Hooligans Gegen Satzbau-Löschung: Aprilscherz mit Hintergedanken

April, April!

Wir haben heute morgen Fake News verbreitet. Mit etwas Bauchschmerzen, zugegeben, denn normalerweise ist es uns ein großes Anliegen, eben jene mit Fakten zu zerlegen. Aber gut, heute erwartet man auch einen Aprilscherz. Und unsere Freunde von den Hooligans Gegen Satzbau wollten den heutigen Anlass nutzen, um etwas zu testen und auf etwas hinzuweisen. Nein, die Facebook-Seite der Hooligans Gegen Satzbau wurde nicht gelöscht (Hier der Artikel). Das lösen sie hier auf:

Hach, wäre doch jeden Tag erster April. Die Medienkompetenz wäre um ein Vielfaches höher!

Gepostet von Hooligans Gegen Satzbau am Montag, 1. April 2019



BRavo, kritische Leser*innen!

Die Lektion war: Hinterfragt alle Meldungen, immer wie am 1. April. Dem können wir uns nur anschließen. Das gilt nicht nur für rechten Unsinn. Erst vorgestern verbreitete sich die Meldung, dass ein AfD-Politiker eine Gummipuppe für ein Wahlplakat verbreitet hätte. Es handelte sich jedoch um ein stark geschminktes Model, dennoch wollten viele es wahr haben. Warum das Bild auch so mehr als genug Angriffsfläche bot haben wir hier erklärt:

Die Gummipuppe auf dem AfD-Plakat, die keine ist (aber auch nicht Nina aus Göppingen)

Doch ich muss euch applaudieren. Ziemlich viele unserer Leser*innen haben den Braten sofort gerochen. Dass die Facebook-Seite (von den Hooligans selbst) deaktiviert worden war verunsicherte zwar viele, aber viele bleiben skeptisch. Aber das hieß doch nur, dass diese Personen selbst nachgeschaut haben, ob die Meldung stimmt, bevor sie sie glaubten! Und das ist der richtige Impuls. Und viele waren danach auch noch skeptisch. Richtig, traut niemandem. Auch nicht uns. Wir bemühen uns zwar immer, alles richtig zu machen, aber auch wir machen Fehler. (Oder dumme Aprilscherze).

Und erstaunlich viele entdeckten unsere versteckten Hinweise in den Tags unter unserem Artikel. Nicht schlecht!

Facebooks Löschpraxis

Doch auch wenn wir Aufatmen können und die Hools nicht gelöscht worden sind: Andere Seiten, die sich gegen Hatespeech richten, wurden wirklich gelöscht. Unser Freund Sorgenboy, der auch schon einen Gastbeitrag bei uns veröffentlichte (Hier) wurde Opfer einer rechten Meldeorgie, worauf Facebook mehrere einwandfreie Beiträge fälschlicherweise löschte.

Facebook, wir haben ein riesiges Problem.Ich habe unter einem tagesschau-Artikel kommentiert, in dem es um das…

Gepostet von Sorgenboy am Dienstag, 19. März 2019

Oder der Twitter-Account @KreuzAcht. Oder die Facebook-Seite Die Lockere Schraube. Auch wir selbst wurden einmal für drei Tage von Facebook verbannt. Facebook gab dabei sogar zu, einen Fehler gemacht zu haben. Die Sperre wurde aber nicht aufgehoben. Na toll. Wir hatten dann aber auch Fälle, in welchen eine Veranstaltung zu einer Kopftuchverbrennung (!) nicht gelöscht wurde (Hier), aber der Bericht eines rassistischen Vorfalls schon:

Facebook löscht Post über rassistischen Vorfall und sperrt das Opfer

Und vergessen wir auch nicht die unzähligen Hass-Gruppen, in welchen zügellos Gewaltfantasien, -drohungen und sogar -bilder verbreitet werden. Dort wird zügellos die Erschießung von Schutzsuchenden gefordert (Mehr dazu), oder regelmäßig die Bundeskanzlerin Gewalt angedroht. Und ist kein Aprilscherz.

Terrorwünsche: So widerlich reagieren Rechte auf Merkel im Flugzeug

Aprilscherze

Ein schöner Nebeneffekt: Rechte Accounts und Personen waren bei weitem nicht so kritisch wie ihr:

Screenshot facebook.com

Dort hat es fast jeder geglaubt – weil sie es glauben wollten. Und eigentlich will ich nicht behaupten, dass Rechtsextreme leichtgläubiger sind als andere Menschen. Aber ja, wenn man sich so überlegt, was alles geglaubt wird, wie eine weltweite Verschwörung aller Wissenschaftler*innen, den Klimawandel zu erfinden oder dass irgendjemand einen „großen Austausch“ der Bevölkerung durchführt, dann ist das wahrscheinlich der Fall.

