Die inzwischen verdammt lange Liste an Dingen, die Rechte boykottieren

Eine Lange Liste

Alle Cola-Sorten, Becks, Vodafone und jetzt auch Toblerone: Die Liste an Dingen, die rechte inzwischen boykottieren „müssen“, ist lang. Und ziemlich lächerlich. Wer einen Einblick in die triste Welt der Rechten haben möchte, kann sich unsere Top 10 der Boykott-Aufrufe von Rechten ansehen.



1. So ziemlich Alle Cola-Sorten

Es fing alles mit einem Anti-AfD-Fake-Plakat von Coca Cola an, das „nicht falsch“ war. Und dann eskalierte die ganze Softdrink-Branche. Die ganze Geschichte und alle Cola-Marken, die sich von der AfD distanziert haben könnt ihr hier nachlesen:

Colagate: Alle Peinlichkeiten der AfD & alle Distanzierungen der Cola-Marken

2. Toblerone:

Ein neuer Tag, ein neuer sinnloser Boykott von Rechten. Jetzt Toblerone: Die Schokolade ist jetzt halal-zertifiziert. Die rechte Szene eskaliert, Boykottaufrufe, Weltuntergangsstimmung. Der Witz dabei: An der Rezeptur wurde gar nichts geändert. Die ganze Geschichte:

Rechte eskalieren mal wieder: Jetzt folgt Toblerone-Boykott!

3. Vodafone

Das muss ja furchtbar sein, ein Nazi zu sein. Da sieht man einen süßen Weihnachts-Spot von Vodafone, in dem alle glücklich sind und die sehen nur „linksgrünversiffte Propaganda“ und „Rassenmischung“. Und jetzt „müssen“ sie ihre Vodafone-Verträge kündigen. Mir tun die Rechten wirklich leid.

Völlig verrückt? Nazis halten netten Vodafone-Spot für „Propaganda“

4. Der Klassiker: Weihnachtsmärkte

Wir sind mitten in der Weihnachtszeit. Und ihr wisst, was das bedeutet: Bei der Kälte im Warmen zu sitzen, mit der Familie Zeit zu verbringen, Glühwein zu trinken und auf Facebook gegen Muslime zu hetzen. Wie meine Freunde bei Mimikama bereits letztes Jahr erklärt haben: Der Lichtermarkt in Elmshorn heißt bereits seit 2007 (!!) Lichtermarkt – Als Rebranding nach dem ihr Weihnachtsmarkt keine Besucher anzog und sie gemeinsam mit Unternehmen in der Stadt eine Beleuchtungsaktion starteten – Ergo der Name. Kann man hier nachlesen. Aber Fakten? Pff, langweilig! Muslime sind schuld!

Alle Jahre wieder: Rechte eskalieren wieder mal wegen „Lichtermarkt“

Also „boykottieren“ Rechte jetzt alle Weihnachtsmärkte die „plötzlich“ (seit Jahren oder niemals) nicht mehr „Weihnachtsmärkte“ heißen. Ich meine, wow. Was hat die Kommerzialisierung einer christlichen Feier mit Kultur und Tradition zu tun? Und warum ist dann die Fortführung dieser Kommerzialisierung dann nicht mehr Kultur und Tradition? Aber ok, dann kann ich meinen Glühwein übrigens ungestört schlürfen. Übrigens bei mir in Augsburg auf einen „Christkindlesmarkt“.

5. Rechte glauben, Schokolinsen sind Schuld an Vergewaltigungen

Klar, auf der Packung steht „(Ja! zu) Vielfalt & Toleranz“. Und dann sind die Schokolinsen der Eigenmarke von REWE auch noch bunt, das geht gar nicht. Wie jeder weiß, sind „Vielfalt“ und insbesondere „Toleranz“ ja ganz schlechte Eigenschaften. Rechte wollen auf jeden Fall intolerant sein und überziehen REWE jetzt mit einem Shitstorm und rufen zum Boykott auf. Ja, wegen Schokolinsen.

Genau das 🖓und eure "super " "wir sind ja alle so tolerant" Propagandadurchsagen in euren Märkten, bestätigt meine…

Gepostet von Manuela Kokott am Mittwoch, 31. Oktober 2018

Es wird sogar noch besser: Wisst ihr, wo deren Problem liegt? Sie sehen bunte SCHOKOLINSEN zuerst als Statement für Migration und Einwanderung und folgern daraus, dass REWE direkt dafür verantwortlich sein soll, dass Straftaten von Nicht-Deutschen begangen werden. WTF! Und natürlich geht keiner der „Patrioten“ jetzt zum REWE einkaufen. Um Deutschland zu retten und so.

Die Whataboutismen und die Korrelationsfindung der Rechten drehen jetzt völlig frei. Und wir haben noch nicht mal darüber geredet, dass es auch schon Quatsch ist, irgendjemand anderem die Schuld an einer Straftat zu geben als dem Straftäter selbst. Aber jetzt sind SCHOKOLINSEN daran schuld? Kommt schon. Es macht keinen Spaß mehr zu sehen, wie diese Leute immer mehr in ihrer Wahnwelt versinken.

6. und dann auch noch Waschmittel

Jetzt meldet sich auch der Waschmittelhersteller Frosch und schließt sich der Botschaft an. In einem Post auf Facebook schreiben sie: „Wir von Frosch lieben Vielfalt! 💙💚💜🧡 Menschen mit den unterschiedlichsten Migrationshintergründen, den unterschiedlichsten Geschichten und Kulturen bereichern unser aller Leben, sind geschätzte Kollegen und Freunde! […]Von uns gibt es ein klares Ja zu Toleranz und ein klares #jazuvielfalt 👍“

Wir von Frosch lieben Vielfalt! 💙💚💜🧡 Menschen mit den unterschiedlichsten Migrationshintergründen, den…

Gepostet von Frosch am Montag, 12. November 2018

In rechten Gruppen ist das natürlich sofort angekommen und ein lächerlicher „Sturm der Empörung“ macht sich breit. Sie äußern Boykottaufrufe von Frosch. Und wieder einmal werden wahnwitzige Kausalzusammenhänge zwischen positivistischen Botschaften und Kriminalität gezogen.

7. Und sie fühlen sich von „braunen Flaschen“ angesprochen

Anfang November startet Beck’s eine Kampagne mit Augenzwinkern: Mit dem Label „Gegen braune Flaschen“ – Ein Stich gegen die Konkurrenz, da Beck’s seine Falschen ja grün vermarktet – machte sie Werbung. Die Doppeldeutigkeit mit dem Statement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus war natürlich gewollt. Die „Patrioten“ bekamen das natürlich in den falschen (Flaschen-)Hals & boykottieren seit dem die Biermarke.

8. Dieser Boykottaufruf der Rechten hat einen ernsten Denkfehler…

Der jüngste Boykottaufruf: Als „Große Protestaktion“ haben sie es angekündigt: Am Montag, den 26. November soll ein Tankstellenboykott stattfinden. In rechten Gruppen wirft es haufenweise geteilt: Alle „Patrioten“ sollen an diesem Tag nicht tanken, weil die Spritpreise so teuer sind. Aber: „Wer tanken muss, sollte das Sonntags am 25. November noch machen.“

Checkt das keiner? Bin ich der einzige? Was zur Hölle nutzt euch ein Tank-Boykott wenn alle einfach am Tag vorher tanken gehen?! Was bringt es, wenn am Montag weniger getankt wird, wenn dafür am Sonntag mehr getankt wird? Schnallt das keiner von denen? Und davon, dass dieser Kettenbrief ein „Zeichen agieren“ will (??) will ich gar nicht anfangen.

9. McDonald’s fällt auch weg

„Besorgte Burger? Nicht bei uns! Gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz“: Das McDonald’s-Plakat ist Fake. Der Aussage stimmt McDonald’s allerdings „100%“ zu, hier die ganze Geschichte:

„100% unsere Haltung!“: McDonald’s reagiert genial auf Anti-Rassismus-Plakat!

10. Zipfelmann von Penny

Und zu guter letzt: Der islamisierte „Zipfel-Mann“ von Penny. Seit Jahren, aber auch irgendwie auch erst plötzlich „wegen der Muslime“ gibt es beim Penny einen Zipfelmann. Es ist die „Unterwerfung!“. Die ganze Geschichte:

Wer hat Angst vorm Zipfelmann?

Und vieles mehr

Unsere Freunde von #HassHilft haben noch eine Top 30 an Boykotten zusammengestellt:

Ist es schwer, ein Rechter zu sein? Sehr sogar. Und das ist gut so. Es geht nicht darum, jedes Unternehmen in den Himmel zu loben, weil es sich gegen Rassismus ausspricht. Auch einige der Unternehmen und Produkte auf dieser Liste haben durchaus den ein oder anderen Dreck am Stecken.

Aber global agierende Unternehmen kommen mit Intoleranz und Rassismus nun mal nicht weit. Die Zeiten sind (hoffentlich bald ganz) vorbei. Und wenn der letzte Rechte irgendwann bei Wasser und Brot merkt, dass das auch halal und vegan ist, haben wir die Welt vielleicht ein klein bisschen besser gemacht.

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Coca Cola, Nutella & Co.: Die lustigsten Anti-AfD-Plakate bisher

Kapitalismus gegen die afD

Nachdem ein inoffizielles Anti-AfD-Plakat von Coca Cola zu einem Eklat und zu diversen Distanzierungen von verschiedenen Cola-Herstellern von der AfD führte, ist heute ein weiteres Plakat aufgetaucht. Vergangene Woche gab es einen regelrechten Social-Media-Schlagabtausch mit Fakes und Boykottaufrufen, die alle für die Rechten peinlich endeten. Hier die ganze Geschichte:



Wie alles begann:

Es war eine Aktion einer Künstler-Gruppe Modus, die derzeit den #AfDentventskalender macht. Und dieses Plakat stand wirklich in Berlin. Zumindest für kurze Zeit. Und hat eine lange Reihe an Peinlichkeiten für die AfD los getreten (Hier). Jüngst mit einem Post, in welchem sie Milch statt Cola bewarben… (Hier)

