„Ja zu weißen Männern“: So genial wird der AfD-Adventskalender parodiert

Es ist Weihnachtszeit

…und damit niemand das Fest der Liebe verpasst, wurde der Adventskalender eingeführt. Die AfD nutzt die Gelegenheit und weist auf eine „grassierende Diskriminierung“ hin. Das Opfer: Der weiße Mann. Der Berliner AfD-Funktionär Georg Pazderski erkennt „Forderungen, die auf eine bewusste Benachteiligung von weißen Männern im Wettbewerb um Arbeitsplätze, Karrierechancen, öffentliche Auftritte oder staatliche Zuwendungen hinauslaufen“.

Der Hashtag „JaZuWeißenMännern“ begleitet nun also die Vorstellung von 24 weißen Männern. Die „unser Land, unsere Zivilisation und die Entwicklung der Welt entscheidend geprägt haben“. Dass da ein Mann mit einem syrischen Vater (Steve Jobs) zu den „weißen Männern“ gezählt wird, war sicher nur ein Recherchefehler. Ob Bertolt Brecht und die vielen anderen in dem Kalender hofierten Männer diese Initiative unterstützen würden, bleibt fraglich. Leider können sie sich nicht mehr wehren. Einzig Sarrazin dürfte dem Anliegen bedingungslos zustimmen.

Antifaschist & Migrantensohn: Den peinlichsten Adventskalender hat die AfD



Die andere Seite der weißen Männer

Nun gibt es aber noch andere weiße Männer, und da hat die Stay behind Foundation mal 24 Süßigkeiten hinter die Türchen gesetzt. Darunter Politiker der AfD, Rechtsextreme und (Neo-)Nazis.

JA ZU WEISSEN MÄNNERN!So schallt es aus der besinnlichen Weihnachtsstube der AfD-Fraktion Abgeordnetenhaus Berlin. "…

Gepostet von Stay Behind Foundation am Sonntag, 9. Dezember 2018

Die 24 Herren stehen nicht in der Gefahr, diskriminiert zu werden. Wenn man sich ihre kurzen Biografien bzw. Beschreibungen mal durchliest, könnte durchaus der Eindruck entstehen, dass sie selbst ganz gerne andere Menschen und/oder Menschengruppen auf Grund von Hautfarbe, Religion oder Herkunft diskriminieren würden.

Auch, wenn ihre Anhänger es bestreiten oder als „Ethnopluralismus“ oder ähnliche Umschreibungen abtun: Es ist Rassismus. Und ganz offen wird auch der Bürgerkrieg nicht unbedingt als Mittel der Wahl ausgeschlossen. Im Gegenteil. Fraglich bleibt, wer den Zündlern zuerst auf den Leim geht und aus „Notwehr“ irgendeine Initiative ergreift.

Die meisten dieser weißen Männer haben tausende Follower. Ob das nun alles echte Menschen oder Mehrfach-Accounts sind, lässt sich nicht sagen. Es ist aber eine Tatsache, dass sich Menschen gruppendynamisch nicht immer kontrollieren lassen. Dieses Aufhetzen geht irgendwann schief. Gründlich. Viel „Spaß“ mit dem Kalender.

Artikelbild: Screenshot hogesatzbau.de

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Diesmal Nutella: Wieder Anti-AfD-Plakat in Berlin aufgetaucht

Kein Nutella für die AfD

Nachdem ein inoffizielles Anti-AfD-Plakat von Coca Cola zu einem Eklat und zu diversen Distanzierungen von verschiedenen Cola-Herstellern von der AfD führte, ist heute ein weiteres Plakat aufgetaucht. Vergangene Woche gab es einen regelrechten Social-Media-Schlagabtausch mit Fakes und Boykottaufrufen, die alle für die Rechten peinlich endeten. Hier die ganze Geschichte:

Pepsi & Coca Cola: Die ganze Geschichte der AfD-Blamage



Jetzt Nutella

Heute tauchte ein weiteres Plakat einer großen Marke in Berlin auf:

„Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf! Gegen Rassismus, Intoleranz und die rechte Hetze der AfD“ steht auf dem Plakat von Nutella?

„Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf!“Nach Coca-Cola nun auch Nutella.#staybehindfoundation#berlin

Gepostet von Stay Behind Foundation am Montag, 10. Dezember 2018

Also hat sich nun auch der große Ferrero-Konzern gegen die AfD gestellt?

Nein. Denn aus deren Marketingabteilung kommt das Werk nicht, wie die Pressestelle uns auf Nachfrage offiziell mitteilte.

Auch hier scheint es sich um ein nachgemachtes Plakat eines unbekannten Künstlers zu handeln. Diesmal tauchte es an prominenter Stelle in Berlin auf. Am U-Bahnhof Zoologischer Garten, der sich in unmittelbarer Nähe zum Breitscheidplatz (Ort des Terroranschlages vom 19.12.2016) befindet.

Wer die Plakate von CocaCola und Nutella hergestellt und aufgehängt hat, ist bisher nicht bekannt. Zuerst gepostet wurden die Fotos von der Aktivistengruppe Stay Behind Foundation, welche auch eine Fake Melde-Plattform für rechte LehrerInnen erstellt hatte.

Enthüllt: Melde-Portal für rechte LehrerInnen ist Fake

Sollte sich auch hier eine Solidarisierung von Konzernseite ergeben, müssten die Anhänger der AfD dann auf den leckeren braunen Brotaufstrich verzichten? Die Idee ist auf jeden Fall nicht schlecht, denn so kann man gleich sehen, für welche Werte ein Konzern steht.

Konzerne zu Toleranz- und Weltoffenheitsbekundungen zwingen

Bei CocaCola, Fritz Kola, PEPSI und Vita-Cola hat das gut geklappt. Einem nicht falschen Fake-Plakat folgend bekannten sich all diese Konzerne zu Toleranz und Weltoffenheit, was der AfD mit Sicherheit nicht gefallen dürfte.

Nun können sich ja schon mal Nudossi und Konsorten Gedanken machen, wie sie dann auf die garantiert kommende, unfreiwillige Werbung der AfD reagieren wollen. Ein Eigentor für die AfD wird es bei der Ausgangslage sicherlich sein, also wie blamiert diese Partei sich nun noch besser in der Vorweihnachtszeit?

Eine Frage, die die nächsten Tage beantwortet werden.

Artikelbild: Stay Behind Foundation

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Mit diesen 3 Schritten können Lehrer die AfD-Melde-Seiten behindern

Melde dich!

Die AfD ist der Meinung, dass Lehrkräfte sie im Unterricht unfair behandeln. Dazu richtete sie zunächst in Hamburg, später auch für Sachsen und Berlin eine Plattform ein, auf welcher man anonym (!) AfD-kritische LehrerInnen melden sollte. Kinder werden zu Denunzianten gemacht und von der AfD für ihre Zwecke instrumentalisiert. Das größte Problem dabei ist folgendes:

Die AfD erhält somit eine öffentliche Datenbank mit einer Liste aller Lehrer und Lehrerinnen, die sich kritisch über die Partei geäußert haben. Wie die Partei mit vermeintlich politischen Gegnern umgeht, haben wir erst kürzlich bei Schlecky Silberstein gesehen. Der Künstler, der ein Satire-Video drehte, in welchem die AfD etwa drei Sekunden vorkam (und das vor allem alle politischen Akteure parodierte!), wurde zum Opfer einer Desinformationskampagne der AfD, die seine Adresse, gepaart mit Lügen über ihn, im Netz veröffentlichte.



Kampf gegen Stasi-Methoden

Sehr schnell wollten viele Demokraten die Stasi-Methoden der AfD behindern und füllten die Eingaben mit Pizza-Bestellungen und Scherz-Eingaben. Um die Datenbank der AfD unbrauchbar zu machen. Eine andere Plattform des Abgeordneten Räpple wurde durch eine Eingabemaske der Piratenpartei und einer anderen genialen Idee der NutzerInnen anscheinend bereits lahmgelegt.

