Vor einigen Tagen wurde die Journalistin Ferda Ataman öffentlich verrissen, weil sie davor warnte, dass Rassismus im Gesundheitssystem ein Problem sein könnte. Das könne nicht sein, hieß es allenthalben, selbst als sogar Ärzt*innen die Befürchtungen teilten und vor bereits bestehenden Ressentiments in ihrem Berufsstand warnten.
Nun also einige Nachrichten, die Euch sicherlich genauso überraschen und schockieren werden wie mich.
Laut Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) wurde ein Mann mit chinesischer Herkunft in einer Arztpraxis abgewiesen, obwohl er nicht wegen des Verdachts auf Corona in der Praxis war und auch keine dem neuen Virus ähnlichen Symptome aufwies (Quelle)
Laut WAZ wurde eine chinesische Studentin aus Angst vor dem Coronavirus beim Arzt abgewiesen, obwohl sie nur Halsschmerzen hatte (Quelle).
In der taz berichtet eine Chinesin, dass man ihr in der Gynäkologie nicht einmal die Tür öffnete. Nach einigen Minuten kam die Ärztin und sagte: „Nehmen Sie es bitte nicht persönlich, aber wir haben entschieden, dass wir wegen des Coronavirus momentan keine chinesischen Patientinnen behandeln.“ (Quelle)
Laut The New York Times sind im Vereinten Königreich bisher acht Ärzte ums Leben gekommen. Allesamt Einwanderer aus Afrika und Asien, die wie keine andere Bevölkerungsgruppe an der Krankenfront gegen das Virus kämpfen (Quelle).
Laut CBS News bilden in Louisiana, USA, Schwarze nur 32% der Population, aber 70% der Todesopfer, die durch COVID-19 ums Leben kommen. Einige der Gründe: Schwarze sind häufiger vorerkrankt, haben weniger Zugang zur Krankenversorgung und arbeiten überproportional in Berufen, die es nicht erlauben per Home-Office von zu Hause zu arbeiten.
There are nearly 65,000 COVID-19 cases confirmed in more than 12 southern states, and 1,700+ people across the South have died from the virus.
In Louisiana, an alarming disparity: African Americans represent 32% of the population, but 70% of the state’s COVID-19 deaths. pic.twitter.com/tCcChmfACv
In Frankreich diskutieren zwei Ärzte darüber, ob man den Impfstoff nicht in Afrika erproben solle, "wo es keine Masken, keine Behandlungsmöglichkeiten und keine Wiederbelegungsmaßnahmen gibt". Und weiter: "So wie es auch bei einigen Studien zu Aids gemacht wurde. Bei Prostituierten kann man experimentieren, weil man weiß, dass sie besonders exponiert sind und sich nicht schützen" (Quelle).
Die Journalistin Simone Rafael hat für Belltower.News viele, unzählige weitere Beispiele für den Corona-bezogenen Rassismus gesammelt, die nicht ausschließlich auf das Gesundheitssystem bezogen sind. Die Vorfälle reichen von Bespucken, Körperverletzungen, bis hin zum Aufhängen einer asiatisch aussehenden Puppe mit Atemschutzmaske (Quelle).
Der Rassismus war nie weg
Der Rassismus war nie weg aus unserer Gesellschaft, warum sollte das in Zeiten von Corona auch anders sein? Falls Ihr etwas Ähnliches mitbekommt, zeigt Zivilcourage und Beistand gegenüber Menschen, die betroffen sind. Meldet es bitte den Behörden, stellt Euch als Zeug*innen zur Verfügung, macht es öffentlich.
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