Pro-AfD-Pepsi-Plakat war ein Reinfall

Screenshot twitter.com (Original wurde inzwischen gelöscht)

Diese Reaktion der Rechten wurde zum Reinfall: Nachdem Coca Cola fand, dass nicht „jedes Fake falsch sein muss“, wollten sie Pepsi mit einer Fotomontage vereinnahmen. Das gefiel denen jedoch gar nicht. Pepsi und sogar der Kostümhersteller, dessen Bild eines blauen Nikolaus sie verwendet hatten, prüften rechtliche Schritte und distanzierten sich von der Botschaft. (Hier)

Dann ein Nutella-Plakat

„Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf!“Nach Coca-Cola nun auch Nutella.#staybehindfoundation#berlin

Gepostet von Stay Behind Foundation am Montag, 10. Dezember 2018

Dann tauchte ein weiteres (echtes) Plakat einer großen Marke in Berlin auf:

„Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf! Gegen Rassismus, Intoleranz und die rechte Hetze der AfD“ steht auf dem Plakat von Nutella. Der Konzern bestätigte uns bisher nur, dass es nicht von ihnen sei. Es war auch von der gleichen Gruppe, die das erste Coca Cola Plakat gemacht hatten. Ein Statement blieb bisher jedoch aus.

„100% unsere haltung!“

🍔😂

Gepostet von Adnan Selimanjin am Dienstag, 11. Dezember 2018

Dann tauchte ein McDonald’s Plakat auf. Doch genau wie das Pepsi-Plakat ist dieses lediglich eine Bildbearbeitung, wie unsere Kollegen von Mimikama hier erläutern. McDonald’s reagierte dennoch auf Twitter mit den klaren Worten:

Und BUrger King hinterher

Nein, Ines! Wir haben leider noch nichts erfahren!

Und Es geht auch schon mit Biermarken los:

Coole Sache Früh Kölsch😊.

Gepostet von Bunt in der Südstadt am Mittwoch, 12. Dezember 2018

Ein offizielles Statement zum digital erstellten Plakat hat „Früh Kölsch“ noch nicht herausgegeben. Aber zunächst scheint es das Unternehmen nicht zu stören:

Und dann gibt es diese

Und das hier

Und das

Statements oder Reaktionen der jeweiligen Unternehmen gab es noch nicht, aber mal sehen, ob die Bilder des Satire-Accounts der Gazetteur noch irgendwo für echt gehalten werden. Falls es Neuigkeiten gibt, werden wir dran sein. Vergesst also nicht, uns auf Facebook oder Twitter zu folgen.

Artikelbild: Screenshots twitter.com

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Jetzt geht es mit Bier weiter: Anti-AfD-Plakat von „Früh Kölsch“

Kein Bier mehr für die AfD?

Nachdem ein inoffizielles Anti-AfD-Plakat von Coca Cola zu einem Eklat und zu diversen Distanzierungen von verschiedenen Cola-Herstellern von der AfD führte, ist heute ein weiteres Plakat aufgetaucht. Vergangene Woche gab es einen regelrechten Social-Media-Schlagabtausch mit Fakes und Boykottaufrufen, die alle für die Rechten peinlich endeten. Hier die ganze Geschichte:



JETZT Kölsch

Nachdem Nutella und auch McDonald’s „Opfer“ von realen oder am PC erstellten Anti-AfD-Plakaten waren, ist jetzt „Früh Kölsch“ dran:

Coole Sache Früh Kölsch😊.

Gepostet von Bunt in der Südstadt am Mittwoch, 12. Dezember 2018

Ein offizielles Statment zum digital erstellten Plakat hat „Früh Kölsch“ noch nicht herausgegeben. Aber zunächst scheint es das Unternehmen nicht zu stören:

Artikelbild: Screenshot facebook.com

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Colagate: Sinalco distanziert sich jetzt schon vorsichtshalber von Rassismus!

Einfach auf nummer sicher gehen

Inzwischen distanzierten sich im immer weiter ausufernden Cola-Gate sich schon mehrere deutsche Cola-Marken von der AfD. Und haben Statements für Weltoffenheit und Toleranz veröffentlicht. Die ganze absurde Geschichte mit allen Peinlichkeiten der AfD haben wir hier zusammengefasst:

Colagate: Alle Peinlichkeiten der AfD & alle Distanzierungen der Cola-Marken



Sinalco hat keinen bock darauf

In der düsteren Erwartung, dass es das Unternehmen „Sinalco“ als nächstes erwischen dürfte hat es beschlossen, ein älteres Statement für „für Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Respekt“ auf ihrer Facebook-Seite zu verbreiten und neu zu bewerben. Damit niemand auf falsche Gedanken kommt. Beim neu angepinnten Post schreiben sie:

„Sinalco ist ein deutsches Familienunternehmen aus Duisburg, das für Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Respekt steht. Diese Werte leben wir tagtäglich in unserem Unternehmen. Sie zeigen sich im Umgang miteinander als auch in der Zusammensetzung unserer Belegschaft. Sinalco gibt es in 50 Ländern dieser Erde. Auf diese Internationalität sind wir mehr als stolz und die Achtung gegenüber anderen Kulturen zeigt sich auch in den unterschiedlichen Sprachen, in denen unser Markenname Sinalco auf den Flaschen präsentiert wird.“

Artikelbild: Mark Nazh, shutterstock.com, Screenshot facebook.com

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Colagate: Alle Peinlichkeiten der AfD & alle Distanzierungen der Cola-Marken

Fake-Plakate und Getränke-Boykotte

Zuerst fing alles damit an: Ein vermeintliches Anti-AfD-Plakat von Coca-Cola war in Berlin aufgetaucht.

