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Pfizer hat die Wahrheit gesagt, Impfung schützte vor Ansteckung – Querdenker lügen

von | Okt 20, 2022 | Aktuelles, Corona, Corona-Fake

Bevor die Corona-Impfungen für die breite Masse zugelassen wurden, wurden sie ausgiebig darauf getestet. Ob sie sicher und wirksam darin sind, vor schweren Verläufen und Tod zu schützen. Das wurde beim Impfstoff von Pfizer & BioNTech auch in der Zulassungsstudie festgestellt. Die Impfung ist sicher und senkt das Risiko vor Tod und Hospitalisierung. Nichts anderes wurde damals auch von Pfizer kommuniziert. Dass Impfungen damals auch das Ansteckungsrisiko verringerten, stellte sich später heraus. Das haben weitere Studien belegt.

Also stellen wir fest: Bei der Testung vor der Zulassung der Impfstoffe wurde die Sicherheit und der Schutz vor Tod und schweren Verläufen durch Corona untersucht. Und auch bestätigt. Dass die Impfung (vor allem bei früheren Corona-Varianten) auch das Risiko verringert, andere anzustecken, war aber ebenfalls war und wurde auch bewiesen. Wenn jetzt also jemand von Pfizer sagt, in der ersten Untersuchung wurde nicht die Vorbeugung der Übertragung getestet ist das wahr und war es auch schon immer – und widerlegt nicht die Tatsache, dass die Impfung vor Übertragung schützte. Und jetzt ratet mal, worüber euch die extremistischen „Querdenker“ wieder mal belügen wollen.

Rechter Politiker lügt über Antwort von Pfizer-Direktorin

Am 10. Oktober 2022 tagte im EU-Parlament ein Sonderausschuss, der sich mit der Entwicklung und Zulassung neuer Impfstoffe im Rahmen der Corona-Pandemie beschäftigte. Zugegen waren neben anderen Janine Small, Präsidentin für internationale Entwicklungsmärkte von Pfizer und Franz-Werner Haas, Curevac-Geschäftsführer.

Rob Roos, Mitglied des Europäischen Parlaments für JA21 – dem eigenen Selbstverständnis nach die ‚rechte Volkspartei‘ der Niederlande – fragte Small während der Anhörung, ob die Pfizer-Impfung vor Markteintritt auf den Schutz vor Übertragung des Virus getestet wurde. Small antwortete, dass darüber vor Markteintritt nichts bekannt war, weil es aufgrund der rapiden Ausbreitung des Virus schnell gehen musste. Und das stimmt ja auch – es wurde getestet, ob die Impfung sicher ist und dein Leben rettet. Die Antwort, die aufmerksame Beobachter:innen wenig überraschen dürfte, ist für Querdenker:innen aktuell gefundenes Fressen. Was nicht passt, wird passend gemacht und einfach mal ins Querdenken-Narrativ reingequetscht.

Absurde Querdenker-Lügen gegen Pfizer

So lügt Rob Ross dreist auf Twitter. „In der COVID-Anhörung gibt #Pfizer-Direktor zu: Impfstoff wurde nie auf die Vorbeugung der Übertragung getestet. ‚Lassen Sie sich für andere impfen‘ war immer eine Lüge. Der einzige Zweck des #COVID-Passes: Menschen zur Impfung zu zwingen.“ Er verschweigt hier, dass der Fremdschutz schließlich auch gut belegt ist. Nur halt in anderen Studien.

Auch in der deutschsprachigen „Querdenken“-Szene zieht die Anhörung ihre Kreise. Das rechte österreichische Desinformationsportal Report24 lügt auf Telegram: „‚#Pfizer‘ trendet aktuell weltweit auf Twitter – denn das Unternehmen hat die gigantische Lüge, auf deren Basis global Impfzwänge verhängt und Menschen diskriminiert und ausgegrenzt wurden, endlich zugegeben.“ Der rechtsextreme Verschwörungsideologe und ehemalige Schlagersänger Michael Wendler teilt die Meldung auf seinem eigenen Kanal:

Pfizer sagte keine unwahrheit – und Impfung schützt(e) tatsächlich vor Übertragung

Denn tatsächlich hat Pfizer natürlich nicht gelogen. Vor der Zulassung des Corona-Schutzimpfstoffes gab es keine Studien zur Wirksamkeit gegen die Übertragung des Virus‘. Und mit diesem Fakt ging der Konzern auch von Beginn an offen um. Bereits im November 2020 waren die Daten der klinischen Tests online einzusehen. Diese dienten dem Zweck, herauszufinden, ob die Impfung sicher ist und ob sie die Krankheit sowie deren schwere Verläufe verhindert. So lautet der Kurztitel der Studie auch: „Eine Phase 1/2/3-Studie zur Untersuchung der Sicherheit, Verträglichkeit, Immunogenität und Wirksamkeit von RNA-Impfstoffkandidaten gegen COVID-19 bei gesunden Menschen“ (Link zur Studie (PDF)).

Doch obwohl anfangs nicht sichergestellt war, ob die Pfizer-Schutzimpfung die Übertragung des Virus verhindert, wurde dies seither mehrfach bestätigt. Bereits zu Beginn 2021 veröffentlichten Forschende sowohl in Israel als auch im Vereinigten Königreich Studien, die auf eine Reduktion der Übertragung hindeuteten. Zwar verfliegt dieser Schutz mit der Zeit und es besteht keine Einigkeit, zu welchem Ausmaß die Impfung die Übertragung stoppt. Aber die Übertragung der ersten Varianten wurde ganz eindeutig eingeschränkt. Eine neuere Studie aus den USA macht nun deutlich, dass selbst bei Omikron ein geringer Schutz vor Übertragung zu erwarten ist, wenn auch nicht mehr so gut wie früher. Bedeutet: Wenn eine Person mit Impfung erkrankt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie andere Personen ansteckt geringer, als wenn sie nicht geimpft wäre.

So dreist wollen euch die querdenker mal wieder manipulieren

Pfizer war sich vor Markteintritt des Corona-Impfstoffes nicht über dessen Wirkung gegen Übertragung im Klaren. Doch dieser Schutz vor Übertragung wurde nachgewiesen. Und Pfizer hat auch nie etwas anderes behauptet. Doch „Querdenker:innen“ inszenieren einen Skandal, um euch zu manipulieren. Denn Pfizers Studiendaten sind bereits seit Ende 2020 online für alle einsehbar. Alle Interessierten konnten seither sehen, dass es zunächst keine Daten über den Schutz vor Übertragung gab. Weiterhin können sie in einschlägigen Studien erfahren, dass ein gewisser Schutz vor Übertragung tatsächlich stets gegeben war.

Artikelbild: Molly Woodward, Screenshot