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Die Verbindungen des europaweiten Neofaschismus-Netzwerkes – auch zu Le Pen

von | Apr 22, 2022 | Aktuelles, Hintergrund, Recherche AfD

Vorwort

Am Sonntag, dem 24.04.2022 entscheidet sich, ob die EU zerschlagen wird, nicht mehr und nicht weniger. An diesem Tag ist die Stichwahl zwischen Macron und der Rechtsextremistin Le Pen in Frankreich. ja, wirklich. Denn das ist Programm von Frau Le Pen, die Zerschlagung und die Demütigung Deutschlands. Anlässlich der Wahl am Sonntag zeigen wir hier ausführlich die Verbindungen Le Pens in das europaweite Netz des Neofaschismus. Die Verbindungen von französischen Rechtsextremisten nach Russland, in die Ukraine, nach Deutschland und ganz Europa. Und die EU-Vernetzung der „Reconquista“.

Dieser Artikel ist extrem lang, weil ihr hier sehr sehr viele Informationen findet. Der Artikel ist so lang, dass unser Quellenverzeichnis in einem extra Artikel vermerkt werden musste, nämlich hier.

Aber was bedeutet das für uns genau?

  • Le Pen will gesamte „Zusammenarbeit mit Berlin“ in puncto Verteidigung beenden (Quelle).
  • Le Pen will „Franzosen zuerst“ (Quelle)
  • Ein Sieg der Rechtsextremistin würde die Einheit der EU, ihre Kohäsion und ihre internationale Bedeutung eindeutig schwächen, schreibt die Europa-Expertin Georgina Wright vom französischen Think-Tank Institut Montaigne.

Russland und Ukraine?

Schauen wir uns also die Verbindungen der französischen Rechtsextremist:innen ins restliche Europa an, auch in Ukraine und Russland. Die Frage, die sich viele stellen werden, warum wir hier sowohl russische Nationalisten, sowie auch ukrainische Nationalisten gleichermaßen und deren Verbindungen eben zu EU-rechtsextremen Parteien, Organisationen und Netzwerken aufzeigen.

Wir sortieren die Faschisten und Nationalisten nicht nach Brauntönen. Ob diese für ihr Heimatland kämpfen, oder sich ein eurasisches Reich von Wladiwostok bis Lissabon wünschen. Es bleiben Faschisten, Nationalisten und Rassisten, ob in Russland, in der Ukraine, oder in den EU-Staaten. Nationalisten und Faschisten, die zu allen EU-Neofaschisten Kontakt haben. Für uns gilt der Schwur von Buchenwald „Die endgültige Zerschmetterung des Nazismus ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ideal.“ 

Weil Nationalismus, Rechtsextremismus und dessen Gedankengut nicht vor Grenzen haltmacht. Diese Verbindungen eben zu russischen als auch zu ukrainischen nationalistischen Gruppen, zu EU-Rechtsextremen besteht manchmal sogar gleichermaßen, Asow zu CasaPound und Putins Russland ist dann über den Faschisten Dugin, gleichermaßen mit CasaPound verbunden.

Wir sind Antifaschisten und werden immer alle Nationalisten, bloßstellen, unabhängig davon in welchem Land diese tätig sind.

Wir haben in dieser Recherche alle Verbindungen, die eben EU-weit zwischen den Rechtsextremisten bestehen, dargestellt. Ob in Frankreich, in Deutschland, Österreich, oder Ungarn. Bis zu Griechenland und dessen Verbindungen.

Kampf dem Faschismus und Nationalismus immer und überall!

EU weite Verbindungen und Strukturen in der Übersicht :

Der Neofaschismus in Europa – Eine Analyse

Eine Reihe von Historikern und Politikwissenschaftlern hat darauf hingewiesen, dass die Situation in einer Reihe von europäischen Ländern in den 1980er und 1990er Jahren, insbesondere in Frankreich, Deutschland und Italien, in gewisser Weise mit den Bedingungen in Europa in der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg vergleichbar war, die den Faschismus in seinen vielen nationalen Ausprägungen hervorbrachten.

Ständige Wirtschaftskrisen, einschließlich hoher Arbeitslosigkeit, ein Wiederaufleben des Nationalismus, eine Zunahme ethnischer Konflikte und die geopolitische Schwäche nationaler Regime – all das war vorhanden, und obwohl es keine exakte Eins-zu-eins-Entsprechung gibt, waren die Umstände ähnlich genug, um den Beginn des Neofaschismus als neue faschistische Bewegung zu fördern.

Da ein ausgeprägter Nationalismus fast immer Teil des Neofaschismus ist, sind die Parteien, aus denen sich diese Bewegung zusammensetzt, nicht paneuropäisch, sondern spezifisch für jedes Land, in dem sie entstehen; abgesehen davon haben die neofaschistischen Parteien und andere Gruppen viele ideologische Merkmale gemeinsam[*].

Obwohl der Neofaschismus zweifellos faschistischer Natur ist, wird von einigen behauptet, dass es Unterschiede zwischen dem Neofaschismus und dem so genannten „historischen Faschismus“ gibt, d. h. der Art von Neofaschismus, die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg entstand.

Einige Historiker behaupten, dass die heutigen neofaschistischen Parteien nicht antidemokratisch sind, weil sie innerhalb des politischen Systems ihres Landes agieren. Andere Wissenschaftler bezweifeln, dass dies ein signifikanter Unterschied zwischen Neofaschismus und historischem Faschismus ist, und weisen darauf hin, dass Hitler innerhalb des bestehenden politischen Systems der Weimarer Republik agierte, um an die Macht zu gelangen, auch wenn dies in einem antidemokratischen, aber rechtsstaatlichen Verfahren in Form der Ernennung durch den Präsidenten und nicht durch die Wahl durch den Reichstag erfolgte.

Andere weisen darauf hin, dass die gegenwärtigen Neofaschisten nicht totalitär sind, aber die Organisation ihrer Parteien nach dem Führerprinzip deutet auf etwas anderes hin. Der Historiker Stanley G. Payne behauptet, dass die Unterschiede zwischen den heutigen Verhältnissen und denen der Zwischenkriegszeit sowie die Stärkung der Demokratie in den europäischen Ländern seit Kriegsende eine allgemeine Rückkehr des historischen Faschismus verhindern und dazu führen, dass echte neofaschistische Gruppen klein sind und am Rande bleiben.

Für Payne sind Gruppen wie der Front National in Frankreich nicht von Natur aus neofaschistisch, sondern lediglich „rechtsradikale Parteien“, die im Laufe der Zeit ihre Positionen abschwächen werden, um einen Wahlsieg zu erringen[**].

[*] Pavón-Cuellar, David (2020). „Turning from Neoliberalism to Neo-Fascism: Universalization and Segregation in the Capitalist System“. Desde el Jardín de Freud. National University of Colombia. 20: 19–38. doi:10.15446/djf.n20.90161. S2CID 226731094.

[**] Golsan, Richard J. „Introduction“ in Golsan (1998), pp. 6–7.