Das Plakat war kein offizielles Plakat von Coca-Cola. Es ist eine Aktion einer Künstler-Gruppe, die derzeit den #AfDentventskalender macht. Ziel der Aktion ist es, Inspiration für AktivistInnen zu liefern, sich mit dem politischen Rechtsruck zu befassen. Wie in einem Adventskalender verbirgt sich hinter jeder Tür eine neue Aktion, Idee oder Material. Türchen Nr. 3 war dieses (echt aufgestellte) Plakat in Berlin.



 

Entsetzen bei den AfD-Fans

Die Rechten waren entsetzt. Man sah das gleich als „Angriff auf die Demokratie“ und fragte beim Coca-Cola-Konzern an und begannen schon da mit Boykottaufrufen.

Coca-Cola-Deutschland reagierte auf die Anfragen: „Auf der Grundlage eines mehrere Jahre alten Weihnachtsplakats hat jemand diese Botschaft selbst gebastelt“ hieß es in einer Mail (Quelle). Doch die Rechten können ihren Boykott gerne weiter durchziehen, wie es scheint. Der „Director Public Affairs & Communications“ bei Coca-Cola Deutschland, Patrick Kammerer retweetete das Foto. Und der offizielle Coca-Cola Germany-Account retweetete wiederum das. 

Die AfD-Fans sind wütend: Als weitere Reaktion auf den Coca Cola-Fake, der ja doch nicht falsch sein muss, boykottierten Rechte den Getränkehersteller. Dazu passend tauchte dieses Video auf, in dem ein Mann mit sächsischem Akzent vor einem Auto mit „FCK NTF“ (NTF steht für Antifa, ich hatte es auch nicht gecheckt) und AfD-Aufkleber Cola-Flaschen verschüttet.

Große Protestaktion der AFD gegen Coca-Cola.

Große Protestaktion der #AFD gegen Coca-Cola und dem Fake-Plakat, was irgendwie auch echt sein könnte.😉 #FckAFD #FckNZS

Gepostet von Antifa Zeckenbiss am Mittwoch, 5. Dezember 2018

Einen Tag später folgt dieses Video. Mit „Unglaublich aber wahr“ wird angekündigt, dass „erst heute bekannt wurde“, dass die Marke „Fanta“ zum Coca Cola Konzern gehört.

Große Protestaktion der AFD Teil 2, nun auch gegen Fanta.

Große Protestaktion der #AFD Teil 2. Nun auch gegen #Fanta, weil sie ja erstaunlicherweise auch zur Coca-Cola Company gehört. #FckAFD #FckNZS

Gepostet von Antifa Zeckenbiss am Donnerstag, 6. Dezember 2018

Die Blamage für die Aktion war groß:

Konter-Fake ging gehörig nach hinten los

Danach versuchten die Rechten, eine Antwort auf das PR-Desaster für sie zu finden. Am Tag darauf tauchte ein digital erstelltes Bild eines Plakats auf, das im Gegenzug eine Pro-AfD-Botschaft verbreitete. Aber diesmal vorgeblich von Pepsi gesponsert. Die AfD versuchte dann auch irgendwie damit „cool“ zu wirken.

Screenshot twitter.com (Original wurde inzwischen gelöscht)

Doch Pepsi schmeckte das gar nicht: Sie kommentierten Hinweise zu diesem Bild damit, dass sie sich „ausdrücklich von dieser parteipolitischen Vereinnahmung“ distanzieren und rechtliche Schritte prüfen!

Auch die Firma Widman, deren Bild des blau gekleideten Weihnachtsmannes im Pepsi-Fake verwendet worden ist, wurde von der Seite „Antifa Trier“ auf Facebook kontaktiert und antworte auf den Hinweis damit, dass sie sich von diesem Pro-AfD-Fake distanzieren:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben, bis zu ihrer Kontaktaufnahme/ihrem Hinweis, nichts von der Verwendung unseres Fotos gewusst und distanzieren uns ganz ausdrücklich von der Verwendung unseres Bildmaterials zu solchen Zwecken. Wir werden weitere Schritte zu diesem Sachverhalt prüfen.
Vielen Dank für den Hinweis!
Eine schöne Vorweihnachtszeit.

Viele Grüße,
Ihr Widman Team.“

UND NOCH EIN REINFALL

AfD-Mann Kaufmann aus Baden-Württemberg wollte zeigen, dass er nach der Aktion nicht (mehr) Coca Cola trinke und Griff zu fritz kola.