Die 8 lustigsten Eingaben in das AfD-Spitzel-Portal

Jetzt veröffentlicht die Stay Behind Foundation, über deren Aktionen wir bereits hier berichteten, eine Anleitung, wie (auch angehende) Lehrer und Lehrerinnen, oder auch andere die Seiten rechtlich lahmlegen können:

Bitte melde Dich! – Mit der DSGVO gegen die AfD

Als ersten Schritt schreiben sie:

„Du bist LehrerIn oder möchtest mal eine(r) werden? Du bist Dir nicht sicher, ob Du LehrerIn bist? Egal! Suche Dir ein AfD-Meldeportal – wir haben diese hier für Dich zusammengetragen – und erstatte „Selbstanzeige“. Kein Scherz, kein Spaß, sondern ernsthaft und ehrlich. Melde Dich bei der AfD und übermittle ihr Dich als potentiellen oder tatsächlichen Fall für ihr Meldeportal. Animiere Freunde und Kollegen dazu, das auch zu tun!“

Warum? Weil man dann in den nächsten Schritten das nutzen kann, um der AfD rechtlich eins auszuwischen: Du kannst der AfD Briefe schreiben mit einer Datenauskunft und einem Löschauftrag – Das kostet sie Zeit und Geld. Ressourcen, die sie nicht dazu verwenden kann, Listen von ihr kritischen LehrerInnen anzulegen und die Demokratie zu bekämpfen. Die genaue Einleitung und Musterschreiben findet ihr auf ihrer Seite hier.

Aktion gegen AfD-Melde-Seiten: Petition für unabhängige LehrerInnen

Artikelbild: Screenshot staybehindfoundation.de/bitte-melde-dich/

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Aktion gegen AfD-Melde-Seiten: Petition für unabhängige LehrerInnen

Mehr Lehrer Fetzt!

Die AfD ist der Meinung, dass Lehrkräfte sie im Unterricht unfair behandeln. Dazu richtete sie zunächst in Hamburg eine Plattform ein, auf welcher man anonym (!) AfD-kritische LehrerInnen melden sollte. Kinder werden zu Denunzianten gemacht und von der AfD für ihre Zwecke instrumentalisiert. Das größte Problem dabei ist folgendes:

Die AfD erhält somit eine öffentliche Datenbank mit einer Liste aller Lehrer und Lehrerinnen, die sich kritisch über die Partei geäußert haben. Wie die Partei mit vermeintlich politischen Gegnern umgeht, haben wir erst kürzlich bei Schlecky Silberstein gesehen. Der Künstler, der ein Satire-Video drehte, in welchem die AfD etwa drei Sekunden vorkam (und das vor allem alle politischen Akteure parodierte!), wurde zum Opfer einer Desinformationskampagne der AfD, die seine Adresse, gepaart mit Lügen über ihn, im Netz veröffentlichte.



Kampf gegen die MeldeSeiten

Sehr schnell wollten viele Demokraten die Stasi-Methoden der AfD behindern und füllten die Eingaben mit Pizza-Bestellungen und Scherz-Eingaben. Um die Datenbank der AfD unbrauchbar zu machen. Eine andere Plattform des Abgeordneten Räpple wurde durch eine Eingabemaske der Piratenpartei und einer anderen genialen Idee der NutzerInnen anscheinend bereits lahmgelegt.

Die 8 lustigsten Eingaben in das AfD-Spitzel-Portal

Die Stay Behind Foundation, die als Kunstaktion eine Fake-Meldeseite für AfD-nahe LehrerInnen gestartet hatte, möchte jetzt mit demokratischen Mitteln den Stasi-Methoden der Rechtsextremen ein Zeichen entgegen setzen. Auf #MeinLehrerFetzt soll eine Petition Solidarität für Pädagogen demonstrieren, die für demokratische Werte und Vielfalt eintreten.