Ja, sehr viele haben uns durchschaut. (Vielen Dank für die netten Worte!). Wir sammeln auch noch weiter die Reaktionen. Also, tut uns leid fürs Fake News verbreiten. Aber ihr seid dafür sowieso zu schlau. Facebook hat es mit Humor genommen, ich hoffe, ihr auch.

Aufatmen, weiter machen. Es gibt viel zu tun. Und Fake News aufzuklären. Auch zwischen dem 2. April und dem 31. März.

Artikelbild: pixabay.com, CC0, Screenshot twitter.com

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Facebook löscht die Seite von Hooligans Gegen Satzbau

Hogesatzbau weg!

Die Facebook-Seite „Hooligans Gegen Satzbau“ mit über 160.000 Followern wurde heute morgen anscheinend von Facebook gelöscht. HoGeSatzbau wurde mit satirisch-kritischen Beiträgen rechtsextremer Äußerungen und Politiker*innen bekannt. Sie veröffentlichten ein Buch „Triumph des Wissens“ und diverses anderes Merchandise, womit sie sich vornehmlich über rechtsextreme Ideologie lustig machten (Hier zu ihrer Seite).



Rechter meldemarathon?

Nach Erkenntnissen von #DieInsider sollen Meldungen an Facebook der Löschung vorangegangen sein.

Screenshot facebook.com/#DieInsider

Die BetreiberInnen der Seite waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Wie es mit den Aktivitäten der Gruppe weitergeht erfahren wir hoffentlich im Laufe des Tages.

Update: April, April!

Die Hooligans Gegen Satzbau lösten auf: Es war ein Aprilscherz. Wir sind echt stolz auf euch, dass so viele von euch skeptisch blieben. Die Aktion war auch nicht ganz ohne Hintergedanken:

Hooligans Gegen Satzbau-Löschung: Aprilscherz mit Hintergedanken

Artikelbild: pixabay.com, CC0, Screenshot facebook.com

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Kreuzfahrtschiff vor Norwegen in Seenot – Rettung oder soll man es lassen?

Oder soll man es lassen?

Vor der westnorwegischen Küste sind bei einem Sturm 1373 Menschen in Seenot geraten. Derzeit wird das Schiff evakuiert (Quelle). In der systemgesteuerten Lügenpresse wird nur über die Rettung der Menschen berichtet, die Schicksale werden präsentiert. Niemand fragt sich, ob diese Menschen überhaupt gerettet werden sollten. Außer Hooligans Gegen Satzbau. Sie fordern: „Schleppern das Handwerk legen!“

Schleppern das Handwerk legen.1300 Menschen in Seenot, weil sie Schleppern viel Geld für eine Vergnügungsüberfahrt…

Gepostet von Hooligans Gegen Satzbau am Samstag, 23. März 2019

„1300 Menschen in Seenot, weil sie Schleppern viel Geld für eine Vergnügungsüberfahrt zahlten. Wir fordern die sofortige Einstellung aller Rettungsmaßnahmen. Wer sich freiwillig in eine solche unkalkulierbare Gefahr begibt, kann nicht mit Hilfe auf Allgemeinheitskosten rechnen. Wir sollen dafür bezahlen, dass Schlepperbanden sich eine goldene Nase verdienen.

Dabei spielen die Wünsche und Hoffnungen der „Reisenden“ eine untergeordnete Rolle, es geht nur um den Profit! Diesen Sumpf der Schlepperei gilt es auszutrocknen. Darum fordern wir die sofortige Beendigung aller europäischen Hilfsmaßnahmen, um keinen Anreiz für weitere Menschen zu schaffen, Schlepper für solche Überfahrten zu bezahlen.“



Kreuzfahrt vs. Flucht

Die Hooligans Gegen Satzbau argumentieren damit, dass die Passagiere schließlich zum Vergnügen in die Boote gestiegen seien. Im Gegensatz zu Flüchtenden, die entweder Vergewaltigungen und Mord in Foltercamps entkommen wollen, oder teilweise von Warlords im Meer ausgesetzt wurden, nachdem sie kein Geld mehr hatten. Mehr dazu:

Ich war selbst an Seenotrettung beteiligt – Glaubt nicht diesen 6 Lügen der Rechten

#Kreuzfahrt vs. #Flucht.#Retten vs. #absaufen.

Gepostet von Hooligans Gegen Satzbau am Sonntag, 24. März 2019

„Absaufen! Absaufen!“

Jetzt mal wieder Ernst. Der satirische Vergleich der Hooligans trifft die Sache genau auf den Punkt: Wer empört war, dass man auch nur unterstellen könnte, es gäbe auch nur ansatzweise einen Grund, warum man die Menschen vor der norwegischen Küste nicht retten sollte, hat natürlich Recht. Dass Menschen in Not gerettet werden sollen, egal wer sie sind oder was sie gemacht haben, ist eine Selbstverständlichkeit. Oder?