Was er zu dem Zeitpunkt wohl nicht wusste: Fritz Kola ist vielleicht die politischste Getränkemarke des Landes – Und kein Fan der Rechten:

Das Unternehmen erklärte, es wolle und könne „in keiner form sympathie oder verständnis“ für die rechte Bewegung aufbringen. (Hier) Kaufmann löschte den Tweet kurz darauf wieder. AfD und eine Antifa-Brause? Das wäre ja so, als würde die AfD in ihrem Adventskalender den Antifaschisten Bertolt
Brecht ehren… (Was sie natürlich getan haben, lest selbst)

Höcke bekam Abfuhr von VIta Cola

Danach wollte Höcke auf den Cola-Blamage-Zug der AfD aufspringen und reagierte mit einem Pro-Vita-Cola-Post:

Auch damit greift Höcke, der Genderforschung als „Geisteskrankheit“ und Homosexualität als „höchstens ertragbar“ bezeichnet hatte, zur falschen Flasche:

Nicht nur das: Auf unsere Anfrage hin reagierte der Konzern jetzt auf das Posting von Höcke per Mail:

„Die von Björn Höcke in den sozialen Medien im Zusammenhang mit Vita Cola getätigten Äußerungen waren uns im Vorfeld nicht bekannt und wurden von uns weder autorisiert noch beauftragt. Es besteht ferner keinerlei Verbindung und damit auch keinerlei werblicher Auftrag oder dergleichen zwischen Herrn Höcke und der Marke Vita Cola. Wir möchten zudem festhalten, dass wir die Äußerungen auch nicht als Werbung für Vita Cola verstehen. Wir haben grundsätzlich keinen Einfluss auf persönliche Meinungen, die zu Vita Cola im Netz geäußert werden. Als Marke sind und verhalten wir uns neutral und werden uns nicht für politische Auseinandersetzungen von Parteien oder im Zusammenhang mit anderen Herstellern instrumentalisieren lassen. Wir distanzieren uns damit auch von jeglicher parteipolitischer Vereinnahmung. Vielmehr steht Vita Cola u.a. für Weltoffenheit und Toleranz.“

Vita Cola stellt fest: Sie stehen für Weltoffenheit und Toleranz und distanzieren sich von der Instrumentalisierung durch die AfD! Auch wenn der Konzern sich wohl nicht traut, den Rechtsextremen eine deutlichere Abfuhr zu erteilen und sich nur recht halbherzig zu einer Distanzierung von „parteipolitischer Vereinnahmung“ zwingt, war das dennoch eine weitere Niederlage der Rechten. Der AfD bleiben wohl bald gar keine Cola-Konzerne mehr übrig.

Und jetzt kommt auch noch Afri Cola dazu

Malte Kaufmann von der AfD, der gleiche, der sich zuvor beim Versuch, eine Alternativ-Cola zu „bewerben“, blamierte, weil er zur linken fritz cola griff, machte einen zweiten Versuch, diesmal mit Afri Cola.

Ich trinke jetzt jeden Abend eine andere Cola und lerne etwas über die politische Gesinnung der jeweiligen Hersteller….

Gepostet von Malte Kaufmann am Montag, 10. Dezember 2018

Will die AfD, dass ihre Anhänger bald alle Marken boykottieren „müssen“? Oder ist jede Publicity, bei der man sich als das Opfer hinstellen kann, recht? Keiner weiß es so genau, jetzt aber meldete sich Afri Cola auf Facebook auf unsere Anfrage. Sie schreiben:

„Hallo und danke für die Nachricht. afri cola steht für Popkultur, d. h. für Freiheit und Toleranz. afri lässt sich von politischen oder sonstigen Vereinigungen nicht verbiegen, benutzen oder vereinnahmen. Grüße von afri“

Wer hätte es gedacht! Sie stehen für „Freiheit und Toleranz“ und lassen sich nicht „benutzen oder vereinnahmen“. Die lange Durststrecke der AfD auf der Suche nach einer „Alternative“ ist wohl immer noch nicht beendet. Es ist davon auszugehen, dass das auch so bleiben wird.

Die Geschichte weckte sogar internationales Interesse: Gestern berichtete sogar die New York Times darüber. Und wir bedanken uns für die Verlinkung! Was die Partei damit erreichen will, dass sich immer mehr Marken für Toleranz und Weltoffenheit aussprechen wissen sie wohl nur selbst.

Zumindest diese Marke dürfte vor der AfD sicher sein:

Hier geht’S weiter:

„Premium-Cola“ im Interview: „Von mir aus kann die AfD komplett verdursten!“

Artikelbild: Screenshots twitter.com/facebook.com

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Auch Afri Cola wehrt sich gegen Vereinnahmung durch die AfD!

Das #ColaGate geht weiter

Nachdem ein nicht-offizielles Plakat von Coca Cola mit einer Anti-AfD-Botschaft zu Weihnachten aufgetaucht war, riefen Rechte zum Boykott der Marke auf. Erst recht, als das Unternehmen gar keinen Anstoß an dem Fake nahm und deren Director Public Affairs & Communications die Sache mit „Nicht jedes Fake muss falsch sein“ kommentierte.

