Plauen: AfD-Politiker greifen Journalisten brutal an: Nötigung & Körperverletzung

| Bericht | 13. Juli 2020

Wir stellen unsere Artikel und Faktenchecks kostenlos für alle zur Verfügung.
Hilf uns dabei, dass das so bleiben kann.


18.180

AfD greift Presse an

Am 09.07.2020 kam es in Plauen auf einer öffentlichen Veranstaltung der AfD zu massiven körperlichen Übergriffen gegen einen Journalisten. Die AfD-Parteimitglieder störten sich daran, dass der Journalist ganz legal die öffentliche Veranstaltung dokumentierte. Wie Videoaufnahmen, die @pr_independent jetzt auf Twitter veröffentlicht hat, zeigen, wurde der Journalist von den rechtsradikalen Parteimitgliedern aus Plauen zunächst stark bedrängt und beleidigt. Weil er sich nicht durch die Nötigungen verscheuchen ließ, griffen die AfD-Politiker den Journalisten gewaltsam an.

Wie man auf den Aufnahmen sehen kann, wurde ihm seine Kamera gewaltsam entrissen und mehrere Meter weggeworfen. Die Rechtsradikalen griffen ihn an und fixierten ihn mit schmerzhaften Polizeigriff am Boden. Laut dem Journalisten wurde der Versuch unternommen, dem wehrlosen Opfer „vorsätzlich und bewusst“ zwei Finger zu brechen. Die größte Anmaßung: Die gewalttätigen AfD-Politiker hielten sich die ganze Zeit dabei im Recht. Sie waren es, die die Polizei riefen und das Opfer fixiert hielten, bis die Polizei eintraf. Die Videos:

Hier ein Zusammenschnitt aller Videos:

Polizei ermittelt gegen AfD in Plauen

Die rechtsradikalen Feinde der Presse dürften jetzt Konsequenzen zu spüren bekommen: Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren gegen fünf Personen ein, bei denen es sich um AfD-Politiker*innen handelt. Es wird wegen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt (Quelle). Auch der Staatsschutz soll beteiligt sein. Auf der Veranstaltung in Plauen waren auch MEP Maximilian Krah und MdL Frank Schaufel.

Angriffe auf Journalist*innen haben in letzter Zeit stark zugenommen – und kommen fast ausschließlich von Rechts (Quelle). Das kommt von der AfD-Propaganda der „Lügenpresse“, die die Hemmschwelle zur Gewalt senkt. Das soll also eine „Rechtsstaatpartei“ sein, die nicht nur unschuldige Journalisten angreift, sondern sich dabei auch noch die ganze Zeit im Recht sieht, dass sie ihr Opfer bis zum Eintreffen der Polizei fixiert.

Artikelbild: Screenshot twitter.com

Hey, möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Komm in unseren Telegram Kanal und verpasst keine News mehr von uns (Link).  Oder besuche unseren Shop und unterstütze uns mit dem Kauf von T-Shirts, Tassen und Taschen, hier entlang.


Unsere Autor:innen nutzen die Corona-Warn App des RKI: