Molekularbiologe zerlegt Mythen über die Langzeitfolgen (der Corona-Impfung)

| Corona | 29. Dezember 2020

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Du wirst nicht glauben, wie sicher Impfungen sind

Der Molekularbiologe und Science Buster Dr. Martin Moder hat in seinem neuen Video über Langzeitfolgen von Impfungen gesprochen. Er klärt darüber auf, was es mit “Langzeitfolgen” auf sich hat, wie häufig wirklich welche auftreten, zeigt, wie sicher Impfungen grundsätzlich sind und spricht über Missverständnisse. Das macht er anhand der Beispiele der Pandemrix-Impfung gegen die Schweingegrippe 2009 und einer Grippeimpfung aus den 1970ern. Denn das größte Missverständnis liegt darin, zu glauben, hätte man die Impfstoffe länger getestet, hätte man diese “Langzeitfolgen” entdecken können. Zum Beispiel das Auftreten von Narkolepsie bei einer von 16.000 Geimpften (Quelle).

Das stimmt jedoch nicht. Denn zum einen war die Größe der Testgruppe gerade einmal 2.000 Personen (Quelle), womit derart seltene Folgen auch mit viel mehr Zeit unauffindbar gewesen wären. Genau deswegen haben wir die Corona-Impfung an über 40.000 Menschen getestet. Zum anderen treten die Symptome in den seltenen Fällen, in denen es Nebenwirkungen gab, in aller Regeln bereits nach 6 Wochen auf. Wie zum Beispiel das Guillain-Barré-Syndrom nach der Grippe-Impfung aus den 70ern (Quelle). Das bekam übrigens nur eine Person von 100.000. Genau deshalb hat man die Corona-Impfung auch acht Wochen getestet. Damit sollte man also auch die seltenen “Langzeitfolgen” ziemlich gut abgedeckt haben.

Nicht nur das: Man darf sich nicht nur auf die potentiell erhöhten Risiken fokussieren, denn diese zwei Impfungen erhöhten zwar geringfügig das Risiko für Narkolepsie respektive für das Guillain-Barré-Syndrom, aber das taten die Krankheiten umso mehr, gegen die die Impfungen waren (Quelle)! Tatsächlich war das Risiko für GBS bei Influenza-Erkrankten sogar höher als das bei denen mit Impfung (Quelle).

Willst du lieber vielleicht 1:100.000 Nebenwirkung durch die Impfung oder sicher 1:200 Tod durch Corona?

Moder stellt fest: Wenn du nicht die Impfung wegen möglicher Risiken magst, warte erst ab, was die Krankheit für dich bereit hält. Eine einzelne Krankheit, gegen die geimpft wird, hat in einer Woche viel schlimmere Folgen als alle Langzeitfolgen und Nebenwirkungen aller Impfungen in der Geschichte zusammen. Er bringt die Missverständnisse über potentielle Langzeitfolgen von Impfungen auch so auf den Punkt:

Hier liegt der Knackpunkt, es ist zwar verständlich und richtig, auch extrem seltene Nebenwirkungen in Betracht zu ziehen hier geht es ja um Gesundheit und Menschenleben aber wer sich nur auf diese niedrigen Risiken fokussiert, der verliert das Gesamtbild aus dem Auge. Und vergisst, wie viel mehr Schaden die Krankheiten ausrichten. Moder erwähnt es in seinem Video nicht, aber eine Tödlichkeit (!) von Corona von circa 0,5 % (Quelle) ist einfach nicht vergleichbar von zum Beispiel einer 1:100.000 Chance auf eine Krankheit.

Ja, Impfungen müssen gut getestet werden, um jedes mögliche Risiko auszuschließen. Aber genau das wird getan. Wichtig ist es, das Gesamtbild im Auge zu behalten, damit Scharlatane in Social Media nicht deine berechtigten Sorgen ausnutzen, um dir Angst vor ziemlich sicheren Impfungen zu machen, während sie dir gleichzeitig bis zu 1.000 Tote am Tag durch Corona als harmlos verkaufen wollen.

Artikelbild: Screenshot youtube.com

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