Pepsi & Coca Cola: Die ganze Geschichte der AfD-Blamage



Alle distanzieren sich von der AfD

Doch es wurde noch schlimmer: Inzwischen gab es bereits Distanzierungen von Pepsi Cola (Hier), fritz kola sowieso (Hier) und gestern auch noch Vita Cola! (Hier). Und jetzt kommt auch noch Afri Cola dazu. Malte Kaufmann von der AfD, der sich vor ein paar Tagen schon im Versuch, eine Alternativ-Cola zu „bewerben“, blamierte, indem er ausgerechnet zu fritz kola griff (Hier der Bericht), die für ihre klare Kante gegen Rassismus und Rechte bekannt sind, macht seinen zweiten Versuch mit Afri Cola.

Ich trinke jetzt jeden Abend eine andere Cola und lerne etwas über die politische Gesinnung der jeweiligen Hersteller….

Gepostet von Malte Kaufmann am Montag, 10. Dezember 2018

Will die AfD, dass ihre Anhänger bald alle Marken boykottieren „müssen“? Oder ist jede Publicity, bei der man sich als das Opfer hinstellen kann, recht? Keiner weiß es so genau, jetzt aber meldete sich Afri Cola auf Facebook auf unsere Anfrage. Sie schreiben:

„Hallo und danke für die Nachricht. afri cola steht für Popkultur, d. h. für Freiheit und Toleranz. afri lässt sich von politischen oder sonstigen Vereinigungen nicht verbiegen, benutzen oder vereinnahmen. Grüße von afri“

Wer hätte es gedacht! Sie stehen für „Freiheit und Toleranz“ und lassen sich nicht „benutzen oder vereinnahmen“. Die lange Durststrecke der AfD auf der Suche nach einer „alternativen“ Cola ist wohl immer noch nicht beendet.

Artikelbild: Screenshot facebook.com, ShotPrime Studio, shutterstock.com, changes were made

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Diesmal Nutella: Wieder Anti-AfD-Plakat in Berlin aufgetaucht

Kein Nutella für die AfD

Nachdem ein inoffizielles Anti-AfD-Plakat von Coca Cola zu einem Eklat und zu diversen Distanzierungen von verschiedenen Cola-Herstellern von der AfD führte, ist heute ein weiteres Plakat aufgetaucht. Vergangene Woche gab es einen regelrechten Social-Media-Schlagabtausch mit Fakes und Boykottaufrufen, die alle für die Rechten peinlich endeten. Hier die ganze Geschichte:

Pepsi & Coca Cola: Die ganze Geschichte der AfD-Blamage



Jetzt Nutella

Heute tauchte ein weiteres Plakat einer großen Marke in Berlin auf:

„Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf! Gegen Rassismus, Intoleranz und die rechte Hetze der AfD“ steht auf dem Plakat von Nutella?

„Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf!“Nach Coca-Cola nun auch Nutella.#staybehindfoundation#berlin

Gepostet von Stay Behind Foundation am Montag, 10. Dezember 2018

Also hat sich nun auch der große Ferrero-Konzern gegen die AfD gestellt?

Nein. Denn aus deren Marketingabteilung kommt das Werk nicht, wie die Pressestelle uns auf Nachfrage offiziell mitteilte.

Auch hier scheint es sich um ein nachgemachtes Plakat eines unbekannten Künstlers zu handeln. Diesmal tauchte es an prominenter Stelle in Berlin auf. Am U-Bahnhof Zoologischer Garten, der sich in unmittelbarer Nähe zum Breitscheidplatz (Ort des Terroranschlages vom 19.12.2016) befindet.

Wer die Plakate von CocaCola und Nutella hergestellt und aufgehängt hat, ist bisher nicht bekannt. Zuerst gepostet wurden die Fotos von der Aktivistengruppe Stay Behind Foundation, welche auch eine Fake Melde-Plattform für rechte LehrerInnen erstellt hatte.

Enthüllt: Melde-Portal für rechte LehrerInnen ist Fake

Sollte sich auch hier eine Solidarisierung von Konzernseite ergeben, müssten die Anhänger der AfD dann auf den leckeren braunen Brotaufstrich verzichten? Die Idee ist auf jeden Fall nicht schlecht, denn so kann man gleich sehen, für welche Werte ein Konzern steht.

Konzerne zu Toleranz- und Weltoffenheitsbekundungen zwingen

Bei CocaCola, Fritz Kola, PEPSI und Vita-Cola hat das gut geklappt. Einem nicht falschen Fake-Plakat folgend bekannten sich all diese Konzerne zu Toleranz und Weltoffenheit, was der AfD mit Sicherheit nicht gefallen dürfte.

Nun können sich ja schon mal Nudossi und Konsorten Gedanken machen, wie sie dann auf die garantiert kommende, unfreiwillige Werbung der AfD reagieren wollen. Ein Eigentor für die AfD wird es bei der Ausgangslage sicherlich sein, also wie blamiert diese Partei sich nun noch besser in der Vorweihnachtszeit?

Eine Frage, die die nächsten Tage beantwortet werden.