Ja eben nicht. Im letzten Jahr haben wir kollektiv anscheinend diese Selbstverständlichkeit über Bord geworfen. Die Seenotrettung von Flüchtenden im Mittelmeer durch staatliche Organisationen hat man nach und nach eingestellt. Und dort, wo Menschen privat mit ihrem eigenen Geld Menschenleben retten wollen, behindert man sie mit falschen Anschuldigungen, hält man sie in Häfen fest und kriminalisiert sie (Mehr dazu). Selbst im öffentlichen Diskurs wird plötzlich das Retten von Menschenleben in Frage gestellt, siehe ZEIT.

Oder soll man es lassen? (So einen Journalismus)

Menschenretten ist Menschenpflicht

Das ist pervers. Es ist völlig gleichgültig, was diese Menschen davor gemacht haben oder danach machen werden. In der Sekunde, in welcher sie in Not sind, muss man sie retten. Das gilt für Flüchtende gleichermaßen wie für Urlauber auf einer Kreuzfahrt. Es wäre doch absurd zu behaupten, Erstere sollten das aus irgendeinem Grund nicht verdient haben. Doch genau das geschieht, jeden Tag. Ich wünsche allen Passagieren der „Viking Sky“ eine erfolgreiche Rettung und dass sie es wohlbehalten überstehen. Das Glück ist Menschen in Not auf dem Mittelmeer leider nicht im gleichen Maße beschert. Deswegen trifft Hogesatzbau genau ins Schwarze.

https://www.facebook.com/HoGeSatzbau/posts/2237538172933819

Artikelbild: Titelbild 

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Rechte blamieren sich: Warum nur löscht Facebook ständig dieses Bild?

Ist inzwischen alles eine Verschwörung?

Es muss furchtbar beängstigend sein, wenn man rechts ist. Alles ist Teil der Verschwörung und man ist ganz sicher nicht ein Nazi, nur weil man dieses „wunderbare, reine“ Bild eines „wunderbar blonden“ Pärchens feiert und jede Werbung, in der eine Nicht-Weiße Person vorkommt für „Propaganda“ hält (Mehr dazu). Nun, reihenweise rechte Politiker und Accounts auf Facebook und Instagram schmücken sich mit diesem Bild der Bloggerin Anne-Sophie Schmidt. Doch sie werden immer wieder gelöscht. Warum?

Screenshot Günther Strauß

Screenshot Günther Strauß

Screenshot facebook.com

Hier sehen wir beispielsweise unter anderem den AfD Pressesprecher Sachsen, Andreas Harlaß, der in der Vergangenheit unter anderem damit negativ auffiel, dass er sich eine Messerattacke auf Frau Merkel wünschte (Quelle), beschwert sich über die „Fb-Stasi“, die dieses „wunderbare, reine Bild“ lösche. Was er andeutet, spricht der Topkommentar darunter aus. Alles Teil der Verschwörung gegen „das Volk™“.

Screenshot facebook.com



Der wahre grund ist aber ein anderer

Wie praktisch, selbst die eigene Kriminalität kann durch die Verschwörung erklärt werden. Kriminalität? Ja, richtig. Denn die Bilder werden von Facebook gelöscht, weil sie geklaut worden sind. Hierbei handelt es sich um eine Urheberrechtsverletzung. Die Bloggerin ist bereits informiert darüber, dass ihr Bild für rechte Propaganda-Zwecke missbraucht wird.

Die AfD, die „Recht und Ordnung“ Partei, deren Abgeordnete doppelt so kriminell sind wie alle anderen (Quelle), die in einem riesigen Spendenskandal steckt (Quelle), hat einfach ein Bild geklaut. Und kaschiert den eigenen Diebstahl mit wirren Schuldzuweisungen. Abgesehen davon, dass das Bild offensichtlich bereits 10 Tage online ist. Und kassiert dafür ordentlich Spott.

Übrigens, die Behauptung, es gäbe einen „Untergang“ der „deutschen/europäischen Kultur“ oder irgendjemand hätte etwas gegen weiße, heterosexuelle Paare sind Teil der Ideologie, die den Christchurch-Attentäter dazu angestiftet hat, 50 Muslime in Neuseeland zu ermorden (Mehr dazu). Diese auf Lügen und Fantasien basierende Ideologie ist also alles andere als harmlos.

