So deutlich rechnet der Leipziger OB mit den Morddrohungen gegen Kitas ab

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„Zwischenruf“

Nach einem Bericht der BILD-Zeitung über die Entscheidung zweier Kitas in Leipzig, Schweinefleisch von der Speisekarte zu streichen, ist eine große, hitzige Debatte entstanden. Es gab viel Empörung und auch Hetze. Zur Auffrischung, was geschehen ist, haben wir hier einen Faktencheck veröffentlicht:

Kein Verbot, Kein Polizeischutz: 8 Fakten zur Schweinefleisch-Debatte

Heute reagierte der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung in Facebook auf die Debatte. Denn so unfassbar es sein mag, aber die Hetze führte zu unzähligen Morddrohungen gegen die Kitas und ihre Betreiber. Jung schreibt:

„Es ist unverantwortlich, die Essensauswahl einer Kita zum Untergang unserer Kultur hochzustilisieren, wie in den letzten Tagen, von der CDU, der AfD und vor allem aus konservativen Kreisen geschehen. Nein, die Entscheidung der Leipziger Kitas ist keine kulturelle Unterwerfung sondern eine freie Entscheidung in einem freien Land. Wer das nicht akzeptiert, der akzeptiert die Freiheit nicht und bringt sie sogar in Gefahr.“



„An den Galgen mit dir oder standrechtlich erschießen“

„An den Galgen mit dir oder standrechtlich erschießen“, „Frau …, sie führen sofort wieder Schweinefleisch ein, bis 30.7. ansonsten wird die Kita abbrennen, wenn auch zum Nachteil der Kinder. Nein, das ist kein Scherz. Und wenn sie auch die Polizei einschalten, sie wird brennen. Und sie werde ich zusammenschlagen, bis dass sie im Krankenhaus liegen und berufsunfähig sind!!! Also los oder Feuer!“, „Ich werde sie nicht nur krankenhausreif schlagen, ich werde sie töten, mit einem Messerstich ins Herz.“

Das ist nur eine kleine Auswahl der Drohungen, die schriftlich oder ganz unverhohlen persönlich überbracht bei den Kitas eingingen.

Jung erklärt sich für „sprachlos“, dass im Jahr 2019 Kindergärten bedroht werden, weil sie den Speiseplan so verändern, „wie es nicht ein kleingeistiges Weltbild passt.“ Sein Schlussplädoyer bedarf keiner weiteren Worte:

„Den Untergang des Abendlandes und Gefahr für unsere aufgeklärte Freiheit geht nicht von denen aus, die aus welchen Gründen auch immer eine andere Ernährungskultur haben als es am tradierten deutschen Stammtisch üblich ist, sondern von denen, denen jeglicher moralische Kompass und der Anstand verloren gegangen ist.

Wir dürfen nicht wegschauen, nicht wegschweigen, uns nicht weckducken: Die Freiheit, die Gleichheit und die Empathie sind auch in unserem Land in Gefahr. Was hier passiert ist geschieht ist nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird, wenn bei den kommenden Wahlen die an die Macht kommen, die mit ihren Worten der Hetze heute schon die Saat gelegt haben.“

Zum Originalpost:

ZwischenrufDie Geschehnisse der vergangenen Woche kann ich nicht unkommentiert im Raum stehen lassen.Worum geht es:…

Gepostet von Burkhard Jung am Dienstag, 30. Juli 2019

Artikelbild: Burkhard Jung

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