Artikelbild: Stay Behind Foundation

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Nächster Reinfall für die AfD! Auch Vita Cola distanziert sich!

Vita Cola reagiert auf Höcke-Post!

Nachdem ein nicht-offizielles Plakat von Coca Cola mit einer Anti-AfD-Botschaft zu Weihnachten aufgetaucht war, riefen Rechte zum Boykott der Marke auf. Erst Recht, als das Unternehmen gar keinen Anstoß an dem Fake fand und der Director Public Affairs & Communications die Sache mit „Nicht jedes Fake muss falsch sein“ kommentierte. Daraufhin gab es Boykottaufrufe, peinliche Protestaktionen und weitere Fake-Bilder mit Pepsi, die jetzt rechtliche Folgen haben könnten.

Die ganze Geschichte mit allen Blamagen für die AfD findet ihr hier:

Pepsi & Coca Cola: Die ganze Geschichte der AfD-Blamage



Höcke mit Cola-Alternative

Nachdem die AfD versuchte, Pepsi zu vereinnahmen, was nach hinten los ging (Hier) und sogar mit fritz kola, das sich seit Jahren gegen Rassismus engagiert, daneben griff (Hier) reagierte gestern Thüringens AfD-Chef Höcke mit einem Pro-Vita-Cola-Post:

Nun reagiert Vita Cola

Auf unsere Anfrage reagierte der Konzern jetzt auf das Posting von Höcke per Mail:

„Die von Björn Höcke in den sozialen Medien im Zusammenhang mit Vita Cola getätigten Äußerungen waren uns im Vorfeld nicht bekannt und wurden von uns weder autorisiert noch beauftragt. Es besteht ferner keinerlei Verbindung und damit auch keinerlei werblicher Auftrag oder dergleichen zwischen Herrn Höcke und der Marke Vita Cola. Wir möchten zudem festhalten, dass wir die Äußerungen auch nicht als Werbung für Vita Cola verstehen. Wir haben grundsätzlich keinen Einfluss auf persönliche Meinungen, die zu Vita Cola im Netz geäußert werden. Als Marke sind und verhalten wir uns neutral und werden uns nicht für politische Auseinandersetzungen von Parteien oder im Zusammenhang mit anderen Herstellern instrumentalisieren lassen. Wir distanzieren uns damit auch von jeglicher parteipolitischer Vereinnahmung. Vielmehr steht Vita Cola u.a. für Weltoffenheit und Toleranz.“

Vita Cola stellt fest: Sie stehen für Weltoffenheit und Toleranz und distanzieren sich von der Instrumentalisierung durch die AfD! Auch wenn der Konzern sich wohl nicht traut, den Rechtsextremen eine deutlichere Abfuhr zu erteilen und sich nur recht halbherzig zu einer Distanzierung von „parteipolitischer Vereinnahmung“ zwingt, war das dennoch eine weitere Niederlage der Rechten. Der AfD bleiben wohl bald gar keine Cola-Konzerne mehr übrig.

Artikelbild: Mark Nazh, shutterstock.com, Screenshot twitter.com

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Höcke (AfD) bewirbt jetzt Vita Cola – Folgt jetzt die nächste Distanzierung?

Deutsche Cola für die AfD

Nachdem ein nicht-offizielles Plakat von Coca Cola mit einer Anti-AfD-Botschaft zu Weihnachten aufgetaucht war, riefen Rechte zum Boykott der Marke auf. Erst Recht, als das Unternehmen gar keinen Anstoß an dem Fake fand und der Director Public Affairs & Communications die Sache mit „Nicht jedes Fake muss falsch sein“ kommentierte. Daraufhin gab es Boykottaufrufe, peinliche Protestaktionen und weitere Fake-Bilder mit Pepsi, die jetzt rechtliche Folgen haben könnten.

Die ganze Geschichte mit allen Blamagen für die AfD findet ihr hier:

Pepsi & Coca Cola: Die ganze Geschichte der AfD-Blamage



Höcke mit Cola-Alternative

Nachdem die AfD versuchte, Pepsi zu vereinnahmen, was nach hinten los ging (Hier) und sogar mit fritz kola, das sich seit Jahren gegen Rassismus engagiert, daneben griff (Hier) reagierte gestern Thüringens AfD-Chef Höcke mit einem Pro-Vita-Cola-Post:

Auf der Homepage von VIta Cola war der Post von Höcke sogar zeitweise zu sehen, vermutlich aufgrund eines automatisierten Social-Media-Algorithmus. Bis jetzt hat der Konzern dazu noch keine Stellungnahme veröffentlicht. Auf Anfrage von uns wurde aber ein offizielles Statement von Vita Cola im Laufe des Tages angekündigt.

Update 10.12. 13:15: Vita Cola hat reagiert und sich distanziert!

Nächster Reinfall für die AfD! Auch Vita Cola distanziert sich!

Artikelbild: Screenshot twitter.com

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Du wirst nicht glauben, was die AfD wieder zu Coca Cola gemacht hat!

