Studie: Maskenfreie Schulen steigern Infektionszahlen – Ohne Maske 3,5-faches Risiko

| Corona-Fake | 15. Oktober 2021

Wir stellen unsere Artikel und Faktenchecks kostenlos für alle zur Verfügung.
Spende uns bitte etwas für unsere Arbeit oder Kauf in unserem Shop ein


950

Infektionsrisiko an Schulen ohne Maskenpflicht höher

Nicht nur die Herbstferien neigen sich in manchen Bundesländern dem Ende zu. Vielerorts scheint auch das Tragen von Masken im Klassenzimmer bald der Vergangenheit anzugehören. Dass diese Beschlüsse jedoch Ansteckungen fördern können, zeigt eine Studie.

Die Entscheidungen rund um das Tragen von Masken in Schulen liegen bei den Ländern (Quelle). Ob und unter welchen Bedingungen Masken auch nach den Herbstferien getragen werden müssen, unterscheidet sich daher. Eine klare Tendenz lässt sich jedoch erkennen: Die Masken sollen weg. Zumindest so lange, wie es nach Entscheidung der Länder zulässig und verantwortungsvoll ist – je nach Lage und Zahlen. Eine neue Studie bringt die Richtigkeit dieser Tendenz nun ins Wanken.

Zahl der Corona-Ausbrüche in Schulen ohne Maskenpflicht deutlich höher

Die Studie der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC zeigt, dass in Schulen ohne Maskenpflicht das Infektionsrisiko etwa 3,5-mal höher ist als an solchen mit Maskenpflicht (Quelle). So wurden Daten von 1.020 Schulen in zwei Gebieten mit ähnlichen Inzidenzen untersucht. Diese lagen bei 105 bzw. 161 pro 100.000 Einwohner:innen innerhalb von sieben Tagen. Mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft waren 59,2 Prozent bzw. 47,6 Prozent aller Einwohner:innen (Quelle).

21 Schulen wurden von der Analyse ausgeschlossen, da sie bereits binnen der ersten sieben Tage Corona-Ausbrüche meldeten. In 21 Prozent der 999 berücksichtigten Schulen galt seit Beginn des Schuljahrs eine Maskenpflicht. In 30,9 Prozent wurde eine solche erst mit einer Verzögerung von neun bis siebzehn Tagen umgesetzt, während es an 48 Prozent der Schulen keine Maskenpflicht gab (Quelle).

Und das Ergebnis? Im Untersuchungszeitraum vom 15. Juli bis zum 31. August kam es insgesamt zu 191 Corona-Ausbrüchen. 16 Ausbrüche in Schulen mit Maskenpflicht. 62 Ausbrüche in Schulen, die verzögert eine Maskenpflicht eingeführt hatten und der Großteil der Ausbrüche mit 113 in Schulen ohne Maskenpflicht. Die Gesundheitsbehörde CDC stellt somit fest, dass ein Ausbruch an Schulen ohne Maskenpflicht 3,5-mal so wahrscheinlich ist wie an Schulen, an denen eine Maskenpflicht eingehalten wird (Quelle).

Doch wie steht es um die Maskenpflicht nach den Herbstferien?

In Bayern müssen keine Masken mehr im Unterricht oder beim Sport getragen werden, sondern nur noch auf den Gängen (Quelle). Auch in Baden-Württemberg fällt ab dem 18. Oktober 2021 die Maskenpflicht am Platz für Schüler:innen weg (Quelle). Im Saarland teilte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot mit, dass die Maskenpflicht sowohl in den Klassenräumen als auch in sämtlichen anderen Bereichen nicht mehr greift (Quelle).

In Niedersachsen hingegen werden auch nach den Ferien weiterhin Masken getragen. Ab dem 11. November soll die Maskenpflicht dann für Schüler:innen der dritten und vierten Klassen im Unterricht wegfallen (Quellen).

Meinungen gehen auseinander

Das Thema um die Abschaffung der Maskenpflicht in Schulen wird kontrovers diskutiert. Der Berufsverband der Kinderärzte befürwortet die fallende Maskenpflicht. So erklärt der zufällig wirklich so heißende Jakob Maske – Sprecher des Bundesverbands – im Deutschlandfunk, dass das Vorgehen ein Schritt in die richtige Richtung sei (Quelle). Weiter erklärt er „wir sind wenig besorgt, weil Kinder sehr selten schwer erkranken oder gar extrem schwer“ (Quelle).

Eine Studie aus Großbritannien zeigt, dass auch Kindern an Long-Covid erkranken können – wenn die Wahrscheinlichkeit jedoch auch wesentlich geringer als bei Erwachsenen ist (Quelle). Dennoch handelt es sich bei den Daten aktuell noch um eine kleine Stichprobe. Es sind Rohdaten, die noch in der Auswertung sind.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt hingegen weiterhin das Tragen einer Maske in Schulen, wenn ein Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann (Quelle). Auch Lothar Wieler, Präsident des RKI erklärt, „dass wir Kinder zu schützen haben“ (Quelle).

Welche Maßnahmen kommen, wird sich zeigen

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Länder im Verlauf des Schulhalbjahres entscheiden werden und inwieweit die Masken Teil des Schulalltags bleiben werden. Aktuell findet vor allem ein großes politisches Abwägen der Maßnahmen statt. Denn auch wenn die andauernde Maskenpflicht in Schulen gesellschaftlich starken Gegenwind bekommt, lassen viele wissenschaftliche Erkenntnisse – etwa des Robert Koch-Instituts und der CDC – kaum Zweifel daran, dass eine Maskenpflicht auch an Schulen weiterhin sinnvoll ist.

Artikelbild: Von Halfpoint

Hey, möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Komm in unseren Telegram Kanal und verpasse keine News von uns mehr (Link). Oder besuche unseren Shop und unterstütze uns mit dem Kauf von T-Shirts, Tassen, Taschen und Masken, hier entlang.

Unsere Autor:innen nutzen die Corona-Warn App des RKI.