Wer ein Tempolimit will, sollte nicht von „Tempolimit“ sprechen

Der Wortgucker - Framing

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Tempolimit ja oder nein?

Denken Sie, dass wir in Deutschland eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen brauchen, für eine gesündere Umwelt oder mehr Sicherheit auf den Straßen? Dann sollten sie das Wort “Tempolimit” entsorgen. Sagen Sie stattdessen lieber Höchstgeschwindigkeit.

Die Wörter “Geschwindigkeit” und “Tempo” sind zwar Synonyme. Man nutzt sie für einen in einer bestimmten Zeit zurückgelegten Weg. Wir kennen die Formel ja noch aus dem Physikunterricht: v=s (Weg) / t (Zeit). Aber “Tempo” und “Geschwindigkeit” sind keine reinen Synonyme.



Tempo vs. Geschwindigkeit

Der Unterschied ist sehr klein, aber wesentlich. “Tempo” taucht öfter gemeinsam auf mit Wörtern wie “rasant”, “eilig”, “hastig” und “schnell”. Das heißt, spricht jemand in Deutschland von schneller Geschwindigkeit, dann nutzt er oder sie eher das Wort “Tempo” und nicht “Geschwindigkeit”. Und Schnelligkeit ist gut, denn Zeit ist Geld. Schauen wir uns jetzt das Wort “Limit” an. Ein Limit ist definiert als “nach oben oder unten festgelegte Grenze”.

Verbindet man jetzt die Wörter “Tempo” und “Limit”, dann entsteht eine “von oben” festgelegte Grenze. Oder auf deutsch: Hier wird einem von einer guten Sache – nämlich der Schnelligkeit – etwas weggenommen. Das ist der Grund, warum viele beim “Tempolimit” an den Verlust ihrer Freiheit denken. Das Wort “Höchstgeschwindigkeit” hingegen bietet uns eine von unten gesetzte Grenze. Hier wird niemandem etwas weggenommen.

Höchstgrenzen werden dort gesetzt, wo ein Zuviel schädlich ist. Zum Beispiel beim Alkohol im Straßenverkehr. Es macht also einen Unterschied, wie wir die Dinge nennen. Schließlich fühlt es sich sehr unterschiedlich an, ob man was von einer guten Sache (Schnelligkeit) verliert, oder ob man eine Sache (Geschwindigkeit) dort begrenzt, wo sie nicht mehr gut ist.

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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