Sorry für Clickbait, aber:

Das #Colagate der AfD ist sehr lustig, keine Frage. Das Fake-Coca-Cola-Plakat, das dann doch nicht so falsch war, die Antwort der Rechten mit einem Pepsi-Plakat, das nach hinten los ging. Die ganze Entwicklung der Geschichte haben wir ausführlich mitverfolgt:

Pepsi & Coca Cola: Die ganze Geschichte der AfD-Blamage



Was ist jetzt passiert?

Nichts wirklich, um ehrlich zu sein. Tut mir leid für das falsche Versprechen, aber warte noch, bevor du wegklickst! Es ist eine Menge passiert, aber nicht wieder ein Fettnäpfchen der AfD zu Coca Cola. Aber was ich mich bei dem ganzen Thema gefragt habe und was du dich auch fragen solltest: Sind das Nachrichten? Die AfD macht sich wieder lächerlich und wird ausgelacht, aber ihre Anhänger kriegen das eh nicht mit und spielen sich wieder als Opfer auf? Business as usual.

Bei diesen ganzen Themen war nie Platz für Differenzierung. Und für ein Innehalten und sich Fragen, was wir davon haben, wenn wir die AfD auslachen. Verlieren sie dadurch auch nur einen Wähler? Werden dadurch ihre derzeit heiß laufenden Kampagnen der Diffamierung von politischen Gegnern mit Lügen (Hier) oder gegen den Migrationspakt, auch mit Lügen (Hier!) bekämpft?

Sprechen wir über irgendwas gesellschaftlich Relevantes? Haben wir erwähnt, dass ein geheimes, rechtsextremes Untergrundnetzwerk in Polizei, Bundeswehr und Verfassungsschutz von der taz aufgedeckt wurde? Dass fast 500 teils gewalttätige Rechtsextreme per Haftbefehl untergetaucht sind und nicht auffindbar sind (Hier)? Sprechen wir über Bildung, Klimawandel, Pflege, Altersarmut? Versteh mich nicht falsch. Ich war derjenige, der so viel über die AfD und Coca Cola geschrieben hat. Und es darf Platz für beides geben.

Die AfD auslachen ist wichtig, aber

Dass Coca Cola sich nicht so ganz von der Message des Fake-Plakats distanziert hat, ist gut und richtig. Das macht das Unternehmen auch nicht zum Musterbeispiel für „Antifa-Kapitalismus“. Wahrscheinlich war dem Unternehmen nur diese Schlagzeile lieber, wenn man „Coca Cola“ bei Google eingibt, als die Tatsache, dass ihr „Glacéau Smartwater“ am gleichen Tag zur „dreistesten Werbelüge des Jahres“ gewählt wurde und den „goldenen Windbeutel“ bekam. Foodwatch kritisiert, dass das Wasser von Coca-Cola satte 1,65€ pro Liter kostet – Dabei allerdings herkömmliches stilles Mineralwasser ist. (Quelle)

Und vergessen wir nicht andere Dinge, wegen welcher das Unternehmen in der Kritik steht. Verschiedene Umweltprobleme, wie Absenkung und Verunreinigung des Wassers einer Abfüllanlage in Indien, Vorwürfe der Unterstützung von Diktaturen, Vorwürfe der Diskriminierung von Schwarzen und HIV-Infizierten, Vorwürfe der Verletzung der Menschenrechte, Mord, Inhaftierung, Vertreibung von Gewerkschaftern in in Südamerika und anderswo. Wer mehr dazu lesen will, hier.

Ja, das ist weniger unterhaltsam und lustig

Niemand will anstrengende sozio-ökonomische Probleme und Zusammenhänge lesen, düstere Lügen-Kampagnen, die leider viel zu erfolgreich sind und hinter jeder Aussage ein „Aber“ anhängen. Wenn man stattdessen einfach Rechte dafür auslachen kann, dass sie sich lächerlich machen. Und wir werden das auch weiterhin machen, keine Sorge. Ich werde bald auch wieder darüber berichten, wie die AfD aus Versehen Antifaschisten oder den Sohn eines Syrers ehrt. Oder die nächste peinliche Aktion, die garantiert kommen wird.

Aber wir dürfen nicht zu zu leicht unterhaltenen Konsumenten verkommen, die den Diskurs zu „Guck mal, wie doof mein politischen Gegenüber ist!“ verkommen lassen. Wir können und müssen differenziert argumentieren, kritisieren und gerne auch mal loben. Aber wer Coca-Cola dafür lobt, dass sie sich nicht so ganz von einer Anti-AfD-Aussage distanziert haben, der sollte beispielsweise nicht fritz-kola vergessen, die seit Jahren klare Kante gegen Rassismus und Rechtsextremismus zeigen. (Hier)

Und tut mir nochmal leid wegen der falschen Versprechungen. Aber bevor wir uns in die nächste Geschichte stürzen, bei der die AfD sich blamiert hat, wollte ich diesen Aufruf zu Differenzierung nicht vermissen. Nein, wir machen nicht „blind Werbung für Coca Cola“, nein wir haben auch andere Argumente gegen die AfD. Danke für deine Aufmerksamkeit. Zur Versöhnung hier noch ein kleiner Lacher von unseren Freunden von Hasshilft:

Artikelbild: Screenshot twitter.com

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