Danke an Günther Strauß und Hooligans gegen Satzbau! Artikelbild: Alex E. Proimos, Flickr,  (CC BY 2.0), changes were made, Screenshot facebook.com

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„FCKAFD“-Graffiti entdeckt: So reagieren Rechte auf die Tatort-Szene

„FCKAFD“-Graffiti im Tatort

Im aktuellen Tatort vom Sonntag geht es um einen ermordeten, vermeintlichen Lottomillionär. Aber den Jackpot hat wohl eine auf den ersten Blick harmlose Szene geknackt: Für wenige Sekunden ist im Hintergrund ein Graffiti zu sehen, das auf einen Stromkasten gesprüht wurde. „FCKAFD“ steht dort. Dieses höchstwahrscheinlich versehentlich gefilmte, nur ein paar Sekunden im Hintergrund zu sehende Graffiti war gestern für viele der Anlass, die AfD und ihre erwartbaren Reaktionen zu verspotten.

Rache der ARD? Das Netz feiert gerade diese Tatort-Szene

Hintergrund war unter anderem ein Vorfall aus dem November. Im Polizeiruf 110 hat eine linke Kommissarin unter anderem einen „FCKAFD“-Sticker im Hintergrund an ihrer Wand kleben gehabt, der einige Sekunden lang zu sehen gewesen war. Das führte zur Empörung bei der AfD und sogar zu einem Rausretuschieren des Stickers.

Lächerlich, warum die AfD wegen dieser „Polizeiruf 110“-Szene eskaliert



Vorprogrammierte Empörung

Auch war im ZDF im Januar ein Kameramann mit einer Jacke mit einem Motiv der linken Band „Slime“ zu sehen. Das führte ebenfalls Kritik zu von rechts und schlug in die Kerbe der „Lügenpresse“-Verschwörung (Quelle). Das Retuschieren und die Entschuldigungen wurden von vielen als Eingriffe in die Kunstfreiheit gesehen, da einzelne fiktive Figuren ja eine Meinung zur Charakterisierung haben dürfen, ohne dass dies ein Statement der ganzen Sendung oder gar des Senders sein müsse.

Die zu erwartende künstliche Empörung, die als nicht ernst zu nehmende Opfer-Inszenierung der Rechten gesehen wird, führte dazu, dass viele NutzerInnen die neueste Szene aus dem Tatort für Parodien verwendeten. So auch Hooligans gegen Satzbau, die die Szene zur Provokation explizit als gewolltes, unterschwelliges Statement darstellten.

Unglaublich!Wir haben uns die fragwürdige Szene des Kieler Tatorts von gestern noch mal in Ultra-Mega-Hyper-Slowmotion…

Gepostet von Hooligans Gegen Satzbau am Sonntag, 3. März 2019

Den Köder geschluckt

Die Seite „TAG24 Dresden“ hat den Köder dann wohl geschluckt. Und veröffentlichte sodann auch einen Bericht: „Die ARD hat’s wieder getan! AfD-feindliche Parole im Tatort gezeigt“.

Dieser Beitrag wurde in diversen rechten Gruppen geteilt, unter anderem offiziellen AfD-Fan-Gruppen. Die Reaktionen reichten erwartungsgemäß von Empörung, Diktatur-Vergleichen und vagen Drohungen über die Zukunft und Rache-Fantasien. Das ist eine Auswahl der Reaktionen, die von der Recherche-Gruppe #DieInsider gesammelt wurden.

Screenshots #DieInsider

Die Opfer-Narrativ wird in rechten Kreisen sehr stark verwendet. Es ermöglicht über das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, die Mobilisierung der Anhängerschaft. Und füttert die Wut und Empörung, die nötig ist, um demokratische Institutionen zu diskreditieren. Hinzu kommen Verschwörungstheorien der „Lügenpresse“, die selbst in solchen harmlosen Szenen eine Verschwörung wittern.

Die wahrscheinlichste Erklärung ist einfach, dass da zufällig ein Graffiti war und es niemandem aufgefallen ist. Weil es zum allgemeinen Stadtbild gehört. Oder ist es wirklich wahrscheinlich, dass die ARD einen Masterplan hat, um ihre ZuschauerInnen gehirnzuwaschen. Über die Einblendung eines Grafittis im Hintergrund für ein paar Sekunden bei einer einzigen Folge einer Sendung? Wenn 99,9% der restlichen Sendezeit offenbar kein Problem darstellt, ist der Rundfunkbeitrag vielleicht doch nicht dazu da, um „Propaganda“ zu finanzieren?

Artikelbild: Screenshot ARD (Bildzitat) Link zum Tatort 0:45, Danke an Hooligans Gegen Satzbau

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Rache der ARD? Das Netz feiert gerade diese Tatort-Szene

„FCKAFD“-Graffiti im Tatort

Im aktuellen Tatort geht es um einen ermordeten Lottomillionär, aber den Jackpot hat wohl eine auf den ersten Blick harmlose Szene geknackt: Für wenige Sekunden ist im Hintergrund ein Graffiti zu sehen, das auf einen Stromkasten gesprüht wurde. „FCKAFD“ steht dort. Wer sich nichts dabei denkt, hat die letzten Eklats des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vergessen.

