Anwalt Jun klärt auf: Was #WirMachenAuf an Haft & Bußgeldern droht

| Corona | 5. Januar 2021

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Querdenker rufen dazu auf, gegen Lockdown zu verstoßen

Seit einigen Tagen rufen Pandemie-Leugner:innen rund um Querdenken, aber auch einige rechtsextremistische Gruppierungen zu der Aktion #WirMachenAuf auf. Man wolle die “Corona-Diktatur” beenden, indem man … shoppen geht. Kein Scherz: Mit dem Hashtag #WirMachenAuf wird dazu aufgerufen, dass Unternehmer:innen sich einfach über die Lockdown-Verordnungen hinwegsetzen und am 11. Januar ihre Läden ohne Erlaubnis öffnen sollen. Das teilen derzeit quasi alle Verschwörungsideolog:innen, von Querdenkern bis zu Neonazis:

Bei dieser Querdenken-typischen PR-Inszenierung wird wohl wieder mal nur groß online posiert und dabei wenig mit Fakten argumentiert. Insbesondere die Quatschjuristen von Querdenken versuchen, naiven Unternehmer:innen einzureden, dass sie nichts zu befürchten hätten. Doch ist das so? Dass Querdenken selten mit Fakten argumentiert und ständig daneben liegt, sagt nichts Gutes aus. Über mögliche Folgen für Leute, die bei der #WirMachenAuf Quatsch-Aktion mitmachen wollen, haben wir vor zwei Tagen bereits berichtet.

#WirMachenAuf: Querdenker riskieren ihre Gewerbeerlaubnis & 5 Jahre Haft

Anwalt Jun: 2 Jahre Haft für Zivilcourage?

In seinem neuen Video analysiert Anwalt Chan-jo Jun, was die Argumentation der Querdenker dazu ist, und wie viel davon wieder mal “Quatschjura” sei, wie er es bezeichnet. Die Hoffnung, so die realitätsfernen Querdenker:innen, ist, dass sich so viele Menschen an ihrem Möchtegern-Aufstand beteiligen, dass der Rechtsstaat einfach kapitulieren müsse oder dass sich vor Gericht die Pandemie als Fake beweisen lassen würde. Für Menschen, die noch mental in der Realität leben, ist das offensichtlicher Blödsinn. Nicht jedoch für Menschen, die seit Monaten in Telegram-Gruppen durch Lügen und Propaganda indoktriniert werden.

Zurück in der Realität zeigt Jun auf, was die Folgen sein können, wenn man gegen die Lockdown-Verordnungen verstößt: Hohe Bußgelder, Entzug der Gewerbeerlaubnis und sogar Haftstrafen bis zu 5 Jahren sind möglich. Und das nicht nur für arme Unternehmer:innen, die sich in ihrer Verzweiflung von Demagogen einen Bären aufbinden lassen könnten, sondern auch für diejenigen, die dazu anstiften, Ordnungswidrigkeiten oder gar Straftaten zu begehen.

Hier das ausführliche Video von Jun:

Egal wie panisch Querdenker & Co. in ihren realitätsfernen Telegram-Gruppen vom “Widerstand” träumen, wenn sie glauben, shoppend die Diktatur zu stürzen, so wird wohl kaum jemand diesen Aufrufen wirklich nachkommen, da es für Gewerbetreibende den gewerblichen Selbstmord bedeuten würde. Abgesehen davon ist es auch nicht so, als ob Gewerbetreibende völlig allein gelassen werden: Die Bundesregierung unterstützt Finanzausfälle mit 75% Ausgleich des Vorjahresumsatzes (mehr dazu).

Natürlich mag das nicht genug sein und bürokratisch viel zu lange dauern. Die Lösung kann aber jedoch nicht sein, in der tödlichsten Phase einer Pandemie so zu tun, als würden nicht täglich bis zu 1000 Menschen sterben und einfach wieder shoppen zu gehen. Wer wirklich Unternehmer:innen unterstützen möchte, der soll sich für mehr und bessere Hilfen einsetzen, nicht für deren potentiellen gewerblichen Selbstmord.

P.S.: Verschwörungshetzer rufen dazu auf, das Video von Jun massiv downzuvoten. Lasst also gern eine positive Bewertung da! Und P.P.S: Das T-Shirt, das Jun trägt, gibt es bei uns im Shop (Hier).

Artikelbild: Screenshot youtube.com

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