Die Aktion beschreibt sich folgendermaßen:

„Wir stellen uns gegen diese Denunziation und drehen den Spieß gemeinsam um. Es wäre ein Leichtes ebenfalls dazu aufzurufen, AfD-Sympathisanten und Ähnliche zu melden, doch hilft uns das weiter?

Statt „Neutrale Schulen“ und „Mein Lehrer hetzt“ sagen wir:

Jetzt mitmachen und Lehrkräften den Rücken stärken!

Über Change.org drücken wir unsere Solidarität aus mit allen Lehrkräften deutschlandweit, die für demokratische Werte und Vielfalt eintreten und diese an ihre SchülerInnen vermitteln.“

Hier geht es zur Petition!

 

Artikelbild: Stay Behind Foundation

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Enthüllt: Melde-Portal für rechte LehrerInnen ist Fake

„Stay Behind Foundation“

Das „Zentralmelderegister der Schulinstitute (ZeSch)“, über welches wir berichteten ist Fake. Sie verkaufte sich als „bundesweite[s] Melderegister für demokratiegefährdende Pädagoginnen und Pädagogen“. Laut Seite kann man dort Lehrer und Lehrerinnen melden, damit man sie „nach erfolgter Prüfung im Zentralmelderegister veröffentlichen und bei Bedarf an die zuständige Behörden weiterleiten“ kann.

Sie ist eine Antwort auf das Melde-Portal der AfD, welches für Hamburg die Menschen aufforderte,AfD-kritische Lehrkräfte zu melden. Man kritisierte an der AfD, dass sie Kinder zu Denunzianten macht und für ihre Zwecke zu instrumentalisiert. Besonders fragwürdig sei gewesen, dass die Partei damit eine Datenbank mit einer Liste aller Lehrer und Lehrerinnen, die sich kritisch über die Partei geäußert haben, bekomme. Doch ein Shitstorm unnützer Eingaben dürfte das Portal nutzlos gemacht haben:

Die 8 lustigsten Eingaben in das AfD-Spitzel-Portal



„Wir möchten, im Gegensatz zur AfD, nicht in einem Land leben, in dem Menschen durch Mitmenschen bespitzelt und denunziert werden“

Wie die Gruppe der „Stay Behind Foundation“ jetzt aufgedeckt hat, diente die Aktion dazu, um auf das echte Portal der AfD aufmerksam zu machen. Dadurch, dass vermeintlich die „Gegenseite“ die gleichen Methoden wie die AfD verwendet, sollte es denjenigen, die aufgrund von Parteilichkeit geblendet, das Meldeportal der Rechtsextremen für gerechtfertigt halten, ein Spiegel vorgehalten werden. Und zeigen, wie diese Methoden wirklich aussehen, wenn man „auf der anderen Seite steht“.

Was allerdings erfreulich war, wie die Gruppe schreibt: „Nahezu alle Menschen, denen Demokratie und Freiheit ernstlich am Herzen liegen, haben dies in ihrer vollständigen Ablehnung unseres Meldeportals zum Ausdruck gebracht. Was rechten Populisten und ihren Anhängern erstrebenswert scheint, ist für uns, und allen anderen Mitgliedern einer demokratischen Zivilgesellschaft, undenkbar. Die positiven Reaktionen der AnhängerInnen der AfD auf das Meldeportal der AfD in Hamburg, Berlin und Niedersachsen zeigen dagegen leider ein anderes Demokratieverständnis.“

Das komplette Statement findet sich hier:

Mitteilung zum Zentralmelderegister der Schulinstitute (ZeSch)www.zentralmelderegister.deAm 05. Oktober 2018,…

Gepostet von Stay Behind Foundation am Montag, 8. Oktober 2018

Artikelbild: Screenshot zentralmelderegister.de. 

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