Im November gab es schon einmal so etwas ähnliches: Im Polizeiruf 110 hat eine linke Kommissarin unter anderem einen „FCKAFD“-Sticker im Hintergrund an ihrer Wand kleben gehabt, der einige Sekunden lang zu sehen gewesen war. Das führte zur Empörung bei der AfD und sogar zu einem Rausretuschieren des Stickers.

Lächerlich, warum die AfD wegen dieser „Polizeiruf 110“-Szene eskaliert



„Tatort 1:0 AfD“

Auch war im ZDF im Januar ein Kameramann mit einer Jacke mit einem Motiv der linken Band „Slime“ zu sehen, was ebenfalls Kritik von rechts nach sich zog und in die Kerbe der „Lügenpresse“-Verschwörung schlug (Quelle). Diesmal „entdeckten“ das Graffiti jedoch nicht die AfD, sondern ihre Kritiker. Das Graffiti wird als ganz subtiles Statement der ARD, oder zumindest der Tatort-Macher gegen die AfD gelesen.

Das Retuschieren und die Entschuldigungen wurden von vielen als Eingriffe in die Kunstfreiheit gesehen, da einzelne fiktive Figuren ja eine Meinung zur Charakterisierung haben dürfen, ohne dass dies ein Statement der ganzen Sendung oder gar des Senders sein müsse. Das ist der Grund, warum das Netz derzeit diesen Screenshot so feiert. Es wird als „Rache“ des Senders interpretiert.

Tatort 1:0 AfDQuelle: https://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/videos/borowski-und-das-glueck-der-anderen-video-102.html#FCKAFD

Gepostet von Hooligans Gegen Satzbau am Sonntag, 3. März 2019

Vorfreude auf die Empörung von rechts

Die Kommentieren freuen sich regelrecht auf die erwartbare Empörung und Opferhaltung der AfD und wollen sie gleich durch Parodie vorwegnehmen.

Warum findet man das lustig? Weil die Empörung der AfD in diesen Dingen als übertrieben und künstlich wahrgenommen wird. Die Opferhaltung von Rechten, die von den berüchtigten „Kantholz“-Lügen um Magnitz bis hin zu absurden, selbst inszenierten Rauswürfen reicht, wird nicht mehr ernst genommen.

Was für „Opfer“: „Identitäre Bewegung“ inszeniert eigenen „Rauswurf“

Auch das Einknicken des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks vor dieser als übertrieben wahrgenommenen Kritik wird kritisch gesehen. Man hält es für einen Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. Erst Recht vor dem Hintergrund, dass die AfD sich nicht abschließend davon befriedigt zeigt, sondern weiter „Lügenpresse“-Verschwörungstheorien verbreitet. Dieses Empfinden führte zu vielen Parodien.

Ob diese kleine Szene des letzten Tatorts tatsächlich zu Kritik führen wird, bleibt jedoch noch abzuwarten. Die Hooligans Gegen Satzbau legten auf jeden Fall noch einmal nach:

Unglaublich!Wir haben uns die fragwürdige Szene des Kieler Tatorts von gestern noch mal in Ultra-Mega-Hyper-Slowmotion…

Gepostet von Hooligans Gegen Satzbau am Sonntag, 3. März 2019

Update 05.03.: Rechte entdecken die Szene – und ein Shitstorm bricht los

„FCKAFD“-Graffiti entdeckt: So reagieren Rechte auf die Tatort-Szene

Artikelbild: Screenshot ARD (Bildzitat) Link zum Tatort, Danke an Hooligans Gegen Satzbau

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AfD: Der Prüffall ist die Rache für das Kantholz

KNTHLZ vs PRFFLL

Ok, Laschyk, jetzt wirfst du einfach nur zwei virale Schlagworte zusammen und hoffst, dass ein interessanter Artikel dabei rauskommt, denkt sich jetzt vielleicht der ein oder andere. Aber lasst es mich erklären. Denn der Vergleich zwischen Kantholz und Prüffall ist treffender, als man zuerst meinen möchte. Wenn er letztlich auch etwas hinkt.

Nochmal zusammengefasst: Anfang Januar gab es einen bisher noch nicht aufgeklärten Angriff auf den AfD-Abgeordneten Frank Magnitz. Bemerkenswert war der Vorfall vor allem, weil die AfD nicht zögerte, ihren eigenen Mann zu instrumentalisieren und eine drastische Falschdarstellung der Tat in den Medien zu verbreiten. Das berüchtigte „Kantholz“ der AfD war frei erfunden, wie sich später herausstellte.

Fall Magnitz: Helfender Handwerker widerspricht der AfD-Darstellung

Knapp eine Woche später hat der Verfassungsschutz nach einem 450-seitigen Gutachten die AfD zu einem „Prüffall“ erklärt, was heißt, dass offiziell überprüft wird, ob sie unter Beobachtung gestellt wird, weil es Anzeichen dafür gibt, dass sie unsere Verfassung bedroht. Die Jugendorganisation der AfD sowie der stärkste Flügel der Partei um Höcke (Mehr dazu) wurden darüber hinaus bereits zum „Verdachtsfall“, was heißt, dass eine eingeschränkte Beobachtung bereits möglich ist (Quelle).



