Querdenken-Demo-Organisator verdient Geld mit Testzentren

| Querdenker | 12. Januar 2022


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Querdenker-Altenpfleger verdient Geld mit Testzentren

Gabriel Halfmann ist Altenpfleger und betrieb bis Mitte 2019 einen ambulanten Pflegedienst. Vielen Leuten in der Querdenken-Szene ist er inzwischen aber eher als Organisator von Corona-Demonstrationen bekannt. Umso erstaunlicher, dass sein Name gleich an zwei Stellen auf einer Liste mit Testzentren in Nordwestmecklenburg auftaucht. Er war da auch nicht Kunde, sondern er wird als Betreiber gelistet. Ein Testzentrum im Dorf Mecklenburg, ein Testzentrum in Möllin. Stand der Liste ist der 08.01.2022, also aktuell. Die Schweriner Volkszeitung berichtete ebenfalls über den Zusammenhang. Laut CompanyHouse ist er seit dem 04.01.2022 als Betreiber eingetragen, das Protokoll trägt das Datum 14.12.2021.

Auf eBay Kleinanzeigen lassen sich zudem weitere Hinweise auf seine Geschäftstätigkeit finden, so suchte er vor Kurzem noch Mitarbeitende für das Testzentrum in Dassow und versprach 13€ Stundenlohn. Sogar mehr als der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn. Bei 18€ Vergütung pro Schnelltest ist es also gar kein Problem, die Tätigkeit entsprechend zu entlohnen – und für Halfmann selbst dürfte nach Abzug aller Kosten selbst auch noch Geld übrig bleiben.

Screenshot: Gabriel Halfmanns Jobanzeige auf eBay Kleinanzeigen

Halfmann war Landtagswahl-Kandidat für dieBasis

Nicht nur das: Halfmann kandidierte zudem auch für die Querdenken-Partei „dieBasis“ für den Landtag. Im Kandidat:innencheck des NDR zur Landtagswahl 2021 in Mecklenburg-Vorpommern stellte Gabriel Halfmann zudem beim dritten Fragenblock das Grundgesetz in Frage beziehungsweise behauptete, dass Artikel daraus keine Gültigkeit mehr besäßen.

Rückzug von Demonstrationen angekündigt

Kurz nach Bekanntwerden der Verstrickungen kündigte Gabriel Halfmann an, künftig keine Versammlungen mehr anmelden zu wollen und sich zurückziehen zu wollen. Er wollte laut Schweriner Volkszeitung „aus dem Rampenlicht“. Ausgerechnet das Rampenlicht, in welches er sich Woche für Woche selbst proaktiv gedrängt hat, indem er der Anmelder der Montags-Demos war. Man könnte fast meinen, dass ihm in Hinblick auf die nun veröffentlichten Zusammenhänge eher etwas mulmig wurde.

Ist auch schwer am Montag noch zu erklären, dass das alles doof ist mit der Testpflicht, man aber gleichzeitig finanziell davon profitiert, wenn es weiterhin eine Testpflicht gibt. Das wäre auch nicht das erste Mal, dass Corona-Leugner:innen Treiber für die Pharmaindustrie sind:

Corona wird doch akzeptiert – solange man selbst profitiert?

Für einen Menschen, der als Altenpfleger tagtäglich mit vulnerablen Personen zu tun hat, ist es vielleicht noch nachvollziehbar, direkt zwei Testzentren zu betreiben. Schwierig ist in der logischen Gesamtschau nur die Tatsache, dass er zugleich halt auch Organisator mehrerer Corona-Demonstrationen ist bzw. war. Dabei handelt es sich nicht um Demos, die mehr Schutz vor Corona forderten. Im Gegenteil. Es handelt sich viel mehr um Montags-Demos, die sich gegen die Maßnahmen der Regierung wenden. Was wir uns aber merken können: solange man mit Corona Geld verdienen kann, wird Corona sogar von Querdenker:innen akzeptiert. Da wird dann auch der ideelle Nicht-Glaube an Corona schnell mal zur Seite geschoben und die Demos links liegen gelassen, wenn mit Corona dann doch mehr Geld zu machen ist?

Aufgedeckt: Corona-Leugner erzeugen MEHR Profit für Pharmafirmen

Artikelbild: Patrick Daxenbichler/Adobe Stock

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