstration organisieren wollte, weiß, wie verdammt anstrengend und aufwändig das ist. Die Schüler*innen vor Ort machen das alles in ihrer Freizeit. Ohne „dunkle Mächte“ oder Strippenzieher*innen im Hintergrund und ohne finanzielle Mittel.

Liebe Erwachsenenwelt, du musst vielleicht einfach damit klar kommen, dass diese jungen Leute, von denen du in Sonntagsreden immer palaverst „dass sie zu kritischen Wesen erzogen werden sollen“, genau das eben sind. Kritische Wesen, die nicht zufrieden sind mit deiner Arbeit.

Hier zum Originalbeitrag

Es gibt diverse Ressentiments gegenüber dem #FridaysForFuture-Movement. Schüler*innen würden nur an den Demos…

Gepostet von Robert Fietzke am Sonntag, 31. März 2019

Text: Robert Fietzke. Artikelbild: Verena Vogt, Volksverpetzer

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#AxelSurft: So macht sich das Netz über Axel Voss lustig

Blamage für die union

Im Streit um Artikel 13 und die Uploadfilter blamierte sich Axel Voss in einem Interview. Als Wegbereiter für die Uploadfilter, die nicht funktionieren und entgegen dem deutschen Koalitionsvertrag umgesetzt werden sollen (Mehr dazu bei Sascha Lobo) wollte er gegenüber VICE mit seinem schlechten Ruf aufräumen – und machte alles schlimmer (Quelle). Dort fielen unter anderem diese Aussagen:

„Ich bin kein Techniker und kann ich Ihnen auch nicht erklären, ob man Remixe dann wirklich so gut unterscheiden kann. Aber bei Google, da gibt’s ja noch die Seite, wo man Memes anklicken kann, eine richtige Rubrik,“ sagte er. Selbst die Journalistin war erstaunt über die Ahnungslosigkeit: „Bei Google gibt es eine Memes-Rubrik?“ Und Voss legte nach: „Ja, da kann man richtig draufklicken. Memes. Das heißt, irgendwas muss doch da dran sein, dass man solche Memes erkennt!“ Dann wurde es mit diesem Tweet der Union noch schlimmer:

Fail: Union blamiert sich ebenfalls zu Axel Voss & bestätigt damit ihre Kritiker



Spott unter #Axelsurft

Heute macht sich die Netzgemeinde unter #AxelSurft über die anscheinende Ahnungslosigkeit und Naivität des EU-Politikers lustig. Wir haben die besten Beiträge gesammelt.

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Artikelbild: Andy MabbettCC BY-SA 3.0, Screenshots twitter.com

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Fail: Union blamiert sich ebenfalls zu Axel Voss & bestätigt damit ihre Kritiker

Blamage für die union

Im Streit um Artikel 13 und die Uploadfilter blamierte sich Axel Voss in einem Interview. Als Wegbereiter für die Uploadfilter, die nicht funktionieren und entgegen dem deutschen Koalitionsvertrag umgesetzt werden sollen (Mehr dazu bei Sascha Lobo) wollte er gegenüber VICE mit seinem schlechten Ruf aufräumen – und machte alles schlimmer (Quelle). Dort fielen unter anderem diese Aussagen:

„Ich bin kein Techniker und kann ich Ihnen auch nicht erklären, ob man Remixe dann wirklich so gut unterscheiden kann. Aber bei Google, da gibt’s ja noch die Seite, wo man Memes anklicken kann, eine richtige Rubrik,“ sagte er. Selbst die Journalistin war erstaunt über die Ahnungslosigkeit: „Bei Google gibt es eine Memes-Rubrik?“ Und Voss legte nach: „Ja, da kann man richtig draufklicken. Memes. Das heißt, irgendwas muss doch da dran sein, dass man solche Memes erkennt!“



Spott und Häme im Netz

Diese Aussagen sorgten schon für Entsetzen, geschweige denn Häme. So machte sich unter anderem der Europa-Politiker Tiemo Wölken (SPD) heute auf Twitter über diese Aussage lustig.

Ja, offensichtlich gibt es diese Kategorie nicht. Was alles andere für die Fachkenntnis der Union in diesen Belangen spricht. Doch der Twitter-Account @CDU/CSU in Europa machte daraufhin alles nur noch schlimmer:

Die Union gräbt sich noch immer tiefer ein. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

Was folgt sind… Memes

Die Sorgen und Einwände gegen Artikel 13 konnte die Union damit nicht beruhigen. Im Gegenteil, sie haben ihren Kritiker*innen umso mehr Recht gegeben, dass sie nicht wissen, was sie da tun und nur nach den Vorgaben einer Lobby handeln. Die Reaktionen lassen auch nicht lang auf sich warten:

 Artikelbild: ShotPrime Studio, shutterstock.com, Screenshots twitter.com

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