Der Ankereffekt

Worum es mir bei beiden Ereignissen geht, ist die öffentliche Wirkung. Als die Medien die dramatisch ausgeschmückte Pressemitteilung der AfD unkritisch verbreiteten, war das für viele Menschen wie es sich zugetragen haben musste. Dass es sich am Ende als völlig anders abgelaufen herausstellte, haben viele gar nicht mehr mitbekommen. Deswegen steht das Kantholz symbolisch für die Lüge der AfD. Doch sie bekam das, was sie wollte: Eine glaubwürdige Opferdarstellung. Eine spätere Richtigstellung kann daran nicht mehr viel ändern.

In der Kognitionspsychologie spricht man vom „Ankereffekt“. Beim Aufnehmen von Informationen und Meldungen werden wir unbewusst von nebensächlich vorhandenen Zusatzinformationen beeinflusst. Diese können dazu führen, dass die Information verzerrt wird und von uns anders wahrgenommen wird. Dabei kann es sich um Assoziationen handeln, die unser Urteil darüber beeinflussen oder eine Darstellung verstärken oder vermindern beziehungsweise in eine bestimmte Richtung lenken (Wer mehr darüber wissen möchte, hier).

Der Ausgangspunkt beim Kantholz war damit der vermeintlich brutale Angriff auf Magnitz durch Linke, die ihn umbringen wollten. Und wer das hört, muss unwillkürlich an Bilder der gewalttätigen „Antifa“ denken. Dabei wurde Magnitz in Wahrheit nur gestoßen, fiel unglücklich und zog sich dabei die Verletzungen zu, dann flohen die Angreifer. Kein Kantholz, keine Tritte, und auch keine Linken. Wer es war, ist noch nicht bekannt. Doch das Gerede von der „bösen Antifa“ ist los getreten (no pun intended).

Die Rache des Prüffalls

Die unmittelbaren Folgen des „Prüffalls“ waren für die AfD höchst toxisch. Nicht nur hat die drohende Überwachung durch den Verfassungsschutz die AfD in einen regelrechten Bürgerkrieg gestürzt, in welchem neoliberale, nationalkonservative und faschistische Gruppen sich gegenseitig bekämpfen und um die Vorherrschaft ringen (Mehr dazu), auch fiel die Partei in Umfragen um einige Prozentpunkte ab und wurde geschwächt (Mehr dazu).

Dabei hätte das Bundesamt die Erklärung zum Prüffall gar nicht so öffentlich verkünden dürfen, wie das Verwaltungsgericht Köln gestern nach einem Eilantrag der AfD erklärte. Um es noch einmal klar zu stellen: Der Verfassungsschutz darf weiter prüfen, ob die Gesamt-AfD beobachtet werden soll, und jeder andere darf diese Tatsache auch weiter öffentlich äußern, nur das Amt nicht (Mehr dazu). Für die Verdachtsfälle „Junge Alternative“ und faschistischer Höcke-Flügel trifft das aber nicht zu.

Es gibt keine rechtliche Grundlage dazu, öffentlich zu verkünden, dass man bisher nur überprüfe, ob eine Partei verfassungskonform ist. Und macht durchaus auch Sinn. Nur bringt der „Sieg“ der AfD ihr in der Sache leider wenig bis gar nichts. Und zwar aus dem gleichen Grund, warum sie das Kantholz-Märchen verbreitet hat. Der Geist ist aus der Flasche.

Man kann Dinge nicht ungesagt machen

Der Verfassungsschutz darf die AfD öffentlich nicht mehr so bezeichnen. So what? Jeder weiß, dass die AfD kurz vor der Erklärung zum politischen Paria steht (Und das mit gutem Grund! Hier sind einige). Wir können immer noch darüber reden. Und tun es weiterhin. Und jeder weiß, was der Verfassungsschutz gerade macht. Dieser „Sieg“ der AfD bringt ihr gar nichts.

Der Vergleich hinkt insoweit, dass der Verfassungsschutz nicht gelogen hat, die AfD schon. Aber beide hätten ihre jeweilige Meldung, die durch alle Medien ging, nicht so verbreiten dürfen. Der eine vielleicht nur, weil es dazu keine rechtliche Grundlage gab und der andere weil es halt unanständig gelogene Propaganda ist, aber trotzdem. Aber das ist jetzt das, was die Öffentlichkeit wahrgenommen hat und was die allgemeine Wahrnehmung ist.

