Meuthen tritt aus & schießt gegen AfD: „Ich sehe da ganz klar totalitäre Anklänge“

| AfD | 28. Januar 2022

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Langjähriger Parteichef Meuthen verlässt die AfD

Paukenschlag beim parlamentarischen Arm des Rechtsextremismus, der AfD: Der Europaabgeordnete und Co-Parteivorsitzende Jörg Meuthen ist aus der Partei ausgetreten und legt sein Amt als Vorsitzender nieder (Quelle).

Vorangegangen ist seinem Austritt die Aufhebung seiner Immunität im Europaparlament aufgrund eines Spendenskandals:

Meuthen: AfD „sehr weit rechts“, Höcke „nationalsozialistische Anleihen“

Nun tritt Meuthen aus der Partei aus und vom Vorsitz der AfD zurück. Gegenüber dem ARD wählt er deutliche Worte für die Partei, die er nun verlässt (Quelle):

„Das Herz der Partei schlägt heute sehr weit rechts und es schlägt eigentlich permanent hoch.“

Laut Meuthen stünden Teile der Partei seiner Meinung nach „nicht auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung“ und weiter „Ich sehe da ganz klar totalitäre Anklänge“. Gerade in Bezug auf die Coronapolitik habe die AfD etwas Sektenartiges entwickelt.

„Chrupalla, Weidel, Gauland, Höcke, Brandner nicht zu vergessen, die werden sich richtig freuen, dass der Meuthen nun endlich weg ist. Haben sie lange dran gearbeitet“, so Meuthen im Interview.

Bezogen auf den Thüringer Landeschef und Faschisten Björn Höcke sehe er ganz klar wiederholte „nationalsozialistische Anleihen“. Wer wissen will, was Höcke so verbreitet, dem haben wir das hier aufbereitet:

Enthüllt: Die AfD will nicht, dass du diese 25 Höcke-Zitate verbreitest

Meuthen Rückzug: Freie Fahrt für den Rechtsextremistischen „Flügel“ der AfD

Jetzt könnte man beinahe dazu kommen, Meuthen bei seinem Abgang zu loben, die AfD derlei offen und direkt zu kritisieren. Man sollte aber nicht vergessen, dass er selbst jahrelang die Kräfte in der Partei hofierte, die ihm jetzt zum Verhängnis werden. Es war keine Erkenntnis, sondern nur das Ergebnis des verlorenen Machtkampfes innerhalb der rechtsextremen Partei.

Und von außen kann man endlich einmal ehrlich sein – auch die restlichen Mitglieder der AfD wissen alle, dass sie Rechtsextremisten sind oder mit einer jeder Menge Rechtsextremisten in einer Partei zusammenarbeiten. Auf die Selbstinszenierung und -verharmlosung darf niemand mehr hereinfallen.

Von den Geistern die man rief, können auch die Ex-Vorsitzenden Bernd Lucke und Frauke Petry ein Lied singen:

Unterm Strich alles keine Überraschung. Das Meuthen sich zurückziehen wird, war weitestgehend bekannt. Der Rückzug von Meuthen wird es dem nominell aufgelösten, rechtsextremen „Flügel“ des Faschisten Höcke erleichtern, den kommenden Bundesparteitag und die Vorstandswahlen nach seinen Wünschen zu dominieren und zu lenken. Eine Gesamteinstufung der AfD als rechtsextremistischer Verdachtsfall ist längst überfällig.

Die AfD ist auch nur eine NPD in blau, statt braun.

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Artikelbild: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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