Die AfD hat diesen Effekt jahrelang für sich genutzt, als sie gegen Flüchtlinge und Muslime hetzte. Sie verbreitete reihenweise Falschdarstellungen und Fake News, die heute noch von vielen für wahr gehalten werden. Ich möchte nur mal an die absurde Falschmeldung mit den 400€ Weihnachtsgeld für Flüchtlinge erinnern, die es NIE GAB (Mehr dazu), aber die ich heute immer noch höre. Richtigstellungen haben nie so viele Menschen erreicht wie die Lügen.

Kost ihrer eigenen Medizin

Insofern ist der Prüffall die Rache für das Kantholz (und vieles mehr). Und ich sage das jetzt nicht wirklich mit Schadenfreude, wir sollten nicht die gleichen Methoden der Lügen und Täuschungen verwenden wie die AfD. Gauland hat Recht, wenn der Prüffall ein schlechtes Licht auf die AfD wirft. Aber erstens ist das ein sowas von ein angebrachtes schlechtes Licht. Und zweitens ist es die Folge eines Effekts, den die AfD seit Jahren schamlos ausnutzt. Ein Effekt, um welchen die AfD im Grunde 100% ihrer Politik zentriert hat. Sie soll also nicht meckern, denn ohne ihn gäbe es die AfD wahrscheinlich gar nicht.

Artikelbild: KNTHLZ: Hooligans Gegen Satzbau (Hier entlang zu KNTHLZ-Merch!), PRFFLL: Volksverpetzer (Leider noch kein Merch)

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Kein Scherz! AfD erwischt, wie sie sich selbst positive Kommentare fälscht

Nicht deren Ernst!

Dass die AfD und andere Rechte versuchen, über Fake-Accounts und Bots eine Mehrheit zu simulieren, die es gar nicht gibt, ist nicht neu. Vor der Bundestagswahl wurden Hashtags mit Kommentaren von Bots geflutet (Quelle), Reconquista Germanica unterhielt Bot-Armeen (Quelle), auch die Hass-Kommentare gegen Greta Thunberg wurden bis zu 50% von Fake-Accounts verfasst.

Greta Thunberg: Bis zu 50% der Hass-Kommentare stammen von Fake Accounts

Das alles suggeriert eine finstere Genialität dahinter, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Aber so schwierig ist das gar nicht. Die AfD-Seiten stehen schon lange im Verdacht, mit Mehrfach-Accounts sich selbst positive Kommentare zu hinterlassen (und kritische zu löschen). Dazu loggt man sich einfach aus und mit einem neuen Account wieder ein und kommentiert. So kompliziert ist das nicht. Eigentlich. Dass selbst das für die AfD manchmal zu schwer ist, beweist die AfD Darmstadt.



Vergessen, sich auszuloggen

Gestern postete die AfD Darmstadt wie üblich „Lügenpresse“-Verschwörungstheorien (Hier), einen Bericht einer rechten Mini-Demo (Hier) und einen Screenshot neoliberalen Unsinns von Beatrix von Storch (Hier). Soweit, so üblich. Dass die AfD Darmstadt wohl gewohnheitsmäßig mit Fake-Accounts ihre eigenen Beiträge positiv kommentiert, war bisher nur eine Vermutung. Seit der Admin aber vergessen hat, sich vorher auszuloggen, steht der Beweis des Betrugs direkt in den Kommentaren:

Der erste Kommentar steht sogar ein zweites Mal unter einem dritten Beitrag! Sogar zum Faken war die AfD anscheinend zu faul. Und das Allerbeste: Die Admins haben wohl über das Wochenende frei. Die Kommentare sind zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels (24.2. 15:30) sogar noch zu lesen! Die Partei, die sich ironischerweise „Mut zur Wahrheit“ auf die Fahnen geschrieben hat und behauptet, sie würde für „das Volk“ sprechen, wird unter einem Beitrag, in dem man sich mit Relotius über die „Lügenpresse“ beschwert, mit Fake-Accounts erwischt.

Die NutzerInnen, die das Offensichtliche auch entdeckt haben, machen sich derweil darüber lustig:

Danke an Hooligans Gegen Satzbau für den Hinweis! Artikelbild: Screenshot facebook.com,  Lan Images, shutterstock.com

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So genial kontert die Polizei Konstanz einen rassistischen Kommentar

Genial!

Auf Facebook berichtete vorgestern die Polizei Konstanz über einen Vorfall, bei welchem ein Taxifahrer im Zuge eines Streits von den Fahrgästen verprügelt wurde. Zwei 26-jährige Männer wurden daraufhin wegen Körperverletzung angezeigt. Soweit die Meldung. Die Kommentare darunter sind erst einmal ganz üblich:

Doch dann kamen auch wieder die üblichen Verdächtigen, die so vom Hass indoktriniert sind, dass sie hinter jeder Straftat Flüchtlinge™ vermuten.

Doch natürlich – wie in den allermeisten Fällen (Mehr dazu) – war der Tatverdächtige ein Deutscher (und ein EU-Ausländer).

Aber zum Glück weiß der pfiffige Rassist, dass es ja gar nicht um Staatsangehörigkeit geht, sondern um Blut und Rasse.

Wer echter DEUTSCHER ist, bestimmen natürlich die Rassisten. Die Staatsbürgerschaft ist natürlich kein Beleg für die Staatsbürgerschaft. Was für ein rassistischer Müll. Was kommt als nächstes? Der Ariernachweis? (Mehr dazu).



Doch die Polizei hat die beste antwort darauf

Et voilá: Warum dieser ganze Herkunft-Unsinn unlogischer Müll ist. Nationalität ist ein Konstrukt, und wer mit „Rasse“ oder „Ethnie“ argumentiert, entlarvt sich eben als Rassist. Danke! Die restlichen Kommentierenden feiern die Antwort ebenfalls:

Den Rassisten war das dann doch zu peinlich: Inzwischen haben sie ihre Kommentare leider wieder gelöscht. Aber auch noch einmal von uns ein fettes Danke, liebe Polizei Konstanz!

Danke für den Hinweis, Hooligans gegen Satzbau!

Zum Thema: Polizei Sachsen stellt Ex-AfD-Mann bloß:

Beim Lügen erwischt: Poggenburg wird von Polizei auf Twitter bloßgestellt

Artikelbild: ShotPrime Studio, shutterstock.com, Screenshots facebook.com

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Komplette AfD bedankt sich herzlich bei Magnitz-Retter Mohammed Houri

Danke, Mohammed Houri!

Im Vergleich zum Angriff auf AfD-Mann Frank Magnitz verblasst eine rechtsextreme Gruppe bei der Polizei (Quelle), bei der Bundeswehr (Quelle), ein fremdenfeindlicher Anschlag in Bottrop (Quelle), rechtsextreme Bombendrohungen bei Landgerichten (Quelle), Drohfaxe der „NSU 2.0“ (Quelle), 170 Ertrunkene im Mittelmeer (Quelle) und eine 50-Anschläge lange, rechtsextreme Terrorserie in Neukölln (Quelle). Bundesweite Angriffe auf Parteibüros und Redaktionen sind doch kein „Angriff auf die Demokratie“ (Quelle), sondern ein Tritt, bei dem das Opfer unglücklich stürzte und bei welchem Motiv und Täter bisher noch unbekannt sind (Quelle).

Doch zum Glück waren aufrechte Deutsche zur Stelle, um Magnitz, der nach dem Sturz stark blutete, dabei zu helfen, ein Foto von ihm zu machen (Mehr dazu!). Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn diese patriotischen Deutschen nicht da gewesen wären, um ein Foto zu schießen. Die Pressemeldung hätte sterben können! Einer der Handwerker, Mohammed Houri, bekam selbstverständlich umgehend den Dank der recht extrem patriotischen Partei für seine Hilfe, sowie einen Geschenkkorb mit Halal-Produkten, wie die seriöse Presseagentur Hooligans Gegen Satzbau meldete:

Nach dem brutalen Kantholz-Angriff auf Frank Magnitz, MdB, melden sich nun die Helfer zu Wort. Dass die AfD sich bisher…

Gepostet von Hooligans Gegen Satzbau am Sonntag, 20. Januar 2019



Soll noch einer sagen, dass es der AfD an Anstand mangeln würde!

Houri war höchst erfreut, dass sich die PolitikerInnen um ihren Abgeordneten kümmerten, sachlich blieben und die Polizei und Staatsanwaltschaft ungestört ihre Arbeit machen ließen. Als demokratische Institutionen hat die AfD schließlich das vollste Vertrauen in die deutschen Behörden und würde ihnen niemals Lügen unterstellen.

Die AfD wäre auch nie auf die Idee gekommen, völlig aus der Luft gegriffene Anschuldigungen kurz nach der Tat zu machen und den Angriff für niedere politische Zwecke zu instrumentalisieren. Alle behandelten sich respektvoll, bleiben bei den Fakten und waren rundum anständig und freundlich. Dass Mohammed Houri derart beherzt zu Hilfe eilte, lobt die AfD zu Recht und zeigt sich höchst dankbar. Sie schenkte ihm ein Passfoto vom verletzten Magnitz. Jetzt war er quasi Passbeschenkter. Beatrix von Storch nannte ihn daraufhin einen „wahren Deutschen“. Sie überlegt sich sogar, ihn zu adoptieren. Tolle Geschichte, wäre echt schade, wenn das nur Satire wäre und sie sich immer noch nicht bedankt hätten, nicht?

Fall Magnitz: Helfender Handwerker widerspricht der AfD-Darstellung

Hinweis: Dieser Artikel ist Satire. Artikelbild: Hooligans Gegen Satzbau

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